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Die neue Welt · 1935-07-19 · Heft 481 (19.7.1935) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 481 (19.7.1935)
Date
1935-07-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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DIE KEtlE WELT Seit» 5 1 J0 D I SC H*AK AD EMISCH1R K LOB Sommerlager in VARNA AM SCHWARZEN MEER Konstantinopel 15 Tage S 128.-, 22 1 age S158.-. Abfahrt 21. Jufj r>re'ssil1tl inbegriffen: Minhihi Rückfahrt. Untrrknnft in -■Kjiwiniiiiera, volle F'eusion, alle Abgabi-n, Had. Sekretariat: L raborstr. 20», Faiterre. Tel R-47 0-54. Tätlich 18 bis 20 Uhr. Nächste Abfahrten: 2«. iuV, 6. August. Ein natü>Jidies Verlangen „Wir verlangen,, daß unsere Gemeinde entsprechend dem. Wiener Beispiel regelmäßig die Liste de,- Ausgetretenen bekanntgebe. Die jüdische Oeffentlichkeu muH Uber jeden Wall eines Austritts aus dem Judentum informiert: .-jei». Mit. der Verheimlichung von, Austritten muß ein Ende gemocht werden. Das liegt nicht allein im jüdisch-religiösen oder jüdisch-nationalen Interesse; vielmehr muß jeder wissen, wer alle Fäden zu seinem Volk zerrissen hat." „Der najer Morgen" (Lemberg) vom 10. Juli 1935. 3*<as deutsche ludenproblem Damit jährlich 12.500 deutsche Juden zehn Jahre hindurch in Palästina verwurzelt werden können, ist, abgesehen von den eigenen Mitteln der Emigration, eine jährliche Ausgabe von 12,5 Millionen Mark erforderlich. „Israelitisches Familienblatt" (Berlin). Transjordanien den luden „Der Jordan kann nicht für immer eine Grenze zwischen, blühendem Wohlstand, und dem in Transjordanien herrschenden Elend, Mangel und Hnngerleiden bilden. Wenn auch die sich einer solchen Lösung entgegenstellenden Schwierigkeiten nicht unterschätzt werden dürfen, so werden wir uns durch wirtschaftliche Notwendigkeit früher oder später gezwungen sehen, auf diese Frage wieder einzugehen. Ist sie einmal gelöst, so wird der ganze Zionismus ein anderes Aussehen annehmen." Lord Melchett in der englischen Presse. Der Triumphbogen" „Für die Linken war das Entweichen der Revisionisten eine Art Wunder an der Marne. Der Triumphbogen der Victoria, unter dem aller Voraussicht nach die Linken nunmehr in den zionistischen Kongreß einziehen' werdent ist ihnen von den Revisionisten gebaut worden. Denn wir sehen weit und breit nicht jene Radikalisierung der jüdischen Massen, jenen ..Ruck nach links' im zionistischen Lager, der für gewöhnlich einer sozialistischen Partei die Hegcmonicstellung einräumt." ,,Czernowitzer Morgenblatt" vom 12. Juli. Ein Märchenerzähler „Man wird kaum ein Land finden, in dem in Zeiten der Prosperity bei konstant steigenden Kosten der Lebenshaltung der Arbeiterschaft die Kuwc der Lohnbewegung absolut rückgängig war wie in Palästina" Berl Locker in..einer Wiener Versammlungsrede 1935. Weisniann ward diesmal nidaft schmollen „Weizmann ist kürzlich nach. Karlsbad gefahren und wird sich von dort im Gegensatz zum Sommer 1933 rechtzeitignach dem Kongreßort Luzern begeben und am Kongreß vom ersten Tag an teilnehmen." Warschauer „Moment" vom 11. Juli 1935. Fdmzensur „Die palästinensische Regierungszensur verbot die Vorführung eines Filmstreifens, der (in der Wochenchronik) ) Simche Hinke .s, den seinerzeit während der arabischen Unruhen verurteilten und küi-zlich begnadigten Juden zeigte. Simche Hinkes hatte während der arabischen Revolte 1929 in Notwehr einen Araber getötet." „Judenstaat", Kowno, 5. Juli 1935. Für die Habima „Wie das Komitee für den Theaterbau der Habima mitteilt, hat die Sammlung in Palästina innerhalb dreier Monate mehr als 11.000 Pfund ergeben. In allen Hauptstädten der Well wird ein Habima-Knmitee gegründet." „Palästinensische Presse." Die Thora und die Well „Thora in ihrem vollen Wortsinn ist nicht nur Religion und Glaube, nicht nur Ethik, nicht Pflichtgebot, nicht nur Weisheit, selbst nicht nur ihrer aller Synthese, sondern ein Begriff, erhaben und hoch ohne Maß über nie alle, ein Geheimnis, das seine Kraft schöpft aus den Tiefen und Höhen des Weltbegreifens. Die Thora ist das Kunst Werkzeug des Weltenschöpfers; mit ihr und um ihretwillen schuf er die Welt. Sie ging der Schöpfung voran, sie ist die höchste Idee und die lebendige Seele der Welt. Ohne sie hätte die Welt nicht Bestand und nicht Recht zum Bestand." Ch. N. BialiU in seiner Rede zur Eröffnung der Hebräischen Universität. Erschienen: Jerusalem 1935. Nächste bequeme Sonderfahrt nach Polen und Czernowitz am Sonntag, den 21. Juli, retour 4. August, 1. und 15. September. Sofort Anmeldung. Reisebüro „Irut", Wien,' I., Kaxisplatz 1, Kärntncrstraße 63, Referent ß. Rosenkranz, gCel_. 1M1-5-73, Sdiulkampf in Palästina Der Umstand, daß der von der palästinensischen Judenschaft gewählte N a t i o n a! r a t (Waad Leumi) ganz unter dem Einflüsse der sozialistischen Arbeiterpartei steht, hat schon oft zu schweren Differenzen zwischen dieser Körperschaft und der Judenschaft geführt. Der Waad Leumi hebt von der Judenschaft ziemlich hohe Beträge an S t e u e r n ein und verwaltet wichtige Gebiete des öffentlichen Lebens, vor allem das Schul werk. Während sich der Waad Leumi einer gewissen Objektivität befleißigte, tragen jetzt seine Verfügungen unverkennbaren Parteicharakter. Dies gilt insbesondere von einem vor kurzem unternommenen Schritte auf dem Gebiete des Schulwesens. Der Waad Leumi hat nämlich beschlossen, das Arbeiter-Schulwerk in seine Verwaltung zu übernehmen, und zwar unter folgenden Bedingungen: Die Autonomie dieses Schulwerkes bleibt bestehen, d. h. seine Leitung, sein Lehrplan, sein Recht der Ernennung von Lehrern und der Bestimmung der Lchr-Methoden bleiben erhalten. Hingegen übernimmt der Waad Leumi die Bestreitung der ganzen Kosten dieses Schulwerkes, also seine Erhaltung aus Steuergeldern, welche die gesamte Judenschaft entrichtet. Dieser Beschluß einer öffentlichen Körperschaft, zu zahlen und sonst zu schweigen, I müßte ganz absonderlich anmuten, auch wenn es sich j um eine minder wichtige Institution als ein Schulwerk handeln würde. Er gewinnt aber im vorliegenden Falle eine besonders fatale Bedeutung, da es sich hier [ um eine ausgesprochene partei-politische Aktion handelt, welche tief in das Leben der jüdischen Oeffentlichkeit eingreift. Neu renoviert! Glattere itps * Restaurant Wien VI, Schmalzhotgasse 12 Menü a S 1. , 1.50,1.80, 2.-, 2.S0, A la carte billißePreise Altbekannte, gute KUctie. Oute Bedienung. Kein Trinkzwang Die Arbeiter-Kindergärten und Arbeiter-Schulen in Palästina sind eine Schöpfung der sozialdemokratischen Poale Zion und der sozialdemokratischen Arbeitergewerkschaft „Histadruth". Sic ging von der Idee aus, daß bereits in frühestem Alter eine Sonderung der Kinder der „Arbeiter" von den Kindern der „Bürgerlichen" stattfinden müsse. Die „allgemeine" Erziehung und das Beisammensein mit anderen Kindern verdirbt den Charakter der Kinder der „arbeitenden Klasse, und die Ideologie des Klassenkampfes und die Erkenntnis der Verschiedenheit der Menschen (Ausbeuter und Ausgebeutete) müssen bereits in die Seelen der Vier- und Sechsjährigen Verankert werden." Die Arbeiterpartei in Palästina hat mit der Schaffung von Schulen solchen Geistes etwas unternommen, was — von Sowjetrußland abgesehen — keine sozialdemokratische Gruppe in einem anderen Lande getan hat. Anderswo bemühen sich wohl die Arbeiterparteien, auf die Führung des allgemeinen Volksschulwesens Einfluß zu gewinnen, aber nirgends/sind; sie darangegangen, zwischen., Kind und Kind eine Mauer zu errichten, einen Pest-Kordon zu ziehen, damit die Seele des „Proletarierkindes" nicht verseucht werde; In Palästina, und in keinem anderen Lande, ist es dazugekommen, daß junge und jüngste Kinder in grundsätzlicher Feindschaft und Verachtung für nationale und religiöse Tradition, für die Familie und für die Beziehungen von Mensch zu Mensch systematisch erzogen werden. Man muß diese Umstände in Betracht ziehen, um den Sinn des Beschlusses des Waad Leumi voll zu erfassen. Wenn bisher die Arbeiterpartei genötigt war, die Zahl und den Umfang ihrer Klassenkampf- Schulen der Große ihrer Parteimittel anzupassen, so fällt jetzt diese Beschränkung fort. Sie kann jetzt Schulen in beliebiger Zahl gründen, denn für die Kosten hat ja nicht mehr die Partei, sondern die jüdische Allgemeinheit aufzukommen. Der jüdische „Bürger" muß Geld dafür hergeben. Jedes Ding hat zwei Seiten, auch dieser Beschluß. Er fügt der jüdischen Allgemeinheit großen Schaden zu, letzten Endes ist er dazu angetan, den Waad Leumi selbst schwer zu erschüttern. Der Waad Leumi ist wohl von der Palästina-Regierung als öffentliche Körperschaft anerkannt und mit dem Rechte der Steuer-Einhebung ausgestattet. Aber er ist keine Zwangsgenossenschaft, niemand ist verpflichtet, ihm anzugehören. Er ist nur soweit mit Autorität ausgestattet, als er von den Juden freiwillig als Vertretung, anerkannt wird. Mit seinen von Gewissenlosigkeit und parteiischem Uebermut gelenkten Schritte auf dem Gebiete des Schulwesens hat er einen Schritt zur Selbstvernichtung getan. Es ist wohl unausbleiblich, daß die weitere Befolgung einer solchen Politik die Entfremdung zwischen Waad Leumi und der Judenschaft mit sich bringen muß. Der Triumph, den heute die Partei der Klassenkampf er im Waad, Leumi feiert, wird sich bald ins Gegenteil verwandeln; -» In der Sitzung des Waad Leumi gab es einen aufsehenerregenden Kampf. Der Vertreter der JHdensta.atsBa.rtei, Herr. Weinste-!«! grotestierte in einer großen Rede gegen den Beschluß in der Frage Arbeiter-Schulen und enthüllte die rücksichtslose Parteiwirlschaft, die sich in der repräsentativen Körperschaft breitgemacht hat. Die Ausführungen Weinsteins, welche in der Oeffentlichkeit Palästinas starken Widerhall fanden, gaben den Anlaß zur Bildung eines Bürger- Komitees, welches die Annullierung des Beschlusses mit allen Mitteln erzwingen will. In die Führung der Vereinigung hat die Judenstaatspartei die Herrn Weinstein und Doktor Rosenbaum entsendet. Dem Komitee gehören auch Vertreter der Allgemeinen Zionisten an. Doch muß verzeichnet werden, daß leider eine Anzahl von „Allgemeinen" im Waad Leumi für den Antrag der Arbeiterpartei gestimmt haben. Aus Krakau wird gemeldet (J. T. A.): Die Leitung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten hat zur Eingliederung der Histadruth-Schulen in das Schulwerk des Waad Leumi einen Beschluß angenommen, in dem es heißt, die Bedingungen, die die Histadruth für die Uebernahme^e«» Schulen gestellt habe, seien geeignet, die Vereinheitlichung des Schulwesens in ihren Wirkungen aufzuheben. Der Weltverband protestiert energisch gegen das Abkommen und spricht die Hoffnung aus, daß der Waad Leumi sich mit allen Kräften dagegen stemmen werde, daß der Gedanke eines einheitlichen Schulwesens in Erez Israel zur reinen Fiktion wird und daß der Waad Leumi von sich aus bestrebt sein werde, ein wirkliches einheitliches nationales Schulwesen für die jüdische Gesamtheit in Erez Israel aufzubauen. Zustand des Oberrabbiners Kook andauernd ernst Aus Jerusalem: Die den erkrankten aschkenasischen Oberrabbiner von Palästina, Rabbi Kook, behandelnden Aerzte mit dem aus Paris berufenen Professor Dr. D e s a 11 i an der Spitze, haben ein Bulletin herausgegeben, welches besagt, daß der Zustand des erkrankten Oberrabbiners andauernd ernst sei, wenn auch der Kranke sich jetzt etwas wohler fühlt. Arabische Meldungen Aus Jerusalem: „Falastin" teilt mit, daß die syrische Grenzpolizei fünf Juden verhaftet habe, die versucht hätten, die Grenze nach Palästina zu überschreiten. An der Libanongrenze sollen acht Juden verhaftet worden sein. % * „Falastin" teilt aus Nablus (dem biblischen Sichern) mit, daß eine Anzahl arabischer Dorfbewohner zusammen mit 3 Juden in die Stadt gekommen seien, um die Formalitäten der Ucberschrcibung von 1 9 0 D u n a m Land an die Juden zu erfüllen. Die arabische Jugend habe jedoch Käufer und Verkäufer daran gehindert, das Amt zu betreten, so daß die Transaktion nicht durchgeführt werden konnte. Haganuh. Alle Zionisten sind zum Gartenfest des jüdischen Wehrsport- und Schützenvereines Haganah für Samstag, den 20. Juli 1935, 8 Uhr abends, eingeladen. Die Veranstaltung findet in Ossigs Etablissement im Augarten statt. Tanz im Freien, Jazz, Ueberraschungenl Halten Sie sich diesen Abend frei! Ein hervorragendes Mittel zur Körperpflege, Insbesondere für Frauen und Kinder an heißen Tagen zu Abreibungen (Massagen) vor oder nach dem Waschen (Baden), als Zusatzzum Wasch-(Bade-) Wasser, auch bei Fußbädern, ist der altbekannte DIANA •t mit Menthol Wirkt kUhlend, erfrischend, belebend, behebtSchweißplage und Schweißgeruch £ verbotet den häßlichen Fettglanz des Gesichtes, leistet auch zur Mund- und Haarpflege die wertvollsten Dienste Verlangen Sie ausdrücklich „Diana" und nehmen Sie nur „Diana". 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