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Die neue Welt · 1935-09-13 · Heft 497 (13.9.1935) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 497 (13.9.1935)
Date
1935-09-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 497 DIE NEUE WELT S?itö3 1 Uoikekmiefet „Hitler'Früdifdten" „Vor dem jüdischen Krankenhaus in Fürth bei Nürnberg haben sich wiederholt bei jüdischen Begräbnissen Scharen von jungen Lümmels in Hitler-Uniform eingefunden, sind neben den Leidtragenden hergegangen und haben im Sprechchor gegröhlt: ,Oott sei Dank, wieder ein Jud' verreckt!' Kein Polizeibeamter schreitet ein, aber zur Ehre der Bevölkerung sei gesagt, daß wiederJwlt Frauen in ihrer Empörung Eimer voll Wasser auf die Hitler- Früchtchen hinuntergeschüttet haben." „Neuer Vorwärts" (Prag) vom 6. September 1935. Genötigt, von Juden Geld xu nehmen „Wir sind, wie schon vor einigen Wochen, genötigt, in unserem Wirtschaftsteil eine Anzeige zu bringen, auf der eine Reihe jüdischer Bankhäuser verzeichnet ist. Wir erinnern an das Wort unseres Reichswitschaftsministers Dr. Schacht, der in Königsberg erklärte, daß sich die Juden ein für allemal damit abfinden müssen, daß ihre Rolle in Deutschland ausgespielt sei. Damit ist das Problem für uns gelöst, und es kann nur noch eine Frage der Zeit sein, bis der letzte Pfennig des sauer verdienten Geldes unserer Volks geyiossen in deutschen Händen ist! Wir haben durch Charakter und Diziplin mitzuhelfen, daß diese Zeit mögliclist kurz bemessen ist." „Rheinische NSZ-Front" (Köln) 1935. Arisdie und semitische Völker In der ersten Arbeitssitzung des in Brüssel tagenden 16. Anthropologischen und Archäologisclien Kongresses hielt der Ordinarius an der Universität Lüttich und Leiter des Anthropologischen Instituts, Fraipont, ein erschöpfendes Referat, in dem er unter Heranziehung schwerwiegender wissenschaftlicher Argumente die Auffassung, daß die arischen Völker denjenigen semitisclien Ursprungs überlogen seien, als durchaus unhaltbar bezeichnete. „Havas" (Brüssel) 1935. Keane deutschen Flüchtlinge nach Rußland Der Hochkommissär für die deutschen Flüchtlinge beim Völkerbund, James G. Mac Donald, erklärte, er sei nach Moskau gekommen, um mit dem Kommissariat für auswärtige Angelegenheiten über die Frage der Reorganisierung des Flüchtlingsamtes beim Völkerbund in der Weise, daß auch die Obsorge für die deutschen Flüchtlinge direkt dem. Völkerbund unterstellt wird, zu verhandeln. Die Frage etis&r Seßhaftmachung deutscher Flüchtlinge in Ländern der Sowjetunion wurde nicht berührt. Jüdische Telegraphen-Agentur, Moskau. Zwei Wehen „Zwei Stunden lang fuhren wir durch Transj o rdauie n und trafen kein einziges Auto, kein Pferd, keinen Wagen; nur ein paar Beduinen saßen um ihren Feuertopf und bereiteten ihr Nachtmahl, so wie ihre Väter es bereits vor Tausenden von Jahren taten. Als wir aber die Allenby-Brücke überschritten hatten, änderte inch das Bild sofort grundlegend. Ein Auto nach dem andern sauste uns entgegen. Beide Länder sind voneinander nur durch den schmalen Jordan getrennt, zivilisatorisch jedoch trennen sie Jahrhunderte." Hermann Swet, Bericht über eine Reise, 1935. Was keine Rassenschande ist Die Ncw-Yorker Polizeidirektion hat. dem jüdischen D&tcklw Matthen) S alo m o n, der erheblich verletzt worden war, als er sich bemühte, die deutsche Flagge auf der „Bremen" vor Angriffen zu schützen, gestattet, eine Ehrenprämie von 150 Dollar vom. Norddeutschen Lloyd entgegenzunehmen. Jüdische Telegraphen-Agentur, New York, 1935. Zum jüdischen Weltkongreß Aus Luzern wird gemeldet: Die Mitglieder des Comite des Delegations Juives und Vertreter des Exekutivkomitees des American Jewish Congress hielten in Luzern eine gemeinsame Sitzung ab, die der Erörterung der Situation der Juden in den verschiedenen Ländern der Welt gewidmet war. Es wurde eine Reihe von Entschließungen angenommen, von denen sich einige auf die Lage in Deutschland beziehen, andere darauf, wie den Juden in verschiedenen europäischen Ländern finanziell zu helfen sei. Sonderberichte wurden über die Lage der Juden in Polen und in anderen europäischen Ländern erstattet. Einen der Hauptpunkte der Beratungen bildete die Frage der Einberufung des Jüdischen Weltkongresses. (J. T. A.) Zum Präsidenten der Comitö des Delegations Juives wurde der Ehrenpräsident des American Jewish Congress, Rabbi Dr. Stephen S. Wise, gewählt. Die Juden von Kabul ausgetrieben Aus Jerusalem. (J. T. A.) Die hebräische Tageszeitung „Davar" hat eine Mitteilung aus Kabul, der Hauptstadt von Afghanistan, erhalten, derzufolgc die Regierung die Austreibung sämtlicher Juden aus Kabul nach dem fernen Dorf Parah angeordnet hat. Die Judenschaft von Kabul befindet sich in einer verzweifelten Lage; in dem von 600 Afghanen bewohnten Farah ist für sie weder Wohnraum, noch irgend eine Existenzmögllchlcelt vorhanden. ä rai n Kunerol ist vollständig reines Fett aus Kokosnüssen, es ist nahrhaft, leicht verdaulich, unbegrenzt haltbar und karfn von jedem Strenggläubigen ohne Bedenken zur Zubereitung von Milch- und Fleischspeisen für den Festtagstisch verwendet werden. Das Verschlußsiegel der Packung gibt Ihnen die Gewißheit, daß Kunerol unter Aufsicht Sr. Ehrwürden des Herrn Bezirksrabbiners" S. Ehrenfeld zu Mattersburg hergestellt wird. rr 1 '« ,: -flftD .. '*£> Das 100% reine Kokosnußfett ur echt in Originalpackung! Säusrm um ein äBiterBkanfedhes Sir&eal Der New-Yorker Polizeirichter Louis Brodsky hat die vier verhafteten Kommunisten, welche kürzlich bei der Abfahrt des deutschen Schiffes „Bremen" gegen die Hakenkreuzfahne demonstrierten, freigesprochen. Der Freispruch wurde damit begründet, daß die Hakenkreuzflagge berechtigter- oder unberechtigterweise die Vorstellung eines Piratenschiffes hervorgerufen habe. Die Hakenkreuzfahne, erklärte der Polizeirichter, versinnbildliche in den Augen des Amerikaners alles das, was den amerikanischen Idealen von dem gottgegebenen unverrückbaren Rechten aller Völker, wie von Leben, Freiheit und dem Streben nach Glück, zuwiderläuft. Nach Ansicht der bei den Kundgebungen Versammelten bedeutete dieses Zeichen der Naziregierung Krieg der Religion, Vernichtung von Mitbürgern, lediglich aus religiösen oder ethnologischen Gründen, Entwürdigung der gelernten Berufe, kurz gefaßt, wenn man einen biologischen Begriff gebrauchen darf, einen atavistischen Rückschritt in mittelalterliche, wenn nicht gar barbarische soziale und politische Verhältnisse. Dieses Urteil hat in Amerika allgemeine Zustimmung, im Dritten Reich grenzenlose Erbitterung hervorgerufen. Die deutsche Presse ist in einen Taumel der Besinnungslosigkeit geraten. Der Justizminister Doktor Frank, der den Münchner jüdischen Rechtsanwalt Dr. Richard Strauß ermorden ließ, hat eine Sitzung der Juristenfiihrung nach Berlin einberufen und dort nach Meldung des „Völkischen Beobachters" folgende Rede gehalten: „Der Richter Brodsky ist Jude. Juden können weder unsere Flagge noch unser tuitionalsoizalistisches Deutschland irgendwie beleidigen. Daß ein Jude das Ehrenkleid eines Richters in den kulturell so Uberaus hochstehenden Vereinigten Staaten von Nordamerika mißbrauchen kann, um den ganzen ohnmächtigen Haß seiner Rasse gegenüber dem wiedererstehenden nationalsozialistischen deutschen Volk auszulassen, ist allerdings ein ernster und höchst bedauerlicher Vorgang. Aber weder das ehrenvolle Volk der Vereinigten Staaten von Nordamerika noch auch die mit Recht so angesehene Justiz der Vereinigten Staaten haben etwas mit diesem Exzeß zu tun. Es ist außerordentlich bedauerlich, daß diese bodenlose, niederträchtige G e me inheit eines J U d o n unter dem Schutze eines amerikanischen Staatsamtes geschehen konnte. Im Namen des gesamten deutschen Rechtslebens, im Namen der deutschen Justiz und aller deutschen Rechtswahrer erhebe icl» gegen diese unerhörte Verunglimpfung Protest, indem ich an das Gerechtigkeitsempfinden des edlen amerikanischen Volkes appeliiere, das es nicht als angemessen empfinden kann, daß irgend ein dem Ghetto entlaufe n er Bursche unter dem Mißbrauch der liberalen Gesetzgebung der Vereinigten Staaten sich als Richter aufführen und Schiinder der deutschen Flagge freisprechen darf. Die geeigneten Schritte werden durch die Reichs- und Parteistellen unternomenm werden." Wir wollen hier nicht ausführen, inwieweit der Richter Brodsky in sein Urteil eine politische Tendenz hat einströmen lassen. Aber Dr. Frank irrt, wenn er glaubt, daß die amerikanische öffentliche Meinung sich seinen Ausführungen anschließen wird. Viele Millionen Amerikaner haben oft genug ihren Abscheu vor dem schändlichen Regime kundgetan, das heute in Deutschland etabliert ist. Millionen „Arier", Katholiken und «. Protestanten, haben sich in großen Manifestationen für die im Dritten Reich verfolgten geistigen Menschen, ohne Unterschied der Klasse, Rasse und Religion, eingesetzt. Herr Dr. Frank soll also nicht zu empfindlich sein. Die deutschen Nationalsozialisten — das weiß dte ganze Welt ■— verfolgen das jüdische Volk bis zur Vernichtung, versuchen es zu bespeien, zu verfemen, zu entwürdigen. Es ist dies eine Methode, eine von den heutigen Machthabern geübte und propagierte Methode. Insbesondere das Wort „Rassenschande" muß für die niederträchtigsten und schamlosesten Handlungen des deutschen Hakenkreuzes herhalten. Jetzt endlich weiß auch Nazideutschland, was e3 heißt, zu einer „niederen Rasse" gestempelt zu werden. Jetzt empfinden dieselben Herren, die sich in der Verunglimpfung des jüdischen Volkes nicht genug tun können, ein charakteristisches Wort als Beschimpfung und versuchen, das „ehrenvolle Volk der Vereinigten Staaten" für sich zu gewinnen. Das ehrenvolle Volk der Vereinigten Staaten weiß, was es von den Methoden des Dritten Reiches zu halten hat. Die Empörung des Herrn Dr. Frank und das Werben um Wohlwollen werden nur Staunen erwecken — in einem Land, das verfassungs- und gesinnungsmäßig all die Methoden ablehnt, die da3 Dritte Reich handhabt. Ahe§$5n«eiu§ ,©esr Jud ist §diuld' Während in Genf die Staatsmänner den italicniscliabessinischen Konflikt zu schlichten versuchen, Englands Interessen an die Mussolinis anprallen, Weiße und Schwarze sich nicht entscheiden können, auf welche Weise sie ihre Sympathie für einen der betreffenden Partner zum Ausdruck bringen sollen, hat ein Wiener „geistiger Führer", Herr Anton Orel, von Beruf Antisemit, für alle diese Probleme eine einfache Formel gefunden: Schuld sind die Juden! In einem Aufsatz der Zeitschrift „Das neue Volk" schreibt er nämlich: „Trotz all dieser für Japans Aufstieg zur Führerschaft über Asien gegen die Kolonialmächte, also vor allem gegen England und Frankreich, aber auch gegen Holland (Sumatra, Java, Borneo usw.). günstigen Umstände ist es doch höchst auffällig, daß die europäischen Kolonialmächte und die (allerdings auch wirtschaftlich schwer havarierte) nordamerikanische Union dem für sie höchst gefährlichen Vordringen Japans gegenüber sich völlig passiv verhalten. Nicht einmal ein Pressefeldzug wird dagegen geführt. China, das doch dem „Völkerbund" angehört, wird Japan gegenüber, das doch den „Völkerbund" verlassen hat, völlig im Stich gelassen, so daß es sich genötigt sieht, jede Forderung Japans widerstandslos zu erfüllen. Diese Tatsachen legen die Vermutungnahe, daß hinter Japan eine .Macht steht, die zugleich im „Völkerbund" wie in der Weltpresse und über die meistbedrohten Mächte England-Frankreich gebietet. Die3 ist aber niemand anderer als Weltjuda mit seiner Weltfinanzmacht und seiner Weltorganisation, der Weltfreimaurerei. Das Weltjudentum sieht durch den Niederbruch des Kapitalismus, wie durch das (zum Teil damit in Verbindung stehende) Erwachen der abendländischen Völker aus der jüdisch-liberalen Hypnose seine Weltmachtstellung bedroht. Es entspräche durchaus der Taktik der geheimen j ü d i s c h - m a u r e r i s c h e n W e ] t r e g i erung, daß sie die Zeit für gekommen erachtet, die farbigen Völker in den Kampf gegen das Abendland 7U führen, um dieses, das ungebärdig zu werden droht, auf diese Weise für die jüdischen Intei-essen in Schach ZU halten. Japan und Abessinien waren von diesem Gesicht*» punkt aus nur als zwei Degen Weltjudas anzusehen, wftf Ja Ja^an schon im Krieg gefen Rußland wMfi

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