Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 505 (18.10.1935)
- Date
- 1935-10-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE NEUE WELT Seite 5 Jüdische Eltern! Kauft Schulbacher für eure Kinder in der Buchhandlung Hermann Tuchner Wien II, Ecke TaborttraDe 52 Lehrbücher für alle Lehranstalten in den richtigen Auflagen — auch antiquarisch — zu sehr mäßigen Preisen! Spesenfreie Zusendung überallhin. Verzeichnisse kostenlos / Für Auskünfte: Tel. R-41-4-20 auch eingetretenen Störungen des Organismus entgegenwirkt, kommt dadurch überhaupt nicht zur Geltung. Das Turnen, das einen wichtigen Teil der Volksgesundheitspflege bildet, indem es nicht nur den Körper bildet, sondern auch geistige Frische und Rüstigkeit, Selbstvertrauen und sittliche Beherrschung hervorbringt, gibt oft den Anstoß zu höchster geistiger Regsamkeit und begeistertem patriotischem Aufschwung, ist aber trotzdem durchaus u npolitisch. Der tschechoslowakische Makabi ist es jedoch nur dem Namen nach, denn er wird heute von Strömungen beherrscht, die mit seiner hohen nationalen und Uberparteilichen Sendung nicht im Einklang •tchen. So hat sich seine Leitung nicht gescheut, den guten Namen des Makabi bei den letzten Kongreßwahlen in den Partei kämpf zerren zu lassen, indem sie einen gewöhnlichen Wahltrick ermöglichte. Plötzlich prangte auf der Proponentenliste der „allgemeinen Zionistcn" der Name „Chug ha Makabi". Der Makabi vergleicht sich sehr gerne mit dem tschechischen „Sokol", doch sollte er das lieber lassen. Während einer der Hauptgrundsätze des Sokol lautet: „W eder Nutzen noch Ruh m", schätzen weite Kreise der Makabi-Jugend (Makabi Hazair) den Makabi hauptsächlich danach ein, ob er ihnen ein Zertifikat oder einen Arbeitspia tz in der Makabi- Kolonie einträgt oder nicht. Es ist selbstverständlich, daß sich diese Jugend lieber an rednerischen Meetings beteiligt, als an sportlichen und die Repräsentanz jüdischen Sports gerne anderen überläßt. Man wird sie auch vergeblich bei sportlichen internationalen Konkurrenzen suchen. So werden Turnen und Sport statt ein einigendes Element ein entzweiendes. Die Geschichte der Abspaltung im Brünner Makabi beweist es. Große Spaltungen haben bereits stattgefunden und neue drohen dank der Beschlüsse des letzten Makabi- Weltkongresses. Unter diesen Umständen kann man es kaum ernstlich übelnehmen, wenn jemand, falls er beim Makabi noch nicht engagiert ist, ihm auch weiterhin fernbleibt. Die verantwortlichen Männer im Makabi, die noch dessen ehemaligen Glanz gesehen haben und die sich über die Ziele und da.s Programm des Makabi ganz im klaren sind, haben die Pflicht, diesen Uebelständen ein Ende zu bereiten und die Wiederherstellung der Einheit im jüdischen Sport vorzubereiten. Dt ei Monate Gefängnis für Sdiofarblasen Aus Jerusalem (.1. T. A.): Der junge, aus Kowno stammende Shraga H a i k i n, Mitglied de« Brith Trumpeldor, der am Jörn Kippur abends an der Klagemauer verhaftet wurde, weil er den Schofar geblasen hat, wurde zu drei Monaten Gefängnis wegen Verletzung der geltenden Bestimungen über den Status quo an der Klagemauer verurteilt. Seit einigen Jahren wiederholt sich regelmäßig der Fall, daß junge Juden wegen Schofarblasens an der Klagemauer verurteilt werden. Mehr füdfedie Arbeiter in Jerusalem Aus Jerusalem (J. T. A.): In der letzten Sitzung des Arbeiterrates von Jerusalem wurde berichtet, daß die Position der jüdischen Arbeit in Jerusalem sich •gefestigt hat. Während im August 1934 im Baugewerbe 9S4 jüdische Arbeiter, von denen 63 Prozent organisiert waren, und 400 Araber beschäftigt waren, ist die Zahl der jüdischen Arbeiter im Baugewerbe im August 1935 auf 1460 (73 Prozent organisiert) gestiegen, die Zahl der arabischen Arbeiter auf ,340 gesunken. Eine ähnliche Entwicklung ist auch auf anderen Arbeitsgebieten festzustellen. In vielen Arbeitszweigen herrscht immer noch starker Mangel an Arbeitskräften. * A n m. d. Red. Es ist sehr fraglich, ob der Zustrom der jüdischen Arbeiter zur hochbezahlten Arbeit in der Stadt als Erfolg zu werten ist, wie dies der Arbeiterrat anscheinend tut. Der jüdische Arbeiter geht in die Stadt, der arabische Arbeiter aber ist in steigendem Maße in den jüdischen ländlichen Siedlungen zu finden. Die Baubewegung, die heute Konjunktur hat, wird schließlich eingeschränkt werden. Die Arbeit auf dem Lande aber ist stabil und wird immer größere Bedeutung gewinnen. Palästina-Reisen können Sie billigst durch die Vertretung der Palestine & Orient Lloyd bei „Nordisches Reisebüro" (Reiseleiter N. M. Racker), Wien, I., Graben Nr. 10, machen. Telephon R-24-2-31. SACHSELHERBSTHÜTE Der melierte wetterfeste Modehut S 9.80, S 12.50 Aus Haarfilz S16.-, S 20.-; Biber S 26.- Borsalino, Antica Casa......S 32.— HUckels Haarfilz- und Velourshüte stets großes Lager II, TaborstraRe 39 XIV, Sechshauserstraße 39 0 XVII, Kalvarienberggas8e34 Seit MeiiHchengedenken wird Myrrhe-Extrakt gegen Lockerung der ZUhne und Blutung des Zahnfleisches wirksam verbandet. Oilol-Mundwasser enthält uulJcr dem Odol- •v^seutikuiH den Myrrhe-Extrakt, Vor der Orangen*Sai'§on 1935/36 Von Diu J. Adler/ Tel Aviv Palästinas Zitrusexportsaison 1935/36 hat, wenn man es genau nehmen will, in gewissem Sinn bereits begonnen, nämlich mit dem Versand der Ethrogim. War früher Griechenland der Hauptlieferant dieser edlen Früchte, die das ehrwürdige Requisit des Sukkothfestes sind, so hat heute das jüdische Palästina weitgehend die Funktion übernommen, Ethrogim in alle Länder der Diaspora zu versenden. Interessanterweise erfolgt dieser Versand zu einem wesentlichen Teil durch Privatinitiative. Ueberau, in Jerusalem, Tel-Aviv, Haifa, Petach.Tikwah, Tiberias, Safed und in den Kolonien, haben sich temporäre Ethrogimläden aufgetan, wo man mit den Früchten zugleich einen Versandkarton erwirbt, um Verwandten und Freunden „chutz la'aretz" eine Festesfreude zu bereiten. Unsere Freunde kaufen Klassenlose beim Ziehung I. Klasse 19. und 22. November Haupttreffer Eine Million Schilling S 200.000 S 100.000 usw. usw. gßCKSÖAU£% Glucksbauer IV, Favoritenstr. 4 FILIALE: II, Leopoidgasse 25 Tel. U-47-5-20 Tel. A-46-6-81 Auf die Ethrogim folgen dann die Zitronen, und Mitte Oktober setzt der Export der Grape-Fruits ein. Nach dieser dreifachen Ouvertüre folgt der eigentliche Auftakt der Saison, der Versand der ersten Orangen, schließlich im November, und seiner volkswirtschaftlichen Bedeutung gemäß besteht für ihn sozusagen ein gesetzliches Zeremoniell. Es dürfen nämlich in Palästina die Orangen nicht vor dem 10. November gepflückt und nicht vor dem 15. November verschifft werden. Hernach aber entfaltet sich mit voller Macht der Pflück-, Verpackungs- und Verladebetrieb und ebbt erst gegen Mitte April wieder ab. Wie wird sich der Zitrusexport in der neuen Saison mengenmäßig entwickeln? Ursprünglich hatte man mit mindestens neun Millionen Kisten gerechnet; da jedoch der gewaltige Chamsin zu Anfang Mai vor allem die jüngeren Bäume arg geschädigt hat, so meinen die Landwirtschaftssachverständigen der Regierung, daß höchstens 8 bis 8,5 Millionen Kisten zu erwarten sind. In Tabelle Nr. 1 haben wir die Exportergebnisse früherer Jahre mit der Vorschätzung für 1935/36 konfrontiert. Tabelle Nr. 1 Export insgesamt Orangen Grape-Fruits Kisten 1932/33 .... 4,506.632 4,210.040 256.258 1933/34 .... 5,467.063 5,122.864 330.000 1934/35 .... 7,283.605 6,500.000 670.000 Schätzung: 1935/36 etwa . . 8,250.000 6,850.000 1,250.000 Was nach Orangen, Grape-Fruits und Zitronen von der Gesamtmenge noch verbleibt, entfällt auf Ethrogim, Mandarinen, süße Limonen und sonstige mengenmäßig nicht bedeutende Zitrusspezialitäten. Der Quantität nach $3ei rtyeumatif djen 33ef$roeri>eit in beu ©elenf'eu uub ©liebem joroie bei ftopfroef) mirfett XogalsXaöletteu ra|d) unb fitfjer. 2Benn Xcuifeiibe von Geraten biefes üötittel uexotbnen, fönneu aurij Sie es uertrcutensooll faulen. 3n allen 2lpotf)cfeu bes 3n* unb Sluslanbes. ^ßreis S 2.40. wird also die kommende Zitrusexportsaison einen neuen Palästina-Rekord aufstellen, der aber nach dem Umfang der jungen, bisher noch nicht tragenden Pflanzungen schon im Laufe der nächsten Jahre wieder rasch überholt werden dürfte. Sagt man doch schon für 1940/41 eine Exportmenge von 20 Millionen Kisten voraus! Daher leuchtet es ein, daß uns die „Orangensaison", wie man sie hier kurzweg nennt, in erster Linie einmal vor technische Probleme stellt. Die Früchte müssen, je nach Reifezustand, im günstigsten Zeitpunkt gepflückt, sorgfältig verpackt und möglichst rasch, um Schäden durch allzu lange und unzweckmäßige Lagerung zu verhüten, nach den Absatzländern transportiert werden. In der vorigen Saison ließ all das außerordentlich zu wünschen übrig, zum empfindlichen Nachteil des Jischuw, da ja immerhin gut 60 Prozent der Pflanzungen jüdischer Besitz sind. Schuld daran trug weitgehend die britische Mandatsregierung. Ihre unerhörten Einwanderungsrestriktionen bewirkten, daß es überall bei den Pflück- und Verpackungsarbeiten an jüdischen Arbeitshänden empfindlich fehlte. Da nicht jeder Pflanzer trotz solchen Druckes sich dazu bequemen wollte, auf das nationale Prinzip der jüdischen Arbeit zu verzichten, so geschah es, daß auf vielen Pflanzungen ein Teil der Früchte u Abgepflückt blieb, überreif von den Bäumen fiel und als „Erara", Abfallfrucht, weit unter Normalpreis für den Inlandskonsum oder zur Verarbeitung in der Konservcn- und Marmeladenindustrie abgegeben werden mußte. Weitere Schäden traten ein infolge der Mängel im Transport, zumal infolge der ungenügenden Autostraßenverbindungen zu den Bahnstationen und den Häfen, infolge der unzulänglichen Lagerräume, infolge technischer Rückständigkeiten im Hafenbetrieb. Oft blieben die vollen Kisten tage- und wochenlang den enormenRegengüssen des vorigen Winters ausgesetzt, kamen daher in nicht mehr vollwertigem Zustand in Großbritannien oder auf dem Kontinent an und blieben deshalb im Erlös weit hinter den Berechnungen der Pflanzer und Exporteure, teilweise sogar unter den Selbstkosten zurück. Wir hoffen, daß manche dieser Klagen und Beschwerden nunmehr für die Saison 1935/36 gegenstandslos werden möchten. Demnächst wird die Regierung die „Labour Schedule" für das Immigrationshalbjahr Oktober 1935/März 1936 bekanntgeben, und wir sprechen die bestimmte Erwartung aus, daß sie gemäß den Forderungen des Luzerner Zionistenkongresses den wirtschaftlichen Tatsachen des Palästina-Aufbaues Rechnung tragen und insbesondere auch den Arbeiterbedarf der Orangenwirtschaft gebührend berücksichtigen wird. Was die Technik des Abtransports betrifft, so hat sich gegenüber der vorigen Saison noch keineswegs alles gebessert. Der Autostraßenbau in den Hauptorangenrevieren ist nur schleppend weitergegangen; die wichtigste Arterie des Verkehrs, die direkte Autostraße Haifa—Chedera—Tel- Aviv—Jaffa, steht immer noch in weiter Ferne. Einen Fortschritt verzeichnen die Einlagerungsmöglichkeiten; auf den wichtigsten Abgangsbahnhöfen des Orangenversands und in den Häfen sind neue Lagerhallen errichtet worden. Auch heißt es, daß man zwecks Beschleunigung in der kommenden Saison erstmalig in Haifa die Zitruskisten mittels laufenden Bandes aus den Lagerhallen, von den Eisenbahnwaggons und den Lastautus auf die am Kai liegenden Schiffe befördern wird. Mit der Technik des Abtransports hängt die Organisation der Verschiffung eng zusammen. Erstmalig in der Geschichte des neuen jüdischen Palästina wird in der kommenden Saison auch unsere eigene jüdisch-palästinensische Handelsflotte sich in den Dienst der Palästina-Orange stellen, die flotten Motorschiffe der Reederei „Atid" im Verkehr nach den Nachbarländern und auf der Levante-Donau-Linie für den Transport bis nach Budapest, Preßburg und Wien, die Dampfer des „Palestine Maritime Lloyd" für den Versand nach Konstantza, der „Palestine Shipping Company" für den Versand nach Triest und der soeben neugegründeten. Allalouf-Linie für den Versand nach den baltischen Häfen und — via Gdynia — nach Polen. Was ausländische Schiffe betrifft, so wird neben englischen, italienischen, französischen, belgischen, holländischen, schwedischen, deutschen, dänischen Dampfern auch Norwegen in bedeutendem Maßstabe am palästinensischen Orangentransport teilnehmen, auf Grund einer Vereinbarung einer Reihe unserer großen Orangenexportkonzerne mit einer Osloer Reederei, die drei ganz neue Orangenspezialtransportdampfer hiefür zur Verfügung stellen wird. Solch vorsorglicher Abschluß von Beförderungskontrakten unserer Exporteure mit den Schiffsreedern ist nicht nur wichtig, um den schnellen Abfluß der Ernte zu den Märkten zu erleichtern und preiswerte Frachtraten zu erzielen, sondern auch im Interesse einer kaufmännisch klugen „Marktpolitik"; in ständiger Zusammenarbeit zwischen Exporteur und Reeder müssen die vollbeladenen Schiffe dorthin dirigiert werden, wo im Augenblick der Südfrüchtemarkt nicht überfüllt ist, so daß unsere Orangen und Grape-Fruits auf günstige Preise rechnen dürfen. Im vorigen Jahr ließ dieses Zusammenwirken leider viel zu wünschen übrig, so daß manche Märkte, besonders die englischen, wie London, Liverpool, Glasgow, Belfast, zeitweilig mit Palästina-Früchten aus mehreren Schiffsladungen plötzlich überflutet wurden -— bei nachteiligster Rückwirkung auf das Preisniveau! Die Preise, die Absatzchancen bilden natürlich überhaupt auch das Zentralproblem für die kommende Saison. Wie sich unser Export in der letzten Saison auf die verschiedenen Absatzmärkte verteilte, zeigt die Tabelle Nr. 2. Tabelle Nr. 2. Wichtigste Märkte für Palästinas Zitrusexport in 1934/35: Kisten Kisten Großbritannien . 5,244.337 Belgien . . k . 128.404 Deutschland . . 506.799 Norwegen. , , . 114.526 Holland ...» 355.797 Schweden . « » 105.633 Frankreich , , . 173.223 Dänemark . . . 61.794 Polen .... * 161.338 Tschechoslowakei 49.145 Rumänien . » . 159.612 Schweiz .... 41.528 Oesterreich, Ungarn und Jugoslawien, wie auch die baltischen Staaten haben leider nur ganz bei der Bücher Schwedenbriicke! BUCHHANDLUNG SCHNEIDER & CO., WIEN I, Frcinz*Josefs>Kai 7 Reichste Auswahl neuer Bücher bester Autoren zu billigsten Preisen! Katalog gratk»!