Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 503 (11.10.1935)
- Date
- 1935-10-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 503 DIE NEUE WELT Seite 3 UaciekSfue^d Der jüdische Kreditgeber kein Untermensch „Soll eine öffentliche Bank an Juden Kredite geben? Grundsätzlich dürfte die Frage zu verneinen sein. Es ist aber denkbar, daß Aufträge einer jüdischen Firma an deutsche Unternehmen, die mit einem derartigen Auftragseingang bisher fest gerechnet haben und auch bis auf weiteres zur Aufrechterhaltung ihrer Betriebe rechnen müssen, nicht erteilt werden, wenn der von der jüdischen Firma beantragte Kredit nicht gewährt oder ein bereits bestehender plötzlich zurückgezogen wird. Weiterhin sollte beachtet werden, daß eine Kreditverweigerung oder -kündigung zur Entlassung deutscher Arbeiter und Angestellten führen kann, Soll eine öffentliche Bank einem jüdischen Bankhaus über eine deutsche Firma Auskunft erteilen? Es darf unterstellt werden, daß normalerweise eine Auskunft beim Vorliegen eines Kreditantrages erbeten wird und daß die Kreditbereitstellung erfolgt, sofern die Auskunft gut ist. Dies unterstellt, kann gegen eine solche Auskunftserteilung nichts eingewendet werden; wird sie abgelehnt, so ist mit einer Verweigerung des Kredits zu rechnen. Diese Wirkung würde bei der bestehenden Kapitalknappheit sehr unerwünscht sein. Es besteht also kein Grund, au f Kredite jüdischer Bankhäuser verzichten zu wollen. Der Einwand, daß sich ein deutsches Unternehmen durch die Aufnahme eines Kredits bei einer jüdischen Bankfirma in Kapitalknechtschaft begebe, ist nicht durchschlagend.'1' „Die Deutsche Volkswirtschaft, Nationalsozialistischer Wirtschaftsdienst", Oktober 1935. Wenn die Nidi tarier fehlen ♦ ♦ „Vielleicht noch entscheidender für das Zurückbleiben der Filmherstellung im letzten Jahr ist aber der oft betonte Mangel an Autor e n und Drehbu eh Verfassern, zum Teil auch an guten Regisseuren. Auch hier spricht natürlich xvesentlich mit, daß früher ein zwischen //0 und 80 Prozent liegender Teil dieser Kräfte nichtarisch war. und daß die besonderen Aufguben und Bedingungen des Films die Gewinnung neuer Kräfte dieser Art etwa durch Hinüberwechseln aus benachbarten Regionen (Literatur, Theater) nur in Einzelfällen gelingen lassen, Aehnlich, wenn auch nicht ganz so schwierig, liegen die Dinge auf dem Gebiet der schauspielerischen Kräfte. Man liat zwar manchen Nachwuchs in diesem Jahr eingesetzt, der sich aber natürlich erst bewähren muß" „Frankfurter Zeitung-", Oktober 1935. Eine noble Drohung „Wenn eine judenhörige fremde Armee Deutschlands Boden betreten wird, dann werden ihre Tritte über die Leichen getöteter Hebräer gehen." „Der Judenkenner", Bei'lin 1935. Spenden dürfen sie „Erfahrungsgemäß haben bei allen bisherigen Sammlungen zu den Winterhilfs werken jüdische Geschäftsleute und Privatfirmen mit einem allen Umständen nach sehr erheblichen Totalbeitrag teilgenommen. Auch die Sammlung für das Winterhilfswerk 19S5I36 wird mit Einbezug jüdischer Firmen durchgeführt. Während bisher aber stets auch jüdische Hilfsbedürftige berücksichtigt worden sind, darf ihnen vom Ertrag der neuen Sammlung in keiner Form mehr eine Unterstützung gewährt werden." „Nationalzeitung", Basel, Okt. 1935. Noch nicht reif ♦ ♦ ♦ ,J)ie Zeit für den größeren Krieg ist noch nicht reif, der Höhepunkt des Dramas noch nicht gekommen. Das darf uns jedoch nicht veranlassen, den tiefen Grundton der Geschütze in Abessinien zu überhören" „Pester Lloyd", 9. Oktober 1935. Karikatur statt Wissenschalt „Im riesengroßen deutschen Hygienischen Institut vor. Dresden haben mir die nationalsozialistischen Acrzte erklärt, dieses Institut sei die größte Tat des Nationalsozialismus. Sie haben mir dort die Karikaturen auf die Juden gezeigt, aber. ich weiß, daß diese Karikaturen und noch ein wenig Material zur Sterilisierungsfrage das einzige ist, was das Hitler-Regime in diesem wunderbaren Institut geschaffen hat." Prof. Jelacic, Belgrad 1935, Ein sittlicher Kamp« „Unsere verwundeten Herzen wenden sich in teilnehmender Trauer unseren schwergeprüften Brüdern zu, die in ihrer Existenz als Menschen und Juden vernichtet werden. Machtlose werden ihrer Menschenrechte und ihrer Menschenwürde beraubt. Die Einheit des im Ebenbild^ Gottes geschaffenen Menschengeschlechtes wird durch eine auf Rasseninstinkten gebaute Wahnlehre zerrissen. Die religiösen und sittlichen Grundlagen der Menschheit sind erschüttert. Das Leid unserer Brüder ist somit unser Leid, und ihr Kampf ein allmenschlicher Kampf. Es ist der Kampf für das Göttliche, den es gilt." Gebet de* Weltjadealieit,, Jom Kippur, 1955, , 100.000 Pfund für Wohlfahrtszwecke Aus London: Der am 1. Juli d. J. verstorbene Präsident der Spanish and Portuguese Synago&ue und ehemalige Vorsitzende der EngliBh Zionlst Federation, Sir Francis Montefiore, hat für jüdische und nichtjüdische Wohlfahrtszwecke über 100.000 Pfund hinterlassen. Sir Francis Montefiore, ein Neffe von Moses Montefiore, war seinerzeit einer der ersten und eifrigsten Mitarbeiter Herzls in England. Er ist 75 Jahre alt geworden. Die ,,Gottlosen" an der Arbeit Aus Moskau: Die „militanten Apikorsim" (Jüdische Atheisten) entfalten anläßlich der jüdisclen Feier, tage eine intensive antireligiöse Propaganda unter der jüdischen Bevölkerung. Diese Aktion beweist, daß der jahrelange Kampf der kommunistischen Kreise gegen die jüdische Religion es nicht vermocht hat, die Traditfonstreue der zwangsweise dem neuen System eingefügten jüdischen Massen zu erschüttern. Der Zentralrat des „Gottloseniverbandes" verweist neuerlich auf seine für die Zwecke der antireligiösen Propaganda ausgearbeiteten Thesen. Rosch Haschana, Jörn Kippur und Sukkoth dienen der Ausbreitung und Verstärkung der nationalistischen Agitation, tragen einen „ausgesprochen konterrevolutionären Charakter". Scharfe Angriffe werden gegen die „ausländische Bourgeoisie" gerichtet und es wird gefordert, überall dafür zu agitieren, daß die Arbeit an den jüdischen Feiertagen nicht unter, brochen werde. Die drei Moskauer Synagogen waren zu Rosch Haschana und Jom Kippur überfüllt. Wieder der MillionenffHauptff treffer der Klassenlosere bei der //GIudc§leIle Stein" an der //Hohen Brücke" gewonnen 5 In der soeben beendeten Ziehung der Sommerlotterie 1935 wurden wieder der große Millionen- Haupttreffer, ferner der zweitgrößte Haupttreffer von S 200.000 sowie die Treffer zu S 50.000, 2 zu S 30.000, 20.000 usw. von glücklichen Kunden der „Glückstelle Stein", Wien, I., Wipplingerstraße Nr. 21 an der „Hohen Brücke", gewonnen. Das Los Nr. 44.947, das den Millionen-Haupttreffer erzielt hat, wurde in acht Achtelanteilen verkauft und verteilen sich die Gewinner auf Wien und die Bundesländer. Die Treue der Kunden der „Glückstelle Stein" wurde reichlich gelohnt. Es ist sehr interessant, daß auch der erste Millionentreffer in der Sommerlotterie 1934 von Kunden der „Glückstelle Stein" an der „Hohen Brücke" gewonnen wurde. Wieder hat sich das Sprichwort „Ueber die ,Hohe Brücke' führt der Weg zum Glücke!" als Wahrwort erwiesen. E Die Unentwegten Aus Prag wird uns gemeldet: Die Leitung des „Brünner Turnverein", welcher seinerzeit von deutsch-fortschrittlichen Juden gegründet wurde, hat beschlossen, aus dem „Deutschen Turakreis", welcher „liberal" ist, auszutreten und sich dem antisemitischen, auf dem Arierparagraphen basierenden „Deutschen Turnverband" anzuschließen. Dadurch waren die jüdischen Mitglieder und Gründer genötigt, um einem Hinauswurf vorzubeugen, rasch ihren Austritt anzumelden. Und was taten sie dann? Sie gründeten einen neuen, aus Juden bestehenden deutsch-fortschrittlichen Turnverein! VERBILLIGTER EXPORT *T'SS PALXSTINA. ÄGYPTEN und Griechenland mit Passaglerdanipfern des Jugoslawischen Lloyd d. d. Bevorzugte Seeraten zu erfragen bei Alleinvertretung des Levantedienstes, Spediteure SPERBER & SCHUSTER Wien l, Eßlinggasse 13, Tel. U-22-0-97, U-24-0-97 GIULIO TAGLIAFERRO & CO., Triette Die zionistische Prager „Selbstwehr" schreibt dazu: „Es ist nicht der erste und dürfte, da es noch eine große Anzahl deutsch-freiheitlicher Turnvereine gibt, nicht der letzte Fall sein, daß eine Körperschaft, die mit jüdischem Geld aufgebaut und großgeworden, durch den einfachen Beschluß eines srogfältig gewählten yereinsausschusses ihre jüdischen Mitglieder hinauswirft. Es ist nicht das erstemal, daß die Turnhallen, die jüdische Eltern geglaubt hatten, für ihre Kinder zu erbauen, heute Stätten sind, in denen Henlein und sein Vorgesetzter aus dem Reich höchste Verehrung genießen. Es ist nicht das erstemal, daß Turngeräte, mit jüdischem Geld gekauft, heute der körperlichen Ertüchtigung von .Stürmer'-Antisemiten dienen. Es ist aber auch nicht das letztemal — die hinausgeworfenen Brünner Juden beweisen das." „Nur in der Judenfrage einig" Aus Brünn: In dem jetzt hier stattfindenden Prozeß gegen eine Reihe Mitglieder der behörlich aufgelösten Deutschen Nationalsozialistach e n Arbeiterpartei wegen staatsfeindlicher Betätigung wurde als erster Zeuge der Journalist Fritz Lavory einvernommen, der im Jahre 1926 an den, inzwischen verstorbenen, „Altmeister" des Antisemitismus Theodor Fritsch einen Brief gerichtet habe, den die Anklageschrift als Beweis für die Einheit der DNSAP. und NSDAP, ansieht. Lavory fragte Fritsch an, IwelcbQ von den sudetendeutschen Parteien als streng Kleine Tube S —.90 Große Tube S 1.40 arisch angesehen werden könne, und schrieb hierbei, die Nationalsozialistische Arbeiterpartei in der Tschechoslowakei habe die gleichen Ziele und Anschauungen wie Hitler. Vor Gericht erklärte nun Lavory, daß er die gleichen Anschauungen seiner Partei mit Hitler „nur in der Judenfrage" gemeint habe. Gegen einen jüdischen Richter — unstatthaft. — Entscheidung des Präsidiums des Kreisgerichtes in Mährisch-Ostrau Aus Mähr.-Ostrau: Vor dem hiesigen Kreisgericht fand eine Verhandlung gegen den verantworte liehen Redakteur des „Moravskoslezsky Fasista", Kniz e k, statt, der vom Advokaten Dr. Richter verteidigt wurde. Gleich zu Beginn der Verhandlung erhob Doktor Richter Einwendungen gegen den Vorsitzenden Oberlandesgerichtsrat Kämpf mit der Begründung, daß dieser als jüdischer Richter in dieser Angelegenheit — es handelte sich um eine Beschlagnahme eines antisemitischen Artikels — befangen sei. Rat Kämpf unterbrach sofort die Verhandlung und unterbreitete den Fall dem Präsidium des Kreisgerichtes. Präsident Dr. Tesar entschied, daß die Ablehnung eines Richters wegen seiner Konfession unstatthaft sei. Der Vorsitz bleibt Rat Kämpf überlassen. Reichsdeutsche Emigranten in der Tschechoslowakei Aus Prag: Im sozialpolitischen Ausschuß des tschechoslowakischen Parlaments gab Innenminister Cerny Auskunft über die Zahl der Ausländer in der Tschechoslowakei und erklärte, er nehme gerne die Gelegenheit wahr, um genaue Angaben über die E m igration anzuführen, denn dieses Problem werde stark übertrieben und zu Agitation mißbraucht. Es gebe in der Republik insgesamt 1373 reichsdeutsche Emigranten, davon leben 1095 in Böhmen, 187 in Mährisch-Schlesien, 90 in der Slowakei und 1 in Karpathorußland. S>* PRESSGASSE 28 B 20-2-38 PARKRING 12 R 20-3-57 Zu diesen Ausführungen des Innenministers ist noch zu bemerken, daß es sich bei den 1373 reichsdeutschen Emigranten zu einem großen Teil um politische Emigranten handelt, die eigentlichen jüdischen Flüchtlinge sind bis auf wenige Hundert bereits weiter gewandert. Es treffen wohl in den letzten Wochen neuerdings Flüchtlinge ein, es handelt sich hiebei aber um „Rassenflüchtlinge", die ungefähr zur Hälfte Arier sind. 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