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Die neue Welt · 1935-08-23 · Heft 491 (23.8.1935) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 491 (23.8.1935)
Date
1935-08-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 491 ME NOTE WELT w Seifert'^ Parlament — i§t lVfandaf§verIe(zung Ein sensationeller Artikel der „Times" Aus London meldet die J. T. A.: Die „T i m c s" veröffentlichen einen Artikel ihres Jerusalcmer Korrespondenten, in dem im Zusammenhang mit der Londoner Reise des High Commissloner zur Besprechung der Frage des Legislative Council mit dem Colonial Office die offenbare Absicht der maßgebenden Stellen, einen solchen Council jetzt einzusetzen, festgestellt wird. Nach einem Ueberblick über die Geschichte der bisherigen Versuche, eine legislative Körperschaft einzusetzen, nach Erwähnung der Tatsache, daß der geplante Council 1922 von den Arabern mit der Begründung boykottiert wurde, daß die Mitarbeit der Araber die Anerkennung des Mandats und damit des Jüdischen Nationalheims bedingen würde, erklärt der Verfasser, es sei ,,'n diesem Jahr klar angedeutet worden, daß der Legislative Council ohne Verzug und ungeachtet jeder Opposition oder jeden Boykott» eingesetzt wer« den wird". Während die Abneigung der Juden gegen das Projekt stärker sei als jemals zuvor, hätten sich die arabischen Führer jetzt damit abgefunden. Dies erkläre sich daraus, daß die die arabische Exekutive beherrschende Husseini-Gruppe im Niedergang begriffen ist, während die N a s h a s h i b i - P a r t e i, die Khaldi-Partei und andere Gruppen an Einfluß gewinnen und sich eine Tribüne schaffen wollen und daß in der geplanten Fassung den Arabern das Recht eingeräumt wird, sogar über Fragen, wie die Festsetzung der jüdischen Einwanderungsquote oder Bodenverkauf an Juden, abzustimmen. Im Zusammenhang damit weist der Verfasser darauf hin, daß die Gewährung der Selbstverwaltung in manchen englischen Kolonien, ungeachtet der guten Absichten, eine Vermehrung der inneren Unruhen herbeigeführt habe. Die stärkere Publizität, die die Mitgliedschaft im Council bietet, die mit ihr verbundene bedeutsame Stellung, der Wettbewerb der arabischen Führer um den Beifall der Menge würden es bewirken, daß der Council als Resonanzboden für die Proklamierung eines gegen die Bemühungen Englands und in noch kriegerischer Weise gegen jüdischen Fort- Neue Papierfabrik In Atlit steht die Gründung einer Papierfabrik auf von der Pica gepachtetem Boden bevor. Die 50 Dunam umfassende Bodenfläche liegt zwischen Eisenbahnlinie und Meer. Die Maschinen sind bereits aus dem Ausland eingeführt und der Bau ist in Angriff genommen worden. Die Fabrik wird Packpapier und Briefumschläge produzieren und 80 Arbeiter beschäftigen. Die Tätigkeit der Fabrik soll in vier bis fünf Monaten einsetzen. Die seit 1929 in Tel-Aviv bestehenden „Orien tal Paper Works" werden nach Atlit übersiedeln und sich mit dem neuen Unternehmen fusionieren. (Palnews.) Kapitalserhöhung der Palestinc General Insurance Co., Ltd. Die „Palestine General Insurance Co., Ltd.", deren registriertes Kapital bisher L. P. 50.000 betrug, erhöhte es auf L. P. 125.000. Die ersten Aktien im Betrage von L. P. 50.000 sind fast alle verkauft; L. P. 40.000 sind bereits eingezahlt. Die weiteren L. P. 75.000 verteilen sich auf 15.000 Aktien von je L. P. 5. Zur Zeit beträgt die Gesamtsumme der allmonatlich abgeschlossenen Lebensversicherungen etwa L. P. 20.000 bis 25.000; sie besteht zu einem bedeutenden Teil aus Kinderversicherungen. Die Prämien für Feuer-, Einbruch-, Unfall- und Autoversicherungen betragen allmonatlich etwa L. P. 3500. (Palnews.) Bulgarien und Palästina Aus Sofia wird gemeldet: Der bulgarische Ministerpräsident Andreja Toscheff empfing den bulgarischen Generalkonsul in Palästina, den bekannten Zionisten Mussa Shelush, und ließ sich von ihm über die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Bulgarien und Palästina informieren. Bei dieser Gelegenheit erklärte der Ministerpäsident Toscheff: Die bulgarischen Juden haben gewiß viel für die Wohlfahrt Bulgariens getan. Ich und meine Regierung machen keinen Unterschied zwischen Juden und Bulgaren. Das bulgarische Volk beobachtet den Aufbau Palästinas mit größtem Interesse. Die bulga-, rischen Juden, die so viele. Opfer der Unabhängigkeit Bulgariens gebracht haben, werden sicherlich auch alle; Opfer für den Aufbau Palästinas bringen. Der Ministerpräsident fügte hinzu, daß er das Leben der Juden in allen Ländern genau kenne und aus dieser Kenntnis die Ueberzeugung gewann, daß der Aufbau Palästinas bestimmt gelingen wird. (J. T. A.) Von der Zitrus-Produktion Der Bedarf der palästinensischen Zitruspflanzen, an Schutzstoffen zur Bespritzung der Zitruäbäume gegen die „Chrysomphalus aurantii" genannte Krankheit ist von Jahr zu Jahr, Infolge der Erweiterung der bepflanzten Fläche, gestiegen. Im Jahre 1934 betrug der Bedarf etwa 500 Tonnen im Werte von L. P. 25.000.—. teis vor einigen Jahren war in' Paläsitina das kalifornische IfclrzeiUgTids „VcUlt." yorlierrachend, Vor «twa drei Jahren schritt gerichteten aggressiven arabischen Nationalismus in ganz Palästina und dem arabischen Osten benützt werden wird. All dies sei vermutlich von der Mandatarmacht gebührend erwogen worden; das wiederholte Versprechen jedoch, Selbstverwaltung in steigendem Maß zu gewähren, würde als ausreichender Grund erachtet, das Experiment zu rechtfertigen. Die Juden wollen den Council boykottieren. Kein Jude werde die Wahl anstreben, und es sei unwahrscheinlich, daß selbst die gemäßigten unter den jüdischen Führern eine Kandidatur für den Council annehmen werden. Wenn auch die Judenheit Palästinas keineswegs einig sei, in dieser Frage sei sie einer Meinung. Die unmittelbare Folge der Einsetzung einer solchen Rumpf-Legislative mußte der .. Zusammenbruch des nach der unheilvollen Perlode von 1930 allmählich geschaffenen Vertrauens und vermutlich die Zurückziehung der großen Darlehen und Anlagen sein, die durch dieses Vertrauen . möglich wurden. Es sei nicht schwer, der Argumentation von jüdischer Seite zu folgen, daß die Schaffung eines solchen Legislative Council eine direkte Verletzung des Mandats sei. ■ - Der Artikel schließt: Die Konzeption eines „J ü d is-ehen Nationalheim s", jene Konzeption, die die Weltjudenhelt zu ihren gewaltigen Anstrengungen veranlaßt hat, der: Glaube, daß es wenigstens einen einzigen Ort in der Welt gibt, wo die Juden nicht auf den Status einer hilflosen Minderheit herabgedrückt werden können, wird zunichte, gemacht, sobald jedes sie betreffende Gesetz und jede Verwaltungsmaßnahme ihnen gegenüber von dem Willen einer feindseligen Mehrheit bestimmt werden. Aber auch bei dieser Sachlage kann die Einsetzung eines Legislative Council nicht lange hinausgeschoben werden. Sollte für den Council eine Form gefunden werden, die die Anerkennung und den Schutz der besonderen Art des jüdischen Status in Palästina ermöglicht, dann wird die jüdische Gegnerschaft gegen den Council-Plan möglicherweise zum Teil verschwinden. entstanden in -P al ä s t i n a drei Betriebe zur Erzeugung der Schützstoffe, die die Marken „Tapazol", „Hadarol" und „Sprayol" erzeugen. Im Jahre 1934 deckten die inländischen Erzeugnisse bereits 40 Prozent des Bedarfes; 60 Prozent wurden von ausländischen, hauptsächlich kalifornischen Erzeugnissen gedeckt. Die Unternehmer der palästinensischen Betriebe stellen mit Bedauern die Tatsache fest, daß viele Pflanzer ausländische Erzeugnisse kaufen, trotzdem laut offizieller, in der Presse veröffentlichter Feststellung der Versuchsstation in.Rehoboth in inländischen Erzeugnisse ihnen qualitativ in keiner Weise nachstehen, um 10 Prozent billiger und frischer sind. Die „Tapazol Chemical Works" von Tel- Aviv werden in die Industriezone von Rishon 1 e- Ziön überführt werden. Der Betrieb beschäftigt sieben Arbeiter. Die Fabrik „Hadarol" befindet sich auf der Chaussee Tel-Aviv—Petach-Tikwa und beschäftigt auch sieben Arbeiter. Die Fabrik „Sprayol" von Petach- Tikwa beschäftigt fünf Arbeiter. Bis vor kurzem war. das aus England und Belgien eingeführte Rohmaterial mit einem Einfuhrzoll belastet. Vor kurzem wurde dieser Zoll gesetzlich aufgehoben. Die eingeführten ausländischen Erzeugnisse sind als für die Landwirtschaft bestimmte Einfuhr zollfrei. (Palnews.) Orangen nach Ungarn „Doar Hajom" teilt, mit: Wie wir erfahren, hat die ungarische Regierung prinzipiell beschlossen, in diesem Jahr die Einfuhr von 500 Tonnen palästinensischer Orangen zu gestatten. 1. bis 7. September. 1935 (Rotunde bis 8. September) Luxus- und Gebrauchsartikel / Möbel / „Kunst im Handwerk" „Elektrizität im Haushalt" / „Neuzeitliche Gasgeräte" ITALIEN. AUSSTELLUNG / UNGAR. AUSSTELLUNG Textilmesse / Bekleidungsmesse / Wiener Strickmode Pelzmodesalon / Hausindustrie TECHNISCHE MESSE / RADIOMESSE Bau- und Straßenbaumesse / Mal- und Anstrichtechnische Messe / „Der Realitäten-Vermittler und -Verwalter" Oe3terr. Tabak-Regie / Erfindermesse / BUrobedarfsmesse Wintersportausstellung / Oesterreichische Zeltungs- und Zeltschriftenschau Jubiläumsausstellung des Gewerbeförderungs-Institutes der Kammer für Handel, Gewerbe und Industrie / Kollektiv- Ausstellungen der Stadtgruppe Wien des Oesterreichischen Gewerbebundes / Kollektiv-Auastellungen des Gewerbeförderungsamtes der n.-ö. Landesregierung LEBENSMITTELAUSSTELLUNG Land- und forstwirtschaftliche Musterschau ßundesweinkost Rinder-Zuchtviehschau: 6. bis 8. September BEDEUTENDE FAHRPREISERMÄSSIGUNGEN! Messeausweise a S 6.— bei der Wiener Messe-Aktiengesellschaft, Wien, VII., Messepalast. — Eintrittskarten (zum einmaligen Besuch der Rotunde oder des Messepalastes und der Neuen Burg) a S 2.60 bei den Kassenschaltern der Messehäuser. Haus frau ■raafie greif zu! aovffrtoore», S»am-, Xtmu. 3»etttvttfil&e, TOorftitage, Xeppi&e fofoie $>au«»- n. «üd&enaeräte jeöer 3»rt Zu Ausnahmspreisen! SCHIFFMANN / Vom „Theater für 49" Anfang September beginnt das von E. Jubal geleitete „Theater für 49" seine Spielzeit mit der Aufführung der Märchenkomödie „Musik im Dorf" von Ossip Dymov. Dieses Bühnenstück, das bisher unter dem Titel „Der Sänger seiner Trauer" über zahlreiche jüdische Bühnen ging und in der Inszenierung der Wilnaer Truppe einen Welterfolg hatte, wird in besonderer. Fassung unter Anteilnahme des Wiener jüdischen Schriftstellers Oskar Rosenfeld herauskommen. Regisseur Jubal hat für Ossip Dymovs Werk ein neues Ensemble verpflichtet und für die Tänze die Künstlerin Hilde Holger mit Ihrer Gruppe herangezogen. Die jüdischen Künstlerspiele sind soeben von einer erfolgreichen Tournee aus der, Tschechoslowakei zurückgekehrt, wo sie von allen zionistischen und jüdischen Kreisen begeistert auf genommen wurden. Die Presse hat das unter der Leitung von Dir. J Goldfließ befindliche Ensemble .warm begrüßt und die Leistungen der Truppe rühmend hervorgehoben. Zu Beginn der neuen Spielzelt (31. August) ist ein Gastspiel des New-Yorker hervorragenden Schauspielers Jacques Rechtzeit geplant, der lange Zeit hindurch, der Gegenspieler der Frau Mali P i c o n war und eine Reihe bedeutender, in Wien unbekannter Stücke aus dem chassidischen Leben aufführen wird. Abschied für Brandmann. Zu Ehren seines nach Palästina übersiedelnden Dirigenten Israel Brandmann veranstaltete der Wiener Jüdische Gesangverein eine Feier, zu der sich nahezu sämtliche Vereinsmitglieder sowie zahlreiche persönliche Freunde und Verehrer des beliebten . Chormeisters und Komponisten eingefunden hatten. Der Vereinsobmann Börsenrat Heinrich Popper richtete an den Dirigenten eine herzliche Ansprache, wobei er ihm. ein Diplom überreichte, in welchem seine Ernennung zum Eh'rendirigenten des Wiener Jüdischen Gesangvereines ausgefertigt *war. Weitere Ansprachen hielten Dr. Josef L ö w y und die Vereinsmitglieder Mandl, Stadler und Mark. Nach den Ansprachen lauschten die An-* wesenden den Vorträgen der Oberkantoren Margulies und Müller, des Vereinsmitgliedes Frl. Grete Körner und Dr. Oskar Tellers, die Beifallsstürme hervorriefen. Der Gesangverein widmete seinem Ehrenchormeister zum Zeichen der Wertschätzung einen silbernen Taktstock. Mun ju Horowitz-Holzkn echt, ein äu ß e rs 11 alentie rter Knabe, der seit Kindheit auf der jüdischen Bühne gewirkt hat, ist eingeladen worden, im Palästinenser hebräischen, Theater tätig zu sein. Für Knabenrollen ist Munju Horowitz-Holzknecht, ein Junge mit besonderer Sprachenbegabung, überaus geeignet. Er dürfte im Kreis der Habimah Aufnahme finden. Judenstaatsiugend Oesterreichs Samstag, den 24. August, 8 Uhr abends, im Heim, 1, Werderlorgasse H HEIMABEND Reichhaltiges Programm / Anschließend Tarne Kleiner Regiebeitrag / Gäste herzlichst willkommen 1 Hotel-Restaurant Smetana-Luhacovice 50 Zimmer mit kaltem und warmem fließendem Wasser. — Erstklassiges Restaurant und Cafe. — Streng rituelle Küche. — Bethaus im Hause. — Eröffnung 15. Mai. Bis 15. Juni billige Vorsaisonpreise. Wochen-Kalender August 1935 irmn Ab 5695 Freitag 23 24 Sabbateingang 6.55 Samstag 24 25 Sabbatausgang 7.55 Sonntag 25 26 Montag 26 27 Dienstag 27 28 Mittwoch 28 29 Donnerstag 29 30 tm r«n *

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