Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 492 (27.8.1935)
- Date
- 1935-08-27
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 492 DiE NEUE WEL1 Seite 3 Kongreß-Beiblatt für „Die Neue ^^^^^^'W^WMWMtW^^ i^WVWiiMWiV>M^^WW»WWW ¥¥VW.i»VS)%VWWWWVteW»W^^^^ Weitere Begrüßungen . (iNachtraR) Präsident Sokolow bringt Mittwoch, den 21. August, Begrüßungen zur Verlesung von der P r o ■ P a 1 it s t i n a- Gesellschaft In U. S. A., von Schriftsteller C. A. L o o s 1 1, BUmpliz-Bcin, sowie vom Internationalen Friedensbüro in Genf, das dem Kongreß ausgezeichnete Ergebnisse wünscht und bei dieser Gelegenheit, die wertvolle Mitarbeit und die nie versagende Unterstützung des jüdinchen Volkes am Frledenswcrk hervorhebt. Es folgte die Verlesung eines gemeinsamen Briefes von Josiah W 0 d g w o o d, Hartington und Barnett Janncr, also von Vertretern der drei großen Parteien Im englischen Parlament, der lautet: i ..Lieber Dr. Sokolow! Wir würden uns freuen, wenn Sic «lern Kongreß herzliche Grüße von der Exekutive des Parlamentarischen Palästina-Komitees überbringen wollten. Wir senden unsere besten Wünsche für einen vollen Erfolg seiner Beratungen und für die Förderung der großartigen Aufbauarbeit in Palästina." Der Kongreß wurde auch von einem Vertreter des Jüdischen Gr o m e i n d e b u n d c s der Schweiz, der Jüdischen Gemeinde in Luzer n, des Schweizerischen Z i o n i s t e nb ii n (I e s und anderer schweizerischer jüdischer Verbände begrüßt. Zahlreiche weitere Begrüßungsschreiben und -telegramme waren aus fast allen Ländern der Welt eingetroffen. Die Grußbotschaft des englischen Kolonienministers Malcolm Mac- Donald an den Kongreß wurde vom Mitglied der britischen Gesandtschaft in Bern Mr. S h o a m verlesen. Es folgte eine Ansprache des Bürgermeisters von Tel-Aviv. Meir Dizengoff. Ueber die Begrüßungsansprache des Schwelzerischen Nationalrat es und Regierungsratos von Luzern Dr. Walter, der im Auftrag des schweizerischen Bundesrates den Kongreß aufs herzlichste willkommen hieß, ist. ergänzend zu berichten: Dr. Walter erklärte, die Schweiz habe größtes Verständnis und tiefe Sympathie für die zionistische Bewegung, die in eine Parallele zu bringen sei zu dem jahrhundertelangen schweizerischen Befreiungskampf, der auch jetzt noch fortdauert, da die Schweiz um ihre Freiheit kämpfen werde. Vor der Größe der zionistischen Idee und namentlich vor dem großen Menschen, dem Begründer der zionistischen Bewegung, Theodor Herz 1, müsse er sich ehrfürchtig verneigen. Die Delegation der deutschen Zionisten wohnte der Eröffnungssitzung bei. uißuciter in der Buchhandlung Wien I!, Ecke Taborsfraße 52 Lehrbücher für alle Lehranstalten in den richtigen Auflagen — auch antiquarisch — zu sehr mäßigen Preisen! Spesenfreie Zusendung überallhin. Verzeichnisse kostenlos! / Für Auskünfte: Tel. R-41-4-20 Der Berich* Daher dae Kongreßwahlen Der Vorsitzende des Kongreßgerichtes, Rechtsanwalt G r o n e m a n n, stellt fest, daß die Zahl der Scheke'zahler gegenüber 839.291 in der letzten Periode diesmal 1,216.030 beträgt. Nach einigen Bemerkungen über die Bedeutung des Scheitels usw. teilt Gronemann das Ergebnis der Entscheidungen des Kongreßgerichtes mit: In 24 von 3S Wahlgebieten fanden Wahlen statt, während, in 14 Wahlgebicten der Wahlakt entfiel, entweder weil nur eine Liste eingereicht war oder insgesamt nicht mehr Kandidaten vorgeschlagen waren, als das betreffende Gebiet zu beanspruchen hatte. In den 24 Wahlgebieten, in denen gewählt worden ist, wurden 632.146 gültige Stimmen abgegeben. Die Wahlbeteiligung betrug ßß2ln Prozent. Die Mandutverteilung ergibt folgendes Bild: a) Einheitslisten: Aegypten, Danzig, Finnland, Ostfrankreich, Italien, W a h 1 g r u p p e Dänemark usw., W a h 1 g r u p p e Marokko usw., Wahlgruppe Spanien usw. je 1 Mandat, Deutschland 34 Mandate, Jugoslawiens, Lettland 7, Südafrika D, Trans.sylvanlcn 6 Mandate. b) Gebiete, in denen gewählt wurde: Palästina 90 Mandate (61 Arbeitendes Erez Israel, 2 Jemenitische Arbeiter, 2 Misrachi, 9 Hapoel Hamisrachi, 1 Misrachi Havatik, 5 Allgemeine Zionisten [Weltverband], 3 Jemenitenverband, 6 Allgemeine Zionisten [Weltvereinigung], 1 Judenstaatspartei); Polen S7 Mandate (51 Arbeitendes Erez Israel, 16 Misrachi, 2 Weltverband. 16 Weltvereinigung, 2 Judenstaatspartei); Amerika 57 Mandate (26 Arbeitendes Erez Israel, 20 Allgemeine lunabhängig], 11 Misrachi); O s t g a 1 i z i e n 45 Mandate (18 Arbeitendes Erez Israel, 6 Misrachi, IS Weltverband, 1 Weltvereinigung, 2 Judcnataatspartei); W e s t g a 1 1 z i e n IS Mandate (5 Arbeitendes Erez Israel, 3 Misrachi, 10 Weltverband); Litauen 17 Mandate (10 Arbeitendes Erez Israel, 2 Misrachi, 2 Weltverband, 1 Weltvereinigung, 2 Judenstaatspartei); Engl a n d 12 Mandate (2 Arbeitendes Erez Israel, 3 Misrachi, 7 Weltveroinigung); T s e h o c h o s 1 o w a k e i 11 Mandate (5 Arb. Erez Israel, 3 Misrachi, 3 Weltveroinigung); Oester rei c h 7 Mandate (2 Arb. Erez Israel, 1 Judcustaatspartei, 3 Weltverband, 1 Weltvereinigung); B c s s a r a b i en 6 Mandate (5 Arb. Erez Israel, 1 Weltvercinigung); K a n a d a 5 Mandate (2 Arb. Erez Israel, 1 Misrachi, 2 Weltvereinigung); R u m ä n,i e n 5 Mandate (2 Arb. Erez Israel, 1 Weltvercinigung. 2 Zentristen); Bnko wi n a 4 Mandate (1 Arb. Erez Israel, 1 Misrachi, 2 Allgemeine I unabhängig]); Argentinien 3 Mandate (1 Arb. Erez Israel, 2 Weltverband); Ungar n 3 Mandate (1 Arb. Erez Israel, 1 Misrachi. 1 Weltverband); Belgien 2 Mandate (1 Arb. Erez Israel, 1 Allgemeine I unabhängig]): Brasilien 2 Mandate (1 Arb. Erez Israel, 1 Wellvereinigung); B u 1 g a r i e n 2 Mandate (1 Arb. Erez Israel, 1 Weltverband); Frankreich 2 Mandate (1 Arb. Erez Israel, 1 Weltvereinigung); Griechenland 2 Mandate (1 Misrachi, 1 Weltvereinigung); Holland 2 Mandate (l Arb. Erez Israel, 1 Allgemeine | unabhängig]; C h i 1 e 1 Mandat (Arb. Erez Israel); E s I 1 a n d l Mandat (Arb. Erez Israel); Luxe mb u r g 1 Mandat (WeltVereinigung); S c h w e i z 1 Mandat (Misrachi Allgemeine). Gesamtzahl der Mandate 455. Dazu kommen noch von der Weltwahllisle 3 Misrachi. 3 Linke, 3 .Tudenstaat, 2 Weltveroinigung Allgemeiner Zionisten. Insgesamt 4 6 6 Mandate, und zwar Linke 229, Welt verband (A) 101, Wcltvcrelnigung (B) 5(1, Misrachi 75, J udenstaatspartei 13. Was die Exekutive berichtet Tn dem Tätigkeitsbericht der Exekutive der Jcwish Agency an den Council, der anläßlich des Beginnes des XIX. Zionistenkongresses veröffentlicht wurde, wird festgestellt, daß die beulen letzten Jahre eine Periode noch nie dagewesener Steigerung der jüdischen Einwanderung nach Palästina und gleichzeitig eines ebenfalls noch nie dagewesenen Kampfes mit der Regierung um die Einwanderung" war. Die starke Ausdehnung der jüdischen wirtschaftlichen Betätigung hat eine außerordentliche Steigerung Ües UmfangC3 der Einwanderung ermöglicht, gleichzeitig aber einen andauernden empfindlichen Arbcitermangel hervorgerufen, dessen Ausmaß zeigte, wie sehr die Arbeitereinwanderung hinler der schnell wachsenden Aufnahmefähigkeit des Landes zurückblieb. Die Erörterung über das zulässige Ausmaß der jüdischen Einwanderung — oder mit anderen Worten, über das mögliche Tempo der Entwicklung dc3 Jüdischen Nationalheims — wurde zum wesentlichsten Gegenstand in den Beziehungen der Jcwish Agency zur Palästina-Regierung. Die Gesamtzahl der in der Zeit zwischen dem 18. und dem 19. Kongreß nach Palästina eingewanderten Juden wird in dem Bericht mit 100.000, die gegenwärtige jüdische Bevölkerung des Landes mit 335.000, mehr als 26 Prozent der Gesamtbevölkerung, angegeben. In dem ersten Halbjahr 1035 sind 30.000 Juden eingewandert, während die Einwandererzahl für das ganze Jahr 1034 42.359 betrug. Es werden sodann ausführlich die Vorstellungen der Exekutive bei den Behörden gegen die Maßnahmen zur Verhinderung illegaler Einwanderung und die dauernden Bemühungen der Exekutive geschildert, größere. Einwanderungsquoten durchzusetzen. Ferner werden die Auswirkungen des Einsickerns billiger arabischer Arbeitskräfte nach Palästina dargestellt. Der Bericht stellt fest, daß in den beiden letzten Jahren die Boden preise in Palästina, besonders in den Städten und in der Zitruszone, außerordentlich gestiegen sind. Die Bodenspekulation mit allsn ihr anhaftenden Uebeln habe sich in noch ,nie dagewesenem Maße entwickelt Trotz lebhafter Bewegung auf dem Bodenmarkt war der reine Zuwachs an jüdischem Landbesitz verhältnismäßig klein. 1933 wurden 37.000 und 1934, abgesehen vom Hule-Gebiet, 62.000 Dunam erworben. Der durchschnittliche Preis pro Dunam, der 1931 und 1932 23 Pfund betrug, stieg 1933 auf 35 und 1934 auf 5 4 Pfund. Es folgt ein Darstellung des Standpunktes der Regierung in der Frage eines Legislative Council für Palästina und der von der Jewi3h Agency gegen esine Einsetzung erhobenen Einwände. Der Bericht erwähnt ferner die Bemühungen der Jev/ish Agency, eine gerechte Verwendung der von der Regierung aufgenommenen Zwei-Millionen-Pfund- Anlcihe durchzusetzen. Der Eericht der Einwanderungsabteilung der Agency enthält eine Analyse der Zusammensetzung der Einwanderer. Der Bericht erwähnt weiter Verbesserungen in der Prozedur der Zertifikate-Zuteilung in der Kapitalisten-Kategorie, führt aber heftig Klage darüber, daß die Einwanderung in der Kategorie der Handwerker mit einem Eigenvermögen von 250 Pfund infolge der Art, wie die Gesuche behandelt werden, fast unmöglich geworden ist. Ebenso könne von einer Einwanderung von Angehörigen freier Berufe mit einem Kapital von 500 Pfund, die die Möglichkeit einer Existenz im Lande nachzuweisen haben, überhaupt nicht gesprochen werden. OZEANDAMPFER 4Ä (33000 Tonnen) ab Genua 2., ab Neapel 3. September 1935 III. Klasse von NEAPEL —HAIFA mit vorzüglicher, auch koscherer Verpflegung und Kabine..........Lire 650.— 50% Ermäßigung auf den königl. italienischen Bahnen BOB Auskünfte: ftl 19 I, KärnCnerring 6 Die Zahl der Arbeiter in Palästina ist von 40.000 im Sommer 1933 auf 64.000 im Mai 1935 gestiegen. Der größte Teil der neuen Arbeiter wurde vom Baugewerbe aufgenommen. Der Bericht weist auf den Mangel an qualifizierten Industriearbeitern und auf die Schwierigkeit hin, gelernte Arbeiter für gewises Berufe zu bekommen. Die Zahl der jüdischen Landarbeiter ist nur um 1 000 (von 5000 i. J. 1933 auf 6000 im Mai 1935) gestiegen, obwohl in diesem Teil das jüdische Pflanzungsgebiet von 120.000 auf 155.000 Dunam angewachsen ist. Die Zahl der in jüdischen Plantagen beschäftigten Araber nimmt ständig zu. Auf dem jüdischen Arbeitsmarkt waren 1934 11.313 Streik- und (5749 Aussperrungstage zu verzeichnen. 50 Prozent der Streikfälle waren durch Lohnforderungen infolge Erhöhung der Kosten des Lebensunterhalt» bedingt. 9895 Streiktage wurden durch die Vermittlung der Jcwish Agency und des ,Waad Leunii beendet. Der 63 Seiten umfassende Bericht der Abteilung für landwirtschaftliche Kolonisation gibt alle Einzelheiten der landwirtschaftlichen Arbeit in t Palästina und der Arbeitsweise und Erfahrungen der Siedlungen wieder. Wie das Departement für Handel und Industrie mitteilt, wurden auf diesem Gebiete in den letzten zwei Jahren große Fortschritte erzielt. Während es 1933 3386 Fabriken und Werkstätten gab, in denen 19.5.10 Personen beschäftigt waren, ist die Zahl der Betriebe im Jahre 1934 auf über 4000 mit über 25.000 Arbeitern und Angestellten gestiegen. Fast die gesamte Produktion der palästinensischen Industrie wird vom inländischen Markt aufgenommen. Der Wert des Exports betrug 1934 320.000 Pfund oder 4,9 Prozent der gesamten Produktion. Ausführlich wird die schwierige Lage, der palästinensischen Industrie im Hinblick auf das Export- Problem und das Fehlen von Schutzzöllen gegen Dumping-Einfuhr dargelegt. Die Uebertragung der Leitung des jüdischen Schulwesens von der Jcwish Agency an den Waad Leumi wird in dem Bericht als bedeutsame Reform angeführt. In dem Bericht über das j ii d i s c h c G e s u n dheitswesen wird festgestellt, daß die Hilfe der Regierung bei der Bekämpfung der Malaria und dev Ausbreitung epidemischer Darmkrankheiten keineswegs befriedigend sei. Kuppsn-Refeirat Einen Ueberblick über 25 Jahre jüdischer 1 a n dwirtschaftlicher Kolonisation in Palästina bot das Referat des Leiters der Palästina-Exekutive Doktor Arthur R u p p i n. Der Redner gab eine Schilderung der einzelnen Entwicklungsplänen innerhalb dieses Vierteljahrhunderts. 1910 hatte die Zionistische Organisation in der Jesreel-Ebene ihren ersten Bodenkauf durchgeführt. Damals gab es im ganzen Lande nur 70.000 Juden, von denen zwei Drittel von Unterstützungen, die sie aus dem Ausland erhielten, lebten. Zur gegenwärtigen Situation der Juden in der Landwirtschaft berichtete Dr. Ruppin, daß von dem gesamten 250.000 Dunam umfassenden Pflanzungsgebiet 150.000 Dunam in jüdischem Besitze sind. Fruchttragend sind zur Zeit jedoch erst je 50.000 Dunam in jüdischem, und nichtjüdischem Besitz. Als ideale Berufsgliederung der jüdischen Bevölkerung bezeichnete Dr. Ruppin eine solche, bei der ein Drittel in der Landwirtschaft, ein Drittel im Baugewerbe und in der Industrie und ein Drittel im Handel. Touristenverkehr und freien Berufen beschäftigt sein würde. Einen besonderen Teil seines Referates widmete' Dr. Ruppin dem Ansiedlungswerk für deutsche Juden. Die Zahl der zionistischen Siedlungen ist seit 1920, dem Jahre, in dem die systematische Absiedlung auf Nationalfondsboden mit Hilfe des Keren- Hajessod einsetzte, von fünf auf fünfzig und die Zahl ihrer Einwohner von 180 auf 11.000 gestiegen. Unter Einrechnung der Kibbuzim a.uf Nationalfondsbodcn gibt es insgesamt 90 Siedlungspunkte mit einer Bevölkerung von 18.000 Seelen. Dr. Ruppin verteidigte die Siedlungsform der K w u z a h und stützte sich dabei auf ein Gutachten des vor kurzem auf den Lehrstuhl für Agrarwirtschaft der Hebräischen Universität berufenen Professors Boris Brutzkus, in dem festgestellt wird, daß die in den Kwuzoth durchgeführte Mechanisierung der. landwirtschaftlichen Arbeit wirksamen Wettbewerb mit der billigeren arabischen Arbeitskraft ermöglicht ha.t. Aber auch die auf Individual Wirtschaft aufgebauten Siedlungen haben Fortschritte gemacht. In der letzten Saison wurden 7,5 Millionen Kisten Orangen exportiert, 1940 würden es 20 Millionen Kisten sein. Die größere Hälfte dieser Produktion werde aus jüdischen Pflanzungen stammen. Nur ein Viertel des jüdischen Milch kon sums wurde von jüdischen Farmen gedeckt, die E i e r p r od u k t i o n deckte nur einen kleinen Teil des Bedarfes. In der Industrie waren 1927 erst 8000 bis 9000 Juden beschäftigt. Die Jahresproduktion betrug 2,300.000 Pfund. Einschließlich der Frauen und Kinder leben heute 50.000 Juden von Industrie und Handwerk. Dazu kommen die 14.000 im Baugewerbe und bei öffentlichen Arbeiten Beschäftigten. Mehr als ein Viertel der jüdischen Bevölkerung lebt jetzt von der Industrie. Dr. Ruppin erklärte zum Schluß: Sogenannte Illusionen haben sich als stärkere Realität erwiesen als alle Berechnungen und Voraussagen von sogenannten Praktikern. KevenaMtnjessods^ehe&Ue Nachtrag An der Debatte über die Probleme des Keren Hajessod beteiligte sich als Redner der Judenstaatspartei Dr. N. Samonsky. Vor allem stellte der Redner fest, daß die Judenstaatspartei prinzipiell den Keren Hajessod bejahe. Das hindere sie aber nicht, gerechte Kritik an den Methoden des Keren Hajessod zu üben. ,.Palästina", führte der Redner aus, „ist ein Land, das jährlich für 15 Millionen Pfund ausführt, aber nur für 3,5 Millionen exportiert. Es erhebt sich die Frage, wie lange der jüdische Jischuw und die Judenheit im allgemeinen eine Geldausfuhr von 10 bis 15 Millionen Pfund werden ertragen können. Ich glaube, es gibt keinen so reichen Staat, der sich das auf die Dauer leisten kann. Eine der primärsten Aufgaben des K. H. als nationales Finanzinstrument des Zionismus sollte darin bestehen, die Juden Palästinas zur Produktion der notwendigen Bedarfsartikel zu veranlassen. Dies ist jedoch bei einem Jahresbudget von 250.000 Pfund unmöglich. Der Keren Hajessod kann bei dem heute bestehenden System nur Flickwerk leisten, nicht aber seine große nationale Aufgabe erfüllen. Es ist daher bedauerlich, daß das Direktorium des K. H. es unterlassen hat, das wahre Bild vor Augen zu führen. Um seiner Aufgabe gerecht zu werden, müßte, der Keren Hajessod enine großzügige Aktion zur Aufbringung großer nationaler Mittel in Szene setzen. Die Vorbedingung hiezu wäre, daß alle Gruppen, die im Zionismus vertreten sind, zur Arbeit der Fonds herangezogen werden. Sieht man sich das Bild genau an, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, daß nur linke Elemente (oder mit den Linken sympathisierende) zur Arbeit zugelassen werden. Mit diesem System muß schleunigst, aufgeräumt, werden, wenn man den K. H. popularisieren will. Manche Redner haben nach Parolen und Sehlagworten gesucht, um sie in den Dienst des K. H. zu stellen. Ich glaube, daß es n u r ei n e Parole gibt, welche heute imstande ist, die Judenheit zu gewinnen, und diese Parole heißt - Judcnsta a t. Der Keren Hajessod brauche nicht an dem „geheiligten" Prinzip der leitenden zionistischen Instanzen festzuhalten, &u> Wort „Judcustaal" tVJBr