Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 492 (27.8.1935)
- Date
- 1935-08-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Ccite 4 DIE NEUE WELT Nr. 492 i%£h Polen billig und bequem! Nächste Reise am 2.i. August. / Rückfahrten am t. und 15. September. D-Zu e. Pullman-Wagen und reservierte Plätze. / Reisebüro „IN DIE VVEl T", (Dr. S. Tocker) IX, Liechtensteinstraae 2, Telephon A-14-501 .chst zu vermeidon. sondern umgekehrt, er muß .stolz die ' i.len an ihre Pflicht mahnen, weil in diesen wenigen hren es sich entscheiden wird, ob der Judenstaat eine -vialität oder nur ein Begriff bleiben wird." Palästina; Aemferzftahßgge Nachtrag, Auf der Weltkonfercnz der Palästina-Aemter sprach :heodor Grubner (Judenstaatspartei* über die Pro-!?me der Hachscharah und Alijah im allgemeinen und rlangte eine korrekte und unparteiische Kontrolle über ::o Hachscharah. Er stellte die Forderun.?, die Zertifikate- orteilung solle nicht durch das Präsidium, sondern 'urch das Plenum des Palästina-Amtes erfolgen, damit luch die nicht im Präsidium vertretenen Gruppen sich in der Zertifikateverteilung beteiligen können. Die Juden- .staatspartei verlange, daß alle bei den Wahlen beteiligten Gruppen auf paritätischer Grundlage sowohl in den PaULstina-Aemtern als auch bei den zentralen Alijah- Institutionen vertreten seien. Th. Grubner sprach sich für die Abschaffung der besonderen Handwerkerorganiz-ationen aus, da die Handwerker ohnehin in der zionistischen Organisation vertreten seien. Schließlich behandelte der Referent der Judenstaatspartei die Reorganisation der Palästina-Aemter, die Errichtung von landwirtschaftlichen und sonstigen Fachschulen und stellte in den Mittelpunkt seiner Schlußfolgerungen den Antrag auf Schaf fung eines nationalen Arbeitsdienstes in Palästina, eine Angelegenheit, über die von Seiten der Judenstaatspartei schon gründlich gesprochen und geschrieben wurde. Theodor Grubners umfassendes Referat wurde mehrfach von Zwischenrufen unterbrochen, insbesondere von seiten der Linken, welche sich gegen die Forderung der Judenstaatspartei nach einem nationalen Arbeitsdienst in Palästina stellten. KINO'PROGRÄMME ANGST KREUZ-KINO 1, Wollzeile 17 Telephon R-24-2-16 Qer sensationalle Flieger-Film Vorstellungen: «, %6, *A8, W9___ STAFS, VII Marian ilferstra De 120 Telephon B-33-0-68 Aus aller Weh Die landwirtschaftliche Schule in der jüdischen Kolonie Mikweh Israel, die in der Entwicklung der Jüdischen Landwirtschaft eine wichtige Rolle gespielt fcat, feierte soeben ihr 65jähriges Bestehen. Die Schule wurde im Jahre 1870 durch die Alliance Israelite Univerielle auf Iniative von Charles Netter auf einer Fläche von 2600 Dunam Boden unweit Jaffas gegründet. Die Schule hat fiis jetzt zahlreiche jüdische Agronomen ausgebildet, die in Palästina und in Argentinien in der Landwirtschaft »führend. tätig sind. Der Schule ist ein Internat angeachJossen, in welchem jetzt etwa 400 Personen, Schüler, Lehrer, Arbeiter und Beamte, untergebracht sind. * Die Hadassah-Präsidentin Frau E pstein teilt mit, daß in Amerika für das von der Hadassah und dem amerikanisch-jüdischen Aerztebund zu erbauende Hadassah-Rothschild-Hospital an der Hebräischen Universität in Jerusalem bereits 21.200 Pfund Sterling aufgebracht worden sind. * Am Montag, den 9. September, beginnt in Genf die 16. ordentliche Tagung der Völkerbundversammlung. Von den Beratungsgegenständen, die auf dem Programm stehen, weckt größere Aufmerksamkeit die Frage der Erweiterung des Flüchtlingsschutzes in der Weise, daß auch die F 1 ü c h 11 i n g e aus Deutschland dem Nansen-Amt des Völkerbundes unterstellt Werden. Bekanntlich hat die norwegische Regierung den Antrag gesteltl, daß die künftige Völkerbundversammlung die Frage des Flüchtlingsschutzes in ihrer ganzen Tragweite erörtere und ein Zentralamt errichte, das für die politischen und rassischen Flüchtlinge aus allen Staaten sorgen solle. * Wie schon mitgeteilt, haben sich die Danziger Juden entschlossen, außer den bereits beim Völkerbundsekretariat in Genf liegenden Petitionen eine weitere Petition dem Oberkommissär Lesster zur "Weiterleitung an den Völkerbund zu übergeben, in welcher die a n t isemitischen Ausschreitungen und die Bedrückungen der Juden auf dem Gebiet des Freistaates dargestellt werden. Dieser Entschluß der Danziger Juden Ist ein Ausfluß der Zuspitzung der jüdischen Lage in Danzig, wo die antisemitischen Aktionen sich von Tag zu Tag verschärfen. Die schon früher überreichten Petitionen wurden bekanntlich von einer Kommission berühmter Juristen bereits geprüft und werden von der Völkerbundsversammlung während ihrer September- Session behandelt werden. * Die Jerusalemer Polizei veröffentlicht ein Kommunique über einen Zusammenstoß zwischen Arabern und Juden bei Kfar Tabun in der Nähe von Hartlyah, dem zu entnehmen ist, daß jüdische Arbeiter, die dort am frühen Morgen auf den Feldern plügten, von Arabern durch Steinwürfe und Stockschläge angegriffen wurden. Es entstand ein Geplänkel, in dessen Verlauf auch Schüsse fielen. Ein Araber wurde durch einen Schuß getötet. Die Polizei verhaftete zwei Juden. Die Juden arbeiteten auf diesem Boden bereits seit einein Monat, Pogrom und üii§hnngeruin<i Aus Deutschland Hegen folgende J.-T.-A.-Meldungen vor: Zu dem bevorstehenden Parteitag der NSDAP, in Nürnberg wurde eine ganze Reihe antijüdischcr Maßnahmen getroffen. Die jüdischen Geschäftsinhaber sind verpflichtet, auf ihre Läden folgende Inschrift anzubringen: ..Jüdisches Geschäft, während der Dauer des Parteitages geschlossen." Die. Stadtverwaltung von Nürnberg bereitet eine Verordnung vor, wonach es in der Zeit vom 10. bis 16. September den Juden verboten ist, Restaurants, Theater. Kinos und alle öffentlichen Unternehmungen der Stadt zu besuchen. Alle Vergnügungsetablissements, Restaurants usw. müssen mit. der Aufschrift versehen sein: ..Juden ist der Eintritt verboten!" In der Straßenbahn und anderen Verkehrsmitteln ist während der Dauer des Parteitages den arischen Reisenden den Juden gegenüber der Vorzug zu geben. Die Nürnberger Stadtverwaltung wird zusammen mit der dortigen jüdischen Kultusgemein de öffentlich alle Juden auffordern, während der Dauer des Parteitages ihre Beziehungen zu der Oeffentlichkcit auf das geringste Maß einzuschränken. „Prager Mittag" teilt mit: Dieser Tage aus Deutschland in einem der woitfjöhmischen Bätirr eingetroffene Kurgäste berichteten, daß es in mehreren Kleinstädten Ostpreußens seit einigen Wochen geradezu selbstverständlich ist, daß an Juden keine Lebensmittel verkauft werden dürfen; die Betroffenen seien nur dadurch vor dem Hungertod bisher bewahrt geblieben, daß sich eben doch immer noch ein Händler gefunden habe, der sich an dieses Verbot nicht gehalten habe, oder daß sie durch wohltätige Mitmenschen versorgt wurden. Aber es bestehe die Gefahr, daß durch die in letzter Zeit erfolgte Verschärfung der Kontrolle auch diese Möglichkeit ausgeschlossen werde, denn mehrmals sei bei den Betroffenen SA. erschienen und habe, sie unter schweren Mißhandlungen gezwungen, auszusagen, woher sie ihre Lebensmittel bezogen hätten. In Osterode, Ostpreußen, herrscht seit mehreren Wochen ein scharfer Terror gegen die jüdische Bevölkerung; pogromartige Ausschreitungen und schwere Mißhandlungen der Juden sind dort an der Tagesordnung. Nach Meldung des „Deutschen Nachrichtenbüros" erklärte Staatskommissär Hans Hinkel einem Vertreter des „Acgriff", daß geprüft werden würde, welche nichtarischen Berliner Kinotheater besitz'er als genügend zuverlässig angesehen werden können, ihr Theater entsprechend den Gesetzen zu führen. In den Fällen, wo Verdacht der Unzuverläßlichkeit vorliegt, wird den betreffenden Theaterbesitzern eine Frist gesetzt werden, innerhalb deren sie ihren Betrieb an saubere und zuverlässige Personen zu veräußern haben. Die Ankündigung Hinkeis wurde durch Berichte nationalsozialistischer ZeAungcn ausgelöst, wonach nichtarische Kinotheaterbesitzer, die den antisemitischen Schwedenfilm „Patterson und Bendel" vorführten, vorher aus dem Film die kraß antisemitischen Stellen entfernt hatten. Konferenz der Iwo in Wilna Man schreibt uns: Am 18. August wurde in .Wilna die Konferenz des Jiddischen Wissenschaftlichen Institutes (Iwo), an der rund 500 Delegierte teilnahmen, eröffnet. In der Eröffnungssitzung sprachen u. a. Salman Reisen, N. P r i 1 o t z k y, Dr. S z y p p e r und der berühmte in Paris lebende Maler Marc Chagall. Begrüßungen gingen u. a. von den Schriftstellern Abraham Reisen, H. L e i w i k und von Albert E i nstein und Siegmund Freud ein, welch letztere dem Ehrenpräsidium der Iwo angehören. Prof. Simon Dubn o w setzte die Bestrebungen der Iwo in Parallele mit der Hebräischen Universität. In zahlreichen Referaten kamen die Leistungen der Iwo zum Ausdruck. Von besonderer Bedeutung war die unter dem Vorsitz von Dubnow abgehaltene wissenschaftliche Vollversammlung, die der jüdischen Geschichtsforschung gewidmet war. Ueber die Entwicklung eines lebendigen jiddischen Theaters sprach der Warschauer Regisseur Dr. Michael W e i c h e r t. Ueber die Rolle der jüdischen Literatur im Kampf um die Freiheit sprach N. Prilutzky. Aus dem Referat ,,20 Jahre jiddische Literatur" des Salman Reisen erfuhr man, daß es zur Zeit 367 jiddische Zeitschriften, davon 75 Tageszeitungen und 316 Zeitschriften in der ganzen Welt gibt. Man hörte noch Referate über Leiwiks „Golem", über die jiddische Literatur in Rumänien und Palästina. Sonntag, den 25. August, wurde der Saal des jüdischen Kunstmuseums eröffnet. Die Beratung nahm eine Reihe Resolutionen, betreffend die künftige Arbeit des Iwo, an, ferner eine Resolution, in der die Schaffung jiddischer Schulen in der ganzen Welt verlangt wird, eine Resolution gegen die Judenverfolgungen in Deutschland und die nazistische Rassenhetze in anderen Ländern, eine, in der gegen die Verfolgung des Jiddischen in Palästina protestiert wird. In den Schlußansprachen wurde betont, daß die Iwo-Arbeit in der ganzen Welt Widerhall gefunden habe. Die Tagung werde sich als ein starker Impuls für die zukünftige jiddische wissenschaftliche und Kulturtätigkeit erweisen. Nach Schluß der Beratung hielt die ncugewählte Zentralverwaltung des Iwo ihre erste Sitzung ab und nahm eine Reihe Beschlüsse, betreffend die zukünftige Arbeit, an; u. a. wurde eine Kommission zur Schaffung des Kunstmuseums des Iwo eingesetzt, der die bekannten Künstler Marc Chagall und Jankel Adler, ferner Prilutzky, Dr. Julius Gens u. a. m. angehören. Verlanget uberall »Die Neue Welt« ffrau greif? zu! Vorhang-AbftelSung: Vorhang-Batist, weiß mit farbigen Tupfen.....S 0*49, Möbel-Kretonne, 70 cm breit..............S Madras-Vorhangstoff, indanthren gestreift, 156 cm . . . . S Fußboden-Belag, 50 cm breit.........per Meter S Fußboden-Belag, Reste, 2 m breit........per ras S Jacquard-F1an8ll-Dack8n, kamßlhaarartig, 120X180 cm . . . S 3teilige KUnstlorvorhSngQ, farbig gestickt ..... 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