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Die neue Welt · 1935-09-24 · Heft 500 (24.9.1935) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 500 (24.9.1935)
Date
1935-09-24
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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tfcfte 2 DIE NEUE WELT Nr. 500 Volks . Haupt- Mittelschulen neu und antiquarisch in den vorgeschriebenen Auflagen — in der Buchhandlung Ankauf Bücher IBf ■MWVItfrtB« und Umtausch antiquarischer 7. u höchsten Pr ei s e n! iissmmnaHMHBaMNMBaiMrai Worif; indtte als Worte Englische Pressestimmen über' Hitler-Deutschland Aus L on don: „M a nchnstcr Gintrdi a n" führt die gesamte Judenveriolgungsaktion in Deutschland a u i (1 i e V o r so n Hitlers z u r ü c U und glaubt, daß die .ludengeset^ nicht den Abschluß von. Verfolgungen, m>!'.(!»mt den 15 e g in ii neuer Verfolgung e n signalisieren. „Daily Expreß" führt aus: Der neue Angriff gegen die Juden in Deutschland irst einfach bestialisch, er entspringt blindem Haß. „News C h r on \ e 1 e" schreibt: In der Judenfrage hat sich der F ü hrci als ebenso total irrsi n n i g gezeigt wie seine schlimnr;t?:i Anhänger. „Daily Telegraph" sehreibt, die Judengesetze seien einer zivilisierten Nation ganz unwürdig: außerhalb Deutschland werde man das nur mit V t r a e. h t u n g lesen. „D a i 1 y H e r a 1 d" sehreibt: Zu uns in England kommen die Gesetze wie ein Echo aus einem unziviüsierten Zeitalter. Wir hoffen, daß jeder Versuch, auf dem Londoner Markt f i n a n z i e 11 e Hilfe für eias deutsche Regime aufzutreiben, ungehort bleiben wird. „Times" schreiben: Seit dem Mittelalter hat man nicht so etwas gehört. Die neuen Gesetze sollen Vergeltung für die spontane Feindseligkeit gegen Deutschland sein, welche die Intoleranz der Nationalsozialisten in der ganzen Welt erzeugt hat. Eine Pr o v o- Kation zu verschärfe n, die der eigenen Annahme nach den tleut.-;ehen Interessen im Auslanue schweren Abbruch tut, Ist ein mehr als sonderbarer Widerspruch und gleichzeitig eine weitere Herausforderung jener Begriffe von sozialer Gerechtigkeit, die noch immer dem größeren Teil der Menschheit zweite Natur sind. Wie man sieht, gebraucht die englische Großpresse in der Beurteilung Hitler-Deutschlands'die härtesten Worte. Aber wie ist es um die Taten bestellt? Weder die englische Regierung noch die englischen Parteien, deren Sprachrohr ja diese Presse ist, haben auch nur das geringste getan, um diesen von sittlicher Entrüstung getragenen WTorten Nachdruck zu verleihen. Bisher hat die englische Regierung kein Wort des Tadels für Deutschlands Judenpolitik gefunden, ebensowenig die Parteien. Dafür ist man englischerseits immer dafür eingetreten, Hitler-Deutschland eine Chance zu geben. Siehe Flottenpakt. Warum will England den Juden keine Chance geben und drosselt die Einwanderung nach Palästina? Um das „arme, schwache Ab<\ssinien" vor Italiens Angriffen zu schützen, alarmiert England die Wrelt und sendet die ganze Kriegsflotte aus. Den Ueberfall auf das 16-Millionen- Volk der Juden erachtet es nicht einer an Berlin gerichteten Note wert. Die Partei des so entrüsteten „Daily Herald", die englische Arbeiterpartei, hat nichts getan, um den Kitler-Leuten in den Arm zu fallen. Für Abessinien ruft sie die Arbeiterwelt zu strengstem Boykott auf. Für die Juden hat mar. nichts als Worte übrig. Starke Worte, die ein schwacher Trost sind. Ulli© nach Palästina Kostenlose Beratung in allen Reiseangelejfcnheiten, welche V Palästina betreffen, mündlich und telephonlsch im Reisebüro „Iti OSE WEIT". (Dr. S. Tocker) IX- LlechtenstcinstraUe 2, Telephon A-14-501 Aus Prag (J. T. A.): Der „Neuen Vv'e 11b ii h n e" wird ans II a n n o v e r berichtet, daß in der Umgebung der Stadt SA., im Bunde mit .Jugendlichen, planmäßig die Dörfer überfällt und regelrechte Pogrome inszeniert. Die jüdischen Wohnungen werden gestürmt, man schlügt alles kurz und klein; die Juden — Männer, Frauen und Kinder — werden aufs furchtbarste m i ß h a n d e 1 t. Uebenvachuiigskornmandos bleiben zurück, um aufzupassen, daß die Bevölkerung ihnen später keine Hilfe gewährt; kein Arzt darf kommen, und niemand darf darüber sprechen, was passiert ist. Nach den Mitteilungen von Juden, denen es gelang, nach Hannover zu entkommen, steht bisher fest, daß mindestens zehn C c b er f a 11 e n e entweder sofort totgeschlag e n wurden oder an den Folgen später starben. In den Kerker Die „Frankfurter Zeit u n g" gibt die Mitteilung der Oeheimcn Staatspolizei in Karlsruhe wieder, wonach in Karlsruhe fünf Juden wegen „rasseni- <:. h ä n dorischen Verhalten s" in Schutzhaft g'-nommen und in das Konzentrationslager Kieslau ii herführt wurden, obwohl die angeblichen Delikte noch vor Erlaß der neuen Gesetze begangen sein sollen. In München-Gladbach wurde der 46jährige Glastabrikant Siegfried Lcvy wegen angeblicher „Rassen- .sena/vV'" zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. Die Zweigstellen der NSDAP, in den bayrischen Städten habe n mit n'-r Anlage von Listen jüdischer Männer und arischer Frauen, die in freundschaftlichen Beziehungen zueinander stehen .sollen, begonnen. Aus Halle wird gemeldet, daß dort wegen angeblicher ftasKenschand.! 1Juden und 6 Arierinnen in Pf äff. g'-nomtrjen worden sind. In der Sommerfrische L i e b e n /.! I wurden ein a u s 1 ä n d i s eher Jude und seine arisch-.; Gattin, als sie sich als Gäste in einem Höfel arjfri'Ideten, ver haftet, tri Mannheim wurden der jüdische Ku:\'\f\rv.i Artnr Heincmtmn und eine arische Frau vcrhaftci.. in F v a n k e n t h a 1, AI tsdorf und in zahlreichen anderen Orten wurden Juden und Arierinnen wegen fifi.saen.-ieliando in Haft, genommen. Das Gerieht in Magdeburg verurteilte eine Frau Erna Döhr i n g zu I 8 Mo ri a. t. e, n G e f ä n g n i s, weil sie, obwohl /hierin, 'hre Zust.irr<rr'ung zur Heirat ihrer lf)jährigen Tochter in:? dem üOjrihrige.n Juden Max Augen räch gegeben hat. Duh junge Ehepaar konnte sich dem Zugriff fm Fclizei entzieiiea. Keine Zylinder, keine Festkleider! Aus Berlin: Die Vorstände der Synagogengemeinden in ganz Deutschland haben im Hinblick auf die kommomlen jüdischen Hohen Feiertage Aufrufe an die Gemeindemitglicder erlassen, in welchen diese ersucht worden, an Hon Feiertagen und besonders auf dem Wcgp zu und von der AJtdachtsstätte Hn entsprechendes Benehmen an den Tag zu legrn. In den Aufrufen ist davon die Bede, daß die „Würde der Feiertage" zu wahren sei. Aus den Zeilen der Aufrufe spricht tiefe Sorge Im Hinblick auf die Möglichkeit antisemitischer Angriffe seitens der verhetzten und durch die Nürnberger Judengesetze ermutigten Teile der deutschen Bevölkerung. Die Anweisung, nicht In Zyli n d e rhüten zu den Andachten zu kommen, ist als ein Wink zu verstehen, ii h e r h a u j» t keine Festkleider anzulegen, um der Umgebung nicht aulzi!fallen. Bemerkenswert Ist, daß In dem Aufrufe des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde die Andächtigen augehatten werden, den Anweisungen der von der Gemeinde seihst bestellten Ordner der Deutschen Wachgoscllsehaft, einer privaten Organisation, zu folgen. Es ist daraus zu schließen, daß das Berliner Polizeipräsidium eine polizeiliehe Bewachung der Zugänge zu den Synagogen abgelehnt bat, wahrscheinlich, um nicht der Polizei den Vorwurf des „Stürmer", eine J u d e n s c h u t z g e s e 11schaff zu sein, zuzuziehen. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Direktor Heinrich Stahl, erklärt, in seinem Aufruf u. a.: „Von jrrlem Besucher unserer Gottesdienste erwarten wir ein würdiges Verhalten auf dem Wege zum Gottesdienst und heim Verlassen der Synagogen und Betsäle. Nach Beendigung der Gottesdienste ist das Verweilen vor den Ausgängen u n b c d i n g t / u u n t e rlassen; wer Angehörige erwarten will, tue dies auf dem Hofe oder in der Vorhalle. Wer einen Wagen benutzen muß, lasse ihn nicht vor der Synagoge parken! Nur bei strengster Befolgung dieser Anordnungen werden sich verkehrssftirendo Ansammlungen von Gottesdicnstbesuchern vor den Synagogen und Betsälen vermeiden lassen." Der Vorstand der Synagogengemeinde Köln weist in einer Bekanntmachung darauf hin, daß das Tragen eines Zyli n d p r h u t c s heim Synagogenbesuch an den kommenden Feiertagen weder erforderlich noch erwünscht sei. Im Gpme'mdeblatt für die Synagogengemeinde Dortmund werden z e h n Gebote für die Feiertage aufgestellt. Usn HsSlersDeaiftsdaland Aus Budapest: Da die deutsche ReichsfHnv kammer auch einen zweiten ungarischen Film unter Berufung auf den Ajierparagraphen nicht zulassen will, hat in der ungarischen Filmbranche eine Bewegung eingesetzt, den deutschen Film zu boykottiere n. Es wird darauf hingewiesen, daß die; ungarischen Filmunternehmungen an die deutsche Filmindustrie im Vorjahre 1,7 Millionen Pengö gezahlt haben. * Aus New York: In Amerika hat sich ein Komitee gebildet, welches sich das Ziel gesetzt hat, die Sportorganisationen dafür zu geivirinen, daß die Olympiade 1938 von Berlin in ein anderes Land verlegt w i r d. Das Komitee, dem u. a. die Abgeordneten des amerikanischen Kongresses Emanuel C o 11 e r und Vito Marcantonio angehören, hat folgende, Erklärung veröffentlicht: „Auf die Aeußerungen Hitlers hin, geben wir unserer unbegrenzten Opposition sowohl gegen die Abhaltung der Olympiado als auch gegen die Beteiligung der Amerikaner an einer Olympiade unter Nazi-Auspizien Ausdruck." * Aus Madrid: Auf dem gegenwärtig in Madrid abgehaltenen Zweiten Internationalen Kongreß der Entomologen (Flasseforscher) wurde der Antrug eingebracht, den nächsten Kongreß 1938 in Berlin abzuhalten. Der Vertreter der Hebräischen Universität in Jerusalem, Professor B o d e n h e i m e r, sprach sich sehr scharf gegen diesen Antrag aus und erklärte, kein jüdische r Gelehrter werde sich an einem in Deutschland abgehaltenen Kongreß beteiligen. Ungeachtet dieses Protests stimmte die Mehrhecit des Kongresses für Berlin als nächsten Tagungsort. (J. T. A.) * Boykott aller deutschen Waren in Kanada Aus London: Nach einer Meldung aus Halifax (Neuschottland) hat der Kanadische Kongreß der A b e i t e r p a r t e i mit einer gewaltigen Mehrheit den vollständigen Boykott aller deutschen Waren, die nach Kanada eingeführt werden, beschlossen. Eine zweite Entschließung lautet dahin, daß kein kanadi. scher Spöttle r an den Olympisehen Spielern in Berlin teilnehmen darf. (J. T. A.) Aus Amsterdam: Die Direktoren der wichtig« steil holländischen Konfektionshäuser beschlossen ein- Nur noch bis Freitag: Der Magier von Pari I, Wollzeile 17 Telephon K -24-2- 16 Vorstellungen; k. v-,6, Vit, %io mitJohn Gilbert, J.ouisStono, Jan Keith SCHWEDEI II, Taborstraße 1 VaA, Vaö, VaO, ValO Telephon A-49-0-60 STÄFÄ, Mariahilf orstraße 120 Telephon B-S3-0-M WochentHHS: 5, 7, v l/lir Täglich — der giolie Erfolg Der Film unerhörter Sensation Täglich — der große Erfolg Die Busf ige Witwe mit Maurice Chevalier und Jeanetie MacDonalü Sonn- und Feiertage: VaA,1/r,6, 'A8, 9 Uhr Täglich — der schönste Film (leg Jahres IX, Wahringerstraße 12 Telephon A-18-3-9(5 Beginn: k, %6, V28, WIO 0 mit Maurice Chevalier und Jeanette MacDonald HEINA IX, lJor/.ellun^ar.se 19 Telephon A-18-0-76 Wochentag: 5, 7, 9, Sonn« und Feiertag ab l Uhr U* Ab Dienstag, elen 24. September Amerikanischer GroDfilm miitig, im Hinblick auf die letzten antijüdischen Gesetz« in Deutschland einen strengen Boykott aller aus Deutschland stammenden Waren durchzuführen. Eine Sonderkommlssion wird mit den übrigen holländischen Industrlednu Handelszweigen Verhandlungen aufnehmen, damit der Boykott deutscher Waren In Holland ein vollständiger werde. Ein. „arisches" Gurkensyndikat in der Tschechoslowakei Aus Prag: Aus Znaim wird der „Bohemia" geschrieben: ,.Die Marktpreisbüdung auf dem Znaimer Markt ist der heutigen Krisenzeit nicht mehr entsprechend. Die Gurkenpreisbildung, so wie sie derzeit, gehandhabt wird, entspricht nicht mehr. Das in Aussicht genommene Gurken Zwangssyndikat unter arischer Führung hat die Rayonicrung des Gurkenanbaugebictes festzulegen und den Markenschutz von den kompetenten Regierungsstellen zu fordern. Die Vorarbeiten für die Schaffung des Gurkenswangssyndikats sind bereits im Gange.'1 Taufe in Budapest wieder modern? Aus Budapest: (J. T. A.) Die beiden Söhne des veratorbenenen Staatssekretärs Leopold Vadasz, der auch im jüdischen Leben eine Rolle spielte, nämlich der Advokat Dr. Adalbert Vadasz und der frühere Chefarzt des jüdischen Spitals, Dr. Paul Vadasz, sind zum Christentum übergetreten. Auch der Chefredakteur von ,,Az Est", der größten Boulevardzeit.ung Ungarns, Emmerich Salusinszky, hat die Taufe genommen. Mitte Oktober Rückkehr Sir Arthur Wauchopcs nach Palästina Jerusalem, 22. September. (J. T. A.) Wie die arabische Presse meldet, wird High Commissioner Sir Arthur Wauchope erst Mitte Oktober nach Palästina zurückkehren. FAHRRAD- FABRIK KINDERWAGEN* FABRIK Kinderwagenverkauf: VII, Neubaugasse 21 / I, Tuchlaubenhof 7 X, Laxenburgerstraße 82 / XX, JägerstraRe 41 Fahrradfabrik: VII, Burggasse 110 Bequeme Teilzahlung! Kataloge gratis! von S 35.— Eine großartige FVflanifesiation — Bedeutsame Ansprachen — Bekenntnis zu Oesterreich Auf dem Wiener Zentralfriedhof fand Sonntag die zweite Heldengedenkfcier des Bundes jüdischer Frontsoldaten statt. Die Feier gestaltete sich durch die Ansprachen und Teilnahme führender Persönlichkeiten Oesterreichs, zu einer erhebenden Manifestation. Der Bund Jüdischer Frontsoldaten, der im Vorjahr in Erfüllung einer Ehrenpflicht mit der Grabsteinsetzung für die gefallenen jüdischen Soldaten begann, hat dafür überall, wo es Gefühl für jüdische Ehre und Würde gibt, Anerkennung gefunden. Tausende Gäste waren zur Feier erschienen. Nachdem der in Vertretung des Staatssekretärs General Zehner erschienene Generalmajor Hickmann die Meldung entgegengenommen und die Fronten der aufgestellten Formationen abgeschritten hatte, setzte der Chor der jüdischen Sängerknaben unter Leitung von Chormeistcr Kurt Fuchsgelb mit rituellen Gesängen ein, worauf Jakob Feldhammer den erhebenelen Prolog von Alfred Winzer zum Vortrag brachte. Dann ergriff der Bundesführer Hauptmann Sigmund v. Friedmann das Wort. Nach einer Darlegung der Stimmung des österreichischen Volkes bei Kriegsausbruch, wendete sich S. v. Friedmann der gegenwärtigen Lage der Juden Oesterreichs zu. „N u r in der Verbundenheit mit. uns Lebenden können unsere Toten wirklich geehrt werden! Nur in der Gleichstellung von uns Lebenden können unsere Toten ihre wohlverdiente Ruhe finden! Nur in der Achtung vor uns Lebenden kann die Achtung vor unseren Toten richtigen Ausdruck finden! Nur dann, wenn wir Juden gerecht beurteilt werden, nur dann kann der Schmerz der Angehörigen unserer toten Brüder gemildert werden, durch das Bewußtsein, daß das Lebensopfer nicht umsonst gebracht wurde!" Der Bundesführer schloß: „Tote Kameraden! Das schönste Denkmal aber haben wir euch in unseren Herzen errichtet, dort, Kameraden, lebt ihr fort, in unserer Erinnerung als wertvolle Glieder der jüdischen Gemeinschaft, als treue Söhne unseres geliebten Vaterlandes!" Hierauf ehrte Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang die gefallenen jüdischen Helden, indem er darauf hinwies, daß die Ehrenzeichen, die auf dem Wiener Zcntralfriedhof „für Tapferkeit und Vaterlandsliebe jüdischer Brüder" errichtet worden seien, nur dann einen ethischen Wert haben, wenn der Geist der Gerechtigkeit im Lande wirksam ist und die Ehre der Lebenden nicht befleckt wird. In tiefer Andacht folgten die Anwesenden dem „El mole r a c h a m i m" des Oberkantors G. Margulics. Staatsrat Dr. D. F r i e dmann, Präsident der Wiener Kultusgemeinde, gedachte der toten jüdischen Soldaten, die für ihr Vaterland ihr Lehen hingegeben haben, und legte ein Bekenntnis zu Oesterreich ab. Hierauf nahm er den Gedenkstein in die Obhut der Gemeinde. Generalmajor v. Hickmann als Vortreter des Staatssekretärs General Zehner, erklärte, daß auch das Bundesheer gemäß seiner Tradition die Stätte der loten Helden ehr«. Oberstleutnant Bart! Ubermittelte in Vertretung des Buneleskanzlcrs Doktor Schuschnlgg die Grüße der Frontsoldaten; er habe den Befehl des Bundeskanzlers, in Ehrfurcht der toten jüdischen Frontsoldaten zu g ed e n k e. n. Als letzter Redner sprach der Landespropagandaleiter Alfred W 0 i d i n g e r. An seine Rede schloß sich die Defilierung vor den Ehrengästen und der Bundesführung (Major S t a n d h a r t e r). Unter den Klängen von „Ich hatt' einen Kameraden" erfolgte die Kranzniederlegung am Heldendenkmal. Die Abordnung des Bunde.shee.res nahm die Generalcharge ab und intoniert« die Bundeäü^müCj

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