Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 493 (30.8.1935)
- Date
- 1935-08-30
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 493 DIE NEUE WELT Seite Tr H eine« vollständigen Fernhalten« von diesem . legislative Council vorzustellen". Als Außenstehende wurden sie wenig tun können, innerhalb des Council trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit viel. Der in seinen politischen Anschauungen im allgemeinen demokratisch einsichtsvolle Zionist müsse wissen, daß nach den Bestimmungen des Mandats Palästina früher oder später rine auf Volksvertretung beruhende Regierung erhalten muß. Der Artikel befaßt sieh weiter mit den von zionistischer Seite gegen die Einwnnderungspolitik der Regierung und die Sperre Transjordaniens gegen .indische Ansiedhing erhobenen Vorwürfen. Es sei richtig, daß diejenigen, die die Schaffung eines jüdischen Nationallioims versuchen, eine noch größere Einwanderung wünschen würden, wie sie auch andere Beneflzien von Seiten der Mandatarmacht wünschen würden. Im großen ganzen hätten sie aber wenig Grund, mit der Stellung der Zionisten in Palästina sehr unzufrieden zu sein. Was Transjordanien betreffe, so werde von einigen Beobachtern die schließliche Ansiedlung von Juden dort für gewiß gehalten. Die englische Regierung halte jedoch diese Entwicklung im Augenblick nicht für durchfürbar. Ucdmtuegd Sozialismus und Judentum „Der Sozialismus der Juden Ist die nie begrabene 7ncssienische Hoffnung, verkündet von Juden, die den Glanben verloren haben, an eine Menschheit, die gerne wieder glauben möchte. Der Sozialismus der Juden ist im Ablauf der jüdischen Oeistesgeschichte nur eine Episode. Er ist dahin, wenn die Juden ihn nicht mehr verkünden und die Menschheit nicht mehr auf ihn hören will. Das erste ist — das kühne Wort sei gewagt — bereits eingetreten. Wie die Juden vor einem Jahrhundert sich mit messianischer Begeisterung des Liberalismus annahmen, um später mit derselben Begeisterung zum Sozialismus zu schwören, so Jmben sie heute die Wendung der europäischen Völker zum Nationalismus mitgemacht." Der katholische Schriftsteller Otto Maria Karpfen (Wien, 1935). Zionistische Aussprache mit England „Die Juden sind gezwungenermaßen bemüht, die Mandatsverwaltung zu einer Aufgabe ihrer wirtschaftspolitischen Passivität zu bringen und sie zu veranlassen, sich dem Wandel der wirtschaftlichen Bedürfnisse anzupassen, den ihre Repatriierungsbewegung dauernd verursacht und' notwendig verursachen muß. Wenn der Gesetzgebende Rat nur solche Anpassungsmaßnahmen ablehnt, genügt das schon, um die Rückkehrbewegung zu verhindern. Dagegen hilft ein Reservatrecht des Oberkommissars, auch ohne den Rat Gesetze durchzuführen, die zur Erfüllung der internationalen Verpflichtungen Englands notwetidig,, sind, nur ebe,nsqwenig wie. sein geplantes Vetorecht gegen Beschlüsse des Rates. Denn i)i der Praxis müßte er dann in allen wichtigen Fragen konsequent gegen den Rat arbeiten, und hiefür bildet man nieht eigens eine Volksvertretung, noch dazu unter so schweren Nöten. Wie man die Dinge auch betrachtet, die jüdische Repatriierungsbewegung ist an einem kritischen Punkt angelangt, an dem eine neue grundsätzliche Aussprache mit der Mandatarmacht unvermeidlich geworden ist." Ernst Davis (Jerusalem), „Die Frage des Gesetzgebenden Rates in Palästina". Damals «♦. „Einmal wird die Zeit der Ernte kommen. In unserer Macht liegt es, diese Erntezeit zu beschleunigen. Wir alle außerhalb Deutschlands, die wir unseren Glauben an Gerechtigkeit nicht verloren haben, dürfen nicht stillschweigen. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts gab es in Teilen des ottomanischen Reiches barbarische Verfolgungen von Andersrassigen und Andersgläubigen. Damals stand der alte Gladstone in England auf, und mit seinem sturmflutartigen Zorn rüttelte er das Gexoissen der ganzen Kultnrwelt auf. Bis der Schmach ein Ende wurde. Die Welt wartet heute auf einen Gladstone. Vielleicht gibt es heute keinen. Da haben wir, jeder einzelne von uns, eine heilige Pflicht: das zu sagen, das zu schreiben, so zu handeln, wie es dieser Gladstone tun würde. Denn im Vergleich zu Adolf Hitler war Abdul Hamid ein Dilettant. Im Vergleich zur Nazischmach war idic Türkenschmach ein Lappalie". Geoffrey Fräser, englischer Journalist. Dem Luxer ner Kongreß ins Protokoll „Es steht außer Frage, daß die Zionisten die britische Regierung beschuldigen, sie betrogen zu haben. Ich glaube, daß das eine durchaus begründete Anklage ist, die belegt werden leann. Es kann schließlich kein Zweifel bestellen, daß, naclidem die Erklärung im Jahre J9i7 abgegeben worden war, die Zionisten zu der Vorstellung gebracht wurden, daß man ihnen einen Jude nstaat in Palästina errichten wolle . ., . Präsident Wilson und Präsident Roosevelt }iattcn '*ich in bestimmten Worten geäußert, so daß kein Zweifel darüber bestellen könnte, was sie unter einem jüdischen Nationalheim, und wie sie die Balfour-Deklaralion verständen. Sie verstanden darunter nur das eine — einen jüdischen Staat. Auch die führenden Männer Frankreichs, die iührenden Männer der Verbündeten haben so deut- Uch, wie sie nur konnten, erklärt, was sie unter der Errichtung eines jüdischen Nationalheims verständen." Abg. Mr. Morris im englischen Unterhaus. Die Reden in der Generaldebatte ] (Nachtrag.) In den Vollsitzungen des Kongresses am Freitag, den 23. d., kam die zweite Reihe der Redner in dor Generaldebatte zu Wort, womit die Debatte einen vor. läufigen Abschluß fand. Die Schaffung einer großen Koalition stand im Vordergründe. In der Freitag-Vormittagsitzung sprach als erster der palästinensische Arbeiterparteiler Harzfei d, der sich außerordentlich scharf gegen Meir Großmanns Ausführungen wandte, die er „unverantwortlich" nannte. Viele Jahre lang hätten die Linken die Kolonisation gan» allein gemacht. Die Opposition hat kein Verständnis für die Schwierigkeiten einer Kwuzah, die eine Gruppe Jugendlicher aus Deutschland zur Ausbildung übernehme. In der Generaldebatte seien die schwere Arbeit, die große Verantwortung und der gute Wille der Etekutive nicht genug gewürdigt worden. Dr. Ighacy Szyper (Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten): „Unsere Aufgabe ist es, Bürger für einen jüdischen Staat zu erziehen, die sich ihrer Verantwortung als Staatsbürger bewußt sind und nicht dem Luxus extremer Ansichten und eines Kultur- oder Klassenkampfes erliegen. Was unser soziales Programm betrifft, so sagen wir nach rechts wie nach links, daß wir von dem sozialen Geist Theodor Herzls erfüllt sind und an die blau-weiße Herzl-Fahne mit den sieben goldenen Sternen, dem Symbol des Siebenstundentages, denken. Im Sinne einer Klassen Verständigung muß der Kongreß die Exekutive beauftragen, ein Arbeits- und Arbitrageamt zu schaffen. Der Kongreß muß eine S i e d 1 u n g s a n 1 e i h e beschließen, lim dem Siedlungswerk einen großen Auftrieb zu geben." Dr. Emil Szmorak (Weltverband der Allgemeinen Zionisten) wies auf die ernsten Meinungsverschiedenheiten, die zwischen dem Weltverband und der Exekutive in den letzten zwei Jahren bestanden, hin und sagte, man müsse der zionistischen Oeffentlichkeit sagen, daß außer gewissen Erfolgen auf dem Gebiete der Finanzen und der Ali ja — wo aber auch viel zu kritisieren übrig bleibt — lauter passive Bilanzen da sind. Die politische Bilanz ist passiv, weil sich in unserer Situation nichts geändert hat; die Wirtschafts- und Kolonisationsbilanz ist passiv, die organisatorische Bilanz ist direkt bedrohlich. Diese zwei Jahre waren eine Zeit der versäumten Möglichkeit. Zum ersten Male seit Herzl ist die Zionistische Organisation gesprengt worden. Besonders an der letzten Tatsache ist eine Mitschuld der Exekutive festzustellen. Auf landwirtschaftlichem Gebiet kann für Mittelstandssiedler nur durch harmonisches Zusammenwirken von nationalem und privatem Kapital etwas erreicht werden. Auch hierin hat die Exekutive nichts Befriedigendes geleistet. Vielleicht läßt sich noch in letzter Minute verhüten, daß unsere Organisationskrise zu einer Krise des Aufbaues wird. Salman Rubaschow, einer der Führer der Arbeiterpartei und Mitredakteur des „Dawar»', analysierte die Zusammensetzung des Kon g r e s s e s und erklärte, daß dieser auch heute alle Parteien, Gruppen und Schattierungen im Zionismus repräsentiert. Kongreß und Bewegung stehen heute vor. drei wichtigen Aufgaben: Verwirklichung des Rechtes jedes Juden auf Arbeit und Existenz in Erez Israel; jüdische Arbeit in Industrie, Agrikultur und Bauwesen; Verhinderung der Bodenspekulation. Auf den Grundlagen "der Achtung der Rechte der Arbeitsmenschen, der Bekämpfung der Bodenspekulation und der Stärkung der Zionistischen Organisation kann und wird es zu einer Verständigung zwischen den zionistischen Parteien kommen. In der Nachmittagssritzung spricht C h a s a n namens der 25 Delegierten des Haschomer Hazair innerhalb der Arbeiterfraktion. Er fordert eine Wertung der Einwanderer nach Qualität und nicht nach Quantität! Das Schicksal des Nationalheims ist verknüpft mit dem der Arbeit, ein Kampf gegen die Arbeiter ist ein Kampf gegen den Aufbau, der Schomer fordert das Primat chaluzischer Alijah, der Wegbereiterin der großen AJijah. Der Schomer. ist gegen eine Arbitrage, die dem Arbeitnehmer zugute kommt. Der Revisionismus muß unerbittlich bekämpft werden. Will der M i srachi religiöses Leben in Erez Israel, so darf er es für sich verlangen, aber er darf, nicht Sanktionen verlangen gegen diejenigen, die andere Ueberzeugungen haben." Gesinnungsfreiheit (!) muß. sein. Nur mit Toleranz könne Erez Israel aufgebaut werden. Das Mitglied des englischen' Unterhauses Barnett Jan ner sprach Im Namen dre englischen' Allgemeinen Zionisten. Er protestierte gegen die Judenverfolgungen in Deutschland und erklärte, auch das Schicksal der Juden in Polen und anderen Ländern flöße Besorgnis ein. Der Kongreß müsse ernste Aktionen beschließen, um diesen Leidenden zu helfen. Janner Uberbrachte. die Grüße der Palästina-Freunde im englischen Parlament und sagte, das englische Volle hege hohe Bewunderung für die Leistungen der Juden in Palästina. Dr. Bogratschow (Palästina) sprach im Namen des Weltverbandes. Man lädt uns, sagte er, zum Eintritt in eine erweiterte Exekutive ein, vorher aber wollen wir das Arbeitsprogramm einer solchen Exekutive kennen, Die Linken müssen wissen, daß sie trotz Majorität nur einen Teil des Volkes darstellen, wir müssen aber das ganze Volk in die Zionistische Organisation hineinbringen. Die nationalen Fonds müssen Industrie und Handwerk Unterstützen. Er, Redner, sei mit einer einheitlichen Histadruth einverstanden, doch müsse es eine Histadruth ohne rote Fahne sein. Schkolnik von der Arbeiterpartei verteidigt den Transfer, der eine nationale Rettungsaktion für das deutsche Judentum sei. Zu der Judenstaatspartei gewandt, rief er: „Ihr fordert ein Harakiri, einen Selbstmord der verfolgten jüdischen Gemeinschaft in Deutschland, wir aber lassen das nicht zu. Mit deutschem Zement Und" deutschem Baumaterial werden wir bauen, um so viel deutsche Juden als möglich zu retten. (!) Die Exekutive der Jewish A g e n c y muß sich an die Spitze der Rettungsaktion stellen. ' S h u c h o w i z k i von der Weltvereinigung der Allgemeinen Zionisten identifiziert sich mit dem größten Teil der Forderungen der Arbeiterpartei, obwohl er, wie er sagt, nicht Sozialist ist. Sein Ideal sei nicht privates, sondern nationales Kapital. Als letzter Redner der allgemeinen Debatte sprach der . Präsident der Zionistischen Landesorganisation Oesterreichs, Dr. Oskar Grünbaum (Weltverband der A. Z.). Er forderte einen endgültigen Beschluß, betreffend Ueberflührung der Herel-Gebeine nach Erez Israel. Haus ffrau Vorhang-Abteilung: Vorhang-Batist, weiß mit farbigen Tupfen ..... 3 0'49, Möbel-Kretonne, 70 cm breit..............S Madras-Vorhangstoff, Indanthren gestreift, 156cm . . . .S Fuflboden-Belag, 50 cm breit.........per Meier S Fußboden-Belag, Reste, 2 m breit........per in- S Jacquard-Flanell-Deckon, kamelhaarartig, 120X180 cm . . . S Steilige KünstlervorhHnge, farbig gestickt ..... Doppelbettdecken, weiß, mit Spitze und Einsatz . . K.-Seiden-8teppdecken.................S Haus- und Kttcnengertttet Suppen- oder Fleischteller, Steingut, weiß oder dekoriert . S Gasthaus-Tolter, Steingut, gerippt, tief und flach . . . .S Porzellan-Teller, tief und flach, S 0 69, Dessert . . . .Y S Porzellan-Kaffeeschale mit Tasse, zackiger Goldrand . . . 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