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Die neue Welt · 1935-08-06 · Heft 486 (6.8.1935) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 486 (6.8.1935)
Date
1935-08-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 1 DIE NEUE WELT Nr. 486 Gefahr". Die Judenverfolgung soll nun systematisch — aber nicht weniger unmenschlich — organisiert werden. Die Juden werden aus Kurorten, Bädern, Schwimmanstalten, aus Gewerben und Berufszweigen, in denen sie noch bisher tätig waren, ausgetrieben. Ihr Musik-, Theater- und Literaturleben wurde der Kontrolle eines unwissenden und fanatischen Menschen, des Herrn H i n k e 1, unterstellt, so daß sie nicht einmal mehr einen geistigen Zufluchtsort vor der Verfolgung haben. lüdfsdie Schidksalsgemehisdiaft Die schreckliche Judennot in Deutschland, die physischen und seelischen Martern, denen die in Hitler- Deutschland lebenden Juden ausgesetzt sind, zwingen zur Klärung — zur Uebersicht über die Aufgaben, die dringend und unaufschiebbar sind. Das „Israelitische Familienblatt" (Berlin) schreibt zur Lage: „Je durchsichtiger unsere Zukunft ist, desto größer ist unsere Verpflichtung, in der Gegenwart zusammenzustehen. Wo Generallösungen fehlen, sind wir desto mehr verpflichtet, uns durch werktätige gegenseitige Hilfe, den Alltag zu erleichtern. Ob es sich um den jüdischen Angestellten, den judischen Gewerbetreibenden, den jüdischen Hausmieter, den jüdischen Geschäftsfreund, den jüdischen Handwerker handelt: ihnen zu helfen, ist unabdingbare Pflicht für jeden von uns. Schwelgend, ohne mit unserem Schicksal laut oder leise zu hadern, haben wir uns zu bemühen, uns und unseren Brüdern zu helfen, dieses Schicksal zu tragen. Mag es bitter sein und karg — fragen wir denn nach unserem Glück? Geht es denn um unser Glück? In entsagungsvollen Bemühen, unseren Kindern die Grundlagen jüdischer Zukunft zu sichern: darum nur geht es. Dazu aufgerufen zu sein ist unser Schicksal." Das sind starke und vernünftige Worte, die den Blick für die Wirklichkeit bezeugen. Aber sie wären nicht möglich, hätte sich nicht auch in großen Teilen der deutschen Judenheit der nationaljüdische Gedanke Durchbruch geschafft, der Gedanke Herzls von jüdischer Schicksalsgemeinschaft und Verantwortung. Ist der Makkahi modfo jMisths Unsere Betrachtung (Nr. 479 vom .1.2. Juli) hat eine Diskussion hervorgerufen, zu der wir nachstehnede Ausführungen erhalten: Die Ausführungen Professor Vogels, betreffend die Teilnahme jüdischer Sportler an' "der Berliner Olympiade, verdienen volle Aufmerksamkeit aller jüdischen Kreise. Es besteht kein Zweifel, daß gefühlsmäßig alle Juden mit Professor Vogel übereinstimmen. Aber der Verwirklichung seines Wunsches stehen ungemeine Schwierigkeiten im Wege. Denn bei den Olympiaden hat ein jeder Staat ein sehr lebhaftes Interesse, daß seine Sportler so gut wie möglich abschneiden. Darum subventioniert er auch die Kampfmannschaften, soweit seine Mittel reichen. In allen Staaten sind die Sportvereine in Verbänden zusammengefaßt, die einer strengen Disziplin i. Wollzeile 17 - Tel. R-24-2-16 Vorstellungen : <t, 3A6, V»8, 'MO mit Jose Mojica Mariahilferstraße 120 B-33-0-68 Ans aller Weif Das O b e r r a b b 1 n a t von Italien ist bekanntlich seit dem Tode von Oberrabbitier Dr. Angclo Sacer« doti verwaist. Verhandlungen, die mit dem Oberrabbiner von Alexandrien, Professor David Prato, wegen Uebernahme des Oberrabbinats in Rom geführt worden sind, haben keinen E r f o 1 g gehabt. Professor Prato hat eine Berufung als Oberrabbiner von Italien abgelehnt und ist aus Rom, wo er sich seit kurzem aufgehalten hat, nach Alexandrien zurückgekehrt. (J. T. A.) * Im englischen Unterhaus machte der Abgeordnete Thomas Williams den Rolonienminisler darauf aufmerksam, daß in P alästina Gefangene in den H u ngisrstroi k getreten sind, um dagegen zu protestieren, daß sie, obgleich sie nicht aus kriminellen Gründen inhaftiert sind, zur Arbeit gezwungen werden und Gefangencnkleidung tragen müssen. Unter diesen Gefangenen, dio in den Hungerstreik getreten seien, befänden sich K n a b e n und M ädehen im Alter von 17 Jahren und drei an Tuberkulose leidende Frauen. Vorstellungen gegen diese Behandlung der politischen Gefangenen seien ergebnislos gewesen. Kolonienminister Malcolm MacDonald antwortete, daß er über diese Dinge keinerlei offizielle Inf ormationc n besitze, aber den High Commissioner von Palästina um einen Bericht ersucht habe. (J. T. A.) * Im ersten Halbjahr 1933 wanderten aus Polen nach Uberseeischen Ländern insgesamt 16.772 Personen, aus; 12.372 davon gingen nach Palästina. Das bedeutet, daß 75 Prozent der polnischen Auswanderer ihr Wanderungsziel in Palästina sehen. Bemerkenswert ist, daß die Auswanderer nach Palästina ausschließlich Juden sind, während unter den nach den anderen Ländern Auswandernden Juden und Nichtjuden sich befinden. (J. T .A.y * Dieser Tage erschien im Verlage Brit Ivrit in Prag eine Monographie, ,,T. G. Masary k", in neuhebräischcr Sprache, deren Autorin Frau Dr. Eva Sapirovä ist. Die Monographie enthält außer einer Biographic des Präsidenten Masaryk Zitate aus seinen Werken. * Aus Dresden wird mitgeteilt, daß neuerdings eine scharfe Vcrfolgungsaktion gegen Juden, die polnische Staatsbürger sind, eingesetzt hat. Etwa siebzig solcher Juden haben Ausweisungsbefehle erhalten, unter ihnen solche, die bereits seit dreißig Jahren in Deutschland leben. Jede kleinste Uebertrctung — wie zum Beispiel eine Bestrafung von 3 Mark für Schncllfahren im Auto — wird als Vorwand zur Ausweisung genommen. Die Ausgewiesenen dürfen von ihrem Vei'mögen nicht mehr als 10 Mark mitnehmen. Die Betroffenen hoffen, daß die polnische Regierung sich ihrer Interessen annehmen wird, mehrere der Ausgewiesenen aber befinden sich in Schutzhaft und haben keine Möglichkeit, mit dem polnischen Konsulat in Verbindung zu treten. * Die maßgehende katholische Wochenschrift „C o m ni o n w e a 1" fordert im Leitartikel, daß die Sportverbiinde in den Vereinigten Staaten sofort die T c i 1nähme an der Berliner Olympiade 1936 absagen, weil eine solche Teilnahme, bedeuten würde, daß das System der Verfolgung der drei religiösen Gemeinschaften durch den Nazismus in Deutschland gutgeheißen wird. * Fünf illegale jüdische Einwanderer aus Rußland, die im Jerusalem er Gefängnis untergebracht sind, obwohl das Gericht ihre Freilassung angeordnet hat, sind in den Hungerstreik getreten, in dem sie seit fünf Tagen verharren. Registrieren ♦ ♦ ♦ Ohne Unterlaß laufen aus Hitler-Deutschland Nachrichten ein. die das Bild ergänzen, welches die Kulturwclt vom Dritten Reich hat. Die Nachrichten sind tinander sehr ähnlieh: sie besagen, daß der Terror nicht nachläßt und daß er eine Milderung oder gar Abstoppung der antijüdischen Maßnahmen und Tendenzen nicht zu denken iist. Es hat heute, nach zweieinhalbjähriger Herrschaft des Hakenkreuzes, keinen Sinn, die bisherigen Vorkommnisse zu kommentieren, ihnen eine weltanschauliche Deutung geben zu wollen, ihre Konsequenzen jemandem vor Augen zu führen. Wenn man sich einmal Uber das W c s e n des deutschen Nationalsozialismus klargeworden ist, so werden die Ereignisse als zwangsläufiger Ausfluß jenes Wesens erkannt werden. Darüber hinaus noch psychologische oder kulturpolitische Betrachtungen anzustellen, ist Zeit- und Nervenzerrüttung. Es gibt nur e i n Mittel, all dieser Dinge Herr zu werden: sie registrieren. Julius Streicher, der Herausgeber des Hitlerschen Leibblattes ,,Der Stürmer", soll in nächster Zeit zum Reichsleiter für jüdische Angelegenheiten ernannt werden. Es sei nämlich eine ..einheitliche Regelung des jüdischen Fragenkomplexes für das ganze Reich" dringlich geworden. Was die Einsetzung eines Streicher als ,.jüdischen" Minister bedeutet, kann man sich nicht allzu schwer vorstellen. Eine allgemeine Aufsicht über die jüdische Bevölkerung des Reiches soll erfolgen und Vorschriften für die Behandlung der jüdischen Bevölkerung sollen geschaffen werden — mit Streicher als Sachverständigem! Als empfehlenswertes Beispiel wird die Stadt Wittlich an der Mosel hingestellt. Dort beschloß der Gemeinderat, daß im Stadtgebiet kein Jude zuziehen dürfe, kein Jude Haus oder Grund erwerben könne, keine Gemeinde arbeit an die Judenfreunde vergeben werde und der Einkauf bei Juden als Volksverrat betrachtet werde- Das also ist das Rezept, nach dem verfahren werden soll. Der FinanzminLster Dr. Schacht und der Industrieführer Krupp versuchen zu bremsen. Sie motivieren die Einstellung des radikalen antijüdischen Kurses mit der Notwendigkeit, auf die internationalen wirtschaftlichen Verknüpfungen Rücksicht zu nehmen. Sie drohen und demonstrieren. Aber es nützt nichts. Der blutige und unblutige Pogrom geht weiter. Registrieren wir ... Verboten/ unerwünscht, verjudet Besuch von Bädern nur Ariern gestattet — eine solche Bestimmung liegt aus einer Reihe von Orten vor. Der Bürgermeister der Bezirksverwaltung Berlin- Zehlendorf hat an die Beamten, Angestellten und Arbeiter seiner Verwaltung eine Verfügung erlassen, in der er u. a. die Erwartung ausspricht, daß jeder in den Diensten der Bczirksverwaltung Zehlendorf stehende Volksgenosse und seine Familienangehörigen jüdische Geschäfte, Vergnügungs- und Gaststätten meiden, keinen jüdischen Anwalt mit der Wahrnehmung ihrer Belange betrauen oder jüdische A e r z t e zu Rate ziehen werden. Der Magistrat der Stadt Sternberg in Mecklenburg hat an den Einfahrten zur Stadt Schilder anbringen lassen, daß Juden das Betreten des Stadtgebietes verboten ist. Anläßlich von Turnvorführungen der Kieler Stadtmannschaft am Strand von Westerland hielt Bürgermeister Schuldt eine Ansprache, in der er sich dagegen wandte, daß in letzter Zeit wieder jüdische Kurgäste nach Westerland gekommen seien. „Es sei zu hoffen", erklärte der Bürgermeister, „daß es nicht erst zu dem Ultimatum kommen müsse: ,,.Tuda, wir geben dir 24 Stunden Zeit, aus Westerland zu verschwinden." In Labiau ist den Juden des Betreten der Sportanlagen verboten. Es ist den deutschen Jugendherbergen verboten, Juden aufzunehmen. Die Stadt Koblenz bricht ihre Geschäftsverbindungen mit solchen einheimischen Firmen ab, die bei Juden einkaufen. Das Organ der Reichsführung der SS., „Das schwarze Korps", begründet das Verbot des Stahlhelm» in verschiedenen deutschen Ländern u. a. auch damit, daß Jude n und Judenstämmlinge im Stahlhelm an führender Stelle mitmarschieren. Es wird weiter behauptet, daß der Stahlhelm sogar die Finanzhille jüdischer Kreise in Anspruch genommen habe. Das Märdien von der Provokation Vom Polizeipräsidium in Königsberg wurde eine .Mitteilung an die Bevölkerung erlassen, in der diese ersucht wird, sich nicht durch Juden provozieren -zu lassen und ungeachtet des aufreizenden Benehmens der Juden, das die „gerechte Entrüstung der deutsehen Volksgenosse n" erregt, kaltes Blut zu bewahren. Im Anschluß an diese Aufforderung wird mitgeteilt, daß in Gerdauen ein jüdischer Geschäftsmann einen Kommunisten gedungen hat, daß er die Schaufenster seines Ladens einschlage, um dann Nationalsozialisten für die Tat verantwortlich machen zu können. (!) Die „Rassenschänder-Sondernummer" des „S t ü rm e r", dio seit Tagen in ganz Deutschland mit riesigen roten Plakaten angekündigt wird, ist soeben erschienen. Sie behandelt nur einen einzigen Fall, den Fall des Inhabers und Leiters einer Handelsschule in Magdeburg, eines getauften Juden. Es geBit westcr ♦ ♦ Das bedeutende englische Blatt „M anchester Guardian" schreibt: Als in den Anfängen des Hitler- Regimes die Kulturwelt ihrer Entrüstung über die Judenverfolgungen Ausdruck gab, stellten sich die Nazis als Unschuldslämmer hin und erklärten, die Juden erfinden Greuo.lrneldungen, um das Dritte Reich zu schädigen; was den Juden in Deutschland angetan wird, sei im Selbstschutz begründet. Seitdem hat dio Judenverfolgung in Deutschland keinen einzigen Tag ausgesetzt. Und auch anläßlich der jüngsten blutigen Ausschreitungen erklärten die Nazis, sie handeln in Selbstschutz gegen eine „tödliche unterstehen und auf die der Staat in einem gewissen Grade Einfluß nimmt. Wenn nun ein Verband jüdische Sportler für die Teilnahme an den Olympischen Spielen namhaft macht, so wird ihnen zweifellos von den Behörden nahegelegt werden, nicht abseitszustehen und für die Farben des betreffenden Landes zu kämpfen. Eine Weigerung würde die Ocffentlichkeit erbittern und den zahlreichen Judenfeinden die Gelegenheit bieten, darauf hnizuweisen, wie wenig die Juden die Gleichberechtigung verdienen, da sie nicht einmal dann, wenn der Staat sie braucht, ihre Interessen dem des Staates unterordnen. Daß dann auch die Staatsbehörden eine feindselige Haltung einehmen und der jüdischen Sportbewegung Schwierigkeiten machen würden, ist naheliegend. In der Tschechoslowakei erlaubte es der Schwimmverband dem jüdischen Sportklub H a g i b o r, sich von einem Wettkampfe gegen Berliner Mannschaften fernzuhalten. Und dennoch nahm ein großer Teil der tschechischen Oeffentlichkeit gegen Hagibor Stellung, da sie ihm die Niederlage zuschrieb. Bei der Olympiade ist sicher damit zu rechnen, daß der Schwimmverband die jüdischen Schwimmer zur Teilnahme nötigen wird. Deshalb erfordert unsere Stellungnahme zur Olympiade eine gründliche Ueberlegung. Otto Klein (Prag-Smichov). Wissen Sie sclaon? Unter dieser in zahlreichen Blättern eingeführten Rubrik fragt das „Trierer National-Blatt" (Trier, Deutschland): „Wissen Sie schon, daß die wirtschaftliche Gesetzgebung des Novembcrataates von 1918 ein Werk der Juden L a s k e r und Bamberger war?" Viel Respekt vor der Bildung seiner Leser hat das „Trierer National-Blatt" nicht. Es genügt ihr, Juden verantwortlich zu machen und die Bestie im Hakenkreuz- Menschen ein wenig aufzureizen. Es ist aber auch möglich, daß der gleichgeschaltete Schriftleiter des Blattes selbst an das glaubt, was er schreibt. Da im Dritten Reich nicht Wissen, sondern Parteigesinnung den Platz im Leben zuweist, kann man sich über historische Tatsachen buchstäblich mit einem Federstrich hinwegsetzen. Man braucht — in unserem Fall ...... nicht zu wissen, daß Eduard Lasker im Jahre 1884 und Ludwig Bamberger im Jahre 1899 gestorben sind, daß also diese beiden Männer nur vom Jenseits aus die Verfassung der Weimarer Republik haben machen können. Ehrung tfur Genetai Smuts Aus Johann isbur g: Zu Ehren des hervorragenden südafrikanischen Heerführers und Politikers, General Smut s, der Mitglied des britischen Kriegskabinetts war, das im Jahre 1917 die Balf our-Dcklaration verkündete, und der seither bei verschiedenen Gelegenheiten seine große Sympathie für den Aufbau des Jüdischen Nationalheims bekundet hat, wurde im Mai dieses Jahre3 eine Kolonie in Palästina eingeweiht, die seinen Namen trägt. Jetzt fand im Justizpalast in Pretoria (Südafrika)', die feierliche Uebcrrcichung der Urkunde über den Gründungsakt von „Ramat Jochanan Smuts" statt. Die. Urkunde wurde von dem ehemaligen Präsidenten der; Zionistischen Vereinigung in Südafrika, L. Braudo, General Smuts mit einer Ansprache übergeben. General Smuts dankte für die Ucbergabe der Urkunde und nahm Bezug auf seinen Besuch in Palästina während des Krieges. Er sagte, es würde ihm eine große Freude bereiten, wenn er Palästina wieder besuchen könnte. (J. T. A.) Ein Arier irrtünslidi als „Bude'' in RSerBan erscliosscn Wio aus Berlin gemeldet wird, war der am Montag abend in der Näho des ItomauiHChen jOafes im Berliner Westen erschossene „j ü d 1 h c h a u s s c h e. u d e Man n" Arier, nicht J u d e. Es handelt sich um einen leitenden Angestellten in einem Berliner HerrenkonfoktionsgeASchiift namens Werner N e u h a n s aus Elberfeld. Ais er dio Kneipe, Schütte in der BudapeHter.straße verließ, wurde, or von einem jungen Mann angerempelt, der ihm „verdammter Jude" zuriet'. Der Angerempelte setzte sieh zur Wehr. In diesem Augenblick hörte man den zornigen Huf: „D ahastd u, d u d r c c k 1 g e r Suujud e!" und schon fielen vier Schüsse rasch hintereinander, von denen drei trafen. Schwer verletzt durch einen Kopf-, einen Lungen- und einen LchcrschuM, Jag das Opfer bewußtlos am Boden. Als die Menge auf den Schützen eindrang, rief er: „Laßt mich los, ihr versteht ja nicht, worum es sich handelt!" Inzwischen war «las Ucbcrfallknnimando eingetroffen, mit den Worten „Gott sei Dank" ließ sich der Schütze in den Wagen bringen. Es stellte sich heraus, daß der Schütze ein Kriminalbeamter der G e h e i m e n St a a t sp o 1 i z e i ist. Neubau« starb am nächsten Tag im Krankenhaus in der Achenbachstraße. Die Polizei sucht jetzt die Sache so darzustellen, als ob der Kriminalbeamte, der dio Schüsse abjjab, angegriffen worden wäre. (J. T. A.)

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