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Die neue Welt · 1935-10-04 · Heft 502 (4.10.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 502 (4.10.1935)
Date
1935-10-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
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■\ DIE NEUK WELT Nr. 502 ma^mmLjm^mjmmmmmimmm Praktische Neuheit! m^sKfi^s^w^amamammaim rt he IBfUUSUItTUJUSii.UI IT?it Hsserve-Kragen ins feinstem Seiden - Poplin in allen Modefarben sowie alle Artikel in Wasche u. Wirkwaren billigst bei ANN, I ■f Rabensteig 3, Tel. U-20-709 Himmslpfortg. 5, Tel. R-25-8-84 / Köünerhofg. 1, Tel. R-26-8-99 -jdJkmum&wsaMistBe frcr.mg dr:-: P» o d o p. p r o b 1 e m p. Obwohl wir heute schon r,ut 27 Prozent der Oosamtbevölkerung Palästinas ausmadvon. o-siUen wir vom Boden Palästinas nur erst etwa •ri his 6 Prozent und haben in den letzten 36 Monaten nur etwa i PvOCO Dimam neu erworben, bei 26 Millionen Dunam west jordanischen Gesamtterritoriums! Die Privatinitiative hat leider in der Frage des Bodenerwerbs versagt; wahrscheinlich geht diese gigantische Aufgabe doch über die Kraft von Einzelunternehmern hinaus. Die mit so viel Rofclamcgeschrei auftretende Bodenspekulation hat nur den ochon jüdischen Boden aus einer Hand in die andere gehen lassen, unter unsinniger Verteuerung, ohne ihn durch neuen Ankauf aus nichtjüdischer Hand wesentlich zu vermehren. Wie kann man aber ohne adäquaten Bodenzuwachs neun Siedlungen. Wohnquartiere, Pflanzungen, Fabriken schaffen? In diesem Zusammenhang sind unseres Erfichtf-ns die Bestrebungen des Kercn Kajemcth l'Israel zur planmäßigen Anlage einer nationaler: Bodenr serve zweifellos als eines der Zentralprobieme des neuen Jahres zu behandeln. Die weitere Mißachtang der Eodenfragc würde auf demWege übersteigerter Mieten und übertriebener Raumausnützung zwangsläufig dazu führen, daß unsere palästinensischen Städte bald ebenso in Xot und Enge mit Menschen vollgestopft sein würden wie die Armutsviertel in Osteuropa. Wir in Palästina sehen diese Gefahr zur rechten Zeit voraus und kämpfen gegen sie an. Nicht minder aber scheint es uns im Rahmen einer zur Einkehr und Selbstkritik mahnenden Elul-Betrachtung geboten, auch unsere Freunde ,,Chuz la. Arez" zu der für jedermann möglichen Mitarbeit an der Lösung der Bodenfrage aufzufordern. Die Zionisten-Rcvisionisten kündigen ihren Austritt und die Gründung einer neuen zionistischen Turn- und Sportorganisation an Die Spaltung im Zionismus, welche mit der Gründung der ,,Neuen Zionistischen Organisation" begonnen hat, geht weiter und greift auch auf Gebiete über, welche bisher von innerzionistischen politischen Kämpfen verschont waren. Auf der vor zwei Wochen in Brünn abgehaltenen Konferenz der jüdischen Weltorganisation für Turnen und Sport ,,M akkabi" stellten die Vertreter der Tschechoslowakei, unterstützt von den Vertretern Deutschlands, den Antrag auf Ausschluß der Revisionisten, respektive der Mitglieder der N. Z. O. Der Antrag in dieser radikalen Form wurde zwar mit Rücksicht auf den Widerstand' der Palästinenser und einiger anderer Gruppen abgelehnt. Aber ein von der deutschen Seite motivierter Antrag, das Bekenntnis zur einheitlichen zionistischen Weltorganisation, e i nh e i 11 i c h e n Gewerkschaft usw. als verpflichtend zu erklären, wurde angenommen. Damit kam jedenfalls zum Ausdruck, daß Angehörige der revisionistischen N. Z. O. im ,,Makkabi" unerwünscht sind. Die zu erwartende Wirkung dieses Beschlusses ist prompt eingetreten. Die X. Z. O. knüpft an diese Enunziation des „Makkabi" an, um den A u s t r i 11 der Revisionisten aus dem „Makkabi" v.w verfügen. Das offizielle Organ der Revisionisten, „Der Juden.staat", schreibt: ..Durch diesen Beschluß hat sich der Makkabi eindeutig in eine politische Organisation verwandelt. Die Turnhalle ist zu einer politischen Arena geworden. Wir ziehen selbstverständlich aus dieser, jedem sportlichen Geist abholden und nur dem politischen Geschäft dienendem Umstellung des Makkabi die gehörige Konsequenz und werden ihn künftighin als eine, zu einer bestimmten politischen Kategorie gehörende Organisation betrachten. Die Mitglieder der N. Z. O. haben keinen Platz mehr im Makkabi. Sie haben alle restlos die Reihen des AI a k k a b i z u verla s s e n und unverzüglich an die Schaifi'.üg '-Umneutralen, unpolitischen, rein nationaljüdischen Sportorganisation heranzutreten. Dieser das ganze Volk ohne Unterschied der politischen oder weltanschaulichen Einstellung umfassenden Sportorganisation gehen wir den Namen des Schöpfers der Bewe- ERÖFFNUNOSANZEIOEI Seide, Schleier, UHndtr und sämtliche Zubehöre billigst bei rlkn MMmi -sjtr M Hoffiauer Mjju 1, Bauern m a r k t 13, liingang; I. Landskroiu-asse 1 Hfl Samstag geschlossen gung. die heute als Makkabi von ihm abgerückt ist, dem Volke aber erhalten bleiben muß: „Nordin". „Wie uns aus Jerusalem mitgeteilt wird, sind bereits zahlreiche Mitglieder des palästinensischen Makkabi. die zum Unterschied von ihren Sportkameraden in der OaUit wirklich national eingestellt sind, aus diesem ausgetreten und unverzüglich an die Gründung der ..Noitiia." geschritten." Wie die ..neue" Sportorganisation beschaffen, ob sie groß oder klein sein wird, läßt sich jetzt noch nicht sagen. Aber sie wird, alle Erfahrungen auf dem Gebiete der Spaltungen sprechen dafür, keine zentrale, das ganze jüdische Volk ohne Unterschied umfassende Organisation sein. Der „Makkabi" hat aufgehört, rein jüdischnational und sonst unparteiisch zu sein. Er ist leider ganz unter den Einfluß gewisser Gruppen geraten. (Siehe sein Bekenntnis zur Hisladruth, als einziger Gewerkschaft.) Ebenso wird die ..neue" Organisation ganz unter dem Einfluß der gründenden, also der Revisionistischen Partei stehen. Statt dei einheitlichen, \mter Herzl geschaffenen jüdischnationalen Sportbewegung wird es zwei sich bekämpfende geben. Denen, welche sich so leichtsinnig über die Spaltung in der Zionistischen Weltorganisation hinwegsetzen, sei gesagt: Der Riß geht weiter, und niemand kann sagen, wo er enden wird. TRAUBEN-TRINKKUR Die Weinlese hat beginnen ~ wi>" bringen nun wieder tiifdich frisch au.-* dein Weingarten Traubenmost für Kurzwerke. Nützen ttic die kurv-:e Zeit zur blutauffrischenden Traubentrinkkur — fliege wunderwirkeude Herhstkur — i«t durch nichts zu ersetzen. — Sie wirkt verjüngend auf den ganzen Organismus — besorgt eine vollkommene innere Reinigung — und beseitigt -so die Grundursachen von Krankheiten und vorzeitigen Alterns. — Von der einfachsten Verdauungöst'Hung bis zu den hartnäckigsten Lcirlen vollführt diese einzigartige I-Ieilkur ständig Wunder. 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Es ist sehr zweifelhaft, ob andere jüdische Sportgxuppen in Deutschland, wie z. B. die des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, Spieler zur Olympiade stellen werden, da infolge der Zurückdrängung der Juden im deutschen Sport durch Fernhaltung von den Sport- und Trainingsplätzen usw. die wenigen jüdischen Olympiade- Anwärter keine Gelegenheit hatten, sich für ihre Aufgabe vorzubereiten. Laut Bekanntmachung des Reichssportführers können das Reichssportabzeichen von jetzt ab nur noch Deutsche arischer Abstammung erwerben. Nach Polen billig und bequem! D-Züge, Pullman-Wagen und reservierte Plätze. / Reisebüro „in DIE WE L T" (Dr. S. Tocker), IX, Liechtensteinstraße 2, Telephon A-14-504 Die Harvard-Universität gegen die Berliner Olympiade Avis New York: Die Harvard University in Boston hat — wie der Sportdirektor der Universität William J. Bingharn der J. T. A. mitteilt — beschlossen, an der Berliner Olympiade 1936 nicht teilzunehmen, falls die deutsche Regierung wirklich die deutschen Juden von der Teilnahme an der Olympiade ausschließen sollte. Bingham, der dem American Olympic Committee angehört, erklärte weiter, daß, falls die Judenverfolgungen in Deutschland andauern, die Harvard University den üblichen Beitrag von 1000 Dollar an die Internationalen Olympischen Spiele nicht mehr leisten wird. SAGHSEL'rlERBSTHÜTE Der melierte wetterfeste Modehut S 9.80, S 12.50 Aus Haarfilz S16.-, S 20.-; Biber S 26. - Borsalino, Antica Casa......S 32.— Hückels Haarfilz- und Velourshüte stets großes Lager II, TaborslraBe 39 XIV, Sechshauserstraße 39 (ft XVII, Kalvarienberggaase64 Unsere Leser werden auf die Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher (auch antiquarisch) zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon Nr. R-41-4-20. E. Wer eine schäumende Zahnpasta liebt, verlange Chlorodont schäumend. Die Vorzüge dieser neuen Qualität werden diejenigen m schätzen wiesen, die an den Gebrauch einer schäumenden Zahnpasta gewöhnt sind, E 2t* dm koken ftiettoge* wie alljährlich — auch heuer ins *1 ff D RESTAURANT rV„ Stmtm jetzt 11/ Hammer*Purgstalfgsse 7 (Nähe Dianabad) Früher Hotel National und Stefanie Bekannt vorzügliche Wiener Küche Menüs von Schilling 1.60 aufw« Orientalische Speisen am Rost und Spieß Die Autorität der Heiligen Schrift Vom \. bis 10. September fand in Göttingen der II. internationale Kongreß a 11 t e s t a m c n 11 i c h c r Forscher statt. Alttestamentliche Textkriik und Trxtgeschichte, palästinensische Archäologie, israelitische Geschichte, vergleichende semitische Sprachwissenschaft usw. waren die Gebiete, aus welchen Forscher von Weltruf Uber die neuesten Ergebnisse ihrer Arbeit berichteten. Was alle Kongreßteilnehmer Uber alle Meinungsverschiedenheiten hinweg als das große Gemeinsame verband, war einerseits die Anerkennung der Autorität des Alten Testaments als Heilige Schrift, anderseits die ihnen damit auferlegte Verantwortung. Frankfurter Zeitung vom 24. September 1935. Die richtige Erkentnis vom Judentum ,,Wir müssen die Juden fröhlich machen. Wir* müssen den Juden Leben geben. Wir müssen sie aus dem Staub heben. Wir müssen — in der Entdeckung ihres eigenen Seins und im Wasser, das ihnen aus den Brunnen der Väter entgegensprudelt — ihre eigenen menschlichen Kräfte und Schönheiten entdecken. Der Brunnen der Väter fließt wieder. Wir wissen, woher wir stammen. Beugt euch über den Brunnen, tief, daß ihr das Wasser berührt, das tiefe, kühle Wasser. Werft den Menschen des einstigen Lebens hinein, — Brunnen sind deshalb tief, weil man in ihnen alles Alte versenken kann. Und seht euer menschliches Judenantlitz im Spiegel des Wassers." Dr. Joachim Prinz (Berlin), „Ueber die Trägheit des Herzens." Israels lebendiger Gott ,,Was ist Israels letztes Geheimnis? Woher stammt seine heilige Unruhe, die zu der Unruhe der Welt wird? Die Antwort ist so groß und heilig, daß der Mund sie nur mit Scheu ausspricht: Dieses letzte. Geheimnis Israels und der Welt ist der lebendige Gott — der lebendige Gott, den nur Israel kennt, der nur von ihm aus der Welt offenbar geworden ist." Der Katholik L. Ragaz: „Grabrede für einen Israeliten." Frankfurt a. M., Oktober 1933. Das Facit von Genf England hat zum erstenmal den Willen des Völkerbundes gelenkt und gemeistert und kein Hindernis steht dem im Wege, daß es weiterhin nicht auch so sein kann ... Durch sein bedingungsloses Bekenntnis und Eintreten für die Rechtsgrundlagen de3 Völkerbundes hat England nicht nur seine moralische Stellung, sondern auch die des Völkerbundes gefestigt. Wenn man daher von der Lösung des italienisch-abessinischen Streitfalles absieht, dann ist das Fazit der Genfer Völkerbundtagung und das bedeutendste Ereignis der Aufstieg Englands. Dr. L. Köhler in der „Bohemia". Nazis m der Schweiz ,,Es gibt keine Schweizer, die sich als un erlöste Deutsche fühlen oder Angehörige eines anderen Staates sein möchten und, sofern einzelne wenige solcher Wirrköpfe vorhanden sein sollten, werden sie dem allgemeinen Gespött preisgegeben sein." Aus einer Interpellation im Schweizer Nationalrat. Furcht vor Stocken Ungefähr 100 Mitglieder der antisemitischen! SolidaritS Francaise veranstalten in Paris eine Kundgebung vor einem Kaffeehaus, in dem sich zahlreiche Juden befanden, schlugen die Fenster des Kaffeehauses ein und schössen ins Lokal. Die Juden liefen aus dem Kaffeehaus und schlugen den Angriff mit Stöcken zurück. Die Angreifer flüchteten, zwölf wurden verhaftet. Man fand bei ihnen Revolver, Messer und Schlagringe. „H a v a s"-Meldung vom 26. September 1935. Sie verlangen Gemeinden für Juden-Christen Aus Bremen: Bei der ersten Reichskirchentagung für Niederdeutschland in Bremen sprach Vizepräsident Hahn (Hannover) über die Lutherschrift „Von den Jüden und ihre Lügen", die in fast allen Gesamtausgaben der Lutherschen Werke fehlen. Er betonte,' daß er nicht als Theologe und Wissenschaftler spreche, sondern als Nationalsozialist und lutherischer Christ. Beides sei unzertrennlich miteinander verbunden. Von der Beantwortung der Judenfrage hänge die Zukunft der deutschen Nation ab. Der Redner stellte anschließend die Frage, ob die Kirche eine Volkskirche sein solle. Für die Volkskirche sei Voraussetzung, daß die deutsche Reichskirche alle evangelischen Christen arischer Abstammung umfasse und daß die evangelisch getauften Juden in judou-christ« liehen Gemeinden zusammengefaßt würden. Landesbischof Lic. Dr. Weidemann gab bekannt, auf Veranlassung des Reg. Bürgermeisters Heider werde die Schrift „Von den Jüden und ihren Lügen" im Herbat von der Historischen Gesellschaft Bremen im vollen Wortlaut herausgegeben werden. KAFFEE HOTEL PALACE Wien IV, Mariahilferstra(Je 99, Telephon A-37-5-56, A-37-5-51 F.'imilien-Hoteiersten Ranges, Zirr inerpreis von S 6.— aufW. Empfiehlt seine eleganten großen Räumlichkeiten für Hoch» zelten, Bar-Mizwotb, Bankette etc. zu mäßigen PrtlMCy

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