Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1935-11-22 · Heft 515 (22.11.1935) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 515 (22.11.1935)
Date
1935-11-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2711613-2712049-2712139--5448-2719067
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 515 DIE NEUE WELT Seite 3 Rä$iep Di, E*E '<H TROCKEN MIT SCHICK DRY SHAVER Verkauf, Vorführung und Prospekte durch J. A. Henckels, I, Kärntnerstraße 24; M. E. Mayer, I, Graben 17,I.Lobkowitzplatz 1; Parfümcrie Ritx, I, Kärntnerstr. 22; M. Wallote, VII, Westbahnstraße 26, und in sämtlichen Filialen; A. Antonovich, 1, Stock-im-Eisen-Platz 2; Josef Hehler, VH, Neubaugasse 26. und in einschlägigen Geschäften. Europäische Generalvertretung der Schick Dry Shaver lnc.f Wien VI, Dreihufeisen- Sasse 11, Tel. A-33-3-34. Generalvertretung für Palästina: J. Sealtiel, Tel-Aviv, P. B. 950 Sdtande in Briefen Die palästinensische Tageszeitung „Hajarden" hat eine große Anzahl von Kopien von Briefen veröffentlicht, welche die „Haawarah", Gesellschaft für den Vertrieb deutscher Waren in Palästina und im Orient, an den deutschen Gesandten in Kairo und an andere diplomatische Vertretungen Hitler- Deutschlands im Orient gerichtet hat. Die Hauptgesellschafter der „Haawarah", welche laut Kongreßbeschluß unter Kontrolle der Zionistischen Exekutive steht, sind die zionistische Anglo-Palästina- B an k und die Zionistisch-sozialistische Gesellschaft „Nir". Die Briefe haben hellste Empörung in Palästina, ausgelöst. „Haawarah" gibt die Richtigkeit der Briefe zu und beklagt 3ich nur darüber, daß ihr die Kopien entwendet wurden. Sie hat auch eine Anzeige an die Polizei erstattet. Einer der an den deutschen Gesandten von Kairo gerichteten, vom 15. April datierten Briefe der „Haawarah" lautet: „Sehr geehrter Herr Minister! Mit Bezug auf die Gespräche, welche Herr Gesandtschaftsrat Heiden mit dem Leiter unserer Gesellschaft, Herrn Dr. Lewy, führte, beehren wir uns, Ihnen mitzuteilen: Wir sehen unsere Aufgabe in erster Linie darin, die jüdischen oder ägyptischen Importeure zu bewegen, daß die Bestellungen, die aus politischen Gründen an nichtdeutschc Ländor übergeben werden sollen, durch unsere Intervention an deutsche Fabriken und an deut's'che Exporteure vergeben und die Rechnungen durch unser Konto reguliert werden. mwm *\Ttilf Xff M m+^f&w&w&^f ggSSMJBffg Schon der erste Besuch des Dr. Lewy hat uns überzeugt, daß die führenden Kreise des ägyptischen Judentums, und unter ihnen befinden sich sehr wichtige Importeure, zu bewegen wären, die negative Stellung, die sie bis jetzt bezüglich deutscher Waren eümehmen, zu revidieren, falls man sie überzeugt, daß sie dadurch den deutschen Juden die Uebersiedlung nach Palästina möglich machen. Die Ueberzeugung in dieser Richtung ist erleichtert, da vor ungefähr zwei Wochen die Zionistische Organisation zum ersten Male ihre Stellung dem Transfer gegenüber während der Sitzung des Aktionskomitees in Jerusalem festgelegt hat und dank unserer Bemühungen dort jener Standpunkt festgesetzt wurde, den wir zu unserer Aufklärungsarbeit brauchen. Wir beehren uns, Eurer Exzellenz eine Anzahl von Geschäften zu nennen, dercu Durchführung in einer gewissen Zeit möglich wäre, wenn die deutschen Behörden sich freundlich beziehen würden: 1. Kauf von 300 Opal-Maschinen. Die Unterhandlungen unseres Herrn Dr. Lewy mit der Zentralleitung der Gesellschaft „General Motors Near East" überzeugten uns, daß der Verkauf von Opel- Autos im Nahen Osten nicht befriedigend ist. In Aegypten weigern sich die jüdischen Händler, deutsche Autos zu verkaufen, und auch in Palästina war der Verkauf bis jetzt unbefriedigend. Im Irak hat diese Gesellschaft überhaupt keine V e rkaufsorganisation und deshalb konnte das Opel- Auto nicht eingeführt werden. Die Gesellschaft „General Motors" wäre nach imserer Intervention bereit, in den nächsten Monaten S00 Opel-Autos (Personen- und Lastautos) einzuführen und den Gegenwert in Deutschland durch die „Haawarah" zu bezahlen. Die „Haawarah" ist bereit, 80 Prozent zu vergüten und eine liiiBcnf rcie Hypothek für eine Dauer von 18 Monaten zu gewähren. Auf diese Weise könnte das Opel-Auto, welches gegenwärtig' um 45 Prozent teurer ist als das amerikanische Auto von derselben Qualität, eine Konkurrenz werden. Die „Haawarah" ist bereit, auf Verlangen der „General Motors" für jedes Auto ein Zeugnis auszustellen, daß dasselbe von den Geldern der „Haawarah" bezahlt wurde. £. Lieferung von Schreibmaschinen au die ägyptische Regierung. Die jüdische Importfirma M. Rothschild & Co. hat die Möglichkeit, eine Reglerungsbestellung für 200 Schreibmaschinen zu vergeben. Nachdem aber diese Firma deutsche Produktionen nicht verkaufen will, wird es unserer Intervention zu ver- «o&nken sein, wenn diese Firma flfeb prinzipiell bereit erklären wird, der Regierung die Schreibmaschinen der „Wanderer"-Werke vorzuschlagen. 3. Belieferung der Waren h ä nser „O r o s t i Bäk" in Kairo und Port Said. Besitzerin ist eine französische Gesellschaft. Die. Aktienmehrheit befindet sich in jüdischen Hände n, die Leiter des Geschäftes sind ebenfalls Juden. Die Gesellschaft, welche sehr viele Warenhäuser im Nahen Osten besitzt, Hürde eigentlich den großen Teil ihres Bedarfes von Deutschland beziehen. Infolge der Haltung der jüdischen Käufer waren sie bis jetzt gezwungen, ihre hauptsächlichsten Einkäufe außerhalb Deutschlands zu tätigen, besonders jene Waren, bei denen der deiitsr.hc Ursprung leicht zu erkennen war. Die Firma wäre dank unserer Intervention bereit, in großem Umfang deutsche Waren zu kaufen für ihre Geschäfte in Aegypten und Irak. Die. erste, Bestellung für die ersten drei Monate wäre 15.000 Pfund, falls die „Haawarah" eine Bestätigung geben würde, die man in sämtlichen Schaufenstern plakatieren wird, die besagt, daß die Firma ihre Waren durch die „Haawarah" kauft. 4. Bau einer Papierfabrik mit. einer Produktion von 18.000 Tonnen jährlieh. Kapital 280.000 Pfund. Maschinen und andere Behelfe für den Betrag von 160.000 Pfund und Rohmaterial für 25.000 Pfund könnten aus Deutschland bezogen werden. Die Gesellschaft wurde im Mai 1934 gegründet durch ein Konsortium, an welchem sehr wichtige politische Persönlichkeiten beteiligt sind, und zwar Hassan Nachad Pasoha, gegenwärtig ägyptischer Gesandter in Berlin, und Eimin Jeehija Pascha. Seitens der Juden wollten sich beteiligen: Robert J. Rolo, Gustav Earhien und Silva y Pinto, welche in der Finauzuelt Aegyptens eine sehr wichtige Rolle spielen. Im vorläufigen Aufsichtskomitee war auch Herr van Maiten, von der Gesellschaft „Siemens-Orient". Der Plan war schon gesichert, als die obenerwähnten jüdischen F in a n z 1 eu t e bekanntgegeben haben, daß infolge des Boykotts, der in Aegypten begonnen hat, es ihnen unmöglich sein wird, sich an der Gesellschaft zu beteiligen, falls irgendwelche Bestellungen an Deutschland vergeben werden. Es werden Gipfel iler Stahle: der Schweden-Stahl, Gipfel der Klingen: die schwedische auch Verhandlungen mit englischen und französischen Interessenten geführt, die sehr vorgesehritten sind. Wenn die „Haawarah" von der deutschen Regierung die Erlaubnis bekommen würde, die für die. Papierfabrik erforderlichen Maschinen in Deutschland zu kaufen, ebenso das Baumaterial, und dafür in „Haawarah"- Mark zu zahlen, so wäre die .»Haawarah"4 bereif den Plan zu unterstützen, besonders dadurch, daß sie versuchen Hürde, mit Hilfe ihrer Verbindungen auf die obenerwähnten jüdischen Persönlichkeiten einzuwirken, daß säe ihr Einverständnis geben, die Bestellungen nach Deutschland zu vergeben: oder würde dio „Haawarah" versuchen, das fehlende Geld aufzutreiben, um die. Gründung sicherzustellen. Obenerwähnte Beispiele unserer ersten Handelstätigkeit und Organisationsarbeit in Aegypten zeigen, daß hier ein großes Gebiet von interessanten MögDchkeiten vorhanden ist. Bestellungen, w e 1 e h e Deutschland infolge des Boykotts verlorengehen, könnte man den deutschen Fabriken und Exporteuren zuführen, falls die. „II n. a w» r a h'" eine Bestätigung bekommt, daß die Zahlung aus i h re n Geldern geleistet werden kann. Indem wir dies Ihnen, sehr geehrter Herr Minister, zur gefl. Beachtung vorlegen und Ihre Stütze für unsere Arbeit erbitten, zeichnen wir . . . Es erübrigt sich, die Schande dieser jüdischen Bettelbriefe um ein Geschäft mit dem Hakenkreuz zu charakterisieren. Es sei ntfr darauf hingewiesen, daß die „Haawarah" aus dem Geldc verzweifelter jüdischer Emigranten Prämien an die Fabrikanten des Dritten Reiches bezahlt, um sie konkurrenzfähig zu machen. Ein Schwindel gegenüber den Emigranten und ein Unrecht gegenüber allen anderen Staaten. Alle jene, die aber trotzdem noch auf die Phrasen von der „Rettung deutscher Juden" durch die „Haawarah" hineinfallen sollten, seien daran erinnert', daß — auch in diesem Blatte — Beweise dafür mitgeteilt wurden, daß der deutsch-jüdische Emigrant kaum 20 Prozent vom eingezahlten Gelde in Palästina zur Verfügung erhält und die erst nach zwei Jahren. Ferner sei darauf verwiesen, daß ein ganz geringer Bruchteil der 40.000 deutschen Einwanderer durch die „Haawarah" gegangen ist. „Haawarah" arbeitet zum Nutzen der an ihr beteiligten Gesellschaften. Die Worte von der „Rettung deutscher Juden" sind Schaumschlägerei. Tilget die Transfer-Schande! Palästinensische Zeitungen veröffentlichten einen Briefwechsel zwischen der unter zionistischer Leitung stehenden Transfer-Gesellschaft „Haawarah" und der deutschen Gesandtschaft in Aegypten, in welchem sich die Gesellschaft in kriecherischer Form als Agent für den Absatz von Waren aus Hitler-Deutschland in Palästina und im Orient anbietet. Unter dem Eindruck dieser Enthüllung hat die Judenstaatspartei in Palästina folgenden Aufruf unter dem Titel „Tilget die Transfer-Schande!" erlassen. Auf dem Prager Zionistenkongreß 1983 hat die Judenstaatspartei vor jeder wirtschaftlichen Vereinbarung zwischen Hitler-Deutschland und den zionistischen Körperschaften gewarnt, weil jede derartige Vereinbarung die nationaljüdische Bewegung und die ihr Vaterland bauende Judenschaft Palästinas politisch, moralisch und wirtschaftlich aufs schwerste belasten muß. Die Warnung der Judenstaatspartei blieb ein Ruf in der Wüste. Die Vereinbarung mit dem Dritten Reich wurde von Körperschaften, welche mit der Zionistischen Organisation verbunden sind, abgeschlossen. Eine den Handel mit deutschen Waren besorgende und fördernde Transfergesellschaft („Haawarah") wurde ins Leben gerufen und hat die erniedrigende Aufgabe übernommen, Agentur des Dritten Reiches im jüdischen Palästina und im Orient zu sein. Folgen: Der deutsche Export nach Palästina ist enorm gestiegen und stärkt die Industrie unseres ärgsten Feindes. — Die Weltbewegung des Anti-Hitler- Boykotts hat eine empfindliche Schwächung erfahren. — Die Kulturwelt blickt mit verächtlichem Vordacht auf das jüdische Palästina. Die jüdische und niehtjüdischc Presse, die politischen und wirtschaftlichen Faktoren der verschiedensten Länder — insbesondere in England und in den V e reinigten Staaten — behaupten jetzt, daß die palästinensische Judenschaft ausschließlich von materialistischen und egoistischen Bestrebungen erfüllt ist, um derentwillen sie die eigene Ehre und die Ehre und Sicherheit des ganzen Judentums opfert. Wir können hinzufügen, daß sie auch Wirtschaft, Industrie und Gewerbe in Palästina dadurch ruinieren. von Zionismus und deutschem Transfer beinhaltet. In der Transferkonamission des Kongreßes haben wir bewiesen, daß der Transfer dem deutschen Judentum nichts nützt und wie groß die Schande dieses unerhörten Abkommens ist. Wir forderten den Kongreß auf, das Transferabkommen zu lösen und die mit ihm verbundenen Aktionen zu liquidieren. Gegen unseren Antrag haben die Parteien der sogenannten „großen Koalition" es abgelehnt, den Transfer zu liquidieren und beschlossen, ihn zu verstärken und ihm den offiziellen zionistischen Stempel aufzudrücken. aus Lastex od. Stoff, schlank machend, lKPEXA,Wien-mdia[!i I I, GöttwaiWscme 1, Tel. R.2L8-27 Es ist eine F ä 1 s c h u n g, wenn behauptet wird, daß durch diese Opfer an jüdischer Ehre und nationaler Wirtstihaft deutsche Juden und ihr Kapital gerettet werden. Minimal ist die Zahl deutscher Juden, welchen es gelungen ist, im Wege des Transfers Geld unter den alierschwersteu Verlusten hinüberzuretteii. Unparteiische Persönlichkeiten in der Galuth und in Palästina haben diese „heilige" Fälschung erkannt. Helle Empörung herrscht im Lande. Dessenungeachtet setzen die Transfer- Leute ihr Treiben fort und schließen immer neue Verträge mit d^m geschworenen Todfeind des jüdischen Volkes. Auch auf dem L u z e r n e r Zionistenkongreß 1935 haben die Vertreter der Judenstaatspartei auf die politische, moralische und wirtschaftliche Verantwcrtaogslo&lffbeit hingewiesen, welche die Verbindung Kleine Tube S — 3&\ Große Tube S 1.4<y Angesichts der letzten Enthüllungen in der palästinensischen Presse, welche unsere Anschuldigungen bekräftigen und den Grad der moralischen Verkommenheit der Traiisfergeseüsehaft aufzeigen, ist der palästinensische Jisehuw verpflichtet, gegen diese Schande organisiert Stellung zu nehmen, um den Transf er-Leuten das Handwerk zu legen. Es bedarf nur einer organisierten Willensäußerung des Jisehuw, um dem Transfer-Skandal ein Ende zu bereiten. Eine Körperschaft muß gebildet werden, auf breitester Grundlage und frei von jeder Parteitendenz, um diese wichtige Aktion in die Hand zu nehmen. Kampf dem /Transfer, seineu Initiatoren, seinen Führern und seinen Nutznießern. Kampf aueh gegen jene privaten Verbände, welche selbständige Transferabkommen mit Hitler-Deutschland sehließen. Entschiedener Boykott deutscher Waren in Palästina.' Es ist die Pflicht jedes Juden, jeder jüdischen Familie, jeder jüdischen Wirtschaft, ohne Rücksicht auf Beschlüsse irgendwelcher Instanzen Waren aus Hitler- Deutschland bedingungslos abzulehnen. Kampf dem Transfer! Tilget die Schande! Das Zentralkomitee der Judenstaatspurtei in Erez Israel (Tel-Aviv)«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.