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Die neue Welt · 1935-08-30 · Heft 493 (30.8.1935) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 493 (30.8.1935)
Date
1935-08-30
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite C DIB NEUE WEL1 ^».x 4Tfc> Bad Gastein Kurhotel Bristol Thermalbäder im Hause Fließendes Wasser Mäßige Preise Restaurant iw schaffen werden. Einige Mitglieder der Misrachifraktion drohen, den Kongreß zu verlassen und abzureisen, wenn die Linke bis Mittwoch die religiösen Forderungen des Misrachi nicht annehmen sollte. Trotz dieser Schwierigkeiten werden die Besprechungen zwischen dem Misrachi und anderen Gruppen fortgesetzt, wobei insbesondere Weizrnann eine starke Aktivität entfaltet. Weizrnann voraussichtlich Präsident Aus Luzern meldet die J. T. A.: Das zwischen Führern der Arbeiter und des Misrachi getroffene Uebereinkommen über Einhaltung von Sabbatruhe und Kaschru'th in den öffentlichen Betrieben Palästinas, wodurch dem Misrachi die Beteiligung an den Kongreßarbeiten ermöglicht wurde, hat in Kongreßkreisen eine optimistische Stimmung erzeugt. Die Aussichten der in Gang befindlichen Verhandlungen zwischen den Arbeiterführern und Führern der Gruppe B der Allgemeinen Zionisten werden als gut beurteilt, so daß mit dem Zustandekommen einer großen Koalition gerechnet werden kann. Im Zusammenhang mit dieser sich anbahnenden innerzionistischen Konsolidierung sind Gruppen von Kongreßdelegierten an Dr. Weizrnann wiederum mit dem Ersuchen herangetreten, die Präsidentschaft der Zionistischen Organisation zu über, nehmen. Weizrnann hat sich Bedenkzeit vorbehalten, und man nimmt an, daß er prinzipiell nicht abgeneigt sei, die Präsidentschaft zu übernehmen, daß er aber Bedingungen sachlicher und persönlicher Art stellen wolle. Es verlautet, daß einige Persönlichkeiten aus dem Freundeskreise Weizmanns bemüht seien, ihn zur Ablehnung einer Kandidatur aus politischen und persönlichen Gründen zu veranlassen. Eine endgültige Klärung ist noch nicht erfolgt. Da aber die Verhandlungen zwischen den Arbeiterführern und der Opposition auf Initiative und unter den Auspizien Weizmanns vor sich gehen, wird angenommen, daß bei einem günstigen Abschluß dieser Verhandlungen Weizrnann wohl auch die Zustimmung zu seiner Kandidatur als Präsident der Z. O. geben wird. Von Bedeutung hierfür ist, daß Weizrnann persönlich die Verhandlungen über Bildung der neuen Exekutive führt. FünfcMallioneiu Anleihe für Paläsfinar/Iiifhaii Aus Luzern meldet die J. T. A.: Der englische Zionistenführer und Präsident des Order of Ancient Maccabeans, Israel M. S i e f f, hat dem Zionistenkongreß Richtlinien für eine Finanzpolitik der Jewish Agency vorgeschlagen, in denen u. a. die Notwendigkeit betont wird, eine große Nationalanleihe für den Palästina-Aufbau, etwa in der Höhe von 5 Millionen Pfund, aufzunehmen. Hauptziel der zionistischen Politik in der nächsten Zeit, erklärt Israel Sieff, müsse die Erhöhung der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit Palästinas sein. Dies sei möglich durch eine großzügige Investierungstätigkeit mit Hilfe nationalen Kapitals, der Investitionen von Privatkapital folgen würden. Als Voraussetzungen für eine große Anleihe nennt Sieff: Vermehrung des als Sicherheitspfand in Betracht kommenden nationalen Besitzes in Erez Israel; Steigerung der Rückzahlungen; neue Methoden für die Erhöhung des Einkommens der nationalen Fonds, etwa durch Einführung einer Kopfsteuer von einem Pfund jährlich für alle Angehörigen des Jischuw, dem die Nationalanleihe in erster Linie zugute kommen würde; Erhöhung der Kreditwürdigkeit des jüdischen Volkes durch größte Sorgfalt bei der Verwaltung der Fonds und pünktliche Einlösung aller Verpflichtungen. Die Anleihe sollte am besten in Palästina selbst aufgelegt werden. Man dürfe nicht vergessen, daß in den Banken Palästinas etwa 15 Millionen Depositen liegen, daß die Regierung einen Verwaltungüberschuß von 6 Millionen hat und daß 5 Millionen als Währungsdeckung vorhanden sind. Investition nationalen Kapitals Vier Punkte gibt Israel Sieff an, die für die Investierung nationalen Kapitals maßgebend sein sollen: 1. Ergänzung der Tätigkeit der zentralen und lokalen Regierungsbehörden und, sobald diese erweitert wird, Versuche, neue Typen von Unternehmungen zu schaffen. 2. Konzentrierung auf Aufgaben von nationaler Bedeutung beim Aufbau eines jüdischen Palästina. 3. Anspornung der privaten Initiative, jedoch keine Investierung öffentlicher Mittel in Unternehmungen, deren Hauptziel nur privater Profit ist. 4. Vorsorge für die Sicherheit des investierten nationalen Kapitals und eines angemessenen Zinsen- und Amortisationsdienstes. Dringendes Aviso an Polen- und Czernowits- Reisende. Der Sonderzug Francopol geht ab Lembsrg am 1. September, 7 Uhr früh, ab und an allen Zwischenstationen zirka eine Stunde nach dem fahrplanmäßigen D-Zug. Ankunft in Wien-NordbaJuihof 1, September, tU, Uhr 35 Miauten, Rings um den Kongreß Judenstaafspattei — 14 Mandate Der Vorsitzende des Kongreßgerichtes, Dr. Sammy Gronemann, gab Bericht über eine Reihe von Protesten wegen der Kongreßwahlen. Bezüglich Polens erklärte er, daß in einer Reihe von Städten die Wahlen als nichtig erklärt wurden, wodurch die Stimmenverteilung eine Aenderung erfuhr, aber die Mandatsverteilung unverändert blieb. Auf Grund der neuen Stimmenverteilung entfiel auf die Judenstaatspartei (Im Rahmen der WeltwahlUste) noch ein Mandat, so daß sich deren Delegfertenzah? auf 14 erhöhte. Weltherafung der Brit Hakana im In Luzern wurde bei Teilnahme des Führers der Judenstaatspartei, Meir Großmann, eine Weltberatung des Brit Hakanaim abgehalten, der Delegierte aus Palästina, Polen, Litauen, Lettland, Tschechoslowakei, Oesterreich, Rumänien usw. beiwohnten. Es wurden Erzlehungsprobleme erörtert und Beschlüsse, betreffend die Ende dieses Jahres einzuberufende Weltkonferenz des Brit Hakanaim, gefaßt. Die Schaffung einheitlicher Landes* Organisationen Von der Arbeiterfraktion wird der Jüdischen Telegraphen-Agentur ein Kommunique" übergeben, worin es heißt: Am Freitag, den 23., und am Samstag, den 24. August, wurden Plenarsitzungen der Arbeiterfraktion des Zionistenkongresses abgehalten. An ihnen nahmen 300 Delegierte und Gäste des Kongresses teil. Behandelt wurden Fragen der organiatorischen Reform der Zionistischen Organisation, insbesondere das Problem der einheitlichen Landesverbände. D. Ben Gurion legte seine Vorschläge auf diesem Gebiet vor, sodann begründete B. Lockerin längeren Ausführungen die Notwendigkeit der Schaffung einheitlicher Landesorganisationen. Ein Teil der Arbeiterfraktion, vor allem die Delegierten aus den osteuropäischen Ländern, Polen, Litauen sowie ein Teil der nordamerikanischen Delegation und andere, wandten sich gegen den Vorschlag, Einheitsverbände zu schaffen. Für die hohen Feiertage bietet sich mit schöner Tenorstimme zu günstigen Bedingungen für Wien und auswärts an. Gefl. Zuschriften unter „Langjährige Praxis" an die Administration dieses Blattes. An die Palästina-Aemter Wie die J. T. A. erfährt, hat das Mitglied der Exekutive Mosche S h e r t o k die Palästina-Aemter in allen Ländern telegraphisch aufgefordert, schnellstens alle Palästina-Wanderer, deren Formalitäten erledigt sind, nach Palästina zu bringen, damit dem akuten Mangel an Arbeiterhänden abgeholfen wird. Aus T e 1 - A v i v wird telegraphiert, daß, obwohl im Monat Juli 800 Chaluzim und im August weitere hundert Chaluzim in die Kolonien gegangen sind, der Mangel an Arbeiterhänden noch nicht im geringsten behoben ist. Aus Warschau wird gemeldet, daß in dieser Woche zwei Transporte mit insgesamt 900 Auswanderern nach Palästina abgegangen sind. Das Bodenprohlem Auf der Weltkonfcrenz des KKL. hielt Dr. A. G r anovsky ein Referat „Unser Bodenproblem im Lichte palästinensischer Wirklichkeit", in dem er untersuchte, inwieweit die Thesen der Londoner Jahreskonferenz vom Juli 1920, in denen der Keren Kajemeth zum Träger der jüdischen Bodenpolitik in Palästina bestimmt wurde, in der praktischen Arbeit verwirklicht werden konnten. Obwohl der Fonds seinen Besitz in den letzten fünfzehn Jahren achtzehnfach vergrößert hat (von 19.000 auf 352.000 Dunam) und nach der seit fünfzig Jahren arbeitenden PICA der größte jüdische Bodenbesitzer Erez Israels ist, konnte er seine Aufgabe, Träger der jüdischen Bodenpolitik zu sein, nur in geringem Maße erfüllen. Seit 1932 hat der Fonds seine führende Stellung auf dem Gebiet der Bodenkäufe eingebüßt. Als besonders bedenkliche Erscheinung führte der Referent auch die Spekulation mit KKL.-Erbbaurecht an, die in Hadar Ha Karmel in Haifa und in Nordia in Tel-Aviv vorkam. Es wurden deshalb Maßnahmen getroffen, um den Wertzuwachs des Bodens dem Eigentümer, dem Keren Kajemeth, zugute kommen zu lassen. Dies wurde durch eine gründliche Revision des KKL.-Pachtvertrages erreicht. Um den Keren Kajemeth zum wirklichen Träger der Bodenpolitrk und zu einem maßgebenden und regulierenden Faktor des Bodenerwerbs zu machen, müßten ihm die dazu nötigen großen Mittel sowie die Hilfe aller in Betracht kommenden Instanzsn zur Verfügung gestellt werden. Der Redner behandelte sodann das Problem der Pachtrenten und stellte fest, daß die Verpflichtung, für die Benützung des Bodens eine Zahlung zu leisten, in das Bewußtsein der Siedler noch nicht tief eingedrungen ist. Erst in letzter Zeit sei in dieser Hinsicht eine Wandlung eingetreten und es sei zu hoffen, daß der Keren Kajemeth auch von seinem landwirtschaftlichen Besitz Pachteinnahmen erzielen wird. In den Städten sei der Bodenbesitz des Nationalfonds zu klein, um dem Fonds eine, regulierende bodenpolitischc Wirkung zu ermöglichen und ihm entsprechende Einnahmen zu sichern. Nur bei der Erwerbung der Ländereien in der Haifa-Bai, die heute als die bedeutendste Leistung des KKL. gilt, konnte nicht nur eine großzügige bodenpolitische Tat vollzogen, sondern auch eine Quelle für ansehnliche Einnahmen erschlossen werden. Diese Böden, die den Keren Kajemeth samt Drainage und anderen Arbeiten etwa 120.000 Pfund gekostet haben, werden heute bei vorsichtiger Schätzung mit eineinhalb Millionen Pfund bewertet. Die Schaffung von Bodenreserven auf dem Lande wie in der Stadt bleibe die primäre Aufgabe des Fonds. Erschwert wird dies durch die Haltung der Regierung und die immer lästiger werdende Gesetzgebung, die es unmöglich macht, Ländereien unbearbeitet zu lassen, so daß zwecks Besitzerhaltung große Summen für provisorische Bearbeitung unbesetzter Böden ä fonds perdu ausgegeben werden müssen. Es können noch große Flächen in aattonnlJlUUftChea Besitz überführt wrdea« Herzls lleberführung Direktor Reichenfeld (Wien), der dem Freundeskreis Theodor Herzls angehörte und der letzte noch lebende Vollstrecker seines Testaments ist, referierte über die Frage der Uebcrführung der Gebeine Theodor Herzls nach Palästina. Auf Grund von Dokumenten wies er nach, daß es Herzls letzter Wunsch war, seine endgültige Ruhestätte in Haifa, auf dem Berg Karmel, zu finden. Die Di§kus§ion um den Gesetzs Sehenden Rat Der bisherige zionistische Standpunkt Die J. T. A. meldet aus London: Die dem Colonial Office nahestehende Zeitschrift „Near East and I n d i a" widmet den Leitartikel ihrer letzten Nummer dem XIX. Zionistenkongreß in Luzern und erörtert dabei ausführlich die Frage des Legislative Council. Das Blatt ist der Ansicht, daß die bedingungslose Ablehnung des Legislative Council durch die Zionisten vor allem daher stammt, daß sie befürchten, daß sie zur Minderheit gestempelt werden würden, daß ihnen also gerade jener Stempel aufgedrückt wird, den zu vermeiden so viele von ihnen Europa verlassen haben. Demgegenüber sei, so sagt die Zeitschrift, darauf hinzuweisen,, daß es mindestens zwei Gründe gebe, die dafür sprechen, daß der Legislative Council die erwarteten schädlichen Auswirkungen auf das Jüdische Nationalheim nicht haben wird: Der erste sei die Z u s a mmenarbeit von Arabern und Juden in den Gemeindevertretungen sowie im allgemeinen Landwirtschaftsrat und seinen zahlreichen Kommissionen, eine Zusammenarbeit, die die Zionisten selbst stets zu unterstreichen bemüht waren — diese Gemeindevertretungen gelten seit langem als wesentliche Vorläufer einer umfassenderen Selbstverwaltung in Palästina —: der zweite Grund sei der, daß die Einsetzung eines Legislative Council von vielen Arabern nur mit'lauwarmen Gefühlen aufgenommen wird, da sie glauben, daß er als Instrument gegen die Errichtung eines jüdischen Nationalheims wertlos sein werde. Im Hinblick auf diese Gründe werden die Zionisten in dem Artikel aufgefordert, „sich die möglichen Folgen K1NO--PROGRAMME ® KREUZ"KBNO Vom 30' Aueust bis 5- September i, woiizeiie 17 Das graue Haus Telephon K-24-2- 16 mit dem berühmte» Vorstellungen: t,, %«, Vao, 'Aio Wallace Beery SCHWEDE! II, Taborstraße 1 %<t, V*6, V28, ValO S H I R LEY TEMPLE LACH AHSEN SCHXFFE R Vom 30* Au?ust bis September VI, Mariahiiferstraße 37 R O B E R T A Telephon B-20-203 mit Irene Dunno. Beginn: %<i, v»6. V-.8, v<.io Ginger Rogers u. a. STAFA VII Vom 3°" Au=ust bis 5- SePtember Mariahiiferstraße 120 Sdiwarzrote Ks'r§dien Telephon B-33-0-08 mit Kay Francis und Nils Asther Wochentags: 5, 7, 9 Uhr Sonn- und Feiertage: Ys*. 'A6, VhB, 9 Uhr VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: *, %6, V«8, 1A10 Ab 30. August täglich Sdiwarzrote Kirschen mit Kay Francis und Nils Asther HEIMAT Ur" und A|,eänau,führun9 m* V&s id das £md Wochentags: 5, 7, 9, .__ , , n lst .. . Sonn- und Feiertag ab 3 Uhr (50 Jahre Palästina) Morgen — Kay*Francis«PBemflere Morgen erscheint im Opern-, Stafa- und Votivpark-Kino der neue Kay-Francis-Film der Metro „Schwarzrote Kirsche n", welchen Regisseur Richard Boleslavsky nach dem gleichnamigen Theaterstück von Alexander Hunyady inszeniert hat. Filme der Wo «he (Nach den Herstellungsländern zusammengestellt.)] Palästina: Das ist das Land. Oesterreich (Arierparagraph): Eva. —> Die ewige Maske. Amerika: Das leuchtende Ziel. — Mississippi. —■ Angst. — Lachende Augen. — Das Privatleben Oliver vni. — Roberta. — Das graue Haus. — Die Millionenerbschaft. — Schwarz-rote Kirschen. Deutschland (Arierparagraph): Bezauberndes Fräulein. — April-April. — Tanzmusik. — Damenwahl. — Mach' mich glücklich. — Viel Lärm um Nichts. Prankreich: Moskauer Nächte. Der erste Farbenfilm erscheint am 10. September. Das Schweden-Kino bringt am 10. September den ersten Naturfarbenfllm „La Cucaracha" nach Wien. Es ist dies der erste Film nach dem neuen Technicolor- Dreifarbensystem, ein Film, der enorme Kosten verursachte, da dieses System, das nach den Urteilen der amerikanischen Fachkreise geeignet ist, die Filmindustrie zu revolutionieren, hier zum ersten Mal erprobt wurde. Der Film, der an Negativkosten allein zirka 100.000 Dollar verschlungen hat, erscheint gleichzeitig mit dem Franz- Ledere r-Film .,N owak liebt Araerik a", dessen weibliche Hauptrolle Ginger Rogers (der Star VQ» ^Roberto"), spielt« ,.it^««^^'»«.^*; ^^»xi..

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