Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 511 (8.11.1935)
- Date
- 1935-11-08
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 511 Judi'sdie Heidenfeier j «waa vm? rnwn rwfaH&ijrttrV *M WPiT^t,?^ A^DHNIKEN ^ÖDtSCH^HrlncL^ t<?,4~Wft GSfAUSNER HtW*K »« INNEREN STADT VON WltN l'^fc^'^*^^ w&sr lixtM SSL____fSb^^j ^^-^wau* ffi?,» JwSrr^*01^" JS*** oS5?4 KIJ*^- Bk SaHt* J'^^jSWäc {Jäö^iSJi f^L^Sw tMÄSttOj* löÄÄ*^ >^<f torv* f^«N» JL» i* tr^*.4» ^**£ia%i >»MAMr4t. x& ( w.No«<«if t*.n mi**.>t.\i wu«wK&Ug& •»»»>*.«» W IWt «. vi *«.^Ti (Nf J* i t5^wA » <C « t.<*.l » im t«WJM« »ff* CM SjlW-^l w*e«t»>,r «SiA pouax l..... kw«mm> »» . WlkHAI« wua )« wra tto >«wtw miotim J«» „ .... .KOViUHCt.* Cl«M*M« W5N SÖä UNO sssss?*^ wumeiwi tttUl KAM SÄ JOS» «x«i»Ctt«mttö 88SSSW B*«( Al/tt» JfOUMVtT >-- SüW.» «A/**. U_ «AMA*£< < «t töw ü>.» i *** "TüM « »omi «au?1 tM»QU» 0»tf. aw. i_it.n x«.«* r.ii«s>(t». qv>.« > »uo .in.fi «OW .l»..<<« Uli,» J>**« *J.&«1>X Jl . 1W. 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Dem feierlichen Akte wohnten Vertreter der Behörden, der Generalität, vaterländischer Verbände und vieler jüdischer Organisationen bei. Nach der Eröffnung und Begrüßung durch den Bezirksführer Regimentsarzt d. R. Dr. Ehrentheil hielten Oberrabbiner Dr. Feuchtwang, Staatsrat Dr. Friedmann und Bundesführer Hauptmann Siegmund Edler von Friedmann Ansprachen. Der Bundesführer schloß mit den Worten: „Ich erfülle eine heilige Pflicht im Sinne und im Andenken an unsere Gefallenen, wenn ich gegen alles flammenden Protest erhebe, was uns Juden diffamiert, was Juden ungerechterweise angelastet wird, und was Juden zu Menschen minderer Rasse und minderen Rechts machen will." Der Chor des Seitenstettentempels unter Leitung des Dirigenten Fuchsgelb gab der Feier den würdigsten Rahmen. Tikwah und Bundeshymne bildeten den Abschluß. Wiener JiidenrStaisstik Die vom österreichischen Amte für Statistik jetzt bekanntgegebenen Resultate der Volkszählung 1934 enthalten folgende Angaben: Oesterreich zählt 6,762.687 Einwohner, darunter 191.408 Juden, d. s. 2,83 Prozent. Wien zählt 1,874.130 Einwohner, darunter 176.034 Juden, d. s. 9,4 Prozent. 91,9 Prozent aller österreichischen Juden leben in Wien. Die jüdische Bevölkerung teilt sich auf die 21 Bezirke wie folgt auf: Innere Stadt: 39.936 Einwohner, davon 9621 Juden (24,07 Prozent). Leopoldstadt: 149.861 Einwohner, davon 50.922 (33,98 Prozent) Juden. Landstraße: 141.810 Einwohner, davon 12.947 (8,75 Prozent) Juden. Wieden: 53.063 Einwohner, davon 5125 (9,67 Prozent) Juden. Margareten: 87.767 Einwohner, davon 3837 (4,4 Prozent) Juden. Mariahilf: 49.785 Einv/ohner, davon 7520 (15,1 Prozent) Juden. Neubau: 58.571 Einwohner, davon 8679 (14,82 Prozent) Juden. Josefstadt: 44.321 Einwohner, davon 5841 (13,17 Prozent) Juden. Aisergrund: 83.407 Einwohner, davon 19.421 (23,29 Prozent) Juden. Favoriten: 157.533 Einwohner, davon 3642 (2,3 Prozent) Juden. Simmering: 52.280 Einwohner, davon 515 (1 Prozent) Juden. Meidling: 109.499 Einwohner, davon 2489 (2,3 Prozent) Juden. Hietzing: 141.207 Einwohner, davon 5564 (4,7 Prozent) Juden. Rudolfsheim: 69.470 Einwohner, davon 3000 (4,3 Prozent) Juden. Fünfhaus: 54.440 Einwohner, davon 2575 (4,7 Prozent) Juden. Ottakring: 150.379 Einwohner, davon 4112 (2,7 Prozent) Juden. Hernais: 84.407 Einwohner, davon 3020 (3,6 Prozent) Juden. Währing: 81.901 Einwohner, davon 5051 (6,17 Prozent) Juden. Döbling: 58.641 Einwohner, davon 5282 (9 Prozent) Juden. Brigittenau: 98.021 Einwohner, davon 15.014 (15,3 P-ozent) Juden. Floridsdorf: 107.804 Einwohner, davon 1857 l?L% Prozent) Juden. Minder Parin, zur Jadenfrage Minister Piero P a r i n i, der alle italienischen Organisationen, Schulen und Kulturanstalten im Auslande leitet und ein naher Mitarbeiter des Regierungschefs Mussolini ist, gab in einem längeren Gespräch mit dem römischen J. T. A.-Vertreter folgende Erklärungen ab: „Die vielen italienischen Schulen in den Mittelmeerländern, z. B. in Tunis, Griechenland, der Türkei, Bulgarien, Syrien, Aegypten und Palästina, werden von einer großen Zahl jüdischer Schüler besucht. Die Juden dieser Länder sind — sei es durch Abstammung, sei es durch geistige Traditionen — mit Italien verbunden und sie pflegen diese Traditionen dadurch, daß sie ihre Kinder in unsere Schulen schicken. Wie bekannt, haben wir auf unsere Kosten einige Lehrer in die hebräischen Schulen nach Palästina beordert, erst in den letzten Tagen haben wir einen weiteren Schullehrer, Prof. Gatt e g n o, nach Tel-Aviv delegiert. Demnächst wird auch In Jerusalem ein Institut für italienische Kultur gegründet werden, die Leitung wird der jüdischitalienische Schriftsteller und Literarhistoriker Prof. Aldo Sorani innehaben. ( Es ist mir eine angenehme Pflicht, zu unterstreichen, daß sich zum Eintritt in die von mir geschaffene Freiwilligen-Legion viele italienische Juden aus allen Mittelmeerländern gemeldet haben, die Kinder oder Enkel jener Juden aus Livorno, Pisa und anderen italienischen Städten sind, die Italien sogar noch vor der Gründung des vereinigten Italien, d. h. vor 1870, verlassen haben. Das ist wirklich ein schönes Beispiel von Ergebenheit, welches die italienischen Juden ihrem alten Vaterland entgegenbringen. In unserer Legion finden sich jüdische Freiwillige, die 1911 in Tripolitanien, und solche, die im Weltkrieg unter italienischer Fahne gekämpft haben. Es soll nur auf den jüdischen Patrioten Major Lionello A 11 i a s aus Tunis hingewiesen werden, der 3ich mit seinem Sohn freiwillig gemeldet hat, und dem die Führung eines Bataillons anvertraut wurde." Minister Piero Parini unterstrich den Unterschied zwischen italienischem Faschismus und H i 11 e r i sm u s, die in keiner Weise miteinander zu identifizieren sind. „Das Rassenprinzip", sagte der Minister, „widerspricht jeder römischen und italienischen Auffassung. Bei uns gilt das Prinzip der loyalen Haltung zum Staat und des harmonischen Zusammenlebens der Bürger ohne Unterschied der religiösen Ueberzeugung und der ethnischen Abstammung." Minister Piero Parini wies zum Schluß noch darauf hin, daß in Ländern mit großer jüdischer und italienischer Massensiedlung, wie z. B. in Amerika, Argentinien usw., die Italiener und die Juden im besten Einvernehmen miteinander leben und gute politische und soziale Beziehungen zueinander pflegen. * Aus Rom: Auf den abessinischen Kriegsschauplatz, Eritrea-Front, haben sich soeben die beiden ersten jüdischen Feldrabbiner, Aldo S o n n i n o und Amadeo Terracini, begeben. Ein dritter Feldrabbiner, E. Cat a r i v a s, der sich freiwillig aus dem Auslande gemeldet hat, geht demnächst ab. « Aus Jerusalem: An die in Jerusalem wohnenden Falaschas (schwarze Juden aus Abessinien) ist von der abessinischen Regierung die Aufforderung zum Eintritt in das abessinische Heer ergangen. Juden und Araber Aus London (J. T. A.): Die halboffizielle Zeitschrift „Great Britain and the East" (früher „Near East and India") befaßt sich im Leitartikel ihrer letzten Nummer mit dem durch die Jaffaer Waffenaffäre wieder akut gewordenen Gegensatz zwischen Arabern und Juden in Palästina. Gerade in dem Augenblick, heißt es in dem Artikel, da der High Commissioner für Palästina in London an eine aus Juden bestehende Zuhörerschaft den beredten Appell richtete, in dem Heiligen Land den Wuchs eines zarten Baumes, des Baumes der Verständigung, zu fördern, wurde das Mandatsgebiet selbst infolge der zufälligen Entdeckung einer großen unerlaubten Waffensendung nach Jaffa in Erregung versetzt. Unglücklicherweise ist der Versuch des Waffenschmuggels nach Palästina keine neue Erscheinung; und es war vermutlich eher der Umfang der Ladung als ihr Inhalt, der Protest hervorrief. Wir können in diesem Augenblick, da die Ergebnisse der amtlichen Untersuchung des Zwischenfalles noch nicht bekannt sind, niemanden beschuldigen. Es genügt, zu sagen, daß die ganze Affäre gerade dasjenige ist, was auf eine weitere Zerstörung der Wurzeln jenes schwächlichen Baumes der Verständigung abzielt, von dem Sir iekitiu Msudtt WUWW^rUW^ ylfV»rF*Mr zu Gymnasiasten (1. u. 3. Klasse) täglich von 7j3 bis 7 Uhr abends. Verlangt wird perfekt Französisch und Klavier. / Zuschriften unter .Deutsche Grammatik* an die Exped. d. Blattes Arthur Wauchopc sprach. Zu behaupten, daß es in Palästina eine erhebliche und wirkliche Freundschaft zwischen den alten Einwohnern und den neuen Siedlern gebe, hieße einen unbegründet optimistischen Standpunkt einnehmen. Die nordi§die Judensdhaft In Stockholm ist nach dreitätgiger Dauer eine Konferenz aller Rabbiner in Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland geschlossen worden. Von den Teilnehmern sind in erster Reihe zu nennen der Obe*- rabbiner von Schweden Prof. Dr. Markus Ehrenpreis, der Oberrabbiner von Kopenhagen Dr. M. Friediger, der Oberrabbiner von Oslo Dr. Julius Samuel, der Oberrabbiner von Finnland Dr Simon Federbusch. Den Vorsitz führte Prof. Ehrenpreis. Im Hinblick auf das neue Gesetzprojekt der schwedischen Regierung, betreffend obligatorische elektrische Betäubung von Schlachttiercn, richtete die Konferenz an die schwedische Regierung das Ersuchen, den Juden im Namen der Religionsfreiheit zu erlauben, die rituelle Sehächtung ohne vorangegangene elektrische Betäubung vorzunehmen; dies so lange, bis ein Mittel zur Betäubung der Schlachttiere gefunden wird, das nach dem jüdischen Religionsgesetz erlaubt sei. Weiters wird betont, daß die jüdische Schächtmethode auch ohne vorangegangene Betäubung nach Meinung der angesehensten Gelehrten die beste der bisherigen Methoden zur Vermeidung unnötiger Leiden der Tiere sei. Die Konferenz behandelte verschiedene, die Juden der skandinavischen Länder angehende. Fragen und bc-* schloß die Schaffung eines Verbandes der Rabbin er der skandinavischen Länder, dessen Aufgabe dio Kräftigung des Judentums in diesen Ländern sein wird. Die nächsten Konferenzen werden in Kopenhagen und in Helsingfors abgehalten werden. Gleichzeitig tagte in Stockholm eine Konferenz der Vorsitzenden der jüdischen Gemeinde Schwedens, der auch die skandinavischen Rabbiner beiwohnten. Der Vorsitzende der Stockholmer Jüdischen Gemeinde, königlicher Leibarzt Dr. Fürstenberg, begrüßte die Rabbiner-Gäste und sprach die Hoffnung auf einen Zusammenschluß der jüdischen Gemeinschaften der nordischen Länder zum Besten des Judentumes aus. Doktor Federbusch begrüßte es, daß die assimilatorischen Tendenzen im schwedischen Judentum dem jüdischen Solidaritätsgefühl weichen und daß dieses Judentum nunmehr auch Anteil an der Palästina-Arbeit nimmt. Er appelliert an die GemeindefUhrer, den Weg zurück zum historischen Judentum bis zu Ende zu gehen und in den Synagogen die traditionellen Gebete um Erlösung des jüdischen Volkes wieder einzuführen. Palästina, schloß er, ist heute Rettung für das Judentum. Eröffnung der Hakoahhüfle Sonntag, am 10. November dieses Jahres, wird, wie schon berichtet, die erste Schutzhütte des Sportklubs H a k o a h auf dem Semmering in feierlicher Weise eröffnet. Das Programm liegt bereits in großen Zügen vor: Jakob Feldhammer spricht einen von Winzer verfaßten Prolog, Herr Oberrabbincr Dr. Feuchtwang wird die feierliche Einweihung vornehmen, dann spricht Herr Staatsrat Dr. Friedmann im Namen der Kultusgemeinde. Ansprachen offizieller Persönlichkeiten des Sportlebens. Die Hakoah veranstaltet anläßlich dieser Feier eine Autobus-Sonderfahrt, für welche sich der Fahrpreis für die Hin- und Rückfahrt auf S 6.— per Teilnehmer stellt. Anmeldungen im Sekretariat, I., Wiesingerstraße 11, wo auch alle Auskünfte gerne erteilt werden, Jehuda Ehrenkranz.. Der Wiener Rezitator Jehuda Ehrenkranz, der seit längerer Zeit ständig in Palätsina lebt, ist in Wien eingetroffen und wird eine Vortragstournee durch Mittel- und Osteuropa absolvieren. Der Künstler wird auch in Wien einigemal am Vorlesepult erscheinen. Herr Pyni Gelber (Sohn des Abraham Gelber) und Frau Basche Gelber (Tochter des Salmen Gelber) werden in ihrem Interesse ersucht, ihre Adresse der Administration „Neue Welt" bekanntzugeben. Die beliebte Chlorodont-Zahnpaste ist jetzt auch in schäumender Qualität erhältlich. Chlorodont schäumend oder nichtschäumend — beide Qualitäten sind gleich gut. E PARISER TAGEBLATT Die Zeitung der Deutschen im Ausland Führende politische Tageszeitung Chefredakteur: Qeorg Bernhard n Wien in folgenden Vcrschleißstellen erhaltlich: Wollzeile 15 Wipplingeratr. 16 .Schottenring 14 Tuchlauben 4 Graben, Kiosk Heilerga.sao 2 Kärntnerdtr. 12 unci 31 Seilerstätte 19 Fleiachmarkt 9 Rotenturmstr. 14 und 23 Freyung 1 Franz-Josefs-Kai 5 .Stubenring 12 Biberstr. 4 Stubenring 22 .Schubertring 10 Kärntnerstr. 43 Schwedenbrücke, Kiosk Schiffamtsgasse 5 Schreigasse 12 Untere Augartenstr. 35 Obere Donaustr. 35 Schmelzgasse 5 Traterstr. 35, 42 und 61 Heinestr. 42 Nordbahnhof, Ankunft Nordbahnbtr. 50 Taborstr. 24 a, 41 und 63 Ausstellungsstr., Kiosk nach dem Viadukt Czerningasse 9 Hedwiggasse, Kiosk Franzensbrückenstr. HL Radetzkystr. 11 Radetzkystr. 11 Löwengasse 20 Favoritenstr. 14 und 2 Philadelphiabrücke, Kiosk Hletzinger Hauptstr. 28 Elßlergasse 1/3 Lainzerstr. 119 Josefstädterstr. 20 und 86