Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 502 (4.10.1935)
- Date
- 1935-10-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 502 lohne Arzt! Ocularium ißfl, I„ Ännngasse 1, Ennan^imtr. Untersuchung der Augen u. Verordnung passentier Augengläser. Ununterbrochen von S Uhr morgen* bis 6 Uhr abends geöffnet KOSTENLOS unter Leitung des Augenantes Harm Doktor PD30RSXI. (Telephon R 27-0-43) Brillen von »4*- uufw. Vom Puläst:na>Export Tel-Aviv. (Palnews.) Der palästinensische Weinexport hat sich im ersten Quartal dieses Jahres mengenmäßig zwar von 300.000 Liter im Vorjahr auf 321.000 Liter erhöht, wertmäßig ist der Weinexport aber in dieser Zeit von pal. Pf. 11.139 auf pal. Pf. 8f83 zurückgegangen. Hingegen ist der Export von Fruchtsäften mengen- und wertmäßig im ersten Quartal 1935 sehr beträchtlich gestiegen, und zwar erhöhte er sich mengenmäßig von rund 39 Tonnen im Vorjahr auf 87 Tonnen, wertmäßig ist er von pal. Pf. 1612 auf pal. Pf. 2642 angewachsen. Der ^-:port von rohen Häuten und Fellen stieg vor : . Pf. 6021 auf pal. Pf. 7243. Der Vv'aschseifenexport ist mengenmäßig von 598 Tonnen auf 574 Tonnen zurückgegangen, wertmäßig steigerte er sich aber von pal. Pf. 15.790 auf pul Pf. 18.103. Sehr beträchtlich hat sich der Strumpf- und Sockenexport erhöht, der sich im ersten Quartal ir 34 auf pal. Pf. 1783 stellte, im ersten Quartal diese3 J?J.ires aber auf pal. Pf. 3064 angewachsen ist. Auch der E;port anderer Bekleidungsgegenstände hat sich von pal Pf. 6377 auf pal. Pf. 8000 erhöht. Die Ausfuhr künstlicher Zähne ist in diesem Jahre in beträchtlicher Weise zurückgegangen, und zwar von pal Pf. 8S6S im Vorjahr auf pal. Pf 6243 im ersten Quartal dieses Jahres. Dieser Rückgang des E :ports künstliche? Zähne dürfte sich aus der Eröffnung der Fabrik auf Cypern erklären, die einen Teil des Exports, der bisher immer steigende Tendenz hatte, übernommen hat. BevoSkerunqsbewegung 1934 Laut Bericht der Zionistischen Exekutive an den XIX. Zionistenkongreß betrug die Zahl der Geburten und Sterbefälle im Jahre 1 34 in Palästina: Religion Geburten Sterbefälle Mohammedaner . . . 34.489 19.760 Juden....... 7.666 2.419 Christen...... 3.340 1.618 Geburtenüberschuß 14.729 5.247 1.722 Die Zahl der jüdischen Geburten war rund dreimal so groß wie die der jüdischen Sterbefälle, während bei den Christen etwas mehr, bei den Mohammedanern etwas weniger als doppelt so viel Geburten wie Sterbefälle gezählt wurden. Auf 1000 Einwohner kamen bei den Juden rund 30 Geburten, bei den Christen 34, bei den Mohammedanern 4 7. Andererseits war die Anzahl der Sterbefälle auf 1000 Einwohner bei den Juden rund 10, gegenüber 16 Sterbefällen bei den Christen und 27 bei den Mohammedanern. Der Zuwachs (Geburten plus Einwanderung) der Bevölkerimg im Jahre 1934 betrug insgesamt 65.841. Er setzt sich wie folgt zusammen: .Religion Juden . . . Mohammedaner Christen . Einwanderung . . 42.359 . . 290 . . 1.494 Geburtenüberschuß 5.247 14.729 1.722 Zusammen 47.606 15.019 3.216 Ausschaltung Brief aus der Tschechoslowakei Bei uns in der Tschechoslowakei gibt es Antisemitismus. Man kann ohne Uebertreibung sagen, daß die große deutsche Minderheit fast zur Gänze judenfeindlich eingestellt ist und sich in dieser Hinsicht voll und ganz hinter Hitler stellt. Es fehlt ihr allerdings die Macht, ihre antisemitischen Wünsche auf den Gebieten des öffentlichen Lebens in die Tat umzusetzen. Gesellschaftlich und wirtschaftlich tut sie wohl, was sie tun kann. Es gibt auch tschechischen Antisemitismus, tschechisch-antisemitische Parteien und Zeitungen. Aber trotz alledem ist das Leben der Juden in diesem Staate ein freies und menschenwürdiges, gar wenn man Vergleiche mit anderen mitteleuropäischen und osteuropäischen Staaten anstellt. Es ist wirklich keine Phrase, wenn man sagt, daß das illustre Menschentum des Staatsgründers Masaryk dem Leben hier noch immer das geistige Gepräge gibt. Dennoch vollzieht sich hier auf den lebenswichtigsten Gebieten, insbesondere im öffentlichen Dienste, ein Prozeß der Ausschaltung des jüdischen Elements. Der bekannte jüdische Politiker und Statistiker Dr. Franz Friedmann veröffentlichte dieser Tage auf Grund des ihm zur Verfügung gestellten staatlichen Ziffernmaterials eine Abhandlung über die Veränderung in der wirtschaftlichen Struktur des tschechoslowakischen Judentums in der Zeit von 1921 bis 1930. Es sollen hier die Angaben herausgegriffen werden, welche sich auf den Anteil der Juden an öffentlichen Diensten beziehen. Der Anteil der Juden am Beamtentum beträgt nur einen Bruchteil der ihnen nach ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung gebührenden Quote. Während z. B. im Post-, T e 1 eg r a p h e n- und Telephonwesen die Zahl der Beschäftigten in der Berichtszeit von 90.832 auf 106.188 gestiegen ist, ist die Zahl der Juden von 553 auf 366 gefallen. Im ganzen Staate gibt es im Postwesen 145 (davon 54 weibliche) jüdische Beamte, ( 20 Angestellte und 1 Arbeiter. Im Eisenbahn- und | sonstigen Verkehrswesen stieg die Zahl der 1 Beschäftigten von 483.439 im Jahre 1921 auf 499.384 im Jahre 1930, in der gleichen Periode verminderte sich die Zahl der Juden in diesem Zweig von 2069 auf 1057, also fast um die Hälfte (in den historischen Ländern von 210 auf 126, in der Slowakei von 109 auf 83, in Karpathorußland von 219 auf 98). 1930 waren im Eisenbahn- und Verkehrswesen nur mehr 304 jüdische Beamte, 73 Angestellte und 11 Arbeiter beschäftigt. Das gleiche . Bild in den anderen staatlichen und öffentlichen Berufen: Ansteigen der Zahl der Beschäftigten, Verminderung der Zahl der Juden. Durch Tod oder Pensionierung freiwerdende Stellen gehen den Juden in der Regel verloren. Im Schul- und Erziehungswesen waren unter 171.392 Beschäftigten (die Familien mitinbegriffen) im Jahre 1930 2398 Juden (gegen 4110 i. J. 1921). Ein Rückgang von fast 50 Prozent. Im Heer zählte man im Jahre 1930 unter 9517 Offizieren 50 Juden. Auch in der Gemeindebeamtenschaft gibt es auffallend wenig Juden. Bei allen Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerken 71 jüdische Beamte, 9 Angestellte, 28 Arbeiter und 7 Lehrlinge. Insgesamt sind tätig: bei der Post unter 45.027 Personen 166 Juden; beim Eisenbahn- und Verkehrswesen unter 155.973 Personen 391 Juden; im Gerichtswesen und in der öffentlichen Verwaltung unter 108.047 Personen 644 Juden; im Schul- und Erziehungswesen unter 83.783 Personen 874 Juden — also insgesamt unter 392.830 Beamten nur 2075 Juden, d. i. 0,5 Prozent, während es nach dem Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung (auch ohne Berücksichtigung der zahlenmäßig größeren und älteren jüdischen Intelligenz) 2,5 Prozent Juden in der Beamtenschaft geben müßte. Die hier genannten Ziffern beziehen sich auf das Jahr 1930. In den seither verstrichenen fünf Jahren haben sich die Verhältnisse gewiß nicht verbessert, sondern verschlechtert. Der Prozeß der Ausschaltung schreitet fort. Es hat keinen Sinn, das übersehen zu wollen, Einbürgerung von Juden in der Tschechoslowakei Aus Prag (J. T. A.): Das Statistische Staatsamt in Prag veröffentlicht einen Ueberblick über die Verleihung der Staat sbürgerschaft im Jahre 1934. Von den 5918 Personen, denen die Staatsbürgerschaft zuerkannt wurde, haben sich 384 (6,5 Prozent) zur jüdischen Nation bekannt, während der Prozentsatz derjenigen, die ihre Konfession als jüdisch angegeben haben, 15,5 Prozent betrug. Der Verhältnis- KINO.PROGRAMME KREUZ-KINO Charlie Chan" I, Wollzeile 17 Telephon K-24-2lb Vorstellungen : *, V%6, VaS, 1AI0 wiie ROTENTURM I, Fleischmarkt 1 Telephon R-29-1-59 Beginn: k, %6, V«8. WO Elisabeth Bersner i» Itedoß mitk nie! SCHWEDEN KatfaerineNepburn 11, Taborstraße 1 in dem großen Ausstattungs-Film **. %*.«. *» fiamödie utH JUe&e Telephon A-49-0-6O SCH AFFE R i)er |2raf von VI, Mariahilferstraße 37 "*rr ^MWM Wffll Telephon B-20-203 eieginn: %*, V«6. %8, 'AlO Monte Christo STAFA, VII Mariahilf erstraDe 120 Telephon B-S3-0-68 Ab 4. Oktober — täglich WAUACE BEERY Helden von heute Wochentags: 5, 7, 9 Uhr Sonn- und Feiertage: Vtk, 'A6, 'A8, 9 Uhr WEK»? WalUce Beery IT:^ Helden von heute HEIMAT IX, Porzellangasse 19 Telephon A-18-0-76 Wochentags: 5, 7, 9, Sonn- und Feiertag ab 3 Uhr Neues Programm f mäßig hohe Prozentsatz der eingebürgerten Juden ist darauf zurückzuführen, daß nicht etwa der Hauptteil der Eingebürgerten früher Ausländer waren, sondern daß es sich in der Hauptsache um Juden handelt, die von je auf dem Gebiet der Tschechoslowakei gelebt hatten, ja hier geboren wurden, denen aber nach Eildung des tschechoslowakischen Staates aus mancherlei Gründen die neue Staatszugehörigkeit bisher noch nicht zuerkannt worden war. Ein palästinensisch-arabischer Arbeiterführer spricht über den Zionismus Aus London (J. T. A.): In der „Royal Central Asian Society" hielt der Vorsitzende der arabischen Arbeiterorganisation Palästinas, Pachri Bey Nashashibi, einein Vortrag, in dem er erklärte, das von Lord Balfour selbst als solches bezeichnete „Experiment" der Errichtung eines Nationalheims für die Juden in Palästina sei gescheitert. Eine Erfahrung von 17 Jahren, in denen es von Zeit zu Zeit zu ernsten Unruhen kam, habe gezeigt, daß Palästina das arabische Land geblieben ist, das es war. Eine Umkehr der Politik gegenüber den Juden in Mitteleuropa wird zahlreiche Juden veranlassen, wieder ihre frühere Heimat aufzusuchen, große Kapitalssummen werden abgezogen werden. Inzwischen habe sich die Lage der arabischen Landbevölkerung infolge der Verkäufe großer Bodenflächen an Juden seit 1930 verschlechtert. Die Forderung der Araber nach Einschränkung des Bodenverkaufes bedeute nur den Schutz ihrer Existenz im Lande und dio Einhaltung der Bestimmung des Mandats, derzufolge die Errichtung des Jüdischen Nationalheims Rechte und Lage der Araber nicht beeinträchtigen soll. Zum Schluß behandelte Nashashibi die» Frage der Selbstverwaltung in Palästina. Die Araber sintr der Ansicht, daß die Juden den Weg zur Autonomie blockieren. Ihr Vertrauen zur englischen Regierung ist im Schwinden, da sie sehen, daß die Regierung außerstande ist, dem von jüdischer Seite ausgeübte^ Druck standzuhalten. roia ensoi B'snp -bh't .nm? e^srt? naw nw pai nvsi; rw ü I npai iimi nein n:iy naw iva <b\n aim .q^j na SCHWEDEN-CAFE /• Sdiw edenplatz 1 wünscht allen Freunden und Gästen herzlidist roiD nwm "im Allen Freunden und Kunden wünscht miD iwin -im LLOYD TRIESTINO WIEN I, KÄRNTNERRING NR. 6