Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 505 (18.10.1935)
- Date
- 1935-10-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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»etfe -1 DIE NEUE WELT Nr. 505!' V::. Ei l; 4; .r. i Praktische Neuheit! Sporthemd! mit Reserve-Kragen aus feinstem Seiden - Poplin in allen Modefarben sowie alle Artikel in Wäsche u. Wirkwaren billigst bei Rabensteig 3, Tel. U-20-709 Himmelpfortg. 5, Tel. R-25-8-84 / Köllnerhofg. 1, Tel. R-26-8-99 l^den und Rasse Der Wiener Röntgenologe Primarius Dr. Borak hielt in einer von der Gesellschaft für Soziologie und Anthropologie der Juden veranstalteten Versammlung einen Vortrag: ..Neuere Untersuchungen über die rassische Zusammensetzung der Jude n." Der Vortragende stützte seine Ausführungen auf Untersuchungen, die vom gegenwärtigen Rektor der Lemberger Universität, Professor Czekanowski, gemeinsam mit meh/eren Schülern an zirka 6000 Individuen durchgeführt wurden. Danach lassen sich innerhalb des Judentums fünf Rassen unterscheiden, und zwar die orientalische, mittelmeerülndische, arrnenoide, lapponoide und nordische Rasse. Auf das Gesamtjudentum bezogen, zählen die fünf Rassen annähernd fast gleich viel Vertreter, also etwa je 20 Prozent. Man kann daher die heutigen Juden nicht mehr der orientalischen Rasse zurechnen, da kaum ein Viertel der Judenschaft dieser Rasse angehört. Die übrigen innerhalb dcjr Judenschaft festgestellten Rassen sind die gleichen, uus welchen alle anderen eurofoillig und bequem! D-Züge, Pullman-Wa^en und reservierte Plätze. / Reisebüro „in DIE WEIT" (Dr. S. Tocker). IX, Llechtensteinstraüe 2, Telephon A-14-50J päischen Völker zusammengesetzt sind. Entsprechend der geographisch verschiedenen Verteilung dieser Rassen unter der übrigen europäischen Bevölkerung, ist auch die Rassenzusammensetzung der Juden territorial verschieden. So überwiegt unter den Juden in Westasien (Syrien, Mesopotamien etc.) die orientalische Komponente, während unter den Juden in Armenien und im Kaukasus aie arrnenoide Rasse vorwiegt. In Galizicn ist infolge Verschmelzung mit den zum Judentum übergetretenen finnischen Chazaren die lappenoide Rasse am stärksten vertreten. Daneben macht sich das nordische Element stark bemerkbar, während das orientalische Element an die letzte Stelle tritt. In VV e s t p o 1 e n, wohin die Juden seinerzeit aus Deutschland eingewandert sind, rückt das nordische Element an die erste Stelle. So gehören in Warschau nicht weniger als 26 Prozent der Juden zur nordischen Rasse. In Oesterreich gehören nach Lebzelter nur 20 Prozent der Bevölkerung der nordischen Rasse an. So sehr aber die rassische Zusammensetzung der Juden der sie umgebenden Bevölkerung ähnelt, so bestehen doch diesbezüglich quantitative Unterschiede. So gibt es in Warschau unter den Polen mehr Angehörige, der nordischen und in Lemberg weniger Angehörige der lappenoiden Rasse, als unter den Juden der gleichen Städte. Trotzdem es aber nach diesen Untersuchungen eine einheitliche jüdische Rasse ebensowenig wie etwa eine deutsche, englische oder französische Rasse gibt, gibt es einen jüdischen Volkscharakter, wie es einen deutschen, englischen und französischen Volkscharakter gibt und wie er sich zum Teil auch physiognomisch ausdrückt. Die Juden sind zwar eine einheitliche Volksgruppe, sie bestehen aber, wie jedes Kulturvolk, aus mehreren. R a s s e n. Bei der gegenwärtigen Anwendung der Rassentheoric werden die Begriffe von Volk und Rasse zusammengeworfen. Folgerichtig durchgeführt, bedeutet der Rassegedanke, daß beispielsweise die der nordischen Rasse angehörigen Deutschen, Tschechen, Franzosen und Juden einander näherstehen, als etwa ein der nordischen Rasse angehörender Deutscher und ein der alpinen Rasse angehörender Tiroler oder ein der lappenoiden (ostischen) Rasse angehörender Sachse. Der Rassengedanke läßt sich am besten mit der Idee einer gcophyslschcn Weltbetrachtung vergleichen, wobei man also statt von Europa und Amerika, statt von Deutschland und Frankreich, von Juraformation und Triasformation, von Kalksteinzonen und Sandsteinzonen sprechen würde. Die Erfolge der Rasr?entheorie sind nur möglich geworden, weil der Rassenbegriff nicht zu Ende gedacht wurde. Auf der Brüssel gibt es Pavillon. Die Der Brüsseler PalästinasPavillon eine Blamage Ein Spczialbericht Brüssel, Anfang Oktober. Internationalen Weltausstellung In auch einen palästinensischen blau-weiße Fahne mit dem Magen- David ist weithin sichtbar, lockt Besucher heran. Zehntausende Menschen suchen täglich den Pavillon auf. Im ersten Raum sieht man Bilder und Zeichnungen, welche die Entwicklung der jüdischen Einwanderung» der Kolonisation, der Wirtschaft zeigen. Darstellungen, wie man sie schon unzählige Male in den verschiedeneu Broschüren des Jüdischen National- und des Aufbaufonds gefunden hat. Zahlen über den jüdischen Bodenbesitz, über Emek Israel und Jerusalem. Oder Bilder; Tel-Aviv im Jahre 1908 (einige Häuschen auf Sand) und Tel-Aviv 1935 (elegante Häuser, breit angelegte Straßen!). Beim Eingang in den zweiten Raum, gleichsam als Symbol, eine Abbildung des Grabsteines Achad- Haams. Links hingegen eine „Spendeneck e", wo der Keren Kajemeth Propaganda betreibt. Nationalfondsmarken. Bilder, Ansichtskarten und eine Aufforderung' zum Geldspenden. Tatsächlich wurden nette Beträge gezeichnet. An den Wänden sind Plakate und einige „wirkliche Produkte" Palästinas zu sehen. Hier sind R e klamezettel der Firmen ,,Meretz", „Elite", „Assis", „Pica" und „Rischon le Zion" angebracht. Auffallende Texte gelten der Arbeiterbank und ihren Instituten In der Mitte ein Tisch, auf dem (selbstverständlich!) nur Exemplare der sozialistischen Zeitung ,,Davar" aufliegen. Wenig erbaut geht man weiter. Aus dem dritten Raum tönen Stimmen. Gegen vierzig Frauen preisen allzulaut die Produkte Palästinas und fordern, die Preise ausschreiend, die Besucher auf, Gegenstände als Andenken an Palästina zu kaufen: Ketten, Armringe, Zigaretten spitzen, Parfüms, Wein, Teppiche, Abzeichen, Bezalelarbeiten, Augengläser, Rosen von Jericho usw. Aeußerlich gehört der Palästina-Pavillon wohl zu den schönsten Bauten der Internationalen Weltausstellung. Im Innern gleicht er einem Basar niedrigster Sorte. Der erste gute Eindruck geht allzubald verloren. Gegen 18 Millionen Menschen haben bisher die Weltausstellung besucht. Man muß sich fragen: Was eigentlich hat der palästinensische Pavillon den Besuchern gezeigt? Haben diese auch nur eine Ahnung vom jüdischen Palästina erhalten? Zeigt diese Ausstellung etwas vom Wesen des Landes? Nein! Der Pavillon bietet weder eine nur oberflächliche Vorstellung von den Juden Palästinas, noch von der Wirtschaft, Industrie und Technik usw. Auch nichts vom kulturellen jüdisch-flmlästinensischen Leben. Es gibt viele Besucher, die tatsächlich ein „Andenken an Palästina" kaufen. Auch ich kaufte einige Kleinigkeiten. Als ich den Kongo-Pavillon besuchte, bemerkte ich zu meinem größten Erstaunen, da» hier die gleichen gelben, roten, blauen und weißen Korallen, die man im Palästina-Pavillon als „Palästina- Produkte" pries, verkauft werden. In einem anderen Pavillon gab es „Rosen von Mexiko". loh sah mir die trockene Pflanze an und stellte fest, daß sie im Palästina-Pavillon als „Rose von Jericho" ausgeboten wird. Im französischen Ausstellungspalast fand ich Schmuckgegenstände und Parfümerien, die man im Palästina-Pavillon als Palästina-Erzeugnisse ausruft! Ich hatte Gelegenheit, den Leiter des Palästina- Pavillons, Herrn Ing. I d e 1 s o h, zu sprechen. Meine erste Frage lautete: „Sind im Palästina-Pavillon die Verkaufsgegenstände wirklich aus Palästina?' Herr Idelsohn antwortete mir nach kurzem Zögern: „Nein. Die Sachen, die hier als Palästina-Produkte verkauft werden, sind nicht aus Palästina." Und er erklärte weiter: Nicht eine einzige Firma Palästinas ist in dieser Ausstellung vertreten. Der Industriellenverband Palästinas hat eine Aufforderung des Pavillon-Komitees, sich an der Ausstellung zu beteiligen, mit der Motivierung abgelehnt, fcyß die Palästina- Produkte nicht geeignet seien, mit anderen zu konkurrieren. Auch die Exekutive der Zionistischen Weltorganl- EBLATT WollzciU: l.-j \Vipplingf:intr. l'i SehoUßnring 11 Tuchlauben 4 Grabori, Kio.sk Hellorgas.'iß 2 Kflrntrior.str. V2, und SftilftrHt.itt.tfi 1!) Kl H sc h markt '.) Uütftrt urrnrit r. .11 u/i'l ~ '> t'reynii« 1 *vt*sn in Wien in folgenden VerschlelOtteilen erhttltllc Die Zeitung der Deutschen im Ausland Führende politische Tageszeitung Chefredakteur: Georg Bernhard h: Franvi-Josefs-Kal 5 Stubenring 12 Kiberstr. 4 Stubftnriritf 22 Hchubertrinj? 10 Kürntiierntr. 4IJ Kr;hwe<l<!nbrUeke, Kiosk .Sohiffar/itsga.'i.ie 5 HclireigaHse 12 Untere Augurtenstr. 35 Tr*rxmmmmm* Obero Donaustr. 35 Schrnelzgasae 5 Prateistr. 35, 42 und 61 Hoinestr. 42 Nordbahnhof, Ankunft Nordbahn.str. 50 Tabor.str. 24 a, 41 und fi3 AufwtclIung.iHtr., Kioak nach dem Viadukt CzernlngaHae i) Heclwiggasae, Kiosk Franzenabrtlckenstr. 21 Radetzkystr. 11 Itadetzkyatr. 11 Leiwengaase 20 Favorlt«n«tr. 14 und 2 PliiladelphiabrUcke, Kiosk Illetzlnger Hauptstr. 28 BJliilergasse 1/3 Lainzerntr. 119 JoHefatadterntr. 20 und 66 sation hat die Palästina-Ausstellung ignoriert und jedwede Mitarbeit abgelehnt. So sei es gekommen, daß der Palästina-Pavillon ein falsches Bild von Palästina gibt. Das Palästina-Komitee habe einen Vertreter nach Palästina geschickt, um zumindest Reklamezettel von Palästina-Firmen zu sammeln und er, der Leiter, habe in Palästina die Bilder und Photographien, die schließlich für die Palästdna-Industric Propaganda machen, bezahlt. Einzelne Gegenstände werden schließlich doch aus Palästina bestellt werden. Selten wird sich noch eine so gute Gelegenheit bieten, für den Zionismus, für Palästina und für „Totzercth Haarez" Propaganda zu machen. Millionen Menschen, die im Palästina-Pavillon Gegenstände gokzv*z haben, taten dies bloß deshalb, weil sie der U/s^sSr/ieugung waren, daß diese aus Palästina stammen. Seltsame Irreführung des Publikums, seltsames Gebaren eines Ausstellungs-Komitees. Fast alle Länder der Welt sind in würdiger Form auf der Internationalen Weltausstellung vertreten und haben zweifellos auch Erfolge erzielt. 18 Millionen Menschen — die Ausstellung hat sich rentiert. Schade um die Arbeit für eine verfehlte Sache. Der Aufwand war vergebens, der moralische Schaden überflüssig. Gibt es kein Forum, vor das man diese bittere Angelegenheit bringen, keine Instanz, die man zur Verantwortung ziehen kann? Die Zionistische Exekutive oder den palästinensischen Industriellenverband oder die Tel-Avivcr Handelskammer? Es ist notwendig, dies vor der Oeffentlichkeit festzustellen. Josef Fränkel. KAFFEE HOTEL PALACE Wien IV, Mariahilferstraße 99, Telephon A-37-5-56, A-37-5-61 Familien-Hotel ersten Ranges, Zimmerpreis von S 6.—aufw. Empfiehlt seine eleganten großen Räumlichkeiten für Hochzeiten, Bar-Mizwoth, Bankette etc. zu mäßigen Preisen. Brunner Brief Jüdisches Turnen und Arierparagraph Von M. M. Dr. Erwin Hullcr Die Meldung vom Anschluß des Brünner Turnvereines an den antisemitischen und auf dem, Arierparagraphen basierenden „Deutschen Turnverband" und dem dadurch entstandenen automatischen Ausschluß der jüdischen Mitglieder aus diesem Verein und deren Zusammenschluß in einem neuen deutschdemokratischen Turnverein kann nur im Zusammenhang' mit dem ganzen Turn- und Sportleben Brünns verstanden werden. Sie bietet Gelegenheit, das jüdische Turn- und Sportwesen als solches einer Betrachtung zu unterziehen, Schon beim Beginn der antisemitischen Welle im deutschen Lager im Jahre 1931 zogen die meisten jüdischen Sportler, die im Brünner Turnverein Leichtathletik betrieben, ihre Folgerungen und traten spontan aus dem Verein aus. Sie traten in den damals in Gründung begriffenen unpolitischen und auf modernen sportlichen Grundlagen aufgebauten Jüdischen Athlitik-Klub (2. A. C.)| ein und trugen so außerordentlich zur Hebung des jüdischen Sportniveaus in Brünn bei. Anders auf dem Gebiete des Geräteturnens. Der einzige jüdische Turnverein „Makabi" hat es nicht verstanden, den erhöhten neuzeitlichen Forderungen der Sporthygiene Rechnung zu tragen. So unterhält er den Hauptturnbetrieb in einem Turnsaal ohne Wasch- und Duschmöglichkeiten und der Turner muß verschwitzt und schmutzig nach dem Turnen die Straße betreten. Auch befindet sich der Turnsaal in einem Viertel, das zu den ungesundesten Brünns gehört. Der Umstand, daß das Turnen einen wesentlichen Einfluß auf die Funktionen der Leibesorgane und eine große Bedeutung für die Gesundheit besitzt, indem. es sowohl durch Bewegung, Kräftigung und Abhärtung Krankheiten verhütet, als KINO-PROGRAMME KREUZ"KINO Dcr scnsatjon<2l,c Kriminalfilm UeMer im Frack mit Warner Baxter und Myrna Loy I, Wollzeile 17 Telephon R-24-2-16 Vorstellungen: 4, Vh6, VtB. Vt10 ROTENTURM I, Fleischmarkt 1 Telephon R-29-1-59 Beginn: 4, tt*. Vii, ttio Elisabeth Bergner in Uetteß Hüth nie! SCHWEDEN II, Taborstraße 1 Vtk, Va«, Vs8, WO Telephon A-49-0-60 Katherme Hepburn in dem großen Ausstattungs-Film UomMü iuh Jßtele SCHXFFER VI, Mariahilferstraße 37 Telephon B-20-203 üeginm %*, V>9, V«io Der fpannende Wirküchkeitsf ilm G-MEN Gangster Dämmerung STAFA, VII Mariahilf erstrafle 120 Telephon B-88-0-68 Wochentags: I, 7, 9 Uhr GRETA GARBO — wie noch nie — in VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: 4, Vit, ttIO mit Herlbart Marshall und Warner Oland L