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Die neue Welt · 1935-08-02 · Heft 485 (2.8.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 485 (2.8.1935)
Date
1935-08-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite i ME NEUE WELT Nr. 485 EINZIG IN WIEN!!! sowie alles für den Urlaub billigst be BERGMANN, I., RABENSTEIG 3 TELEPHON U-20-7-09 HIMMELPFORTGASSE 5 TELEPHON R-25-8-84 KÖLLNERHOFGASSE 1 TELEPHON R-26-8-99 vVir billcn. sich bei ■ <J <? m E i n k o u f auf unswr BloH *u b«rufen Rings um den Makabi Ansehließend an unsere Aufsätze ..Ist der Makabi noch jü^schnational?" (12. Juli) und „Offener Brief an die Weltleitung des Makabi Hazair" erhielten wir vom B;i:\!e5lviter des tschsl. Makabi Hazair, Adolf J e 11 i n c k. ein .Sei\rc;b-Mi. dao eine Widerlegung unserer Darstellun verbucht. Wir haben ausgeführt, daß der Makabi Hasair durch seinen Eintritt in die Histadruth Haovdim das Prinzip der Unparteilichkeit verletzt und die jüdische Sportjigend der klassenkämpferischen Arbeiterpartei;'i;sg. liefert habe. Herr Jellinek betont in seinem Brief, es -sei dem Makabi bekannt, daß in der Praxis die Hi.-;adruth eine von den linkseingestellten Parteien beherrschte Gewerkschaft sei, daß sich aber der Makabi Hazair für die Histadruth entscheiden müsse, welche ,.mindestens formell" i!) eine allgemeine Gewerkschaft si'i und „durch den Eintritt anders als linksges'nnter Elemente auch faktisch zu einer allgemeinen Gewerkschaft gemacht werden kann, während alle anderen Gewerkschaften von vornherein den engen Rahmen einer Partei besitzen." Antonien auf losisches, dem gesunden Naturvcrstnncl entsprechendes Denken scheint Herr Jellinek an seine Makabim nicht zu stellen. Seine Widerlegung hinkt. Er wird wohl selbst nicht daran glauben, daß anders als linksgesinntc Mitglieder der Histadruth diese zu einer allgemeinen Gewerkschaft werden machen können. Die Histadruth ist eine politische, und zwar marxistische Gewerkschaft. Wenn eine sich national nennende Gruppe der Histadruth beitritt, dann wird sie vor. dieser verschlungen. Die Erfahrung lehrt es. Jed-j Sonhistik sielt am Kern der Sache vorbei, Jüdischer Sport und Olympiade Wir erhalten folgende Zuschrift: Die Olympiade dient der Völkerversöhnung. Daher ist der Gedanke, daß unter dem gegenwärtigem Regime in Deutschland die Abhaltung der Olympischen Spiele sinnlos wird, unbedingt richtig. Gelingt es Deutschland, dio Olympiade im kommenden Jahr in Berlin unter allgemeiner Beteiligung durchzuführen, so bedeutet dies eine moralische Stärkung der Hitler-Regierung und Rechtfertigung der deutschen Judenverfolgungen. Da die Beschickung einer Veranstaltung ihre Unterstützung bedeutet, hat Herr Professor Vogel vollkommen recht, wenn er jedem jüdischen Sportler, der nach Berlin fahren will, jüdisches Verantwortungsgefühl abspricht. Auch der Einwand, daß man den Nazis jüdisches Können zeigen müsse, ist nicht stichhältig, da ja alle Leistungen des Judentums bisher den Antisemitismus nicht aus der Welt schaffen konnten. Dagegen verkennt Professor Vogel die Schwierigkeiten des M a k k a. b i. Ein Sportler oder ein Verein, der sich weigert für sein Land zu starten, kann durch den zuständigen Verband gesperrt werden, so daß ihm jede Ausübung des sportlichen Wettbewerbes im Inland und im Ausland f internationale TTebereinkommen) unmöglich wird. Selbstverständlich will kein Verein durch Beschlüsse hervortreten, durch die er in seiner Existenz gefährdet wird. Man zieht es im allgemeinen vor, im gütlichen Wege auf die Verbände einzuwirken, von der Nennung von Makkabi-Sportlern für Berlin abzusehen. Ist der betreffende jüdische Sportler national gut erzogen und will in Berlin nicht starten, wird er dazu praktisch kaum gezwungen werden können. Wenn Herr Professor Vogel verlangt: ,,Sofortige Erklärung des Makkabi-Weltverbandes, daß die Teilnahme seiner Mitglieder bei der Olympiade, bei Strafe des Hinauswurfes wegen Ehrlosigkeit verboten ist!", übersieht er, daß durch einen solchen Beschluß mancher Verein Vor die Frage gestellt würde, ob er sich auflösen soll oder ob er aus dem Makkabi-Weltverband austreten, was keineswegs im Interesse des jüdischen Sports gelegen wäre. Besonders kritisch wäre ein derartiger Beschluß des Weltverbandes ab'>r für die ihm angeschlossenen Vereine 'yyz rrEsp mwm? d:s Jüditche Volksiiedlungsbank m.b.H. Palästina Xachlath-Bin jaminstraße 63, Te 1 - A v i v wünscht Aktien von AH$&&-?Mestiue-B&kk PevdöpHtekl Ca. fyfäfak Ca. . sowie andere paläHÜneiisiKche Wertpapiere zu kaufen. Offerten erbeten. in Deutschland. Es wäre wohl nicht erstrebenswert, wenn in Deutschland die zionistischen Makkabi-Vcreinc aufgelöst würden und der Spottbetrieb den antizionistischen Vereinen der deutschen jüdischen Frontkämpfer Überlaasen bliebe. Friedrich Krauß (Wien). Protest d*s fschsl. Makabt-Ifazair gegen die Politisierung des Makabi Ein Leser aus C. S. R. schreibt uns: Vor etwa einem Jahre traf der Lschsl. Makabi mit dem tschsl. Hechaluz ein Abkommen laut welchem die nach Palästina Auswandernden Makabim der dortigen Histadruth beizutreten hätten. Innerhalb derselben würden sie vollkommene Autonomie genießen. Als Gegenleistung wurden Zertifikate verabfolgt. Den Gegnern dieser Abmachung wurde entgegengehalten, daß der Lschsl. Hechaluz eine überparteiische Organisation sei. Jedem unbefangenen Beurteiler war es von vornherein klar, daß es mit dieser Ueberparteilichkelt nicht allzuweit her ist. Eis sei denn, daß seit vielen Jahren alle Zionfsten. ohne Unterschied der Partei, zu Geldspenden für den Hechaluz herangezogen werden. Nun muß auch die Leitung des Makabi- Hazair zu dieser Erkenntnis kommen, denn er ließ folgende Erklärung affichieren: Kanal» arzit sc hei Makabl-hazalr C s I. in BratlSlBva. ,,Tit Brünn und wahrscheinlich auch in anderen Orten wurden Wahlaufrufe der linken Parteien verbreitet, die auch vom csl. Chaluzveirband unterzeichnet sind. Da der Makabl-Haznir Mitglied dieses Verbandes ist und letzterer laut, den Beschlüssen des letzten Zionistcntages seine Arbeit vollkommen «nparteiisch zu leiten hat, haben wir geigen diesen Mißbrauch des Chaluzverbande* für Wahlagitation energisch beim Zionistischen Zentralvorband in Mnhr.-Ostrau protestiert. Da anzunehmen ist, daß die Handlungsweise des Chaluzverbande» auch weiterhin zur Wahlagitation ausgenützt werden wird, ersuchen wir Euch, sofort nach Erhalt dieses Chosers, alle Ohawerim unserer Bewegung anzuweisen, diese Information der zionistischen Oeffentliehkeit ohne weiteren Kommentar weiterzugeben. Wir werden Euch über diese An- Gelegenheit auf dem laufenden halten." Es ist erfreulich, daß die Makabi-Jugend den Mißbrauch, den man mit ihr getrieben hat, begreift und die Zionistische Oeffentliehkeit durch Plakatieren dieses Chosers hievon verständigt. Allen jenen politischen Faktoren, welche den Makabi in den Parteienkampf hineinzerren wollen, mögen sich diesen Vorfall zur Lehre dienen lassen. ,.Hände weg vom überparteilichen Makabi!" Zippor. foeute, die an erschwertem Stuhlgang leiden und dabei von Hämorrhoidalknoten, Mastdarmschleimhauterkrankungen. Fissuren, Fisteln gequält werden, nehmen zur Darmreinigung früh und abends je etwa ein viertel Glas natürliches „Franz-Josef-Bitterwasser. Aus der jüdischen Welt Sei den Wahlen in die slowakische Landesvertretung am 26. Mai d. J. sind die Juden ohne Vertretung ausgegangen. Von den 54 Mitgliedern des Landtages wurden bloß 36 gewählt, während 18 von der Regierung ernannt wurden. Unter diesen 18 befinden sich zwei Juden: der frühere Abgeordnete der Jüdischen Partei im Parlament Dr. Julius 'Reiß, Advokat in Bratislava, und der Kaufmann Ludwig Mayer in Bratislava. * Nach Mitteilungen einer katholischen Zeitung leben nach den neuesten religionsstatlstischen Zählungen in Belgien etwa 60.000 Juden, die 0.7 Prozent der Gesamtbevölkerung darstellen. * Nach längeren Verhandlungen ist zwischen der Rumänischen Nationalbank und der Anglo- Palestine Bank ein Abkommen getroffen worden, das die Transferierung von Zahlungen aus Rumänien nach Palästina regelt. Alle Zahlungen im Handelsverkehr zwischen beiden Ländern werden Uber die Anglo- Palestine Bank gehen. Vor kurzem ist auch die Erlaubnis zur Transferierung der von den zionistischen Fonds gesammelten Gelder von Rumänien nach Palästina gegeben worden. * Neben dem Stadtpark in Böhmisch-Leipa befindet sich ein uralter jüdischer Friedhof mit sehr alten Grabdenkmälern, von denen einzelne gegen 400 Jahre alt sind. Die Anlage steht unter Denkmalschutz. Dort haben in der Nacht vom" Samstag zum Sonntag unerkannt gebliebene Täter 13 zum Teil historisch sehr wertvolle Grabdenkmäler umgeworfen und beschädigt. Unter der Ueberschrift „Streichers Hand reicht über die Grenze" führt hierzu „Sozialdemokrat" aus: „Es ist nicht schwer, von der Handlung auf die geistige Einstellung der Täter Schlüsse zu ziehen. Von einem Bubenstreich wird man nicht gut sprechen können. Vielmehr läßt alles darauf schließen, daß es sich um eine Art antisemitischer Verhetzung handelt, wie sie in gewissen völkischen Kreisen getrieben wird und wie sie aus dem Dritten Reich über die Grenzen schlägt." * Senator King hat im amerikanischen .Senat eine Resolution eingebracht, eine Kommission zur Untersuchung der Verfolgungen der Katholiken, Juden usw. in Deutschland einzusetzen. Kommunistische Kundgebungen gegen die Gefangenhaltung von Kommunisten, die im Jerusalemer Gefängnis im Hungerstreik verharren, fanden auch am Strande von Tel-Aviv statt, wo sie zu erregten Szenen und Verkehrsstörungen führten. Die Polizei zerstreute die pemonetranten, wobei mehrere von ihnen ver-, Jetzt und drei verhaftet wurden. Großes Sommerfest im Casino Zägernitx, XIX, Döblinger Haupt* strafte 76 Snmstng. den 10. August, halb 9 Flur abends, findet das vom Hechaluz ha'kumi mul der fllidcnstaatHjugend veranstaltete Gartenfest im Kasino Zttgrrnitz statt. Zur Mitwirkung in der Akademie wurden verschiedene Kunstkrnftp, u. a. L< n Valberg, Kurt Karsten, Scgal Kogenbach, Paul Tiemann sowie Dr. Oskar Teller und Viktor Schlesinger gewonnen. Diverse. Belustigungen. Gratis Los«-. Eintritt S!.f>0. Vorverkauf bei der Judenstaatspartei, f., Werdcrtoignsse lt und Sektionen. Adm. der „Neuen Welt", Warenhaus Brüder Sehiffmanii, Buchhandlung Rath, Taborstraße 20 h. Der hebräische Pen-Klub hat den Dichter Saul T s c h e r n i c h o w s k i zum Vorsitzenden gewählt. Der Pen-Klub zählt in Palästina 52 Mitglieder, davon \\ in Tel-Aviv. * Der neuernannte Generalgouverneur von S a 1 <>■* n i k i. Verriopoulos, versicherte der Jüdischen Gemeinde in Saloniki, daß er um finanzielle Beihilfen bemüht, sein würde. Die Jüdische Gemeinde, so sagte er, kann auf meine Sympathien rechnen. Das Warschauer I'abbinat beschloß, Im Hinbtltv. auf die erneuten J u d e n v e r f o 1 g u n g e n i n Deutschland einen Fasttag für alle polnischen Juden zu proklamieren. Das Datum de« Fasttages wird im Einvernehmen mit dem A n 11 - H i 11 c r - K o m i t e o festgesetzt werden. * Der K o vv n o e r Polizeikommandant hat das A n t i- Hitler-Boykottkomitcc in Kowno g e s c h l o ss e n und jede weitere Boykott-Tätigkeit gegen Deutschland verboten. * Die italienische Regierung verlfeh dem bekannten Verleger Leo Samuel O 1 s c h k i, einem Führer der Juden in Florenz, für seine Verdienste um das italienische Schrifttum den Orden St. Mauritius. * In einem großen Theater in Cremona wurde die Kantate des zwölfjährigen jüdischen Komponisten Giorgio Levi aufgeführt. Die Presekritik spricht sich sehr lobend über das Können des jungen Komponisten aus. Antisemitische Organisation in Bulgarien legal Aus Sofia: Wie die Zeitungen melden, hat der Innenminister, General A t h a n a s o f f, die vor einiger Zeit aufgelösten antisemitischen Terrororganisationen, „Rod na Saschtita" (Heimwehr) und „Nationale Legion" wieder erlaubt und ihnen ihre Archive und Fahnen zurückgegeben. Unter der jüdischen Bevölkerung hat diese Meldung große Unruhe hervorgerufen. Die erwähnten Organisationen pflegten die jüdische Bevölkerung In der schwersten Weise zu terrorisieren. Besonders befremdend wirkt es. daß heute, wo alle politischen Gruppierungen verboten sind, just die antisemitischen Organisationen erlaubt werden. Nunmehr übergibt der Innenminister der Presse eine Erklärung, worin die erneuerten Verbände sich nur erzieherisch und „mit neuen Losungen un d Richtungen für Arbeit und schöpferische Taten" betätigen werden. Den Organisationen sei verboten, Intoleranz gegenüber den religiösen und nationalen Minderheiten zu predigen. Gleichzeitig erklärt der Führer der „Rodna Saschtita", General a. D. S c h k o i n o f f, daß seine Organisation keine antisemitische sei; sie kämpfe gegen die jüdischen Spekulanten ebenso wie gegen die christlichen. Man schenkt den Erklärungen Schkoinoffs kein Vertrauen, weil seine Partei in der Vergangenheit trotz solcher und ähnlicher Deklarationen sich durchaus antisemitisch betätigte. Es kommt heute darauf an, wie sich die Regierung zu diesen Organisationen stellen werde, falls sie ihre antisemitische Praxi« erneuern sollten. (J. T. A.) An jüdische Techniker Die israelitische Kultusgcmelnde in Alexandrien, welche die Absicht bat, eine moderne Mazzoth-Bäckerei zu errichten, hauptsächlich um ihre bedürftigen Mitglieder alljährlich unentgeltlich mit Mazzoth zu beteilen, ladet jüdische Techniker, speziell jene Glaubensgenossen, welche in der Materie bewandert sind, ein, ihr hinsichtlich der Maschinen und sonstigen Einrichtung usw. nützliche Anregungen und Ratschläge mitzuteilen. Filme der Wocfie (Nach den Herstellungsländern geordnet.) Amerika: Stimmen der Nacht. — Nummer X wird deportiert. Haus des Schreckens. •—■ Ein Herz ist zu verschenken. -- Baboona. Deutschland (Aricrpuragraph): Liebe und Knock-out. -- Viel Lärm um nichts. — Der Kampf mit dem Drachen. — Damenwahl. Wolkenrausch. Forvil, Paris. Das herrliche „fl-fleurs"-Puder von Forvil ist wegen seiner vielen Vorteile so beliebt bei den Damen geworden. Die praktische preiswerte Aufmachung in Säckchen ist besonders beliebt. Befragen Sie Ihre Parfumerio und verlangen Sic dort Probe. Acht verschiedene Farben. KREUZ-KINO „STIMME» DER HflCHTM i. Wollzeile 17 Tel. R-24-2-16 Vorstellungen: k, %*, Vitt, V«lo mit Josö OjfCO STAFA, VII MariahilforstraBo 120 B-88-0.68 Zcueimal Flitterwochen

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