Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 497 (13.9.1935)
- Date
- 1935-09-13
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Nr. 497. ktÜHsduHekai mit gebildetem, häuslichen Mädchen aus sehr guter Familie. Bin 28 Jahre alt, Kaufmann, von nur mittlerem Wuchs, anpassungsfähig, da weltgereist, arbeitsfreudig und zielbewußt. Ausführliche nichtanonyme Zuschriften erbeten unter „Einheirat» an die Administration ds, Blattes. Strengste Diskretion zugesichert. der dem Sejm seit seiner Schaffung angehört hatte, als jüdischer Kandidat aufgestellt worden war, durchgefallen. In Warschau war die Möglichkeit zur Durchbringung von zwei jüdischen Kandidaten gegeben. Daß dies mißlang, ist auf die Zersplitterung der Juden und auf die schwache Wahlbeteiligung zurückzuführen. Während von den jüdischen Wählern des zweiten Wahlkreises nur 16 Prozent zur Urne gingen, haben von den christlichen Wählern 65 Prozent ihre Stimmen abgegeben. Da die Juden etwa über 10 Prozent der Bevölkerung Polens ausmachen, hätten sie Anspruch auf 21 (von den insgesamt 208) Sitze im Sejm; die neue Wahlordnung hat die Besetzung von bloß vier Sitzen möglich gemacht. Bei den Wahlen zum Senat haben die Juden nicht einmal die Chance, einen einzigen Kandidaten durchzubringen. £ e matikys Fuhrer durch Palästina Kaum ein Land der Erde ist so vielfarbig und verschiedenartig gestaltet wie das kleine Palästina. In Natur und liehen, in Stadt und Land, in Landwirtschaft und Industrie, überall zeigt sich diese Buntheit der Erscheinungen. Für . den heutigen Palästina-Reisenden stehen die menschlichen Lebensformen der Gegenwart und die historischen Zeugen der Vergangenheit im Vordergrunde des Interesses. Neben dem Lager schwarzer Kedarzelte viehtreibender Beduinen ackerbautreibende Fellachen in. ärmlichen Dorfern, zwischen den rBeduinenzo!ten und den Fellachendörfern jüdische Kolonien, rings um sie mit Traktoren neuesten Modells gepflügte Foider, nach modernsten landwirtschaftlichen Methoden angelegte Pflanzungen. Auch in der Stadt, bietet sich ein buntes Nebeneinander von Orient und Okzident, von alt und neu. In den Straßen bewegen sich die verschiedenartigsten menschlichen Typen, Physiognomien und Trachten, hört mau fast sämtliche Sprachen der Welt. Auch der Verkehr zeigt dieses frappierende Nebeneinander ältester und neuester Formen. Hier zeigen sich die Schienenstränge der Eisenbahn, neben ihnen schreitet eine Kamelkarawane, in den Lüften ziehen Verkehrsflugzeuge ihre Bahn, auf den Chausseen folgen Autos in dichtem Wechsel. Ost und West, Nord und Süd stoßen aufeinander; Altes und Neues, Heüiges und Profanes zeigt sich in buntem Wirbel. Es ist die Aufgabe des Steimatzky-Palästina- Führers, dem Wandernden und Touristen alle Wege zu weisen und ihm das Land mit seinen Gegensätzen, seinen historischen Stätten, den Werken seiner gegenwärtigen Bewohner zu zeigen. Die Autoren Sev Vilnay und Doktor A. Bonne bürgen für die Richtigkeit des Dargestellten. — Das 450 Seiten starke, gediegen ausgestattete Buch kostet geb. fi Mark und kann auch durch die Adm. d. „Neuen Welt" bezogen werden. Palästina-Einwanderung im Juli Aus Jerusalem: Wie offiziell mitgeteilt wird sind im Monat Juli d. J. in Palästina 5163 Juden, davoz 649 in der Klasse der sogenannten. Kapitalisten mit einem Mindestkapital von je 1000 Pfund, in Palästina eingewandert,. (J. T. A.) Waraln rfor Tnr>TO#»-»or veranstaltet wie alljähiirh auch heuer 7 6rClll Uör JUU*<Jl»£CI anläßiicn der Hohen Feiertage ein I N J A N m Jüdischen Volksheim. II. Untere Augartenstr. 38. unter Mitwirkung hervorragender Vorbeter. Karten erhältlich allabendlich dortselbst zwischen 6 bis 9 Uhr Von der Palestine Electric Corporation (Ruthenberg- Werk) Aus London: Unter dem Vorsitz des früheren englischen Außenministers und Vizekönigs von Indien Lord Reading, fand in London die ordentliche Generalversammlung dieser Gesellschaft statt. Der Vorsitzende erstattete den Rechenschaftsbericht für das Jahr 1934 und erklärte einleitend, die Entwicklung Palästinas auf sämtlichen Gebieten wirtschaftlicher Tätigkeit während der letzten Jahre, sei als außerordentlich zu bezeichnen. Eine führende Rolle in dieser Entwicklung habe die Elektrizitätswirtschaft gespielt. Die P. E. C. habe im Berichtsjahr weitere 1S.463 Stromabnehmer neu hinzugewonnen, der Stromverbrauch ist um über 70 Prozent gestiegen. Besonders bemerkenswert in diesem Zusammenhang sei die Tatsache, daß die Zahl der 193-1 neu hinzugekommenen Konsumenten wesentlich größer ist als die Gesamtzahl der Stromabnehmer Ende 1931, also vor erst drei Jahren. In den beiden letzten Jahren bat sich der Stromverbrauch mehr als verdoppelt. Die Roheinnahmen im Jahre 1834 betrugen 363.900 Pfund gegenüber 221.128 Pfund im Jahre 1933, sind also um 142.772 Pfund oder etwas über 64 Prozent gestiegen. Die Ausgaben sind von 67.504 Pfund im Jahre 1933 um 52.177 Pfund auf 119.681 Pfund im Jahre 1934 angewachsen, was hauptsächlich auf die durch den bedeutend vergrößerten Stromverbrauch notwendig gewordene Erweiterung der Stromerzeugung«- und Zuleitungsanlagen zurückzuführen ist. Für Zinsendienst wurden im Berichtsjahr 28.031 Pfund gegenüber 26.511 Pfund Im vergangenen Jahr In die Bilanz eingesetzt. Dem Amortisationsfonds wurden 48 800 Pfund gegenüber 41.900 im Jahre 1933 zugeführt. Damit hat der Amortisationsfonds eine Gesamthöhe von 240.625 Pfund erreicht. Der Rohgewinn betrug 193.542 Pfund, der Reingewinn 165.511 Pfund; luiter Hinzurechnung des Gewlnvortrags vom vorange- Ich lüde Um emetdet Groteske von T unk ele r Figuren: Ich und ein Jude (ein Sammler jüdischer Sprichwörter). Zeit: Ungefähr vorgestern, Vormittag. (Die Szene stellt mein Zimmer vor. Ich sitze und langweile midi zu Tode, drehe midi hin und her, weiß nicht, was mit mir anfangen, rede zu mir selbst.) Ich: Solch eine Langweile und Oede, daß man verrückt mirdl... Daß doch jemand hereinkäme, mit dem man plauschen. Gedanken austauschen kann, etwas Neues erfährt... (Ich gähne stark.) (Es klopft.) Ich (freudig): Herein! (Es tritt ein Jude ein, mit Brille, mit einem Pack Bücher unter dem Arm. sieht aus wie ein altmodisch er. kleinstädtischer Mädchenlehrer.) Ich (ihm entgegenlaufend): Oh, panje Worlölnutnn. guten Morgen! Er: Guten Morgen, Gut Jahr, für morgen soll Gott sorgen! Ich: Was machen Sie. wie geht's, panje W ortölmunn? E r: Was soll man machen? Der Volksmund sagt: Hast du einen Groschen, schaust du dem Hering in die Goschen... Wenn der Schnaps winkt, dann der Jud trinkt... Ohne Mehl und Butler und Rosinen gibt's keinen Kuchen zu verdienen ... Ich: Was hört sich? Er: Was soll sich hören? Man hört, was man spricht. Ein Ochs hat eine lange Zunge und kann keinen Schofar blasen. Und wenn man redet, zerredet man sich... Ich (ihn urüerbechend): Haben Sie heute die Zeitungen gelesen? Was spricht man über den Krieg? Ich hab' Angst, man ivird anfangen . . . einer auf den andern... zu schießen! E r: Nun, ja. Wenn Gott will, schießt ein Besen. Ich: Und das knapp nach all den Friedenspakten und Handelsverträgen ... E r: Handelschaft ist keine Bruderschaft! Drum: Sei mir kein Vetter, mach mir keine Schuh und gib mir Waren, aber nicht eine Zobelmütze aus Schweinshaaren... Ich: Und der Völkerbund? Er: Wie die Toten essen, so sehen sie aus..* (Wie ich sehe, daß ich mit ihm nicht weiter" komme, gehe ich auf Familiensachen über.) Ich: A propos, was macht Ihre Frau Hesel?. E r: Kein Hesel ohne Dornen. Ich: Und ihre Kinder? E r: Kinder käuen, was Große speien. Ich: Und Parnoße? E r: Parnoße ist hei Gott. (Ich gehen auf Kulturf ragen über.) Ich: Was ist Ihre Meinung über unseren Büchermarkt? E r: Wie man sich bettet, so schläft man» Ich: Haben Sie das letzte Werk unseres Freundes Mendel gelesen? E r: Wenn er Mendel heißt, dann sein Geist nicht beißt! Ich: Sie sind ein sonderbarer Mensch, Ich rede einfach zu Ihnen und Sie erwidern mir mit Sprichwörtern ... E r: Es gibt keine geradere Sache wie eine schiefe Leiter, und es gibt keine schiefere Sache wie ein gerades Dach. Ich: Aber hören Sie doch auf mit Ihren Sprichwörtern, man kann doch an ihnen krepieren! Er: Wenn man ohne Hauptbuch lebt, kann man keine Schlußrechnung machen! I ch: Hören Sie auf mit Ihren Gleichnissen, verstehen Sie? Sonst werf icli Sie alle Treppen hinunter... E r: Wenn man nicht darüber kann, gehl man darunter. Ich (stoße ihn durch die Türe): Marsch hinaus! Er (kriecht durchs Fenster zurück). Ich: Sie sind schon lvieder da? Er: Hahahu! Treiben Sie die Wahrheit durch die Tür, kriecht sie durchs Fenster zurück'.. fVenn man sich am Heißen verbrüht, bläst man aufs Kalte,.. Wenn man... Ich (außer mir vor Wut. packe ich ihn heim Hals und beginne ihn zu würgen): Ich mache einen Hängelusler aus Ihnen ... Er: Die Kleinen hängt man, die Großen... In dem grünen Grase fällt man auf die Nuse... Ich (werfe den Messingleuchter gegen seinen Kopf und schrei): Jetzt mußt du hinwerden, krepieren..." Er (mit letztem Seufzer): Krepieren... Probieren geht über Studieren... (Stirbt.) Beschluß des Theaterdirehtorenuerbantfes In der Spielzeit 1935/36 werden ermäßigte Karten ausschließlich durch die Kunststellen abgegeben. Ihre Kunststellenorganisation die Jüdische Kutluestetie (angeschlossen an die österreichische Kunststelle). Wien I, Franz Josetskai 3. K-28-2-36 Melden Sie sofort Ihren Beitritt an! gangenen Jahr im Betrage von 34.051 Pfund ergibt sich ein Gewinn von 199.562 Pfund. Das Direktorium schlug vor, 70.000 Pfund als allgemeine Reserve zurückzubehalten, wodurch der Reservefonds auf 100.000 Pfund anwächst. 25.000 Pfund sind für die engliche Einkommensteuer und andere Abgaben reserviert, aus der verbleibenden Summe wird für das Jahr 1934 eine einkommensteuerfreie Dividende von 71/aProzent ausgeschüttet. Exportaussichten für die nächste Orangenernte Jaffa (Palnews). Infolge des Zusamentreffens einer Reihe vom Umständen haben sich die Aussichten für die kommende Orangensaison günstiger entwickelt als ursprünglich anzunehmen war. Einerseits fällt die palästinensische Orangenernte infolge der Harnsinwinde im Frühjahr, die besonders die jungen Pflanzen schädigten, g e r in g e r aus als sie an sich der Zunahme der fruchttragenden Fläche entsprechen würde. Auch :n Syrien und C y p e r n ist die Ernte beeinträchtigt worden. Weiterhin wird der Orangenexport in der Wintersaison 1935/36 durch den Umstand begünstigt, daß die eigenen Obsternten in den meisten europäischen Ländern sehr knapp ausfallen werden und infolgedessen die Aufnahmefähigkeit der Märkte für Südfrüchte erweitert wird. Auch in Spanien wird in diesem Jahr mit einer erheblich geringeren Ernte gerechnet als sie der Durchschnittsernte der früheren Jahre entspricht, so daß sich die spanische Konkurrenz nicht so stark geltend machen wird. Schließlich wird damit gerechnet, daß bei einem Ausbruch des italienisch-abessinischen Krieges auch die Konkurrenz Italiens nur abgeschwächt in Erscheinung treten wird, da Italien zur Versorgung seiner Armee erhebliche Quantitäten bereitstellen muß. Aus dem Zusammentreffen all dieser Faktoren wird für die kommende Saison mit einer verhältnismäßig günstigen Entwicklung der Absatzverhältniase auf dem europäischen Markte gerechnet. «■■■■■■■■■■■»■■■■■■B^^ Filme der Woche (Nach den Herstellungsländern zusammengestellt.)' Oesterreich (Arierparagraph):. E va. — Die» ewige Maske. Oesterreich: Episode. Palästina: Das ist das Land. Frankreich: Moskauer Nächte. Amerika: Novak liebt Amerika. — Der Magier von Paris. — Die lustige Witwe. — Das leuchtende Ziel. —■ Roberta. — Schwarzrote Kirschen. — Millionenerbschaft, Deutschland (Arierparagraph): Pygmalion. — Amphitryon. — Liebe und Knockout. — Bezauberndes Fräulein. — Endstation. — Demaskicrung. — Großreinemachen. — Tanzmusik. Amphitryon. Auf zahlreiche Anfragen teilen wir mit, daß der Film „Amphitryon" ein hundertprozen« tiger Nazi film ist. KlNQ4>ROGRAMME KREUZ"KINO AbFreita&l3> September — taglich Te^rr^-V,* Der Mflfiler von Paris Vorstellungen: 4, %6,«AB, y*io tnitJohn Gilbert,LouisStone,Jan Keith SCHWEDEN II, Taborstraße 1 V*kt Vi6t V*Q, ValO Das sensationelle Doppelprogramm LA CUCARACHA»,d NOWAK LIEBT AMERIKA SCHA'FFER VI, Mariahilferstraße 37 Telephon B-20-203 beginn: Vt6. VkB, ftlO Vom 13. bis 16. September Lachende Augen mit Shirüey Temple S T A F A VII Ab 13- SePtei"ber - täglich Mariahilferstraße 120 Die lUSfige WifWG Telephon B-33-0-68 mit Maurice Chevalier und Jeanette Mac Donald Wochentags: 5, 7, V Uhr Sonn- und Feiertage: Vs*, Vnt, Vh», »Uhr VOTIVPAR K Tä9|ich ~ Der schönste Film des Jahres IX, Währingerstraße 12 Jlaä Telephon A-18-3-96 m Beginn: k, v>,6, </«e, 'Aio mit Maurice Chevalier und Jeanette Mac Donald HEIMAT Votn 11 bis I6' September IX, Porzellangasse 19 SWrley Tempi© in ÄS?* LACHENDE AUGEN