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Die neue Welt · 1935-07-30 · Heft 484 (30.7.1935) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 484 (30.7.1935)
Date
1935-07-30
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 484 DIE NEUE WELT Seite 3 Am dm umtmü&dsm Bme$m$ «V«»."^.-%.-*> -<(v -%.-^<fc^ Die Jsdiedioslowakischen Wahlergebnisse Die Sitzung der Hauptwahlkommission vom 28. Juli hat fallende?! Wahlergebnis verifiziert: Abgegebene Stimmen 17.891; gültige Stimmen 17.620; Wahlbeteiligung 68 Prozent; Wahlzahl 1469. Ea erhielten: Juden- 3/taatspartci und Gemeinschaft politischer Zionisten 1208, Misrachi 4735, Allgemeine Zionisten (Weltvcreinigung) 4479, Arbeitendes Palästina 7198. Dadurch verteilen sich die 11 Mandate wie folgt: Arbeitendes Palästina 5 Mandate, Misrachi 3 Mandate und Allgemeine Zionisten (Weltvereinigung) 3 Mandate. Es verbleiben Reststimmen für <iin Weltwahllicten: Arbeitendes Palästina 0, Weltivereinigung 72, Misrachi 328, Judenstaatspartei 1208. Dadurch erhält die Judenstaatspartei ein weiteres sicheres Mandat auf der Weltwahllistc. Der Judenstaatspartei fehlten zur Erreichung des tschechoslowakischen Mandats 95 Stimmen. In Belgien wurden 4200 Schekalim abgesetzt, zwei Delegierte sind zum Kongreß zu entsenden. Beim Hauptwahlkomitee in Warschau ist eine Liste der Unabhängigen Allgemeinen Zionisten, die keiner der beiden Weltorganisationen angehören, eingereicht worden. Das Hauptwahlkomitec hat die Liste zugelassen, so daß nunmehr drei Allgemeine Listen kandidieren. ■i-. Von den zwei belgischen Mandaten entfällt eines auf das Arbeitende Palästina, eines auf die Allgemeinen Zionisten. Die beiden holländischen Mandate bekleiden der Allgemeine Zionist F. Bernstein aus Rotterdam, für den 901, die Poale-Zionistin Mirjam de Lceuw-Gerzon aus Amsterdam, für die 532 Stimmen abgegeben wurden. Die Schekelaktion hat für dieses Jahr in Jugoslawien etwa 8000 Schekalim ergeben. Im vergangenen Jahre wurden 7620 Schekalim abgesetzt. Die Zionisten Jugoslawiens können demzufolge 5 Delegierte zum Kongreß entsenden. * Auf Grund eines Uebereinkommens zwischen der Liga für das Arbeitende Palästina und der Welt- Vereinigung der Allgemeinen Zionisten in Jugoslawien wurde eine Einheitsliste aufgestellt. Es fanden daher keine Wahlen statt. Als gewählt zu gelten haben 3 Anhänger der Weltvereinigung Allgemeiner Zionisten und 2 Mitglieder der Liga. * Der „Misrachi Hawatik", der in Opposition zum Welt-Misrachi steht, hat eine eigene Liste zum XIX. Zionistenkongreß eingereicht. Die Liste wird von Prof. Hermann Struck, Prof, Pick und Rabbiner Ostrowski geführt. * Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt wird, hat die Schekelaktion in Deutschland, die am 24. Juli endgültig abgeschlossen worden ist, für die beiden Jahre 5694/5 ein Ergebnis von 100.863 Schekalim erbracht. Die Zionistische Bewegung Deutschlands wird somit voraussichtlich 3 4 Delegierte zum Kongreß entsenden können und steht im Gesamtergebnis damit an fünfter Stelle aller Landsmannschaften. (Nach den .JttngHteii Ereignissen in Deutschland ist es nicht ausgeschlossen, daß die zionistischen Delegierten Deutschlands von einer Teilnahme am Kongreß werden absagen müssen. Anm. d. Red.) * / In ganz Kongrcßpolen ist der Wahlkampf im vollen Gange. In einer Woche wurden in Warschau 600, im ganzen Lande einige tausend Wahlversammlungen abgehalten. * Auf einer Konferenz des amerikanischen M i srachi Hazair (Misrachi-Jugend) ist beschlossen worden, den Namen der Organisation in „Hapocl Hamisrachi" (Misrachi-Arbeiter) zu ändern. Gleichzeitig ist beschlossen worden, sich organisatorisch von der Misraehi-Organisation zu trennen und als Bestandteil der Thora-woawoda-Bcwegung sich zu erklären. Der Beschluß erfolgte einstimmig. Weiterhin ist eine Resolution angenommen worden, in der die Bereitschaft erklärt wird, mit dem Misrachi bei jedem Unternehmen zusammenzuarbeiten, das im Bereich der gemeinschaftlichen Interessen beider Organisationen liegt. Der Generalrat der Zionistischen Vereinigung für Griechenland hat folgende Kandidaten zum XIX. Kongreß bestimmt: den ehemaligen Präsidenten der Zionistischen Vereinigung Griechenlands und Vizepräsidenten der Jüdischen Gemeinde in Saloniki, David F 1 o r c n t i n, und den Generalsekretär des Keren Hajessod für Griechenland, Adolphe A r d i 11 y. Die Aufstellung der Weliwahllistfen Der Kommissär für die Weltwahllisten teilt mit, daß bei ihm folgende 5 Wcltwahllisten eingegangen sind: 1. Misrachi (13 Kandidaten -- Listenführer: Rabb. M. A. Amiel) -- 2. Ichud Poalc Zion Hitachduth (50 Kandidaten — Listenführer D. B c n- Gurion). - - 3. Judenstaatspartei (50 Kandidaten — Listenführcr Meier Großmann), — 4. W e 11verband Allgemeiner Zionisten (Listenführer M. M. Ussischkin ■- 50 Kandidaten). ~~ (j. Weltvcreinigung Allgemeiner Zionisten (Listenführer Dr. Ca. Wcizmann — 20 Kandidaten), Die Olympiade Aus Paris wird gemeldet: Die Abhaltung der Olympischen Spiele in B e rl i n ist gefährdet, falls als eine Folge der jüngsten Entwicklung in Deutschland Hitlers Versprechen, bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin Nichtariern absolut gleiche Behandlung zu gewähren, nicht gehalten würde. Diese Möglichkeit ist in einer Warnung enthalten, die das französische Mitglied des Internationalen Komitees, Melchior de Polgnac. im Zusammenhang mit den antisemitischen Unruhen in Deutschland an das Reich richtete. Das Komitee ist fest entschlossen, erklärte Polignac, den Reichskanzler zur Einhaltung des Versprechens anzuhalten, das er vor zwei Jahren schriftlich abgegeben habe. Bei einem Bruch des Versprechens hat Uiis Komitee das Recht, den Schauplatz der nächsten Olympischen Spiele, in eine nichtdeutsche Stadt y,u verlegen. Die französischen Befürchtungen in dieser Richtung gründen sich auf kürzlichc Erklärungen des Berlin gefährdet deutschen Sportleiters v. Tschammer und des Chefs des Preßbureaus des Deutschen Olympischen Komitees Dr. Krause, die auf die Absicht einer ungleichen Behandlung der Olympiaspieler schließen lassen konnten. In einem Interview mit der französischen Sportzeitung „L'A u t o" erklärte Polignac, daß die Gleichheit für alle Sportsleute im Olympiastadion ein unumstößliches Dogma der Olympischen Spiele sei. Ausnahmen würden auf keinen Fall geduldet werden. Auf die Frage, welche Sanktionen ergriffen werden könnten, erwiderte Polignac, daß man die Berliner Olympischen Spiele absagen könnte, um sie in einem anderen Lande stattfinden zu lassen. ,,Tch weiß", fuhr er fort, „daß der Präsident des Komitees Baillet Latour eine unversöhnliche Haltung in dieser Frage einnehmen wird, falls Deutschland e:ne ungleiche Behandlung der Spieler ankündigen sollte, und ich bin überzeugt, daß die große Mehrheit des Internationalen Olympischen Komitees seine Ansicht teilen wird." --- Aus NewYork meldet die J. T. A.: Im Repräsentantenhaus der Vereinigten Staaten kamen am 25. Juli die neuen Judenverfolgungen in Deutschland zur Sprache und lösten eine heftige Debatte aus. Der demokratische Repräsentant Samuel Dickstein schilderte die neuen Ereignisse in Berlin und im übrigen Deutschland und forderte das Repräsentantenhaus auf, einen deutsch-amerikanischen Handelspakt nur unter gleichzeitigem ausdrücklichem Protest gegen die Verfolgungen von Juden, Katholiken und Protestanten in Deutschland abzuschließen. Dickstein machte den Reichskanzler Hitler persönlich für die begangenen Morde verantwortlich, da, wie er selbst sagte, nichts in seiner Partei und in Deutschland ohne seinen Willen getan werde. Wolle er die Verantwortung für die Morde ablehnen, dann mache er sich selbst zum Narren. Der demokratische Abgeordnete Blanton legte Verwahrung dagegen ein, daß Angriffe auf das Oberhaupt eines ausländischen Staates, wer immer es auch sei, gerichtet werden; dies sei in einer gesetzgebenden Körperschaft unter allen Umständen unzulässig. Das Tschechoslowakische Preßbüro meldet aus New York: Das Staatsdepartement erinnerte den Bürgermeister La G u a r d i a daran, daß durch die Verweigerung einer Masseur-Konzession an einen deutschen Staatsbürger der Handelsvertrag mit Deutschland verletzt wurde. Bürgermeister La Guardia erklärte demgegenüber, daß er seine Entscheidung nicht ändern werde, da amerikanische (jüdische) Bürger von den deutschen Behörden zurückgesetzt werden. Die Kongreßwahlen in Palästina Aus Jerusalem meldet die J. T. A.: Unter großer Bewegung gingen in ganz Palästina die Wahlen von Delegierten zum XIX. Zionistenkongreß in Luzern vor sich. Im ganzen Lande wurden 85.001 Stimmen gezählt. Auf die Palästinensische Arbeiterpartei (Mapai) entfielen 58.554, auf die yemenitischen Arbeiter, die der Mapai angeschlossen sind, 2000 Stimmen, so daß die Anzahl der Mapai-Stimmen 69 Prozent ausmacht; auf die Liste der Weltvereinigung (Gruppe A) entfielen 5954, auf den Weltverband (Gruppe B) 3500, auf den Hapocl Hamisrachi 8721, auf den Misrachi 2664, auf den Misrachi Hawatik 765, auf die Judenstaatspartei 924, auf die Yemeniten 3904 Stimmen. In den einzelnen Städten ergab sich folgendes Bild: In T e 1 - A v i v wurden für die Mapai 17.570, für Misrachi 1120, für die Judenstaatspartei 663, für Weltverband der Allgemeinen Zionisten 1959, für Yemeniten 2238, für Hapoel Hamisrachi 3059, für Yemenitische Arbeiter 100.1, Misrachi Hawatik 203, Handwerker 45 Stimmen abgegeben. In Haifa wurden für Mapai 13.959, für Misrachi 563, Judenstaatspartei 110, W e 1 t v e rband 513, Hapocl Hamisrachi 2899, Weltvereinigung 1258, Misrachi Hawatik 115, Handwerker 110 Stimmen abgegeben. In Jerusalem erhielten: Mapai 4399, Misrachi 547, Judenstaatspartei 64, Weltverband 266, Yemeniten 503, Hapocl Hamisrachi 960, Weltvereinigung 655, Yemenitische Arbeiter 371, Misrachi Hawatik 392 Stimmen. Schekelergebnissc in Deutschland Wie das Zentralbüro der Zionistischen Exekutive meldet, sind in Deutsahland für die Jahre 5694/95 Auto-Gesellschaftsreise nach zum 19. Zionistenkongreß (vom 18. bis 28. August) Abfahrt: Sonntag, den 18. August, 6 Uhr früh, I., Werdertorgasse 14. Wien—Salzburg—Innsbruck—Luzern und zurück, inklusive koscherer Verpflegung und Nächtigung in gutem Hotel auf der Hin- und Rückfahrt........Preis S 98.—. Gute, preiswerte Arrangements für Nächtigung und Verpflegung während des Aufenthaltes in Luzern durch unsere Reiseleitung möglich. Interessenten für eventuelle Bahnfahrt Wien— Luzern—Wien genießen Ermäßigung. Besorgung von Pässen, eventuell Visa für alle Rcisetcilnehmer kostenlos. Auskünfte und Anmeldungen; „Neue Welt", Universitütsstraße 8, Tel. A-L'0-2-78, von 10 bis 12 Uhr. Judenstaatspartei, I., Werdertorgasse 11, Tel. U-27-4-87, von 11 bis 12 Uhr. Amtliches Schweizer Verkehrsbüro, l'.t Kärntnerstr. 20. Reiseleitung: Jakob Feld mann, Sekretär des „R ef o r m" - Reise - Fördcrungs - Reklame-Bund, I., Börseplatz 4, Tel. U-26-2-62, von 9 bis 10 Uhr. 100.863 Schekalim abgesetzt worden. Während der letzten für einen Vergleich in Frage kommenden Periode 6690/91 sind insgesamt nur 27.087 Schekalim in Deutschland untergebracht worden, so daß eine Steigerung um beinahe das Vierf ache eingetreten ist. Die wirtschaftliche Lage der Juden in Deutschland hat es auch, wie festgestellt wurde, mit sich gebracht, daß nur in den seltensten Fällen mehr aLs ein. Schekel je Familie gezahlt wurde. Es muß daher angenommen werden, daß mindestens jede dritte jüdische Familie in Deutschland den Schekel erworben und damit ihre Stellungnahme zum Zionismus bezeichnet hat. Die Zionisten Deutschlands werden auf dem XIX. Kongreß in Luzem mit 34 Delegierten auftreten. Durch gütliche Einigung ist eine Wahlauseinandersetzung überflüssig gemacht und eine Einheitsliste geschaffen worden, die alle Teile der zionistischn Bewegung Deutschlands umfaßt. Die Liste wird in den nächsten Tagen bekanntgegeben werden. Pitder in- SxuJcch&n, sparsam ■ praktisch-preiswert Geneiaivertrieb : C. H. Siglc, Wien Vi», Josefstädterstraße 29 Palästinenser in der Tschechoslowakei Aus Prag: Nach einer Mitteilung der Tschechoslowakisch-palästinensischen Handelskammer in Prag, haben in diesem Jahre einige tausend palästinensische Staats an gehörige die Tschechoslowakische Republik besucht, von denen die Mehrzahl in die B ä d e r gereist ist. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Besucherzahl verdoppelt. Die Handelskammer macht darauf aufmerksam, daß dieser starke Zustrom sich bei guter touristischer Propaganda noch steigern würde und spricht die Ansicht aus, daß diese Frage die tschechoslowakischen Reisebüros beachten und Palästina eine größere Aufmerksamkeit widmen sollten. (J. T. A.) Judensfaatspar.es! Oesterreichs Garftcnfestt Heehaluz Hai cum i und Judeustaatsjugcnd veranstalten am 10. August im Kasino Zögernitz (Döblinger Hauptstraße) ein Gartenfest mit Akademie. Bekannte Kunstkräfte wurden gewonnen, um den Abend unterhaltend zu gestalten. Jazzkapelle. Eintritt S 1.50. KaJ-ten bei der Adm. der „Neuen Welt" und bei allen Sektionen der Judenstaatspartei sowie im Zentral» heim, I., Werdertorgasse 14. Gesellschaftsreise zum Zionistenkongreß Die <lutlenstaatsyartei verunstaltet am 19. Zionistenkongreß in lUr/.ern mit erstklassigen Allwetter- Autoears eine Gesellschaftsreise. Abfuhr»; Sonntag, den 18. August. Preis der Reise hin und zurück samt Nar.htlgung und guter koscherer Verpflegung während der Fahrt S. 98. . Anmehluii^cit täglich zwischen 10 bis 12 Uhr Vormittag in der Administration <!er „Neuen Welt". l\,f Universitüthstraße 8, Tel. A-30-2-78 und im Amtlichen Schweizer Verkehrsbüro, Wien, I., Kiirnt'ieistraße 20r Tel. R-38-Ö-83.

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