Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 502 (4.10.1935)
- Date
- 1935-10-04
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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DIE NEUE WELT Seite 5 Unsere nächste Ausgabe erscheint wegen des Freitag, den 11. Oktober Jüdische Eltern! Kauft Schulbücher für eure Kinder in der Buchhandlung Hermann Tuchner Wien II, Ecke Taboratraüe 32 Lehrbücher für alle Lehranstalten in den richtigen Autlagen — auch antiquarisch — zu sehr mäßigen Preisen! Spesenlreie Zusendung überallhin. Verzeichnisse kostenlos / Für Auskünfte Tel. R-41-4-20 Realpolitiker und Phantasten Auf dem Luzerncr Zionistenkongreß haben die Vertreter der Judenstaatspartei in Reden und Anträgen darauf verwiesen, daß das durch die Abtrennung Transjordanicr.ff auf ein Drittel der Bodenfläche verkleinerte Palästina den Juden keinen Lebensraum zu bieten vermag, der den Bedürfnissen der jüdischen Kolonisation auch nur annähernd entspricht. Schon heute hat das Ringen um jedes Stückchen Land wilde Spekulation und immense Bodenpreise hervorgebracht, dabei hat erst jetzt eine starke Einwanderung eingesetzt. Die Stetgerung der Not an Boden läßt sich kaum übersehen. Die Judenstaatler haben gefordert, daß alle Energien eingesetzt werden müssen, um das weit fruchtbarere und menschenleere Transjordanien in den Bereich der jüdischen Kolonisation einzubeziehen. Die Führer der Majorität haben diese ,.Redereien" der Judenstaatler kurz abgewiesen. „Schicket Menschen und Geld nach Palästina, alles andere wird sich finden, das ist R e a 1politik! Das Reden um die Landnot und Transjordanien ist Phantasterei." Wie es um das realpolitische Verantwortungsgefühl der so sprechenden Führer in Wirklichkeit bestellt ist, soll die folgende Gegenüberstellung beweisen. Auf dem Kongreß in Luzern sagte der Führer der Arbeiterpartei, also der Führer der Kongreßmajorität, Kerr Ben Gurion, wörtlich: „Die große Aufgabe unserer Generation, das Werk dieser Generation ist, eine Million jüdischer Familien nach Palästina zu bringen und dort zu verwurzeln. Wenn wir nicht den Mut und die Kraft haben, dieses entscheidende Ziel des Zionismus zu erreichen, so sind alle großen JReden nichts anderes als schöne Phrasen!' via Trieste nach VERBILLIGTER EXPORT PALÄSTINA. ÄGYPTEN und Griechenland mit Passagierdainpfern des Jugoslawischen Lloyd d. d. Bevorzugte Seeraten zu erfragen bei Alleinvertretung des Levanteclienstes, Spediteure SPERBER & SCHUSTER Wien l, EMlnggasse 13, Tel. U-22-0-97, u-24-0-97 GIULIO TAGLIAFERRO & CO., Trieste Drei Wochen später sagte Präsident Weizmann in einer großen Volkskundgebung in London, daß seiner TJeberzeugung nach in Palästina Platz für dio Ansiedlung von einer Million Juden sei. Die TJeberzeugung der beiden obersten Führer differiert um die Kleinigkeit von drei Millionen, denn Herr Ben Gurion will eine Million Familien, also vier Millionen Menschen in ein Land bringen, das nach der TJeberzeugung des Präsidenten Weizmann einer miilion Menschen Raum bietet. Um die viel bejubelte „gesunde Realpolitik" der derzeitigen zionistischen Leitung ist es also etwas sonderbar bestellt. Die Stütze dieser ,.Realpolitik" ist das künstlich aufgezüchtete Bedürfnis des zionistischen Publikums nach schönen Worten und „Ruhe". Wer über bestehende Schwierigkeiten hinwegredet, ist vernünftiger Praktiker, Realpolitiker. Wer die Schwierigkeiten aufzeigt und ihre Ueberwindung fordert, der ist ein Störer und Phantast. Große Sensation! Alle Damen und Herren, die sich gerne angenehm überraschen lassen wollen, sollen jetzt in die Taborstraße 48 Kommen. Ein Ereignis, das Tausenden besondere Gelegenheit bietet, durch günstigen Einkauf — zu sparen, begann im „Warenhaus der Sparsamen", Schiffmann . . . der große „Mantel-Verkauf" zu „Sensations-Preisen", die höchste Leistungsfähigkeit beweisen. Erstaunlich gro£ ist auch die Auswahl und verblüffend billig sind die Preise für aktuelle Wasch-, Seiden- und Schafwollstoffe. Sparsame und kluge Käufer decken ihren Warenbedarf jetzt... bei Schiffmann, IL, Taborstraße 48. E AUS PALÄSTINA Einwanderung Sänner bis Juli 1935 Jerusalem (Palnews). Die Einwanderung im Juli 1935 belief sich auf insgesamt 5415. Als Kapitalisten mit einem Mindostkapital von 1000 pal. Pf. wanderten 6 5 7 Personen Hn. Die Arbeiterei n w a n d e r u n g beläuft sich auf 1204. so daß auf einen eingewanderten Kapitalisten nicht einmal zwei Arbeiter entfallen. Die stärkste Einwandererkategorie stellen die Angehörigen palästinensischer Einwohner mit 144.1 Personen dar. Insgesamt stellt sich die Einwanderung der Monate Jänner bis Juli 1935 wie folgt: Personen mit pal. Pf. 1000 Mindrstkapital . . » 3.894 deren Angehörige .........3.261 Freie Berufe mit pal. Pf. 500 Mindestkapital . , 8 deren Angehörige........... 3 Handwerker mit pal. Pf. 250 Mindestkapital . > 220 deren Angehörige........... 340 Personen mit pal. Pf. 4 Monatsrente...... Gl Personen mit pal. Pf. 500 Mindestkapital ... 11 deren Angehörige........... fl \Vaise?i ......,........ 2 Geistliche Berufe............ 664 deren Angehörige...........1.31 ß Studenten . .............. 64(J Arbeitsuchende.............8.681 deren Angehörige...........8.341 Angehörige palästinensischer Einwohner . . . 9.249 Sonstige ............... 176 Jänner bis Juli 1935 insgesamt.....~ ", 36T885 (Jänner bis Juli 1934).......... 20.051 Unter den Emigranten sind 1146 N i c h t j u d e n. 33ei (Srkältuit$sfcranftfyetteii, rljeuma« ti|cf)cit unb a,tri)tijrijeu iöc|d)iucrbcn briitflt Joga! rafcfjc unb batternbe jfjilfe. 5tctn ciuberes äfjitltdjes Präparat, mag ihm autf) itocf) jo oiel nacrjgerüfjmt werben, äefiijt über COOO Jdjiiftltdje Slerateguiadjten. Gin 5>er)ud) überfleugt! %n allen Wpotfjefen. S 2.40. Streikdrohung der hebräischen Lehrer Aus Jerusalem: Der Verband der hebräischen Lehrer Palästinas fordert ultimativ Gehaltserhöhungen, widrigenfalls die Lehrerschaft nach Rosch Haschana den Dienst nicht wieder aufnehmen werde. Der Waad Leumi (Jüdische Nationalrat) hatte sich aus Mangel an Mitteln außerstande erklärt, den Forderungen der Lehrer zu entsprechen. Im Hinblick auf die Streikdrohung wurde eine außerordentliche Sitzung des Waad Leumi einberufen. Abenteuer des Gerer Rebbe Aus Jerusalem (J. T. A.): Der als „Ger er R c b b e" berühmte chassidische Rabbi von Gura Kalvarja, der in Unkenntnis der bestehenden Vorschriften die Höhle Machpela bei Hebron ohne speziellen Erlaubnisschein besuchen wollte, ist mit knapper Mühe der Verhaftung entgangen, dagegen wurden zehn Chassidim seiner Begleitung verhaftet. Der Rabbi wurde, als er tiefer als sieben Stufen zu der Höhle hinabstieg (bis zur siebenten Stufe ist der Zutritt ohne Erlaubnisschein gestattet), von dem diensttuenden Polizisten niedergestoßen, woraufhin die in seiner Begleitung befindlichen Chassidim herbeieilten, um ihm beizustehen. Während der Rabbi nach Jerusalem zurückfahren konnte, wurden seine Begleiter ins Gefängnis gebracht und trotz telephonischer Intervention der Agudath Jisrael nicht gegen Kaution freigelassen. Rabbi Blau von yiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiii!: | Direkt von Palästina I 1 importierte a^iV jwvijik 1 sind zu haben bei: Rabbiner Salamon Friedmann, Wien II, Böckllnstrafle 112, Tel. 3-51-O-Ol; Ver- kaulsstelle: Wien II, Grolle Schill- 5 gasse 19, Hotel Baron, Tel. A-43-1-48 ~ nmmmiiimifiiiiiimmiHiiimimmiimmmmmmiimmr? der Agudah, der auf Anraten des stellvertretenden Sekretärs der Palästina-Regierung, Sidney Moody, nach Hebron fuhr, konnte die Freilassung der Verhafteten nicht durchsetzen. Es wurde ihm erklärt, daß sich die Chassidim eine sehr schwere TJebertretung hatten zuschulden kommen lassen und daß sie deshalb bis zu ihrer Aburteilung durch den Distriktskommissär im Gefängnis bleiben müssen. Die Universitätsklinik in Jerusalem Aus Jerusalem (J. T. A.): Die Pläne für die Universitätsklinik sind bereits fertiggestellt. (Entwurf des Architekten Erich Mendelsohn.) Im Frühjahr soll mit dem Bau begonnen werden. Es soll in einem der drei Pavillons eine gynäkologische Klinik Billigste Reisen nach PALÄSTINA und ÄGYPTEN durch Palestine & Orient Lloyd Generalvertretung tür Oesterreich: »NORDISCHES REISEBÜRO« (Reiseleitung N. M. Racker), Wien 1/ Am Graben 10/ Telephon R-24-2-30 Kleine Tube S — .90 Große Tube S 1.40 untergebracht werden, das Hauptgebäude soll die Abteilungen für innere Medizin, Kinderkrankheiten, Dermatologie, Neurologie und Chirurgie sowie eine Lungenheilstätte aufnehmen. Der dritte Pavillon schließlich ist für das ärztliche Fortbildungsinstitut auf den Namen von Dr. Ratnoff bestimmt. An den Baukosten beteiligen sich die Hadassah, das Komitee der jüdischen Acrztc Amerikas und ein Spezialkomitec für die Universitätsklinik. Außerdem wird der aus dem Verkauf des Gebäudes, in dem das Rothschild- Krankenhaus bisher untergebracht war, zu erwartende Erlös dem Baufonds zugeführt werden. Die Palästina-Regierung hat versprochen, sich auch ihrerseits mit einem gewissen Betrag an den Baukosten zu beteiligen. Der älteste Jude Palästinas gestorben Aus Jerusalem: Im Alter von 116 Jahren starb in Haifa Ephraim A a r o n i, der älteste Jude in Palästina. : , . vuvikl -;:■;;■„ '■,■>'■' •' ^■^■1 ■ y'fff"'^. ' ' ^3-J»i^^il^.^J ^^^^Ää^'::^;:f^5!^:-^ ■ ^v. i^mtf^"ji^ Ii ij IM , /ÄI^^Heufe. a\v 4;*s$$! Herabsetzung von Zöllen Jerusalem. (Palnews.) In Anbetracht der bevorstehenden Ermäßigung des Zuckerzolles hat sich in der letzten Woche eine Zuckerverknappung geltend gemacht, da die Importeure mit der Verzollung die Inkraftsetzung des ermäßigten Zollsatzes abwarten wollten. Die Regierung hat sich infolgedessen veranlaßt gesehen, die Ermäßigung bereits jetzt in Kraft treten zu lassen. Der Zoll ist von 10 auf 5 Müs (1 Mil 2.6 Groschen) per Kilogramm herabgesetzt. Für Kandiszucker ist der Zoll von 10 Müs per Kilogramm unverändert geblieben. Der Zoll auf Essenzen für Parfümcrien ist von 25 auf 12 Prozent ad valorem herabgesetzt worden« Der Zoll auf T e e in Behältern von über 1 Kilogramm ist von 30 auf 20 Müs per Kilogramm ermäßigt* Das Statistische Amt der Palästina-Regierung Aus Jerusalem: (J. T. A.) Die Palästina- Regierung hat Professor C a d m o u r vom Statistischen Amt in Kanada beauftragt, im Rahmen des Immigrationsdepartements der Regierimg ein Statistisches Amt einzurichten. Die Aufstellungen des neuen Amtes sollen auch bei der Bestimmung der jeweiligen Aufnahmefähigkeit des Landes und Entsetzung der Einwanderungsquoten benützt werden. ii 11 iiiiiiiiiii i iiiiiii iiiii ii i ii ii iiimt Ii iiim um iiiiin im ii iiij^ EPHRUSSI & CO.l BHBHBflBBBflBMHB Gegründet 1856 """"' II —TW 5 | BANKGESCHÄFTE ALLER ART | Abteilungen für Wertpapiere und Devisen Wien IX. Wasagasse 2 § =?ii m iiii 111 ii iiii iii ii iiir ii 111 iiii ii i iii iiiii iiiiin ii 111 in i in iiniiiir: Sperre einer Textilfabrik Aus Jerusalem: Infolge des Importes aus der Tschechoslowakei mußte die Wir kwar en-Fabrik „Gereb" in Ramath Gan geschlossen werden. Es ist dies bereits der zweite Betrieb ,in Ramath Gan, der dem ausländischen Dumping zum Opfer fällt. Bekanntlich mußte vor kurzem die. Kunstseidenfabrik „Meshi" wegen Ueberflutung defl Marktes mit billiger japanischer Ware den Betrieb elft» »tollen.