Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 486 (6.8.1935)
- Date
- 1935-08-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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Welte 4 DIE NEUE WELT Nr. 486 die neueste jüdische Siedlung. Aufycbaut auf dem P£oh Mensivec WicfocUaft Von Jakob .Tosefsberg (Haifa.) An der Hauptchaussec Haifa -Akko—Beiruth, 8 Kilometer nördlich von Akko, 10 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt und am Strande, des Mittelmeeres, ist eine neue jüdische Siedlung im Stillen unbemerkt und unabhängig von der Prospcrity, im Werden begriffen, es entsteht hier die erste Musterfarm nach dem Plan der Intensiven Wirtschaft. Als Dr. Selig S o s k i n auf dem XIT. Zionistenkongreß in Karlsbad im Jahre 1921 mit dem Plan einer neuen Siedlungsfarm für Erez-.Israel hervortrat, die auf der intensiven Kultivierung kleiner Flächen fußte, fand er bei manchen Zustimmung, bei vielen Ablehnung, bei allen aber ein lebhaftes Interesse. Eines der Motive für die Ablehnung war die angebliche Unzeitgemäßheit und die Verfrühtheit des Planes. Heute, wo eine Massenemigration stattfindet, sind sich alle Kreise darin einig, daß die Frage einer systematischen Kolonisation auf kleinen, intensiv bebauten Flächen so aktuell ist wie nie bisher. Der Bedarf an Erzeugnissen der Gemüsekultur, der Geflügelzucht und des Obstbaues steigt derart, daß Absatzmangel nicht mehr in Frage kommt. Das aus den großen und mittleren Städten einwandernde Element scheint für die intensive Form der landwirtschaftlichen Siedlung auf kleinen Parzellen prädestiniert. Die Erfahrungen und Beobachtungen in Erez-Israel und im Auslande haben zur Erweiterung des Planes durch stärkere Betonung der Geflügelhaltung geführt. Neben dem Gemüse- und Obstbau bildet die E i e r p r od u k t i o n einen wesentlichen Faktor in den Einnahmen des Siedlers. Neben der Aufgabe, die lokalen Märkte mit den notwendigsten Lebensmitteln das ganze Jp.hr hindurch zu versorgen, liegt der besondere Wert dieser Wirtschaftsform darin, daß sie eine Selbstversorgerwirtschaft darstellt, ohne die Nachteile einer engen Autarkie zu besitzen; denn sie rechnet auch mit dem Export. Die kleine Wirtschaft liefert dem Siedler fast alles: er hat ein. Dach über den Kopf — er braucht die teuern Mieten wie in der Stadt nicht zu zahlen — Gemüse, Eier, Milch, Obst, Fleisch, der größte Teil des täglichen Bedarfes wird auf eigener Scholle erzeugt. Der Siedler wird den Obstbau intensiv betreiben. Keine Zitruskultur, sondern Obstbäume werden dem Siedler bereits ausgepflanzt geliefert. Der Bedarf an Aepfeln, Birnen und Pflaumen ist in Erez-Israel sehr groß geworden und wird bisher fast ausschließlich durch die kostspielige Einfuhr aus Tirol und Kalifornien gedeckt. Der Siedler erhält eine völlig ausgerüstete Wirtschaft, was den Uebergang von der Stadt aufs Land erheblich erleichtert: eine schlüsselfertige Wirtschaft mit Haus, Hühnerstall und Hennen darin, Obstpflanzung, Gemüsegarten, arbeitssparenden Geräten, Transporterleichterung auf der Parzelle durch ein Schmalspurgleis und Wagen, asphaltierte Straßen in der ganzen Siedlung, eine landwirtschaftliche Betätigung in freier Natur mit weitgehendem Komfort der Stadt. Eine weit ausgebaute genossenschaftliche Organisation 3011 die Siedler zur Förderung und Entwicklung ihrer wirtschaftlichen und kulturellen Bedürfnisse vereinigen. Am 30. Mai 1935 wurde in Naharijah — es liegt an den Bächen Nahr Wafschuker und Nahr Kabri und heißt auf arabisch El Naharjah, deshalb der Name — eine Pressekonferenz abgehalten, an der Vertreter der In- und Aualandspresse, die Direktoren der Gesellschaft „Naharijah", Dr. Soskin, Ing. Josef Löwy, Ing. Reich, Ing. Cifur und ihre Beamten, insgesamt 80 Personen, teilnahmen. Dr. Soskin als Gründer und Generaldirektor der Gesellschaft, erläuterte ausführlich den Plan von „Naharijah". Im Dezember 1934 wurde auf einem Bodenkomplex von 2500 Dunam, der zwischen dem Mittelmeer und der asphaltierten Hauptchaussee Haifa—Akko—Beiruth liegt die Siedlung Naharijah gegründet. Auf mittelschwerem, fruchtbaren, sehr wasserreichen Boden, wo die Luft so ficharf ist, daß man auch in den Chamsin-Tagen — den heißesten Tagen — die Hitze nicht so empfindet wie anderwärts, entsteht eine Farm, auf der 250 Familien auf 5, 7 und 9 Dunam-Parzellen intensive Wirtschaft betreiben werden. Zur Ausrüstung der Farm gehört eine Legehalle, mit kompletter Einrichtung, Futtermagazin mit Ziegenbox, Hofumzäumung, fliegensichere Dünggrube, Installation für Lichtstrom, Kraftstrom, Wasserleitung für Haus, Hof und Legehalle, Bewässerungsanlage, Beregner, Feldbahngeleise (60 cm spurig) auf der Parzelle, Plattenwagen, Maschinen wie Bodenfräse, Kultivator, Pulverisator (genossenschaftlich verwaltet), landwirtschaftliche Geräte, Bepflanzung des Obstgartens, Samen und Pflanzen für die erste Bestellung des Gemüsegartens, sowie 500 Hühner für die 5-Dunam'ParzelIe, 750 für die 7-Dunam-Parzelle und 1000 für die 9-Dunam-Parzelle. Der Preis für alles beträgt bei » Dunam etwa pal. Pf. 750.—, bei 7 Dunam etwa pal. pf. 1000.—, bei 9 Dunam etwa pal. Pf. 1350.—, ohne Haus. Die Ertrage ergeben (Obstgarten nach etwa vier | Jahren) bei 5 Dunam pal. Pf. 180.—, bei T Dunam pal. Pf. 259.—, bei 9 Dunam pal. Pf. 339.— pro Jahr. Außer den 250 landwirtschaftlich tätigen Familien werden 50 Parzellen in zentraler Lage an der asphaltierten Hauptchaussee der Siedlung für freie Berufe wie Lehrer,' Apotheker, Handwerker, Angestellte der Genossenschaft zur Verfügung stehn. Diese Parzellen von je l1/-.- Dunam netto ermöglichen die Anlage eines Gemüsegartens, dessen Erträgnisse für den Eigenbdedarf vollständig ausreichen. Auch sind Geflügelhaltung und Obstbau in kleinem Umfange möglich. Die Siedler bilden eine Genossenschaft, die ihre sämtlichen Interessen wahrnimmt. Ihr Kapital wird durch Beiträge der Genossenschaften aufgebracht. Sie erwirbt das für die kommunalwirtschaftlichen Anlagen erforderliche Gelände. Park und Lagerhäuser, Konsumläden, Geflügelzuchtzentralc, Schlachthaus für Geflügel (später Konservenfabrik usw.) und für die kulturellen Bedürfnisse (Schule, Synagoge, Beth-Haam, Sportplatz usw.) von der Gesellschaft. Sie errichtet und verwaltet die notwendigen Betriebe, stellt das fachmännische Personal für die landwirtschaftlichen Wirtschaftszweige an, übernimmt den Ein- und Verkauf, organisiert den Absatz im Lande und den Export nach dem Auslande. Am Meeresstrande sind etwa 50 Parzellen zu je 114 Dunam für Sommerwohnungen reserviert, von dort aus bietet sich ein herrlicher Ausblick auf das Gebirge Naftali und die Ebene nördlich von Akko. Von den 250 landwirtschaftlichen Parzellen sind bereits 55 verkauft, 30 Familien — etwa 100 Seelen — die meisten aus Deutschland, sind bereits angesiedelt; sie arbeiten bei der Ameliorierung des Bodens und dem. Aufbau der Legehallen. Außer den angesiedelten Familien arbeiten noch 60 Arbeiter als Taglöhner. Die Gesellschaft verhandelt mit der Regierung wegen Errichtung einer Polizeistation in Naharijah» die in einigen Monaten errichtet werden dürfte. Ein direkter Autobusverkehr von Haifa wird in den nächsten Monaten eingeführt, Naharijah wird vom Zentrum Haifas in einer halben Stunde zu erreichen sein. Nach mehrstündigem Aufenthalt, wo fast das ganze Gelände von den Vertretern der Presse, unter Führung der Direktoren durchwandert wird, verläßt man „Naharijah" mit dem Gefühl, daß eine neue wichtige Position für den Jischuw zwischen Akko J und der syrischon Grenze erobert worden ist. die als Fortsetzung der Tr-Ganim, Kirjath-Bialik, Kirjath-Chaim, und Kirjath-Motzkin in der Haifa-Bucht zu betrachten ist. Austritte am dem Judentum Ellyson Michaela. Ingenieursgattin, geb. 17. Jänner 1893 Wien, verh., St. Pölten. Krieger Elisabeth Amalie, geb. 6. Jänner 1891 Wien, verh., IX., Beethovengasse 4/23. Sternbach grb. Aldor Helene, Private, geb. 8. Februar 1R7G. Wien. gor. gesch.. VI., Linke Wienzeile 10, Fisch or Hildegarde. Kleidermachergehilfin, geb, 2S. November 1908, Wien, ledig, VII.. Ne.ubaugassc 45. Rheinstor n geb. Eiserl Friederike, Garten* baulehrcrin, geb. 21. Februar 1892 Wien, verw., I., Stubenring 20. Fink Leopold, geb. 18. Mai 1910 Wien, ledig, XX^, Salzach3traße 19. Binder Mina, geb. 27. Mai 1914 Wien, ledig, XX^ Heinzelmanngasse 5. Springer Berthold, geb. 20. Juli 1879. Wien* verh., II., Fugbachgasse 8. G o 1 d s t e i n Beatrice, geb. 17. September 1906i Wien, ledig, II., Obere Donaustraße 19. Novotny Hilda, geb. 3. September 1910 Wien, ledig, II., Stuwerstraße 32. Gottesmann Emil, geb. 22. Mai 1903 Wien, verw., XIV., Märzstraße 44. R u m p 1 e r Helene, geb. 28. Juli 1887 Wien, verh., VT., Capistrangassc 5. Kaufmann Siegfried Kurt, geb. 7. Mai 1913, Wien, ledig, II., Odeongassc 7. C o c s t e r Berta, geb. 26. Jänner 1903 Wien, vertu, XV., Preysinggasse 46. Goldbcrger Irma geb. Bedhek alias Becker; geb. 6. Oktober 1898 Wien, gcr. getr., XIII., Seifertgasse 1, G o r 1 i c k a Gitel, geb. 5. Juli 1911 Dabrowa, ledig, XIII., Matznergasse 21. Atlas Sandor, Budapest. Atlas Blanka, Budapest. Luhacovicer Ben'cht Der Verlauf der Luhaöovicer Kursaison ist ein. äußerst günstiger. Die allgemeine Beliebtheit des Bades findet nicht allein ihren Grund in den Naturschönheiten, sondern insbesondere im hohen Heilwert und den besten und billigsten "Unterkunftsmöglichkeiten. Wie aus den Vermerken der statistischen Abteilung und aus den Tageszeitungen ersichtlich, weist das Bad Luhaöovice einen immerwährend steigenden Besuch auf. Bis zum, heutigen Tage waren 30.875 Gäste, im Vorjahr 29.638, also heuer um 1237 mehr anwesend. Den Kurgästen wird der Aufenthalt durch eine ganze Reihe Unterhaltungen und sportlicher Veranstaltungen möglichst angenehm gestaltet. Es findet am 11. August das III. Leichtathletikrennen um den Wanderpokal von Bad Luhaöovice statt, zu welchem die besten tschechoslowakischen Renner, Koäöak und Rozvoda, ge* meldet sind. Weiter werden am 16. und 17 .August d. J.« wie alljährlich, die traditionellen Autotage veranstaltet, gemustert, Sensationspreis S Zephir-Schotten-Dirndl mit Knopf- »1.90 putz,......Sensationspreis S L Voile-Imprjme-Schlafrock, Herren- "J.38 fasson......Sensationspreis S L fmprime-Einzelkleider K.-S.-Mousselinc, Reinseiden- I Foulard, Wistra-Seide etc. I bis 30% ermäßigt —* p>w- Ii Cr K.-Seiden-Schotten-Iiluse ^. Maschenfasson . Sensationspreis S J 3 Sensationspreis S 11 K.-S.-Georgette-Impr.-Kleid Q.80 mit Cape .... Sensationspreis S 9 Rohseiden« od. Jerseykleid Sportfasson, mit Lackgürtel und Lackmasche.....Sensationspreis ' S 7.90 — ] Damen-Stroh-Hüto Sensationspreise S 1.08, Damen-WirtschaftB-Striimpfc oder Sockerl . Sensationspreis Gr. Seiden-Netz-IIoHerl, 3 Größen, kl. Fehler . Seneationspreis Groschen Matt-Seidenytrumpf, Markenware, J '98 1.98 98 39 98 Knie oder lang , Sensationspr. S K.-Seiden-Nachthemd mit Valencienne-Einsatz . . 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