Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 485 (2.8.1935)
- Date
- 1935-08-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2711613-2712049-2712109--5228-2718817- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
DIB NEUE WElA Seite 5 1 Der judische Einwanderet macht Palästina reich Folgende .T.-T.-A.-Meldungen bestätigen die These, tfaft der jüdische Einwanderer mit seiner Arbeit und seinem Kapital dir Prospcrity in Palästina schafft: Aur; J o t s a 1 e m: Auf der lahresversammlung der Jcrusalenier Handelskammer hielt der Schatzmeister der PalÄstlna-Rcgierung, VV. .T. Johnson, eine Ansprache, in der er .sich in lobenden Worten über die Wirtschaftstätigkeit, drr .jüdischen Einwanderer aussprach und er- Id'irtc, die neue Prosperität Palästinas sei auf eben diese TM igkeit. der Einwanderer zurückzuführen. Hunderttausend Menselinn sind als Einwanderer oder Touristen ins Lnnd gekommen, dies habe bewirkt, daß der Import um 26 Prozent, der Export um 27 Porzent gestiegen ist. .Die Einnahmen der Regierung erhöhten sich um 37 Prozent, die Ausgehen um 10 Prozent; der Ueberschuß der Regierung hat sich um 89 Prozent erhöht. Die Palästina- Regierung benützt den Ueberschuß zur Anlage eines Re- .sorvrConds, um einer in Zukunft etwa eintretenden Depression besser begegnen zu können; ferner sammelt die Regierung Fonds für ^inen großen Entwicklungsplan, der u. a. den Ausbau der Häfen und Eisenbahnen vorsieht. Auch eine Ermäßigung der Steuern ziehe die Regierung jn Betracht. In den palästinensischen Banken sind heute etwa H> Millionen Pfund deponiert. Der G e n o r a 1 p o s t m c i s t e r Oberst Hudson kündigte an, daß Jerusalem, .Jaffa, Haifa und die Nachbar- Ei n Gaswerk in Tel«Aviv Nach einjährigen Vorhcreitungsarbeitcn wird nunmehr in Tel-Aviv ein Gaswerk errichtet werden, welches Tcl-Aviv und Umgehung mit Koch- und Heizgas versorgen wird. Der Gründer und zukünftige Direktor der Gesellschaft ist Herr Ingenieur Josef W i r g i n, welcher langjährig in Gasgesellschaften in Deutschland, Polen und Frankreich tätig war. Die Organisierung und Finanzierung der Gesellschaft wird durch die Palcstinc Trust Company, Tcl-Aviv, durchgeführt. Nach dem vorliegenden Plan wird eine „T c 1- Aviv Gas Corporation Lt d." mit einem registrierten Kapital von pal. Pf. 82.000 gegründet. Das Aktienkapital ist eingeteilt in pal. Pf. 80.000 Stammaktien von pal. Pf. 1. nominal und pal. Pf. 40.000 Vorzugsaktien a 50 Müs. Sofort nach Registrierung der Gesellschaft werden die ersten Serien von 45.000 Stammaktien und 22.500 Vorzugsaktien emittiert werden. Die Gesellschaft wird das Gaswerk in der Nähe von Tel-Aviv errichten. Dort gedenkt man ein Gas von hohem Kalorienwert zu produzieren (9000 Kalorien per Kubikmeter). Das Werk soll Tcl-Aviv und die Umgebung In einem Radius von 40 Kilometer versorgen. Nach der Kalkulation wird das Werk schon dann rentabel sein, wenn nur sechs Prozent der Bewohner von Tel-Aviv zum Gasbezug übergehen werden und wenn jeder Konsument jährlich 180 Kubikmeter Gas beziehen wird. Im Vergleich zu' den Ausländserfahrungen handelt es sich hierbei um M i n imalzif fern. Der Gaspreis wird mit 43 Müs per Kubikmeter angenommen, das ist 15 Prozent teurer als in Deutschland und Polen. Man rechnet mit einer Durchschnittsausgabe für den Konsumenten von 725 Müs per Monat, anstatt von 460 Müs für Petroleum und nal. Pf. 1520 für Elektrizität. Die Anlagen werden wie in Europa installiert werden, und zwar in den Wohnungen auf Kosten der Gesellschaft. Das Gas ist frei von Giften und billiger als das bisher vom Ausland eingeführte Gas. Wie wir hören, ist ein großer Teil des Kapitals achon gezeichnet und die Gründer rechnen mit dem Baubeginn schon in diesem Oktober. Ein Teil des Kapitals wird durch Vermittlung der Haavarah aufgebracht. Man wird am Anfang 25 Arbeiter und Angestellte beschäftigen. (Palnews.) Krise der Glasindustrie Paine.ws meldet aus Tel-Aviv: Die palästinensische Gesellschaft für Glasprodukt\on, „G ii vi ah" Ltd., der die Glasfabrik in Rischon 1c- Zion gehört, macht infolge des Mangels an Schutzzöllen für ihre Erzeugnisse eine Krise durch: Die Gesellschaft wurde Anfang 1984 mit einem zur Gänze, eingezahlten Kapital von pal. Pf. 10.000 gegründet. Tm März 1984 begann der Hau der Fabrik und im Herbst die Erzeugung von Flaschen. Die Fabrik beschäftigte anfangs 57 Arbeiter, deren Zahl auf 120 gesteigert werden sollte. Die Unternehmer sind Fachleute aus dem Auslände, <äio ein ähnliches Unternehmen mit 400 Arbeitern in Polen besitzen. Nach einer Tätigkeit von drei bis vier Monaten Und nach einer weiteren Investierung von pal. Pf. 4000 wurde der Betrieb infolge des Dumpings ausländischer Waren eingestellt. Infolge der zollfreien Einfuhr von Maschen sowie der Ueberproduktion in manchen Ländern wurde der palästinensische Markt mit Flaschen aus Deutschland, Tschechoslowakei, Japan, Oesterreich und Polen überschwemmt, die hier zu einem zweielnhalbmal niedrigeren Preise verkauft werden als in ihren Ursprungsländern. (Der Mangel an Zollschutz hat bekanntlich die Seidenfabrik „Meshl" kürzlich zur Sperre gezwungen. Aum. d. Red.) Wie wir erfahren, fand in dieser Woche eine Sitzung der Leitung der „Gavish" Ltd. statt, in der eine Kapitalserhöhung auf pal. Pf. 50.000 vorgeschlagen Wirde. Aul diese Welse sollte eine Reorganisierung des Betriebes durch Ankauf neuer Maschinen vorgenommen und eine Verbilligung des Erzeugnisses erzielt werden. Einige Leitungsmitglleder führten jedoch den Beschluß herbei, die Wiedereröffnung des Betriebes und dio Reorganisation von der Einführung eines Schutzzolles f ü r F1 a s c h e n abhängig zu machen, wie er in allen Ländern, die Glas und Flaschen produzieren, besteht. Nach Einführung des Schutzzolles und nach Vornahme der geplanten Reorganisation wird der Betrieb 150 Arbeiter beschäftigen können. Neue Siedlung Wie wir erfahren, wird im heurigen Herbst die Besiedlung von Jolueam einsetzen. Die Kolonie Jokneam wurde von J. Chankin und der Agricultural & Building Baak, Ltd., im, Süaea des Em.ek J.fifltA«l gefiHüwfct. | Kolonien durch unterirdische Kabel miteinander verbunden I werden sollen. Aus Jerusalem: Wie mitgeteilt wird, hat die Palästina-Regierung Jm April 1935, dem ersten Monat des neuen Finanzjahres, eine Einnahme von 2(14.381 Pfund gehabt. Mit den neuen Ersparnissen hat sich der Gesam*- ilberseluifJ der Regierung auf 5 Millionen Pfund erhöht. Ans N e v/ York: Der Vorsitzende des Direktorenra tos der P a 1 e s t i n c Economic Corporation o f America, Bernard Flexner, unterbreitete in der Jahresversammlung rier Anteilbesitzer den achten Jahresbericht der Corporation, der;.ine Uebersichi über die Tätigkeit der Corporation im Jahre 1934 gibt. In dem Bericht wird die günstige Wirtschaftslage in Palästina auf die neue Einwanderung und den Zufluß von neuem Kapital zurückgeführt und dabei festgestellt, daß die Bankdepositen in Palästina Ende 1934 70 Millionen Dollar betrugen. Die Aktiven der Palcstinc Economic Corporation belaufen sich auf 3,391.450 Dollar, von denen 2,803.152 Dollar in Palästina investiert sind. Der Reingewinn für 1934 beträgt 33.208 Dollar. Felix M. War bürg ist Ehrenpräsident, Julius Simon Präsident, Robort Szold und B. V. Cohen sind Vizepräsidenten der Palcstinc Economic Corporation. Die gesamte Bodenfläche von Jokneam unifaßt 20.000 Dunam, die sich auf 350 Siedler verteilen. Jeder Siedler erhält 50 Dunam. davon 15 Dunam bewässerten Boden. Die Siedlung beruht auf gemischter Wirtschaft. (Palnews.) Von der palästinensischen HadassasArbeit Aus Jerusalem: Die H a d a s s a hat beschlossen, ihre prophylaktische Arbeit nach und nach an die Institutionen des Jischuw abzutreten und ihre Arbeit auf die Errichtung einer großen Universitätsklinik zu konzentrieren. Der Jahresbericht der Anglo*Palesfine Bank Aus London: Die Anglo-Palestine Bank (Geschäftsnachfolgcrin des Jewish Colonial Trust — Jüdische Kolonialbank) veröffentlicht soeben ihren Jahresbericht, der einen Vorschlag auf Erhöhung des Bankkapitals um 250.000 Pfund durch Ausgabe einlösbarer Zusatz-Vorzugsaktien zu 4,5 Prozent, ohne Stimmrechte, enthält. Der Vorschlag wird voraussichtlich von der demnächst stattfindenden außerordentlichen Generalversammlung ratifiziert werden. Der Bank wurde ein festes Angebot für die gesamte neue Aktienausgabe zu günstigen Bedingungen gemacht. Die Lloyds Bank Limited, London, die bekanntlich der Jewish Agency for Palestine eine Anleihe von 500.000 Pfund gewährt hat, hat beschlossen, sich an dem Aktienkapital der Anglo- Palestine Bank zu beteiligen. MflTURASCMULE „UMIUE RSU M" II X, GARNISON GASSE 3. TELEPHON A-20-4-48 || Dem Bericht der Anglo-Palestine Bank ist u. a. zu entnehmen: Die Operationen für das Jahr 1934 ergaben — nach Ueberweisung von 40.000 Pfund an den Reservefonds und Beiseitelegung einer Summe für un- 4 vorhergesehene Ausgaben — einen Netto-Reingewinn von 73.843 Pfund. Die Direktoren schlagen die Auswerfung einer steuerfreien Dividende von 8 Prozent vor, wozu 24.068 Pfund erforderlich sind, fener die Ueberweisung eines weiteren Betrages von 50.000 Pfund an den Reservefonds, der sodann auf 140.000 Pfund ansteigen würde. Im Bericht wird mitgeteilt, daß die laufenden Depositen und anderen Konten Ende 1934 insgesamt 6,329.447 Pfund, gegen 4,563.544 Pfund im Jahre 1933 ausmachten. Diese ansteigende Linie hält im laufenden Jahre an. PrograinimKomiiHssion für den Palästina« Rundfunk Aus Jerusalem: Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Rundfunkstation in Jerusalem hat der High Commissioner Sir Arthur Wauchope eine P r ogrammkommission eingesetzt. Ihr gehören der Direktor des Erziehungsdepartements der Palästina- Regierung als Vorsitzender, der Pressechef der Palästina- Regierung, das Mitglied des Waad Leumi Dr. Katzenelson und ein Arbeiter an. Außerdem wird in der Kommission der bisher noch nicht ernannte Intendant des Palästina- Rundfunks ernannt. (J. T. A.) Emir Abdullah gegen jüdische Einwanderung Aus Jerusalem: Wie aus arabischen Kreisen mitgeteilt wird, befaßt sich der Emir Abdullah von Transjordanien mit dem Plan, die Führer sämtlicher arabischen Parteien Palästinas zu einer Zusammenkunft, voraussichtlich nach Nablus, einzuberufen, in der über eine Aktion zur Bekämpfung der jüdischen Einwanderung und des Bodenverkaufes an Juden in Palästina beraten werden soll. Ein diesbezüglicher Aufruf soll an die Bevölkerung erlassen werden. Emir Abdullah von Transjordanien hat, wie erinnerlich, vor einigen Jahren mit jüdischen Führern Auskünfte Met Heise* notU I JUMstiM ecuut dt. 1 lotketl Ufitn IX, Litdittitfttiiiitr, S, Ttl. A-14<*04 | Generalvertrieb: C. H. »Igle, Wien VIII, Joiefjtädterstrafle I» ein Optionsabkommen bezüglich großer Flächen transjordanischen Bodens, der jüdischer Arbeit geöffnet werden sollte, abgeschlossen. Auf Betreiben palästinensischarabisch er Politiker und auch auf Einfluß der Kreise der Palästina- Regierung hat Emir Abdullah jedoch diesen Plan später fallengelassen. Nunmehr scheint er dem Einfluß der Mufti-Propaganda unterlegen zu sein und sich auch in die Propagandafront gegen die jüdische Einwanderung in Palästina einreihen zu wollen. Es wird erwartet, daß die Palästina- Regierung sich gegen die Einmischung des Emirs von Transjordanien in innere Palästina-Angelegenheiten wenden wird. (J. T. A.) Eine Anleihe für Jaffa Aus Jerusalem: Die Stadtverwaltung von Jaffa hat beschlossen, eine Anleihe von einer halben Million Pfund aufzunehmen. Der Ertrag soll für den Ausbau und die Entwicklung der Stadt verwendet werden. Die Verwaltung hat bei der Palästina-Regierung um Genehmigung nachgesucht. (J. T. A.) Bilanz Zur bevorstehenden ordentlichen Generalversammlung der Palestirae Potash Ltd. hat die Gesellschaft an die Aktienbesitzer einen kurzen Bericht der Leitung und die Jahresbilanz zum 31. Dezember 1934 versandt. Dem Bericht ist zu entnehmen, daß der. Bromverkauf im letzten Jahr bei unveränderten Preisen um etwa 50 Prozent gestiegen ist. Ob und in welchem Ausmaße die Kali gewinnung gestiegen ist, bleibt im Bericht unerwähnt. Er erwähnt lediglich, daß die Kalipreise infolge der unter den Gesellschaften herrschenden Konkurrenz auch weiterhin im Sinken begriffen sind. Der Bericht stellt fest, daß die am Beginn des Jahres 1935 zu einem Gesamtbetrag von L. P. 350.000 herausgegebenen Aktien zur Gänze verkauft worden sind. Die Bilanz zum 31. Dezember 1934 weist ein Defizit von Pfd. St. 12.384 auf, das zusammen mit dem vorjährigen Defizit insgesamt Pfd. St. 15.512 ausmacht. Die Bilanz läßt die Amortisierung der Maschinen und. des Inventars, deren Wert insgesamt etwa Pfd. St. 360.000 ausmacht, außeracht. (Palnews.) Lebensversicherungs-Gescllschaft Phönix. Die 52. ordentliche Generalversammlung der Gesellschaft wurde heute abgehalten. Der Versicherungsbestand des Phönix verteilt sich Ende 1934 auf 8 8 8.9 16 Polizzcn in 23 Ländern Europas und des Nahen Orient. Dies! Polizzen lauten insgesamt über S 2,9 4 3.8 2 8.8 8 0.— versicherter Summe und S 5,373.664.— jährlicher Rente. An Prämien wurden im abgelaufenen Jahre S 152,309.772.51 vereinnahmt; die Erträgnisse der Kapitalsanlagen haben S 36,185.280.84 betragen. An Versicherte und deren Hinterbliebene sind S 82,537.425.58 ausgezahlt worden. An Steuern und Abgaben aller Art wurden S 8,2 4 0.9 2 2.3 1 entrichtet, für Zwecke der Arbeitsbeschaffung S 3,01 4.5 2 9.-— aufgewendet und Wohlfahrtszwecken S 2 3 4.3 2 7.— zugeführt. Die Gewährleistungsmittel der Gesellschaft wurden durch Zuweisung von S 82,563.838.95 auf S 6 9 9,0 2 6.7 51.9 9 ex-höht. Der Realitätenbesitz des Phönix in 13 Staaten umfaßt Ende 1934 insgesamt 15 6 Gebäude und einige Baugründe im Werte von S 103,877.661.06. Die Hypothekaranlagen verteilen sich auf 508 Hypothekardarlehen mit zusammen S 45,098.678.92. Die Darlehen auf eigene Polizzen belaufen sich auf S 65,790.561.40. Der Wertpapierbestand hat einen Buchwert von S S 3 6,4 6 1.9 4 9.7 5, hlevon entfallen 91.7 Prozent auf festverzinsliche Anlagewerte und 8.3 Prozent auf diverse Aktien und Beteiligungen an Versicherungsanstalten in 9 europäischen Staaten. In der Gruppenversicherung (gemeinsam mit der Metropolitan Life Insurance Company in New York) sind 45.947 Angestellte und Arbeiter auf Kapitalien von rund 108 Millionen S versichert. In der Generalversammlung wurde die Verteilung einer Dividende von 5 Prozent des Aktienkapitals (wie im Vox*jahre) mit zusammen S 200.000.— beschlossen; den Kapitalsreservcn sind aus dem Ueberschuß der Jahresrephnung weitere S 350.000.— zugeführt und auf neue Rechnung S 187.147.48 vorgetragen .worden. E Magendarmstöruhgen. Spezialärzt.e für Verdauungskrankheiten erklären, daß das natürliche „Franz-Josef"- Bitterwasser als ein sehr zweckdienliches Hausmittel zu empfehlen ist. Billige Sonderfahrten naeh Polen und Czernowitz. Abfahrten Sonntag, 4., 11., 18. und 25.'August; Rückfahrten axxi 1. und 15. September. Nach Zakopane zu den Bergfeste-Feiern vom 4. bis 11. August. 70 Prozent Eisenbahnermäßigung. Polnisches Visum gratis. Reisebüro „.Erancopol", HI., Rennweg 1, Tel. U-16-4-9Q.