Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 486 (6.8.1935)
- Date
- 1935-08-06
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Ts'r. 486 DIE NEUE WELT Seite 3 Jüdische Kolonisali'onsarbei'i im Vordem Orient ®imi&tbd<&to Bewegung Die Eudenstaatspawtei auf dem Kongreß Aus Palästina werden zum Luzerner Kongreß die Delegierten Meir Großraann, Richard Lichtheim, Dr. S. S o s Iii n, Dr. Rosenblum und D. Weinstein erscheinen. Die genannten Herren werden, ausschließlich Dr. Soakin, der sich bereits in Europa befindet, am 8. August Palästina verlassen und über Mailand am 14. ds. in Luzern eintreffen. Am 12. und 13. ds. werden Vertreter der Judenstaatspartei an der in Luzern stattfindenden Weltkonferenz des K. K. L. und des Kcren Hajessod (17. u. 18.) teilnehmen. Am 19. August findet in Luzern die Weither at u n g der Judenstaatspartei statt, an der außer den Kongrcßdelegierten Vertreter von 18 Landesorganisationen teilnehmen. Oesterreich wird durch Oberb. Robert Stricker, Fritz Richter und Theodor Grubner vertreten sein. * Am 14. August findet in E n g e 1 b c r g bei Basel die Weltkonferenz der Palästina-Acmter statt, bei der die Judenstaatspartei durch ein Mitglied ihres Exekutivkomitees vertreten sein wird. Das Kongreßbüro der Judenstaatspartei ist bereits in Tätigkeit. Adresse: Fraktionsbüro der Judenstaatspartei, Zionistischer Kongreß, Postfach Bahnhof. * Die bereits angekündigte Gesellschaftsreise der Judenstaatspartei Oesterreichs nach Luzern nimmt am J8. August von Wien ihren Anfang. Anmeldungen wie bereits angekündigt. KoBigfeßwahlfResultfate Danzig Im Hinblick auf die schwere Lage des D a n z i g e r Judentums einigte man sich dahin, keine Kongreßwahlen stattfinden zu lassen. Zum gemeinsamen Delegierten aller Gruppen wurde der Vizevorsitzende der Danziger Jüdischen Gemeinde, Advokat Dr. Bernhard Rosenbaum, bestimmt. Altrumänien Am Sonntag, den 28. Juli, wurden in Altrumän i e n unter starker Beteiligung die Kongreßwahlen durchgeführt. Endgültige Resultate liegen noch nicht vor. Es gilt als sicher, daß die Gruppe Renasterea — Radikale, Progressive und Hanoar Hazioni — zwei Mandate (Dr. S. I. Stern, Palästina, und Dr. Samuel Singer, gewesener Deputierter) und das Arbeitende Palästina zwei Mandate (Josef Sprinzak, Palästina, und Advokat Josef Lerncr) erhielten; das fünfte Mandat dürfte einer dieser beiden Parteien zufallen. Die Judenstaatspartei, die Zentralsten (Allgemeine Gruppe B und Union rumänischer Juden) und der Misrachi haben kein Mandat erringen können. Bessarabien Bis jetzt liegen Resultate über die Kongreßwahlen in Bessarabien aus zwölf Orten, darunter Kischinew, vor. Für das Arbeitende Palästina wurden 4669, für n e u t r a 1 c Allgemeine 1325, für Misrachi 575, für Judenstaatspartei 510 Stimmen gezählt. Ungarn Die Allgemeinen Zionisten, Misrachi und Arbeitendes Palästina Ungarns sind übereingekommen, auf den Wahlkampf zum Zionistenkongreß zu verzichten; jede dieser Gruppen wird je einen Delegierten nach Luzern entsenden. Wie verlautet, wird der Präsident des Ungarischen Zionistenbundes, Dr. Julius Miklos jun., die Allgemeinen Zionisten, der Advokat Dr. Ludwig Fodor (Hatvan) das Arbeitende Palästina und Ing. Leopold Lindenbaum den Misrachi auf dem Kongreß vertreten. England Die in England durchgeführten Wahlen zum XIX. Zionistenkongreß hatten folgendes Resultat: Gewählt wurden 7 Allgemeine Zionisten (die englischen Allgemeinen Zionisten sind mit der Weltvereinigung liiert), 3 Misrachisten und 2 Poale-Zionisten. Die Poalc-Zionisten verfügen außerdem über Reststimmen, die für einen halben Sitz auf ihrer Weltwahlliste ausreichen. * Die 7 Delegierten der English Zionist Föderation sind: Das Mitglied des Unterhauses Barnett J a n n e r, Rev. M. L. P c r 1 z w e i g, Dr. M. D. E d e r, P. H o r owitz, Dr. J. M. Yoffey, F. Nettler und Ratsherr M. Grccnbcrg, * Außerdem begeben sich aus England zum Kongreß Paul G o o d m a n, der ein sicheres Mandat auf der Weltwahlliste der Allgemeinen Zionisten hat, Dr. Chaim W e i zm a n n und Rev. J. K. Goldbloom als Mitglieder des Aktionskomitees, Nahum Sokolow und Prof. Selig B r o d c t s k y als- Mitglieder der Weltcxckutive der Zionistischen Organisation. Großes Sommeriest Samstag, den 10. August, halb 9 Uhr abends, findet das vom Hechaluz ha'leumi und der Judenstaatsjugend veranstaltete Gartenfest im Kasino Zögernitz statt. Zur Mitwirkung in der Akademie wurden verschiedene Kunstkräfto, u. a. Leo Valberg, Kurt Karsten, Segal Rosenbach, Paul Tiemann sowie Dr. Oskar Teller und Viktor Schlesinger gewonnen. Diverse Belustigungen. Gratis Lose. Eintritt S 1.50. Vorverkauf bei der Judenstaatspartei, I., Werdertorgasse 14 und Sektionen, Aclm. der „Neuen Welt", Warenhaus Brüder Schiffmann, Buchhandlung Rath, Taborstraßc 20 a, Im Zusammenhang mit der jüdischen Siedlungstätigkeit in Palästina, deren Resultate die Aufmerksamkeit der Welt erregten, wird seit Jahren die Möglichkeit besprochen, weitere Gebiete im Vordem Orient der jüdischen Kolonisationsarbelt zuzuführen. Insbesondere Syrien und Transjordanien wurden in Betracht gezogen. Mehrfach wurde die Notwendigkeit betont, diese Länder durch jüdische Arbeit und jüdisches Kapital wirtschaftlich und kulturell zu heben und es gab auch bereits konkrete Projekte und Abmachungen. Im letzten Augenblick aber sind die Pläne gescheitert. Nun liegen über diese Angelegenheiten neuere Meldungen vor. Die arabische Zeitung „Falastin" erklärt, in der Lage zu sein, die Gründe mitzuteilen, weshalb der Hochkommissar für Syrien, Graf de Martell, das Projekt einer jüdischen Gesellschaft zur Austrocknung der Sümpfe eines Bodenkomplexes in Syrien .verworfen hat. Die Information des „Falastin" solle vom. Kreiskommissar von Antiochien stammen, der sie während einer Regierungsberatung mitgeteilt habe. Danach hat die jüdische Kolonisationsgesellschaft mehrere Projekte vorgelegt. Der erste Plan soll eine Bestimmung enthalten haben, wonach Juden sich auf einem Teil der ausgetrockneten Sümpfe hätten niederlassen sollen. Darauf habe der Oberkommissär nicht eingehen wollen. Die Gesellschaft habe dann einen zweiten Plan vorgelegt, in dem sie den Plan einer jüdischen Kolonisation habe fallen lassen, gleichzeitig damit aber den Voranschlag für die Austrocknungsarbeiten von 170 Millionen Franken auf 60 Millionen herabgesetzt habe. Auch darauf habe der Oberkommissar nicht eingehen wollen, so daß schließlich beschlossen worden sei, die Austrocknungsarbeiten nach einem Plan vorzunehmen, der nur Kosten fc^AJft* n Puder in S&ckcheri ]&IhLJUf%J& spa^am-pmktisch-preisu)jevl Generalvertrieb: C. H. Sigle, Wien VIII, Joiefstädterxlrane 29 Palästina Zeiatralpi*nk£ für Handelsflugwesen im Orient Aus Jerusalem wird gemeldet: Das von der Palästina-Regierung unlängst geschaffene F1 u g a m t schreitet nun an die Verwirklichimg eines großartigen Planes des Ausbaus des Flugwesens in Palästina. Es werden zwei neue Flughäfen, der eine in Lyddo, der zweite bei Haifa, erbaut. Der Flughafen bei Haifa wird auf Keren-Kajemeth-Boden erbaut, als Kompensation erhält der Keren Kajemeth ein Areal Staatsboden am Meeresufer. Die Kosten der beiden Aerodrome stellen sich auf 25.000 Pfund und werden aus den Kapitalsreserven der Regierung bestritten. Im ganzen geht diese Arbeit darauf hinaus, Palästina zu einem Zentralpunkt des Handels- und Postflugwesens im Orient zu machen. Zofllsdiufe für die Palästina t^ndusiwie Aus Jerusalem: Die Regierung gedenkt nicht, über die vom High Commissioner der bei ihm erschienenen Delegation der palästinensischen Industriellen erteilte Antwort einen Bericht zu veröffentlichen. So viel aber steht fest, daß der High Commissioner auf die von den Industriellen vorgebrachten Klagen über ausländisches Dumping und die Bitten um Zollschutz für die heimische Industrie geantwortet hat, er werde alle diese Beschwerden und Anregungen prüfen, u. a. auch die Beschwerde darüber, daß die Regierung bei ihren Einkäufen ausländische Waren bevorzugt; schließlich werde er die Errichtung eines speziellen Regierungsdepartements für Handel und Industrie in Erwägung ziehen. Die Bnchsstfrie forciert Schulz vor Dumping Aus Jerusalem: Der High Commissioner Sir Arthur Wa uchope empfing die Vertreter der palästinensischen Industrie, die Einführung von Zöllen zum Schutz gegen Dumping aus verschiedenen Ländern sowie Zollfreiheit für einzuführende Maschinen und Rohmaterialien forderten. — Iß Waschefabriken teilten dem Schatzsekretär Johnson mit, daß sie gezwungen sein würden, ihre Produktion einzustellen, Jt'aUs die Schutzlosigkeit gegen ausländisches Dumping andauern sollte, wodurch über 800 Arbeiter brotlos würden. Johnson ordnete entsprechende Erhebungen auch betreffend das Zugrundegehen der Kuustscidcnfahrikation an. Die Sperre der Keidcnfahrik „M e s h I" und die zeitwellige Einstellung des Betriebes der Glasfabrik „Gavish" sind deutliche Symptome der Dumping-Folgen. (Anm. der Red.)__ Herabgesetzter Zuckerzoll Aus Jerusalem wird gemeldet: Die Palästina-Regierung hat beschlossen, den Zoll auf eingeführten Zucker auf 10 Prozent herabzusetzen. Diese Maßnahme hat eine große Bedeutung für die Entwicklung der jüdischen Schokoladen- und Zuckerwarenindustrie. Von der Tel-Aviver Tost Die J. T. A. meldet aus Tel-Aviv: Seit dem 1. August wurde hier der Nachtdienst im Post- und Telegraphendienst eingeführt. Neue Handwcrkerzertiiikate Aus J orusal e m wird gemeldet: Die Palästina- Regierung bat 150 Zertifikate für Handwerker mit in Höhe von 12 Millionen Franken vorsehe. Diese Summe soll durch die Kreisregierung von Antiochien aufgebracht werden. (J. T. A.) * Nach einer weiteren Meldung der J. T. A. aus Damaskus herrscht unter der Mehrheit der Araber Unzufriedenheit über den Beschluß des französischen Distriktskommissars in Aloxandrette, Durieux, an Juden keine B o d e n e n t w i e k 1 u n g s - K o n- Zession, dagegen eine solche an eine französische Gesellschaft zur Ansicdiung armenischer und syrischer Flüchtlinge zu gehen. Die Araber erklären, die Juden seien keineswegs eine Gefahr für Syrien, eher würde die Kolonisicrung von Armeniern und Assyriern die Entwicklung Syriens beeinträchtigen. * Aus Arman, der Hauptstadt Trans jordaniens, wird gemeldet, daß dort in den letzten Tagen eingetroffene palästinensische Araber, die eine antijüdische Aktion der Transjordanier vor dem Forum des englischen Parlaments und des Völkerbundes vorbereiten wollen, recht unfreundlich von der transjordanischen Bevölkerung empfangen wurden. Man hielt den palästinensischen Agitatoren entgegen: „Ihr wollt, daß wir Hungers sterben, während Ihr dank der jüdischen Einwanderung ein Wohllehen führen könnt!" * In der letzten Zeit beschäftigt sich die arabische Presse wiederum sehr stark mit dem Verhältnis von Arabern und Juden in Palästina. Insbesondere werden die Ansichten von Lord Melchett über die Entwicklung von Palästina und seine Forderung nach: Oeffnung der Grenzen Transjordaniens erörtert. „Falastin" weist darauf hin, daß die jüdische Einwanderung auf 100.000 im Jahre gestiegen sei. Die wirtschaftliche Stellung der Juden im Lande sei, so sagt das Blatt, anders geworden als in früheren Jahren. In der Land-i Wirtschaft und in den wichtigsten Industriell machen ihre Bemühungen Fortschritte. Tagtäglich teilen die jüdischen Zeitungen die Gründungen neuer Untern nehmungen mit. Das alles bleibt selbstverständlich nicht ohne Rückwirkungen auf die wirtschaftliche Situation de? Araber. 250 Pfund herausgegeben. Die Zionistische Exekutive hat daraufhin die Falästina-Aemter der einzelnen Länder angewiesen, ihr die Listen der in Betracht kommenden Handwerker-Emigranten bekanntzugeben, damit die Verteilung der Handwerkerzertifikate raschest durchgeführt werden kann. Achi Meir frei Aus Jerusalem: Die hebräische Presse teilt mit, daß Abba Achi Meir, der seinerzeit wegen seiner Betätigung für die illegale Gruppe der „Birjonim" zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt worden war, in der ersten Augustwoche freigelassen wird. KongreßffWahSresuItale (Nachtrag.) Die Schekelaktion in Deutschland hat bekanntlich den Verkauf von 100.863 Schekalim ergeben. Die deutschen Zionisten haben darnach 34 Delegierte zum Kongreß zu entsenden. Da eine Einheitsliste aller zionistischen Richtungen in Deutschland aufgestellt worden war, fand eine Wahl nicht statt. Bei den Wahlen zum XIX. Zionistenkongreß in Griechenland erlangten die Wcltvereinigung Allgemeiner Zionisten und der Misrachi je ein Mandat. * Bei den Wahlen zum XIX. Zionistenkongreß sind in Jugoslawien auf die Weltvereinigung- Allgemeiner Zionisten drei Mandate und auf die Liga für das Arbeitende Palästina zwei Mandate entfallen. Die Welt ve reinigung Allgemeine* Zionisten erhielt bei den Kongreßwahlen in Italien zwei Mandate. * Bei den Kongreßwahlen in Luxemburg erhielt die W<vereinigung Allgemeiner Zionisten zwei Mandate. Die» VVeltkonlerenz des Misrachi in Krakau Das Büro des Weltmisrachi teilt mit, daß die Eröffnung der Weltkonferenz des Misrachi am 11. August 11 Uhr morgens stattfinden wird. Als Vertreter des Wclt- Merkas weilen bereits in Krakau Rabbi J. L. Fishraan aus Tel-Aviv und Rabbi Weiß aus Jerusalem. Die Delegation des amerikanischen Misrachi befindet sich bereits auf dem Wege nach Polen. Aus Palästina haben sich 20 Delegierte des Misrachi, des Hapoel Hamisraclü und des Misrachi Hawatik angemeldet. Jüdisches i'm Radio Mittwoch, den 7. August. 19.50 Uhr Mähr. -Ost r au (269,5 m): „Molche, oder die Revision." Szenen aus dem Leben der Juden auf dem Lande. Freitag, den 9. August 17.00 Uhr Lyon (463 m): Mllc. Bennior (Alt) singt u. a. Hebräische Lieder von Ravel. 20.15 Uhr Bukarest (Sfi4,5 m): Efim Fliomen (Geige), Nr. 3 ..Baal Schern", von Ernest Bloch. Jeden Sonntag nach Polen und Czernowitz (Abfahrten: 11., 18. und 2R. August. Rückfahrten: 1. und 15. Sept., 2L Oktober). „FRANCOPOL". III., Rennweg: lf U-16-4-M,