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Die neue Welt · 1935-09-13 · Heft 497 (13.9.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 497 (13.9.1935)
Date
1935-09-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIB NEUE WEfifT Nr. 497 EINZIG IN WIEN!!! Alle Artikel in Wäsche und Wirkwaren billigst bei BERGMANN, I., RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTGASSE 5 KÖLLNERHOFGASSE 1 TELEPHON U-20-7-09 TELEPHON 8-25-8-04 TELEPHON R-26-Ö.99 Wir biHor», sieh bt! jedem Einkauf auf unser BloH zu berufen Dies ist die allergefährlichste Seite der kommenden ungeheuren Auseinandersetzung zwischen den weißen und den farbigen Völkern. Allein das echte, lebendige Christentum, der echte Univeraalismus und Integralismus wären imstande, auch dieses ungeheure Weltproblem im Interesse aller zu lösen." Weltpresse, Weltjuda, Weltfinanzmacht, Weltorganisation, Weltfreimaurerei, Weltjudentum, Weltmachtstellung, Weltregierung, Weltproblem — Herr der Welt, hilf uns aus diesem schrecklichen Chaos eines Wiener Weltantisemiten.' Trumpeldor und Auch die Wiener Presse beginnt sich allmählich für den Zionismus zu interessieren, die Organisationsformen kennen zu lernen und die Persönlichkeiten, die dem Zionismus sein Gepräge geben. So befaßte sich beispielsweise das Wiener deuts-chchrlstliche (katholische) Hauptorgan „Reichspost" vom 6. September (im Zusammenhang* mit der Tagung der N. Z. O.) mit den Strömungen im Zionismus, mit den Aspirationen und Methoden der einzelnen Parteien und erwähnte auch Josef Trumpeldor als eine von den Zionisten verehrte Heldenfigur. Sie erzählte ihren Lesern nicht viel von Trumpeldor, dem. Helden von Tel Chaj. Um ihnen aber doch so etwas wie eine Vorstellung zu vermitteln, zog sie — Horst Wessel als Parallele heran. Eine größere Schmach konnte sie uns, vornehmlich der jüdischen Jugend, nicht antun. Das reine Heldenleben und der Heldentod Trumpeldors im Kampf um palästinensische Erde und das Unterweltsmilieu des Horst Wessel, der das schöne Lied dichtete „Wenns Judenblut vom Messer spritzt" und von einem Zuhälter ermordet wurde, als Pendant heranzuziehen, dazu gehört entweder Zynismus oder völlige Unkenntnis des Sachverhalts. Das letzte allerdings ist unwahrscheinlich. Denn der Leitartiklel der „Reichspost", der so gut Bescheid weiß in Dingen zionistischen und nationalsozialistischen Lebens, wird zweifellos auch wissen, was für Figuren sich das Dritte Reich zu seinen Helden erkoren hat und welche Heldentypen das jüdische Volk immer verehrt hat. " II 935 || Maturaschule „UNIVERSUM IX, GARNISONGASSE 3. TELEPHON A-20-4- Beginn neuer Tages- und Abendkurse arn 15. IX. 1935 Neue Vorschläge zum Fludillingsproblem Die Schmach der ungelösten Flüchtlingsfrage besteht weiter. Nicht nur, daß man die Regierungen, welche ihre Bürger in oft grausamster Weise vertrieben haben, unangetastet läßt, sieht man auch ruhig zu, wie die Flüchtlinge ohne politischen und materiellen Schutz in immer tieferes Elend versinken. Jetzt hat wieder eine Bewegung für die Flüchtlinge eingesetzt. Ob sie nicht wieder im Sande verlaufen wird? * Aus Genf wird gemeldet: Im Zusammenhang mit dem von der Völkerbundsversammlung demnächst zu erörternden Vorschlag der norwegischen Regierung zur Schaffung eines dem Völkerbund unterstellten zentralen Flüchtlingsschutzamtes haben unter anderem auch die sowohl im Beirat des Nansen- Amtes wie im Beirat des Oberkommissärs MacDonald vertretenen Quäker an die Mitglieder des Völkerbundes ein Memorandum verschickt, in welchem sie den Vorschlag der norwegischen Regierung warm befürworten. Es wird im allgemeinen die folgende Lösung empfohlen: 1. Der Völkerbund möge einen einzigen Oberkommissär für Flüchtlinge ernennen, dessen Posten ein Ehrenposten — wie der des verstorbenen Dr. Fritjoff Nansen — sein soll. Diesem OberkommiBSär soll der Schutz aller Kategorien der Flüchtlinge obliegen, mit denen der Völkerbund sich direkt oder indirekt bis jetzt beschäftigt hat oder in der Zukunft noch zu beschäftigen haben wird. Es sind das: die russischen, armenischen, assyrischen, assyro-chaldäischen und türkischen Flüchtlinge, mit deren Los sich bisher das internationale Nansen-Amt beschäftigt hat, die Flüchtlinge aus dem Saargebiet, die, soweit sie stimmberechtigte Saarländer waren, ebenfall« dem Tätigkeitsbereich des Nansen-Amtes unterstellt wurden, und schließlich die Flüchtlinge ftn« Deutschland, die bisher d«m Tätigkeitsgebiet des Oberkommissärs MacDonald unterstellt waren: insgesamt ungefähr eine Million Menschen, wovon ein großer Teil staatenlos ist. 2. Das Amt des so ernannten Öberkommlssärs soll einen integrierenden Bestandteil des Völkerbundsekretariats bilden und seine gesamten Verwal tungsspesen sollen aus dem Budget des Völker bundes gedeckt werden. 3. Für die S e ß h a f t m a c h u n g der Flüchtlinge und ihre Versorgung mit Arbeit in verschiedenen Ländern soll ein aus privaten Mitteln gespeister, aber unter den Auspizien des Völkerbundes ins Leben gerufener Fonds unter dem Namen „Nansen-FlUchtlingsfonds" geschaffen werden. Diesem Fonds könnten auch die Regierungen der an der Lösung des Fluchtlingsproblems Interessierten Länder Beiträge zukommen lassen. Die Haupttätigkeit dieses Flüchtlingsamtes soll be stehen: a) im rechtlichen Schutz der Flüchtlinge durch Beschaffung von Identitätspapieren. Aufenthalts bedingungen und Arbeitserlaubnissen für sie; b) in einer politischen Aktion zwecks Förderung der Wan derongen von Flüchtlingen und ihrer entsprechenden Verteilung auf die verschiedenen aufnahmefähigen Länder; c) in materiellem Beistand durch Beschaffung von Arbeit in einem ständigen Heim und durch temporäre Unterstützung in der Zeit, in der die Flüchtlinge der dringendsten ersten Hilfe bedürfen. Bei Magenbeschwerden, Sodbrennen, vermindertem Hungergefühl, Darmverstopfung, Druck gegen die Leber, Beklemmungen bewirkt ein Glas natürliches ,,Franz-Josef"-Bitterwasser prompte Belebung der darniederliegenden Verdauung und Entgiftung des Darmkanals. Aus Deutschland Wie der Metzger Levy starb Aus Prag: Die J. T. A. brachte vor kurzem die Nachricht über den Martertod des jüdischen Metzgers Levy in Mehlem (Rheinprovinz). Nunmehr werden folgende Einzelheiten mitgeteilt: Der Metzger Levy aus Mehlem (Rheinprovinz) wurde von SA.-Leuten bedroht, so daß er aus dem Hause in die Felder flüchten mußte. Als er glaubte, seine Verfolger seien verschwunden, kehrte er in sein Haus zurück. Aber die SA.-Leute ließen nicht von ihm ab und schlössen ihn in die Räucherkammer seiner Schlächterei ein. Als die Frau nach Abzug der SA.-Leute die Räucherkammer öffnete, fand sie ihren Gatten erstickt vor. Die Wiederbelebungsversuche des Arztes blieben ohne Erfolg. An der Beerdigung nahmen zahlreiche Nichtjuden teil. Bei der Staatsanwaltschaft soll eine Anzeige wegen Mordes vorliegen. Levy, ein geachteter Bürger, war Vater von zwei Kindern. Judensperre der Theater und Kinos Aus Berlin: Der Reichskulturminister Rust hat anknüpfend an seine Mitteilung, daß die Entfernung aller jüdischen und halbjüdischen Kinder aus allen Schulen Deutschlands unmittelbar bevorstehe, bekanntgegeben, daß auch entsprechende Maßnahmen auf anderen Gebieten des kulturellen Lebens getroffen werden. Vor allem soll den Juden der B cs'ueh der öffentlichen Theater, Konzerte und Kinos verboten werden. Die Stadt Kiel ist mit einer solchen Regelung schon vorausgegangen. Durch eine Anordnung des Kieler Oberbürgermeisters wird den Juden der Besuch des städtischen Theaters ab 1. Oktober untersagt. Gleichzeitig wurde mit deu Kinobesitzern eine Vereinbarung getroffen, wonach diese mit sofortiger Wirkung dafür zu sorgen haben, daß das jüdische Publikum zu den Kinovorstellungen nicht mehr zugelassen wird. Noch radikaler als die Stadt Kiel Ist die Gemeinde Rommersheim in Rheinhessen, wo den Juden sogar das Hinstellen von Autos auf den G emeindostraßen und -plätzen verboten wurde. Gegen kranke Juden Aua Berlin: Das Deutsche Nachrichtenbüro meldet: „Der Gemeinderat der Stadt Schotten hat folgenden Beschluß gefaßt: 1. Jeder Zuzug von Juden ist für die Folge gesperrt. 2. Jeder Verkauf von Grund und Boden sowie Häusern an Juden ist verboten. 3. Alle Öffentlichen städtischen Einrichtungen, Kranken- Alt werden und jung bleiben möchte jeder. So schwierig es scheint, es ist dennoch leicht erreichbar durch ständige, sorgsame Körperpflege. Ein hervorragendes Mittel dazu ist DIANA FRANZBRANNTWEIN MIT MENTHOL Massagen (Einreibungen) mit Diana-Franzbranntwein erfüllen mit verjüngender Kraft. Ebenso wertvoll sur Mund* und Haarpfleg». Und dabei sehr billig. Nehmen Sie nur Diana und weisen Sie wertlose Nachahmungen energisch zurück. Uiktrall e r h 1 1111 c h 1 h a u s, Viehwaage usw., sind für Juden gesperrt. 4* Von allen städtischen Versteigerungen — Gras, Holz* Obst usw. — sind Juden auszuschließen. 5. Alle Volksgenossen, die mit Juden im Geschäftsverkehr stehen oder ein freundschaftliches Verhältn l s unterhalten, sind von städtischen Lieferungen, Unterstützungen, einschließlich Fuhren, auszuschließen." Buttersperre für Juden Aus Fr ei bürg: Der Freiburger „Alcmann»'* bringt im Inseratenteil folgende „Bekanntmachung"» Betrifft Abgabe, von Butter aus der städtischen Molkerei an die jüdische Bevölkerung von Emmendingen: „Die Abgabe von Butter aus der städtischen Molkerei an die jüdische Bevölkerung von Emmendingen wird mit sofortiger Wirkung eingestellt. Emmendingen. 26. August 1935. Das Bürgermeisteramt." Vertrieb jüdischer Zeitungen verboten Aus Berlin: Der Präsident der Reichspresse« kammer gibt bekannt: „Das öffentliche Anbieten und der Verkauf von Zeitungen und Zeltschriften, die sich ganz oder zum Teil, sei es dem Titel oder dem In* halt nach, an die jüdische Bevölkerung richten, ist verboten. Der Verband deutscher Zeitungs- und Zeitschriftengrossisten und die Reichsfachschaft des deutschen Zeitungs- und Zeitschriften-Einzelhandels werden beauftragt, die Durchführung dieser Anordnung zu überwachen. Diese Anordnung tritt am 1. Oktober 1935 in Kraft." Die jüdische Bevölkerung wird also die Zeitungen nicht mehr im Einzelhandel erhalten, sondern nur im Abonnement beziehen können. Die Anordnung betrifft auch die jüdischen Zeitungen des Auslandes, die noch nach Deutschland hereinkommen dürfen. Billige Reisen nach Palästina $ Kostenlose Beratung in allen Relsean?eleg:enhelten, welche Palästina betreffen, mündlich und telephonlsch Im Reisebüro „IN DIE WEIT"- (Dr. S. Tocker) IX, Llechtcnstelnstrafie 2, Telephon A-14-504 Boykott Aus Berlin: In Schriesheim (Baden) wurde laut „Heidelberger Tageblatt" durch den Bürgermeister u. a. bestimmt, daß Beamte und Angestellte der Gemeinde, die bei Juden kaufen, disziplinarisch aus dem. Dienste entfernt würden. Außerdem wurde Juden die Teilnahme an allen Veranstaltungen öffentlicher oder nichtöffentlicher Art, z. B. Märkten, verboten. — Das „Reutlinger Tageblatt" berichtet aus Bietigheim (Württemberg): „Einer Mahnung entsprechend, sind zum Bietigheimer Fferdemarkt keine Meldungen von Juden erfolgt. Der Auftrieb von 253 Stück deckt die Bedürfnisse der Landwirtschaft. So hat Bietigheim den ersten Pferdemarkt ohne Juden abgehalten." Ein „Israelit" starb am Kreuz Aus Berlin: Anläßlich der Inthronisierung des neuen Berliner katholischen Bischofs Dr. Graf von Preysing hat die Katholische Aktion in Berlin eine große Massenfeier im Berliner Sportpalast veranstaltet, an der über 20.000 Personen teilnahmen. Der Bischof wies darauf hin, daß ein „Israelit als Volksaufwiegler am Kreuze starb, nachdem er große Volksscharen an sich gefesselt hatte". Das war der Ursprung der Kirche. Urkundenfälschung beim Ariernachweis Aus Berlin: Vor dem Berliner Schöffengericht hatte sich die 26jährige Ruth Sch. wegen Urkundenfälschung zu verantworten. Die Angeklagte, die bei einer Berliner Firma als Stenotypistin beschäftigt war, hatte bei Nachprüfung ihrer arischen Abstaram u n g verschwiegen, daß ihr Großvater Jude war. Sie fälschte ferner eine Sterbeurkunde ihres Großvaters, indem sie die Bezeichnung der Konfession ausradierte und dafür die Eintragung „evangelisch" vornahm. Unter Zubilligung mildernder Umstände wurde die Angeklagte zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. Die Juden in der Schweix Aus Zürich: Die „Neuen Züricher Nachrichten" berichten, daß laut Feststellung des „Eidgenössischen statistischen Amtes" die jüdische Bevölkerung in der Schweiz sich wie folgt entwickelt hat: Jahr: 1860 Anzahl: 4.216 Promille: 2 1870 6.996 3 1880 7.373 2 1888 8.069 3 1900 12.264 4 1910 18.462 5 1920 20.979 S' 1930 17.973 4 Das Blatt schreibt hiezu: „Vorwiegend mit der Wanderungsbewegung im Zusammenhang steht auch der verhältnismäßig rasche Anstieg der Israeliten von 1900 auf 1910 und ihre Verminderung nach 1920. Charakteristisch in dieser Beziehung ist, daß die Juden in der Schweiz früher vorherrschend Ausländer waren, während sie nach der neuesten Zählung mehrheitlich Schweizer sind, unter denen sich allerdings relativ viele Neubürger befinden. Von einer „Verjudung" der Schweiz kann man angesichts der Tatsache, daß es heute auf 226 Einwohner einen Israeliten trifft, nicht sprechen. Gewissen Vollblut» ariern wird allerdings selbst dieser eine Jude noch AI viel sein»"

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