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Die neue Welt · 1935-07-30 · Heft 484 (30.7.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 484 (30.7.1935)
Date
1935-07-30
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seit- 4 DIE NEUE WELT Nr. 484 Am Palästina Wieder ein feiles Jahr Das offizielle Organ der palästinensischen Administration, die „Palostinc G ä z e 11 e", veröffentlicht den Rechnungsabschluß der Palastinaregierung für das im März 1935 zu Ende gegangene Finanzjahr. Die Ziffern übersteigen alle bisherigen Rekorde. Die Einnahmen im Berichtsjahr betrugen 5.452.G63, die Ausgaben 3.2 3 0.01 0 Pfund, so daß sich ein liebers c h u ß von 2,3 2 2.« 5 3 P f u n d ergibt. Durch diesen riesigen TTcherschuß erhöhte sich der Reservesonds der Regierung auf 4,735.555 Pfund — eine bisher bei weitem nicht erreichte Summe. Das Reservekupital übersteigt das Ausgabenbudget eines Jahres um 15 Prozent. Der offizielle E i n n a h m e n v o r a n s e h 1 a g für das abgelaufene Jahr betrug 3,43*2.500 Pfund, er •wurde also um fast zwei 31 i 11 i o n e n Pfund überschritten. Allein an Steuern gingen fast 1,000.000 Pfund mehr ein als die Regierung priiliminiert hatte. Andererseits haben sich die präliminierten Ausgaben um 25.000 Pfund vermindert, sie haben aber immerhin die Ausgaben des vorangegangenen Finanzjahres um mehr als 500.000 Pfund überstiegen. Etwa die Hälfte der Einnahmen des abgelaufenen Finanzjahres, 2,600.000 Pfund, flössen aus Steuern ein. Die zweitgrößte Position von über 1,000.000 Pfund setzte sich aus Lizenzgebühren usw. zusammen. Auf der Ausgabenseite figurieren als die größte Position 50R.712 Pfund für Polizei- und Gefängniswesen- Für öffentliche Arbeiten wurden 223.874 Pfund ausgegeben. In Post und Telegraph wurden etwa 250.000 Pfund investiert. (J. T. A.) LüzemrSperre für Aersfe In dem Mitteilungsblatt der Palästina-Regierung, der „Palestine Gazette", ist eine Verordnung erschienen, die den High Commissioner ermächtigt, Quoten für die Zulassung von Aerzten im Verlaufe eines Jahres festzusetzen. Im Dezember eines jeden Jahres soll die Quote für das folgende Jahr verkündet werden. Die Verordnung tritt am 1. Dezember 1&35 in Kraft. Dem entgegenstehende Bestimmungen werden zu diesem Zeitpunkt aufgehoben. Von der Sperre ausgenommen sind Aerzte, die bis zum 1. Dezember 1935 die dauernde Aufenthaltserlaubnis im Lande erhalten. (J. T. A.) Meugründungen In Haifa wurde eine neue Bank, „Czechoslovak-Palestine Bank Ltd.", gegründet. Die Gründung erfolgte durch die Firma Philipp Meyer & Co. mit L. P. 50.000 registriertem Kapital, von denen L. P. 25.000 eingezahlt wurden. Die Bank wird im Oktobe,r 1935 im neuen Gebäude des „Merk&z Mischari" ini Haifa eröffnet werden. Die Bank wird die Entwicklung der Ein- und Ausfuhr zwischen Palästina und der Tschechoslowakei fördern. Zu diesem Zweck wird die Bank ein Lager tschechoslowakischer Waren in Haifa und eine ständige Ausstellung von Palästina-Waren in Prag einrichten. ,,Doar Hayom" berichtet, daß in einigen Monaten in Bene-Berak eine Fahrradfabrik errichtet werden wird. Der Unternehmer ist ein Kapitalist aus Polen. (Palnews.) Neue Zementffabrik In der jüdischen Kolonie H a r t u f, an der Eisenbahnlinie Jerusalem—Lydda, wird eine neue, große Zementfabrik unter dem Namen „Simson" errichtet. Die Maschinenausstattung wird in kurzer Zeit aus England eintreffen. Die Imperial Ceramic Industries (Melchett-Konzern) beteiligen sich mit 35.000 Pfund am Aktienkapital der „Simson". An der Spitze des Verwaltungsrates wird Dr. Weizmann stehen. Der Direktor der Tote-Meer-Konzession, N o w omeyaki, hat während seiner jüngsten Anwesenheit in London Unterhandlungen über eine Zusammenarbeit aller an der chemischen Industrie in Palästina interessierten Faktoren geführt. (J. T. A.) * HandelskammerxBeridife Die französisch-palästinensische Handelskammer, an deren Spitze als Ehrenpräsident -der ehemalige Minister, Senator E. Clementel (Präsident der internationalen Handelskammer), und als Präsident Senator Justin Godart (Präsident der Gesellschaft „France- Palestine") steht, gründete ein Entwicklungskomitee (Comitö de Developpement) zum Zweck der Erweiterung der palästinensisch-französischen Handelsbeziehungen. Gleichzeitig wurde innerhalb der Gesellschaft „France-Palestine" unter dem Vorsitz M. Chelouche eine Wirtschaftsabteilung gegründet. (Palnews.) * Die vom Vorsitzenden der palästinensischrumänischen Handelskammer, Herrn Z. Chelouche, in Bukarest geführten Verhandlungen führten zu einem Beschluß der rumänischen Regierung, der die Einfuhr palästinensischer Zitrusfrüchte nach Rumänien in der kommenden Saison mit 200.000 Küsten kontingentiert. Außerdem wurde ein Kontingent von L. P. 30.000 für den Import anderer Waren, wie künstliche Zähne, Oel, Fruchtsäfte u. a., bestimmt. Auch in diesem Jahr bleibt der Export nach Rumänien bei der palästinensisch-rumänischen Handelskammer konzentriert. Das Ergebnis der Bukarester Verhandlungen ist zweifellos als ein b e d e utender Fortschritt anzusehen, da das festgesetzte Kontingent die vorjährige Ausfuhr nach Rumänien um das Doppelte übertrifft. (Palnews.) Studenten-Weltkongreß. In der Zeit vom 27. Juli bis zum 2. August findet in Woudschoten bei Utrecht in Holland der XIV. Kongreß des International Student Service (I. S. S.) (Weltstudentenwerk) statt. Anschließend an den Kongreß tagt das Assembly- Meeting (Exekutivsitzung) ebendort, wohin Herr Alexander Teich sich begibt, der an beiden Tagungen teilnehmen wird. A. Teich gehört dem Assembly Meeting als einziger Jude an. Aus aller Welt Die jüdische Gemeinde in Tcl-Aviv teilt mit, daß im Verlaufe des Monats Siwan in Tel-Aviv 130 jüdische Familien eingebürgert worden sind. Eine Aktion zur Einbürgerung von weiteren 700 Personen ist im Gange. Sie erfaßt auch Bewohner der um Tel-Aviv liegenden jüdischen Siedlungen und Kolonien. Wie aus Budapest telcphoniert wird, hat der ungarische Justizministor Dr. L a z a r allen Advokatonkammern den Entwurf der neuen Advokatenordnung zugeschickt, die u. a. bestimmt, daß der .Justizminister (iic A u f n a h m e neuer Aclvo k a t o n beschranken kann. Aus AnlnfJ der königlichen Auszeichnung d.\s jüdischen Diamantcnhändiers P«,o;ui Ooldminz hielt ci?r .Bürgermeister von Antwerpen und frühere Minister Camilla Huysraans eine Ansprache, in der er auf die e rneuten Judenverfolgungen in Deutschland hinwies und dabei der Genugtuung Ausdruck gab, daß die belgische Regierung in diesem Moment einem jüdischen Bürger eine hohe Auszeichnung verlieh. Huysmans erzählte, er habe seiner ältesten Tochter, die in den Tagen der Judenpogrome in Nordfrankreich zur Zeit der Dreyfus- Affäre geboren wurde, aus Sympathie für das jüdische Volk den Namen Sarah gegeben Unter den Auspizien des ,.Komitees zur Verteidigung der jüdischen Rechte in Mittel- und Osteuropa" wurde in Paris eine Konferenz für jüdisch-arabische Annäherung abgehalten, an der sich der frühere Minister Senator Justin Godart, der frühere Minister Deputierter Paul R e v n o t, Baron Alfred Ginzbourg, Dr. L. Zadok-Cahen u. a. m. sowie als Gast der Generalsekretär des American Jewish Committee, Morris Waldman, schließlich arabische Politiker und Journalisten aus Syrien und dem Libanon beteiligten. Es wurden Richtlinien für jüdiccharabische Zusammenarbeit ausgearbeitet. * Die türkische Regierung hat sämtliche Schulen der Alliance Israelite Universelle^, die in den letzten Jahrzehnten in der Türkei ein großes Erziehungswerk unter den Juden vollbracht haben, aufgelöst. Die Alliance-Schulen hatten französische Unterrichtssprache. Gleichzeitig gibt die Regierung bekannt, daß mit Beginn des neuen Schulsemesters in allen jüdischen Schulen die türkische Unterrichtssprache eingeführt werden mü3se. Das Gericht in Consta ntine hat einen Araber wegen Ermordung eines jüdischen Kaufmannes während der Unruhen in Constantinc im August v. .T. zu lebenslänglichem Gefängnis und Schwerarbeit verurteilt. Der Staatsanwalt hatte Todesstrafe beantragt. * Die palästinensische Tageszeitung ,,Dawar" teilt mit. daß die Direktion des Lloyd Tricatino für den Keren Haje:r.?od 100 Pf und gespendet habe * Das StädLchen Staro-Raf alnwka wurde durch eine Feuersbrunst vernichtet. Ucber hundert jüdische Familien sind obdachlos geworden. Ihre Lage wird als traurig geschildert. Defazat der palästinensische a Eisenbahn Aus London: Im englischen Unterhaus fragte der Abgeordnete J a n n c r den Kolonienminister, ob er von der Unzufriedenheit wisse, die in Palästina mit den gegenwärtigen Zuständen im Eisenbahnwesen herrsche, und ob er eine Zusicherung darüber jetzt geben könne, daß als Folge der kürzlich offiziell unternommenen Schritte in dieser gesamten Angelegenheit im Verlaufe des Jahres die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden würden. Der Abgeordnete Sir Wilfried Sugden richtete an den Kolonienminister Malcolm MacDonald die Frage, ob er Gewinn und Verlust der palästinensischen Eisenbahn im letzten Finanzjahre mitteilen könne. In Beantwortung der beiden Anfragen führte Kolonienministcr Malcolm MacDonald aus, daß im Rechnungsjahre 1934/35 bei den palästinensischen Eisenbahnen ein Nettodefizit von 87.940 Pfund sich ergeben habe. Vor wenigen Jahren habe die finanzielle Lage Palästinas die Verwendung eines höheren Betrages für die Instandhaltung und Verbesserung der Eisenbahnen, als ausgeworfen worden war, nicht, erlaubt. Aber jetzt sei ein zusätzlicher Betrag verfügbar und beträchtliche Summen seien schon zu diesem Zwecke ausgegeben worden oder würden demnächst ausgegeben v/erden. Anläßlich der Promotion ihres Parteimitgliedes, Heiru Michael Seidmann zum Doktor der Philosophie gratuliert die Judenstaatspartei aufs herzlichste. Grabsteinlcgung. Sonntag, den 4. August, halb 10 Uhr vormittags, (IV. Tor) findet die Grabstein-Einweihung für Frau Chaje Feuer s. A. statt. Ungeteilter 2Ittbraug 311m ©eujatiou§=23er!duf fjat itn§ mieber. ben Seto'etS erbratf)t, mit toel^er Segeifierung im Stfublifum biefe einmalige ©elegenfjeit im Safjre aufgenommen Cfoft timfntrftt W aM ^a6en- ®Ic mürbe. ÖU|l Ulil|Ull|l! bdjer .geboten. Stammen barjer aud} Sic, roomögliä) am SSormftfag, Ä>, SöÄäüS'r^ ä^j^Ö*?5*- fl?!^^% £ SSS9^t?in* '^«T.* / •5*> 4«.. ' 3$&3* » °.-/~-- <V?» . i> , * Ä "<^4^; * /\0>« *:>^i^*e ■> -» - v. ~"J<r'• ^Cif";^I%^J> /* ,^»hp***: j ls§§r ,f" ß *«-0*N , So. *s»... s jsr f^«****- />>^ "H&iS^W^fö i dg w>e Ä " $$ 'tä&frs ** ' * m>-H« ^'1°^rf^li # saSÄfcfj* 3** aä^ävv n ^ss^. ' O. l, &<teW&ia , Am /»Js^naS!*. tf'v'ftfcÄ^fe O. H &etilfcT'h r ^'f €^^mf X ^V^S^;>4;^ i^^^Z;$><j* •^^k nSaa*: .*W>* **/r* X'jp'ii Eigentümer, Verleger, Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Druck: Druckerei- -und yerlags-A.-G. Ignas Steinmann, beide Wien, IX., Universitätsstraße ö—«.

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