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Die neue Welt · 1935-09-20 · Heft 499 (20.9.1935) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 499 (20.9.1935)
Date
1935-09-20
Page
– (sequence 7)
Language
German
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trc. 4V9 DIE NEUE WELT Seite 75 .J| Palästina braucht zentrale Wi'rtsdiaftelei'fung Ausführungen eines führenden palästinensischen Bankfachrtianues Ueber die Möglichkeit einer kommenden Krise in Palästina liegen vielerlei Meinungen vor. Die Korrespondenz Palnews (Tel-Aviv) richtete im Zusammenhang damit eine Reihe von Fragen an einen Wirtschaftsfachmann, der sie, wie folgt, beantwortete. Frage und Antwort bezeugen die Bedeutung des Stoffes. — D. Red. „Wie beurteilen Sic die Lage der palästinensischen Industrie?" „Meines Erachtens besteht für die Schaffung einer großen Ex p ortin dustric in Palästina keine Aussicht, da Palästina Uber keine Möglichkeiten verfügt, durch die die Industrie in die Lage versetzt werden könnte, mit den großen Industrieländern zu konkurrieren. Die palästinensische Industrie muß in erster Linie den Ländcabcdarf decken. Die Schwierigkeiten, denen die lokale Industrie heute gegenübersteht, sind die Folge «Weier Ursachen: der ausländischen Konkin'rcnz und der hiesigen hohen Löhne. Es ist selbstverständlich, daß die Regierung gesunden Industrien durch Gewährung von Schutzzöllen ihre Unterstützung leihen muß." ,,Wie denken Sie über die Aussichten der palästinensischen Zitrusindustrie?" „Wir haben auf diesem Gebiet mit Schwierigkeiten zu rechnen. Die Produktionskosten des Zitrusa n b a u c s müssen auf ein Minimum herabgedrückt werden. Vor allem müssen neue Märkte gewonnen und weitere Anpflanzungen unterlassen werden." „Meiner Ansicht nach besteht — wenigstens zunächst — keine Aussicht, daß England Palästina die Rechte der Imperial Prcference gewähren wird." „Auf einen weiteren Punkt möchte ich noch besonders hinweisen: Ich bin der Ansicht, daß es dringend erforderlich ist, eine autoritäre Institution, zu schaffen, deren Aufgabe zentrale wirtschaftliche'Leitung und Beratung ist. Diese Institution müßte die wirtschaftlichen Verhältnisse Palästinas grundlegend untersuchen und in ihrer Hand die gesamte Beratung über alle Zweige der Wirtschaft zentralisieren. Sie müßte darüber zu entscheiden haben, was getan und was unterlassen werden muß, was in Palästina entwicklungsfähig und was unwirtschaftlich ist, welcher Boden für bestimmte Kulturen und welcher für andere Zwecke geeignet ist. Jeder neue Einwanderer hätte sich mit seinen Plänen an diese Institution zu wenden und von ihr Rat und Leitung entgegenzunehmen. Wenn eine derartige Institution bestehen würde, so hätte sie jetzt zu erklären, daß weitere Orangenanpflanzungen verboten sind. Eine Institution dieser Art könnte zu einem leitenden Faktor der palästinensischen Wirtschaft, werden." „Wer sollte eine derartige Institution ins Leben rufen?" „Ich bin kein Jude, aber ich glaube, daß die Juden diejenigen sind, deren Aufgabe die Schaffung dieser Institution wäre, da sie das bewegende Element der palästinensischen Wirtschaft sind. Was mich anbetrifft, so lege ich einer derartigen zentralen Institution die größte Wichtigkeit bei." „Ist Ihrer Ansicht nach die Befürchtung einer Krise begründet?" „Nein, ich teile diese Befürchtung nicht, obwohl ich die Tatsachen, die zu diesen Befürchtungen in der Ocffcntlichkeit Anlaß gegeben haben, nicht übersehe. Die ungünstige Handelsbilanz und der hohe Importüberschuß sind bekannte Erscheinungen und werden so lange anhalten, wie der Zustrom von Menschen und Kapital andauert. Der Kapitalimport in Form von Maschinen und anderen Gütern bildet einen erheblichen Teil des Importüberschusses. Die Verhältnisse in Palästina können nicht mit denselben Maßstäben wie die Verhältnisse in anderen Ländern der Welt gemessen werden, der wirtschaftliche Prozeß, der sich in den letzten Jahren in Palästina vollzogen hat, ist ohne Parallele in der Geschichte. Die Gesichtspunkte, nach denen wir gewohnt sind, wirtschaftliche Verhältnisse zu beurteilen, sind auf Palästina unanwendbar. Solange die Einwanderung anhält und der Kapitalzustrom nicht unterbrochen wird, besteht keine Krisengefahr — und das wird noch viele Jahre der Fall sein. Hiermit will ich aber nicht sagen, daß wir nicht ernsthaften Problemen gegenüberstehen die eine Lösung fordern." „Worin sehen Sie das ernsthafteste dieser Probleme.?" Vnroin Hör QiiP7'iOTor veranstaltet wie alljählich auch heuer Verein UBl DUbZdU£BI aniauiicli der Hohen Feiertage ein IN JAN im Jüdischen Volkslieim, II, Untere Au^artenstr. 38, unter Mitwirkung hervorragender Vorbeter. Karten erhältlich allabendlich Uortselbst zwischen 15 bis <J Uhr WOCHEN ^KALENDER September 1935 i _...... bbü n'jnn Elul 5695 Freitag 20 22 Sabbateingang 5.55 Samstag 21 23 Sabbatausgang 6.55 Sonntag 22 24 Montag 23 25 Dienstag- 24 26 Mittwoch 25 27 Donnerstag 26 28 „In der L a n d f t a g e. Die Bodenpreise sind in einem solchen Maße gestiegen, daß kein angemessenes Einkommen aus dem Grund und Boden mehr herauszuwirtschaften ist. Die hohen Grundstückpreisc stehen ein^r gesunden Rendite im Wege. Es ist unmöglich, die Zitruspflanzungen fortzusetzen, und notwendig, andere Wege zu finden, durch die der Boden eine möglichst große Anzahl Menschen ernähren kann." ,.Glauben Sie, daß durch Öffnung Transjordani?ns für die jüdische Kolonisation das Problem gelöst werden, kann und auch westlich des Jordans eine wesentliche Senkung der Bodenpreise herbeigeführt wird?" Das würde sicherlich der Fall sein. Oeffnung Transjordaniens für die jüdische Kolonisation ist eine unvermeidliche Notwendigkeit. Die transjord-anischo Bevölkerung ist in ihrer Entwicklung ebenfalls von dor jüdischen. Kolonisation abhängig, da diese die einzige Lösung der Lagc^ in der sie sich befindet, darstellt." Jüdische Kiiltursfcllc. Neue Adresse: T., Friinz-Joserskai 3. neuer Fernruf R-28-2-36. Unseren Mitgliedern .«ichtni ermäUicrto Karton für Bundes- und Prlvntthcatcr zur ■ Verfügimpr. Erst? KunsLfülu-ung dieser Saison: Sonntag. 22. September, „Di<: bildende Kunst, der Francisco-Josephinischm Epoche". Treffpunkt: Sezession 10.30 Uhr. Leitung: IIupo Friedmann. ...Jiidisrhe Künstlerspiclc", II.. Praterstmße 3-J. Telephon R-15-4-94. J a c R. e c h t •/. e i t, der amerikanische Star, hat gleich m seinem AntrittsstUck durch seine Darstellungskunst und durch seine blendende Vortragsart dos Publikum gewonnen, wobei auch sein Tanztalent im Zusammenhang mit den originellen Couplets zu Beifall hinriß. Auf Grund des Erfolges, woran Lora Glück hm a n n und Simon. F o s t e 1, sowie Israeli G a 1 1 i n a und A. Bell großen Anteil hatteu, bleibt die lustige Komödie ..G enejwische Liebe" allabendlich weiterhin auf den» Spielplan. Sonntag, den 22. September, nachmittags 3.30 Uhr bei ermäßigton Preisen ..Genejwische Liebe". Wiener Jüdischer Gesangverein. In seiner letzton Sitzung hat der Ausschuß aJ3 Chordirigenten Herrn Dr. Kurt Pallien bestellt. Der jüdische Wehrsport- und Schützenvcrein Hagonah hält seine Uebungsabende jeden Montag und Donnerstag zwischen S und 10 Uhr abends im Vereinsheim, IX., I-Iörlgasse 14, ab. Alle aktiven Mitglieder haben regelmäßig zu erscheinen. Die für den 25. d. vorgesehene feierliche Heimeinweihung mußte aus technischen Gründen verschoben werden. Der genaue Termin wird noch bekanntgegeben. Hilferuf der jüdischen Blinden. Der Hilfsverein der jüdischen Blindert. Wien, II., Rembrandtstraße 18 (Tel. Nr. A-17-2-771. ist infolge der wirtschaftlichen Krise der letzten Jahre und intolg6 der großen Zahl der seine Unterstützung in Anspruch nehmenden, in Not geratenen Blinden aller Barmittel entblößt. Um die Not dieser hilflosen Menschen wenigstens teilweise lindern zu können, bittet er. ihn anläßlich der hohen Feiertage mit Spenden zu bedenken. Postsparkassen- Konto Nr. 133.213. Zeire w'Hcchaluz Huinisraehi. Am Sonntag, 22. September d. J.. 8 Uhr abends, findet im Misrachi-Heime. II.. Praterstraße Nr. 60, eine Abschiedsfeier für die abreisenden Chaluzim statt. ■ Hauslehrer, Hofmeister für alle Mittelschultypen mit Kenntnissen fremder Sprachen für Nachhilfeunterricht empfiehlt prompt und unentgeltlich der Jüdische Hochschulausschuß, Wien. IX., Alserstraße 26, Tel. A-25-2-28, von 0 bis 1 Uhr. ßethaii» in der Mensa academica judaica. Der Verein veranstaltet auch heuer anläßlich der hohen Feiertage im Lokal der Mensa, IX.. Zimmermannplatz 8. ein Bei haus (Minjan) Das Rcinerträgnis wird zur Gänze für Freitische an a r ni e S t u d c npidUcUc KüHtttecsfUele Wien II, Praterstraße 34 Sensationserfolg des amerikanischen Stars Jac Rechtzeit halb 9 Uhr, täglich „Genejwische Liebe" Komödie von A. Friedmann ton verwendet. Der Kartenverkauf findet täglich fon 0 bis 3 Uhr im Sekretariate der Mensa, IX., Zimmermannplatz 8, Telephon D-17-7-86, statt. Minjan an den hohen Feiertagen veranstaltet Herr R a b h t n o r S a 1 o m o n Friedman n. in den Sälen des ..Misrnchi". Wien, II., Praterstraße 60, Herr Rabbiner Salomon Friedmann wird persönlich vorbet.cn. Sitzplätze sind täglich dortselbst. zwischen 7 bis!) Uhr abends erhältlich. Telcphonischc Vormerkungen: B-51-001. Die billigste R<?lsc nach Polen und Czernowitz am 25. September mit „Francopol". Wien—Czernowitz—Wien S 100.—. Wien—Lemberg—Wien S 80.—. Melden Sie sich sofort bei „Francopol", III. Rennweg 1, Tel. U-16-4-90. 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