Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1935-07-26 · Heft 483 (26.7.1935) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 483 (26.7.1935)
Date
1935-07-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2711613-2712049-2712107--5213-2718800
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

DIE NEUE WELT Nr. 483 tfiazlais Sitfoc Regina Hoffmann Wien II Wien XVI. empfohlen sieh als Verlobte Wien, im Tamus 56P5 V Aus äet mtusUsdm Beweputf ^^^^■.^■^^■■^■■^■■^■■^■■^■■^■■^^^■^■^^^^.^.■^■^.^^■^ Judcnstaaf spartet Oesterreichs Es wird hiemit der Mitgliedschaft bekanntgegeben, daß die Möglichkeit besteht, für gute Fachleute der Eisen- und Metallbearbeitungsbranche Zertifikate zu bekommen. Bewerber mögen sich unter Hinweis ihrer Zugehörigkeit zur Judenstaatspartei und ihrer fachlichen Ausbildung Dienstag, den 30. Juli, zwischen 7 und 8 Uhr abends im Sekretariat des Chaluz Haleumi, Wien, II., Untere Augartenstraße 3S (Parterre), melden. Anläßlich der Promotion ihres Parteimitgliedes Herrn Samuel Low zum Doktor der gesamten Heilkunde grtuliert die Judenstaatspartei aufs herzlichste. Teil'WahlresuItate in der Tschechoslowakei (Telephonischer Bericht.) Wien, den 25. Juli 1935. Die Beteiligung an den Wahlen zum 19. Zionistenkongreß war verhältnismäßig schwach; ungefähr 50 Prozent der Wähler gingen zur Urne. In 60 Wahlstellen wurden rund 9300 Stimmern abgegeben. Es erhielten Allgemeine Zionisten (Weltvereinigung) 2500, Misrachi 2300, Arbeitendes Palästina 3700, Judenstaatspartei und p o 1 i t. Zionisten 800 Stimmen. Die Resultate einer Reihe von Orten sind noch ausständig. Die Verteilung der Mandate erfolgt bei der Sitzung der Hauptwahlkommission am 28. Juli in Mähr.-Ostrau. Es'nhei'tsorganasati'on in Rumänien Aus Bukarest. (23. Juli.) Hier fand eine Konferenz der Vertreter sämtlicher zionistischer Parteien statt, an der von der Vereinigung Allgemeiner Zionisten Horiah Carp, Dr. S. Baruch, Michel Leiba und Dr. Mibashan, von den Verbänden „Zeire Zion" und „Poale Zion" Adv. J. Lerner, Dr. Szöny, Adv. S. Entzer und Dr. Beider, von der radikalzionistischen Gruppe „Renasterea" der ehemalige Abgeordnete Dr. Samuel Singer, Adv. Mizraky, Adv. Segall und Adv. Moscowici, als Vertreter der bisherigen Rumpfexekutive die Mitglieder der Judenstaatspartei Philipp Rosenstein und der ehemalige Abgeordnete Mischu Weissman teilnahmen. Von den Vertretern Bei Asthma u. Herzkrankheiten, Brustu. Lungenleiden, Skrofulöse u. Rachitis, Furunkulose u. Ekzemen ist die Regelung der Darmtätigkeit durch zeitweisen Gebrauch des natürlichen „Franz-Josef'-Bitterwassers von großer Wichtigkeit. Aerztlich empfohlen. aller Gruppen wurde ein Abkommen unterzeichnet, wonach sämtliche zionistischen Kräfte des Landes unter der provisorischen Leitung der bisherigen Eexekutive zusammengefaßt werden. Ein Wahlkomitee, in dem alle Parteien paritätisch vertreten sein werden, soll eine zionistische Landeskonferenz für Dezember 1935 vorbereiten, die eine neue Exekutive wählen wird. Das aktive Wahlrecht wird ausnahmsweise allen Schekelzahlern zuerkannt, die bis zum 1. Dezember 1935 ihren Beitritt zur Landesorganisation vollziehen. Grundsätzlich wurde vereinbart, daß die z i onistische Organisation als solche sich nicht m i t L'a ndespolitik zu befassen hat, und daß allen Mitgliedern der Organisation die Art ihrer Betätigung in der Landespolitik freigestellt wird. Diesem Beschluß kommt im Hinblick auf die Gegensätze zwischen Jüdischer Reichspartei und der Union rumänischer Juden in landespolitischen Fragen hohe Bedeutung zu. J. T. A. Vorläufiges SdiekelsErgebnis Aus London (23. Juli): Wie das Pressebüro der Zionistischen Exekutive berichtet, sind bisher für die abgelaufene zweijährige Kongreßperiode etwa 1,200.000 Schekalim gegenüber 840.000 in der früheren Periode verkauft worden. Das beste Ergebnis hat Pollen mit 260.700 Schekalim erreicht (259.500 in der früheren Periode). Zwei Länder haben den Absatz von Schekalim im Vergleich zur vorjährigen Kongreßperiode nahezu verdoppelt, und zwar Amerika (von 89.900 auf 169.500) und Palästina (von 75.000 auf 135.000). Ostgalizien hat mit 136.700 Schekalim gegenüber 91.600 in der früheren Kongreßperiode den Absatz um 50 Prozent gesteigert. Von den nächst wichtigen Ländern haben nach den vorläufigen Ergebnissen Westgalizien 52.900 (44.100), England 34.500 (25.500). die Tschechoslowakei 31.500 (33.700) und S ü d a f r i k a 25.700 (20.100) Schekalim erreicht. Litauen hat mit 50.800 (31.500) eine Steigerung um 60 Prozent zu verzeichnen. Unter den Ländern mit weniger als 20.000 Schekalim erreichten Steigerungen um weit mehr als die Hälfte: die Bukowina (12.600 gegen 7700), Transsylvanien (17.100 gegen 10.000). Ungarn (9300 gegen 5200), Griechenland (6200 gegen 4000), Frankreich (4800 gegen 2600) und der französische Orient (2100 gegen 1300). Zwischen ein und zwei Fünftel mehr Schekalim als in der entsprechenden Vergleichsperiode wurden abgesetzt in Bessarabien (16.000 gegen 13.300), Oesterreich (19.500 gegen 16.700), Jugoslawien (15.500 gegen 13.000), Kanada (15.200 gegen 11.400), Argentinien (7500 gegen 5400) und in Dan zig (2300 gegen 1700). Aber auch zahlreiche andere Länder haben zu dem großen Erfolge der Schekelaktion in der Kongreßperiode 5694/95 beigetragen. Ge§ell§diaft§rei'$e zum lonislenkongreß Die Judenstaatspartei veranstaltet zum 19. Zionistenkongreß in Luzorn mit erstklassigen Alhvetter- Autocars eine Gesellschaftsreise. Abfahrt Sonntag, den 18. August. Preis dt\r Reise hin und zurück samt, NHchtigung und guter koscherer Verpflegung während der Fahrt S 98. Anmeldungen täglich zwischen 10 bis 12 Uhr Vormittag in der Administration der „N eilen W c11", IX.f Universitätsstmße 8, Tel. A-20-2-78 und im Amtlichen Schweizer Verkehrsbüro, Wion, I., Kärntnerstraße 20, Tel. R-28-Ö-33. Gartenfest Hechaluz Haleumi und Judenstaatsjugend veranstalten am 10. August im Kasino Zögernitz (Döblinger Hauptstr.) ein Gartenfest mit Akademie. Eintritt S 1.50. Aus aller Welt Vom 27. Juli bis 2. August findet in Woudschoten bei Utrecht (Holland) eine Tagung des International Student Service statt, die sich auch mit der Frage der kulturellen Zusammenarbeit der Studenten aller Nationalitäten sowie mit dem Problem der internationalen Studentenhilfe (Flüchtlingsfrage) befassen wird. An dieser Tagung wird als Vertreter des Weltverbandes jüdischer Studenten der Sekretär des jüdischen Hochschulausschusses in Wien, Alexander Teich, teilnehmen. Dem Weltstudentenwerk (International Student Service) gehört bekanntlich Professor Einstein als Ehrenpatron an.. — Vom 28. Juli bis 8. August tagt in Prag die Internationale Studentenföderation. Diese ist jedoch nicht nach Nationalitäten, sondern nach Staaten organisiert, weshalb die j ü d ische Studentenschaft als solche zu dieser Tagung keine Delegation entsenden kann. Es ist allerdings möglich, daß aus dem einen oder anderen Staate jüdische Studenten als Vertreter der Gesamtstudentenschaft des betreffenden Staates entsendet werden. (J. T. A.) Die Wochenschrift „Aontas Gaedheal Weekly Post", die erste an ti semitische Zeitung des Irischen Freistaates, die die Schaffung einer antisemitischen politischen Partei im Freistaat Irland und die Ausschaltung der Juden aus dem öffentlichen Leben des Landes propagiert hat, hat ihr Erscheinen nach fünf Wochen infolge Interesselosigkeit des Publikums einstellen müssen. (J. T. A.) Durch das vom schwedischen Justizminister dem Parlament vorgelegte neue Schlachtgesetz, welches das Betäuben der Tiere vor der Schlachtung, mit Ausnahme von Geflügel und Wild, vorsieht, besteht Gefahr, daß die jüdische rituelle Schächtung in der Praxis in Schweden unmöglich sein wird, nachdem das Projekt keine Ausnahme für die Schächtung nach jüdischem Gesetz vorsieht. (J. T. A.) * Der Budgetentwurf der Palästina-iRegjierung für das Jahr 1935/36 sieht eine Erhöhung gewisser Posten für jüdische Einrichtungen vor. Für das jüdische Schulwesen sind 36.000 Pfund gegenüber 28.000 Pfund im Vorjahre angesetzt, was eine 13prozentige Erhöhung bedeutet. Für das Gesundheitswesen sind 4500 Pfund (gegen 4250 im Vorjahre), für die Hebräische Universität 350 Pfund (gegen 200 im letzten Budgetjahr) angesetzt. ■■¥ Die Mitglieder der Leitung des Keren Kajemeth in Lettland wurden von der Beschuldigung illegaler Geldsammlung freigesprochen, da nachgewiesen werden konnte, daß die Sammlung unter den Mitgliedern des KKL. gemacht wurde. * Die vom Hilfsverein der Deutschen Juden nach Zypern entsandten Sachverständigen haben berichtet, daß vorläufig kommerzielle und industrielle Mögi. Wollzeile »7 Tel. R-24-iMb Vorstellungen: •». Va8. V«i10 KREUZ-KINO GEHE1HHÜHHER Xm DEPORTIERT WStf& Das Haus des Schreckens S-33-0-68 Boris Horloff« Chartas laugthon J/fS&e. Itdetfymfot aus vornehmer jüd. Familie, mit Einreise und Existenzmöglich- «..-#,1 rmmaßLe Pis4 keit in Palästina oll€M€ ZM&tKO Mädchen mit Kapital, unter „Seriös" a. d. Administr. d. BI. lichkeiten für Einwanderer kaum vorhanden sind. Auf landwirtschaftlichem Gebiet liegen begrenzte Mögllclikeiten vor. Die erste Sammlung hebräischer Volke« Ii cd er, die im Auftrage des „Makkabi" und dea ,,H echalu z" von Dr. Jakob Schönberg zusammengestellt wurde, erscheint Anfang August im Jüdischen Verlag, Berlin W. 50, unter dem Titel „S c h i r e j E r c z Isr ae 1". Das Liederbuch enthält über 230 Lieder und hat einen Umfang von 208 Seiten. Außer den punktierten Texten zu den in Notenstich wiedergegebenen Liedern bringt das Liederbuch auch ein umfangreiches hebräischdeutsches Vokabular. Die schwere wirtschaftliche Lage der Juden in Galizien hat zu einem Zusammenschluß verschiedener Organisationen in ein Zentralkomitee geführt. Das Zentralkomitee wird es sich zur Aufgabe machen, den Umfang jüdischer Arbeit in Galizien zu verstärken und der Jugend den Uebergang in einen Beruf zu erleichtern. Das Komitee wird sich hauptsächlich der Ausbildung jüdischer Handwerk erlchr- 1 i n g e widmen. * In der polnischen Stadt K a z k, wo der jüdischpolnische Freiheitskämpfer Oberst Berek Jasselewicz begraben liegt, ist eine Delegation der jüdischen Frontkämpfer Polens eingetroffen. Sie wird dem Grabhügel Erde entnehmen und sie nach Krakau zum Grabhügel des verstorbenen Marschalls Pilsudski bringen. Vom Sekretariat der Hebräischen Universität wir<f der J. T. A. mitgeteilt, daß die Universität demnächst zu den Zeitungsnachrichten, wonach in der im August in L u z e r n stattfindenden Sitzung des Verwaltungsrates der Universität der Rücktritt von Dr. J. L. M a g n c s als Kanzler der Universität bekanntgegeben wird, Stellung nehmen wird. Da der Gesundheitszustand des schwer erkrankten aschkenasischen Oberrabbiners von Palästina, Rabbi Abraham .Tizhack Kook, sich in den letzten Tagen wieder verschlechterte und zu Besorgnis Anlaß gibt, haben sämtliche .Terusalemer Rabbiner in einer Sitzung beschlossen, anzuordnen, daß in allen palästinensischen Synagogen Gebete für die Wiedergenesung von Rabbi Kook gesprochen werden. Ebenso werden alle Synagogenverwaltungen in der Diaspora aufgefordert, solche Gottesdienste zu veranstalten. Am letzten Dienstag wurde in allen .Terusalemer Synagogen für die Wiedergenesung von Rabbi Kook gebetet. Aus Bulgarien Aus Sofia meldet die J. T. A.: Unter den bulgarischen Juden besteht große Unzufriedenheit über die allzu geringe Berücksichtigung der A u swanderungsbedürfnisse der bulgarischen Juden bei der Zuteilung von Zertifikaten für Palästina. Alle jüdischen Gemeinden in Bulgarien werden jetzt von Zionisten verwaltet. Bis jetzt sind zehn Prozent der jüdischen Bevölkerung Bulgariens nach Palästina übersiedelt; einen solchen Prozentsatz der Palästina-Wanderung hat bisher keine andere jüdische Gemeinschaft aufzuweisen. Trotzdem werden seitens der Jewish Agency den bulgarischen Juden nur sehr wenige Zertifikate, und auch diese nur für Ohaluzim, zugeteilt, obwohl sehr viele geeignete Elemente auch in anderen Klassen der jüdischen Bevölkerung vorhanden sind. Infolge dieser Praxis herrscht große Unzufriedenheit in zionistischen Kreisen, nur mit Mühe konnte der Zionistenftihrer Beschlüsse Uber Austritt aus der Organisation, Boykott der nationalen Fonds usw. vereiteln. Die Konferenz der Allgemeinen Zionisten bat beschlossen, bei der Exekutive der Jewish Agency Protest zu erheben, der Landesverband der Zionisten beschloß, in ganz Bulgarien Protestkundgebungen gegen die geringe Zertifikate- Zuteilung zu veranstalten. i» Die bulgarische Regierung geht daran, ein neues Gesetz über die Religionen der Bevölkerung zu oktroyieren. Danach werden wohl religiöse, nicht aber nationale Minderheiten anerkannt. Dies gilt auch für Juden, die bisher als eine national-kulturelic Minderheit galten und demgemäß organisiert waren. Nach dem neuen Gesetz soll die jüdische Gemeinde einen exklusivreligiösen Charakter und eine rein religiöse Vertretung erhalten. Betreffend das Schulwesen, welches bisher ein integraler Bestandteil des Gemeindewesens war, wird wohl erst eine Regelung erfolgen. Das neue Gesetz bietet dem Staate die Möglichkeit, sich in das Gemeindeleben einzumischen und die Finanzen zu kontrollieren. Es steht nicht einmal fest, ob die Repräsentanten der Gemeinde zur freien Wahl gestellt oder nominiert werden würden. Das Gesetzprojekt hat unter der Judenheit große Unzufriedenheit hervorgerufen. Es bedeutet einen Rückschritt in der Entwicklung des jüdischen Gemeindewesens und einen schweren Schlag gegen die Rechte der Juden als nationale Minderheit. Vom 12. bis 14. Juli tagte in Sofia eine außerordentliche Konferenz der jüdischen Gemeinden und des Zontralkonsistoriums der bulgarischen Juden. Es wurde einhellig beschlossen, von der Regierung die Wahrung des national-kulturellen Charakters des jüdischen Gemeindewesens zu verlangen. Eine Delegation wird dieser Tage den Ministerpräsidenten und den Kultusminister besuchen und ihnen die Beschlüsse der Konferenz übermitteln. An jedem Sonntag Sonderfahrt nach Polen und der Bukowina. Direkte verkürzte Reisedauer, Sammelpaß. Rückfahrt: 4. August, 1. und 15. September. Anmeldeschluß Donnerstag. Reisebüro „Irut". Ref. S. Rosenkranz, I., Karlsplatz 1, Kärntneretraße 63. Tel. U-44-5-79. In keinem Rucksack i'ehlo der delikate, cchl,f SchweizerkcLsc, Marke „Bern»",

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.