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Die neue Welt · 1935-08-30 · Heft 493 (30.8.1935) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 493 (30.8.1935)
Date
1935-08-30
Page
– (sequence 8)
Language
German
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öeite.S '^■'.■.y-t11- DIE J\EUE WELT Nr. 493 M V. //Die Synagogen sind abzureißen" Trotz der offiziellen Kundmachungen und Warnungen In Hitler-Deutschland geht die antijüdische Hetze weiter. Die Untergrabung der materiellen Existenz der Juden bleibt keinen Augenblick still. Die Verfemung- und Verächtlichmachung des Judentums hat einen Grad erreicht, wo eine Auseinandersetzung jeden Sinn verloren hat. Die „Judenfrage" ist in Deutschland einem organisierten Banditentum ausgeliefert. Hi2r einige Beispiele: G RABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, 1. Bez., Seitenstettengasse 2, Iii Samstag XL. Zentral triedhof, neb. d. 1. Tor. |;| geschlossen Die letzte Nummer des Berliner „Judenkenner" bringt folgende Ausführungen: „Auch dem blindesten Deutsehen müßte doch nun endlich Einsicht über den Juden und seine Religion aufgehen (aus Anlaß des Magdeburger Prozesses gegen Hirschler). Eigentlich kann man ja gar nicht von einer jüdischen Religion sprechen, denn nach deutscher Auffassung ist eine derartige Lehre, wie sie die jüdischen Gesetzbücher zeigen, keine Religion. Nach unserem Programm muß also die jüdische Lehre verboten werden, die Synagogen sind abzureißen, die Ausführung der jüdischen Gesetzvorschriften muß mit dem Tode bestraft werden. Wir fordern den Tod für jeden Rassenschänder und ebenso den Tod für jede pflichtvergessene; Deutsche, die sich mit einem Juden abgibt." Adolf Böhm: „Die zionistische Bewegung." Neuausgabe in zwei Bänden. Dieses seit-vielen Jahren vergriffene Standardwerk erscheint jetzt in einer vom Verfasser völlig umgearbeiteten und weitergeführten Neuausgabe im J ü d i s c h e n V e r l a g. Berlin W 50. Es gelangen -zwei Bände zur Ausgabe. Der erste Band, der im September d. J. erscheint, behandelt die präzionistische Zeit und die Geschichte des Zionismus bis zum Ende des Weltkrieges. Auf fast 750 Seiten Lexikonformat gibt der Verfasser ein umfassendes Bild nicht nur des politischen Zionismus, sondern auch der zionistischen V o rgeschichte, der zionistischen Geistes geschiente, der Kolonisationsarbeit in Palästina usw. Nunmehr ist der Umfang bereits der ersten Bande3 auf das Doppelte gestiegen, so daß eigentlich ein vollkommen neues Werk entstanden ist. In seiner heutigen Gestalt ist das Werk ein Lehr- und Inforra ationsbuch, gleichzeitig eine spannende Lektüre. Der Preis des ersten Bandes beträgt RM 6.50 für die kartonierte und RM 9.50 für die Ganzleinenausgabe. Der zweite Band erscheint im Jahre 1936. Er führt die Darstellung bis zur Gegenwart fort. Jeder Band ist einzeln käuflich. Jac Redbtzeit in Wien Wie wir bereits gemeldet haben, beabsichtigen die „Jüdischen Kunstlerspiele" (II., Praterstraße Nr. 34), ihre heurige Spielzeit mit einem Gastspiel des berühmten jüdisch-amerikanischen Schauspielers Jac Rechtzeit. zu beginnen. Jac Rechtzeit hatte in Amerika als. Gegenspieler der Frau Mali P i c o n sensationelle Erfolge und wurde auf seiner europäischen Tournee von Presse und Publikum allerorts gefeiert. Er wird eine Reihe von Stücken aus dem chassidischen Leben aufführen. ■ Das Theater wurde vollständig renoviert. Die Eröffnungsvorstellung wird voraussichtlich Samstag, den 7. September 1935, stattfinden. ■ . . . JSüdasdie KuS$airsS«G8e Neue Adresse: I., Franz-Josefs-Kai ">, neuer Fernrur K-28-2-ÜG Bereits für alle Theater ermäßigte Karten wie irn Vorjahr. Das Amateur studio des Jüdischen Kammertheaters bietet theaterfreudigen jungen Menschen Spiel- Gelegenheit. Anmeldung in der Jüdischen Kulturstelle. Schaffung einer Jüdischen Kleinkunstbühne Eine im Entstehen begriffene Kleinkunstbühne hat sich dem Jungbund im „Bunde Jüdischer Frontsoldaten" eingeordnet und gedejnkt (nach einer an die Redaktion gelangten Aussendung), „die Ideen de3 Bundes und die Parolen des Judentums der Oeffentliehkeit nahezubringen". Begabte jüdische Autoren und Komponisten sollen die Möglichkeit erhalten, sich der Oeffentliehkeit vorzustellen.' Geeignete Arbeiten sind an den Kam. Leopold Rosen-baum, III., Rasumofskygasse 24/26, Telephon B-56-7-19, zu senden. Jüdisch-Kultureller Elternbund. Dia Israelitische Kultusgemeinde Wien erläßt eine Kundmachung des Inhaltes, daß mit Beginn des Schuljahres 1035/36 die I. Klasse einer jüdischen Volksschule für Knaben, in die auch eine Anzahl Mädchen aufgenommen werden, mit dem Standort II., Castellezgasse 35, eröffnet werden wird. Der Lehrplan und das Stundenausrnaß für alle weltlichen Gegenstände' sind gleich denen der allgemeinen Volksschulen, doch wird .an dieser Anstalt ein größeres Maß jüdischen Wissens vermittelt werden. DerVormittag s Unterricht wird erst um 9 Uhr begonnen. Wir legen Ihnen dringendst nahe, Ihr Kind in die neueröffnete jüdische Volksschule einschreiben zu lassen. — Diese Einschreibung kann unter Beibringung des Geburts-, Heimat- und Impfzeugnisses irn Schulamt der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 2, I. Stock, his längstens 10. September 1 D 3 5 täglich von 9 bis 12 Uhr vormittags erfolgen,' woselbst nähere Auskünfte erteilt werden. J{ach der von uns an zuständiger Stelle eingezogenen Erkundigung bildet die bereits erfolgte Anmeldung in einer öffentlichen Schiller kein Hindernis für die Einschreibung Ihres Kindes in die jüdische Volksschule der Kultusgemeinde. Wir glauben, Ihnen nicht, erst auseinandersetzen zu müssen, welche, außerordentliche große Bedeutung einer jüdischreligiösen Jugenderziehung gerade bei den gegenwältigen, Hildas Judentum so überaus schweren Zeiten zukommt. Wir erwarten deshalb zuversichtlich, daß eine große Anzahl jüdischer Eltern von der neuen Gcmeindeeinrichtung Gebrauch machen wird. Jüdisch-kultureller Kitern hu nd. Der Jüdische Klub der Jungen (J. K. J.) veranstaltet am 31. d. M. im Cafo>estaurant „Augarten" (Eingang: Obere Augartenstraße, vis-a-vis Rembrandtstraße) ein Gartenfest unter Mitwirkung erstklassiger Kunstkräfte. Es spielt die Havanna-Band. Dekoration und Ausstattung: .f. Taubmann und M. Rosner. Karten im Vorverkauf, Tischbestellungen und Auskünfte täglich auf den Tennisplätzen ,.Augarten", II.. Taborstraße (Telephon A-40-0-44), und im Cafe ,,Franz-Josefs-Kai", I., Franz-Josefs-Kai 45 (Telephon U-25-303). Kaganah. Die Uebungsabende finden jeden Montag und Donnerstag von 8 bis 10 Uhr abends im Heim, IX., Hörigasse 14, statt. Alle aktiven Mitglieder v/erden aufgefordert, regelmäßig zu erscheinen. — Die Samariterinnengruppe der II aganah eröffnet ab Dienstag, den 3. September, einen neuen Einführungskurs für „Erste Hilfe", der unter Leitung des Herrn Dr. L. Rechnitzer stehen wird. Anmeldungen werden jeden Montag und Donnerstag zwischen!j0 und!jl0 Qhr abends im Vereinsheim entgegengenommen. Der Verein für unentgeltlichen ArbeHsnaclnvciH, T., Kohlmessergasse 4, Telephon U-27-0-fif>, sucht dringend Stellen für: a) .Kontoristen, Buchhalter, Handelshilfsarbeiter, Geschäftsdiener, Packer, Inkassanten, Verkäufer, Auslugenarrangeure, Kellner, Innenarchitekten, Krankenpflegerinnen, Nachhilfelehrer und -lehrcrlnnen für Mittelschulfächer; b) Arbeit für gewerbliche Hilfs- Gegen Waisenkinder Die „Frankfurter Zeitung" meldet: „Ein jüdisches Erziehungsheim in Diez an der Lahn, in welchem vor allem Waisenkinder und Halbwaisen untergebracht waren, wurde, nachdem es vor dem Gebäude zu Sprechchören und Demonstrationen gekommen war, von der Polizei geschlossen und die etwa 50 Insassen zu ihrem Schutz unter polizeilicher Bedeckung nach auswärts abtransport." Die Leiden der Saar-Juden Ein Sonderberichterstatter des „Pariser T a g eb 1 a 11", der jetzt das Saarland bereist, schildert die Stimmung der dortigen Bevölkerung heute, sechs Monate nach dem Plebiszit, als „schwarz". Ueber die Lage der Juden in diesem Gebiet führt er aus: „Die jüdische Bevölkerung hört die Drohung mit dem 20. Februar nächsten Jahres und beherzigt sie, soweit ihr das möglich ist. Zahlreiche Vorfälle der jüngsten Zeit beweisen, daß die Judenverfolgung auch an der Saar hundertprozentig einsetzen wird. Aushängekästen für das amtliche Organ und Leibblatt Adolf Hitlers, den Streicherschen ,S türm c r', werden von weißgekleideten arischen Jungfrauen durch die Straßen getragen, bevor sie an hervorragender Stelle des Ortes angebracht werden. Und dann dauert es nicht mehr lange, bis so ein armer Teufel von den uniformierten Verbrechern des Dritten Reiches gefaßt, mißhandelt und wegen .Iiasscnschändung' durch die Stadt geführt wird. In der vergangenen Woche wurden die jüdischen Händler vom Freitagsmarkt in Saarlouis vertrieben und in Begleittmg von SÄ.-Musik «•eggebracht. Von den 28 jüdischen Geschäften, die sich in Völkerbundszeiten in der Bahnhofstraße in Saarbrücken befanden, sind nur noch vier vorhanden. Drei davon sind zu verkaufen. Das Saarbrücker Straßeubild ist schon fast reinarisch. Die Juden wagen sich kaum noch in die Oeffentliehkeit. kräfte aller Art — darunter auch Chemiker, Elektrotechniker, Installateure, Bauingenieure. Chauffeure sowie ungelernte Arbeiter; c) handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. — Im selben Verein sind derzeit offene Stellen für: Geschultes Hauspersonal jeder Art, Kinderfräulein mit Sprachkenntnissen für In- und Ausland, gut eingearbeitete Konfektionsnäherinnen (auch Heimarbeit), Webmeister für Schafwollwaren, Herren- und Damenfriseure, Installateur für Gas und Wasser mit mindestens sechsjähriger Monteurpraxis. Hilferuf. Aeltcre, alleinstehende Waise, vom Unglück verfolgt, aus Rabbinerhaus stammend, infolge langer, schwerer Krankheit in größter Not, und arbeitsunfähig, bittet um Hilfe. — Entgegennahme von Spenden im Sekretariat der Judenstaatspartei, Wien, L, Werdertorgasse 14. ESiern! Adtftung! Nachhilfe in allen Gegenständen der Mittelschule (Mathematik, Französisch, Latein usw.) für Wiederholungs- und Aufnahmsprüfung vermittelt Ihnen unentgeltlich die „Judäa" (Jüdischer Hochschülerverband Oesterreichs). Auskunft im Sekretariat, IX., Alserstraße Nr. 26, Montag, Mittwoch und Freitag von 3 is 4 Uhr nachmittags. Mdasdier Päditer gesucht Die H a k o a h sucht zur Bewirtschaftung ihres neuen Schutzhauses auf dem Semmering einen jüdischen Pächter, der womöglich schon eine ähnliche Stellung ausgefüllt hat. Kaution erforderlich. Auskünfte im Sekretariat der Hakoah, I., Wiesingerstraße 11. Sae »ollen und Sie müssen ♦ ♦ ♦ sparen l Morgen, S Uhr früh, beginnt Schiffmanns billige „Wirtschafts-Woche". Nur 14 Tage dauert dieser behördlich bewilligte Sonderverkauf für Email- und Aluminium- Geschirr, Glas und Porzellan, Haus- und Küchengeräte, Haus-, Tisch- und Bettwäsche, Vorhänge, Teppiche usw. Die bekannt billigen Schiffmann-Preise bieten Ihnen eine besondere Gelegenheit, durch günstigen Einkauf viel Geld zu ersparen. Darum: nützen Sie die kurze Frist.. . kaufen Sie, was gut und billig ist... in Schiffmanns „Warenhaus der Sparsamen" auf der Taborstraße 48. In der Damen-Konfektions - Abteilung Sommer - Kleidung beispiellos billig. — Uebergangs-Kleidung zu billigsten Vorsaison-Preisen! Odol-Mundwasser enthält neben dem wirksamen Odol-Antiseptikum noch den aus der Myrrhe gewonnenen Extrakt, der sich gegen Lockerung der Zähne und Blutung des Zahnfleisches, als ganz besonders wirksam erwiesen hat. Die Myrrhe wird für diesen Zweck schon seit tausend Jahren verwendet. Verstopfungszustände. Wissenschaftliche Feststellungen bekräftigen, daß das natürliche ,,Franz-Josef"- Bitterwasser bei Verstopfungszuständen aller Art mit bestem Erfolge dient. E Der Sonderzug des Poln. Verkehrsbüros ,,Francopol" aus Polen trifft zur Wiener Herbstmesse in Wien am 1. September, um zirka 9 Uhr abends am Wiener Nordbahnhof ein. E Unsere Leser werden auf die Buchhandlung Hermann Tuchner (siehe Inserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher (auch antiquarisch) zu ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbibliothek eröffnet. 10 Groschen täglich. Keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon Nr. R-41-4-20. ' E. Wochen-Kalender Aug.-Sept. 1935 rwnn Elul 5695 Freitag 30 1 Sabbateingang 6.40 Samstag 31 2 Sabbatausgang 7.40 Sonntag 1 3 Montag 2 4 Dienstag 3 5 Mittwoch i 6 Donnerstag 5 7 Hotel-Restaurant Smetana-Luhacovice 50 Zimmer mit kaltem und warmem fließendem Wasser. — Erstklassiges Restaurant und Cafe\ — Streng rituelle Küche. — Bethaus im Hause. — Eröffnung 15. Mai. Bis 15. Juni billige Vorsaisonpreise. Jteslaikmd Biliel Bestrenomniierie Küche ups RKlCHHALTIGE MENÜS ä S 1.90 UNO 2.60 & C H \V 1£ C H A T E R BRÄU H,Hammer-Pur9Stall-Gasse 3 (nächst SatzfoibrQdte> €P Tel. A-41-C-75 Empfehlen§werte Firmen Restaurants, Cafes etc. A. Uarschak, II., Große Schiffgasse 3. Streng *W3. Vor* zUgliche Küche. Billige Preise. Cafe-Bestaiirant Espresso, i., Kotenturmstraße l. Internationale kalte und warme Küche. Menüs zu billigen Preisen. Nagels Sclclnvarenrestaurant, II, Praterstraße 33. orth. "103 Menü S 2.—. 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Milchspeisen, II., Obere Donaustraße 89 a: IX., Währingerstraße 21. Vegetarische Küche Zuckcrmann, II., Rotensterngasse 10. Alle Arten polnische Speisen. Menüs von 80 Groschen aufwärts. Bekleidung, Wäsche Glanzmann, Epstein & Co., Herren- und Damen-Konfektion, Spezialerzeugung von Regenmänteln Jeder Art, IL, Obere Donaustraße 35, Tel. A-49-0-86. Schuhe S. Abrabamovicz, Schuhhaus, II., Taborstraße 83, Telephon A-48-1-62. Pelze Pelze jeder Art, M. B er mann & Co., Wien, I., Hoher Markt Nr. 9, Tel. U-21-1-68. Optiker AI. Schächter, IL, Glockengasse 25. (Samstag geschlossen.) Sämtliche Rezepte werden gewissenhaft ausgeführt. Große Auswahl. Billigste Preise. Reparaturen sofort. Diverse Parfüincrie Freyung, 1., Heidenschuß 3, Tel. U-Ü0-S-7Ö. Parfümeriewarcn, Toiletteu. Wirtschaftsartikel. Billigste Preise. Falikmann Heinrich. Juwelenfasser, IL. Taborstraße Nr. 1-3/66. Tel. A-48-4-45. Ilalpcrn S.. Palästina-Produkte. IL. b'örstergasse tt, Tel. A-4G-4-12. 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