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Die neue Welt · 1935-07-05 · Heft 477 (5.7.1935) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 477 (5.7.1935)
Date
1935-07-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT JLÜl Es kühlt und erfrischt den ganzen Körper wenn Sie zu Abreibungen vor oder nach dem Waschen (Baden), als Zusatz zum Waschwasser und als Badzusatz, auch zu Fußbädern DIANA- Franzbranntwein mit Menthol verwenden. Sie werden erfreut sein Uber die wohltuende kühlende Wirkung, welche Schlaffheit, Mattigkeit, Ueblichkeiten und andere Folgen der Hitze verhütet und mildert, ebenso das Schwitzen und den lästigen Schweißgeruch. Verlangen Sie ausdrücklich „DIANA" und nehmen Sie mir „DIANA". Minderwertigo Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen. In jedem besseren Geschäft erhältlich. halb liegt jetzt ein Glanz über Deutschland, sind alle Brunnen wieder aufgebrochen.'' Aus Walther Eidlitz, des Wiener Assimilationsjuden und Ausgetretenen neuem Buch „Reise nach den vier Winden". Verfolgungswahn „Auf ihrer Suche nach einer Opposition, die dazu dienen soll, die Eindrücke einer geeinten Zionistischen Organisation zu machen, haben die linken Führer in letzter Zeit die Möglichkeit der Schaffung' einer künstlichen Opposition in Erwägung gezogen. Es handelt sich nämlich darum, eine Wahlliste mit revisionistischen Losungen zu schaffen und zur Bekämpfung dieser Liste eine vereinigte Front aller linken Kräfte zu schaffen, die bisher bei den früheren Kongressen gegen die Revisionisten gestimmt haben." Aus dem revisionistischen Organ „Der Judenstaat" (Prag) als Zitat des revisionistischen „Hajarden" (Jerusalem». Wahleifer Die Zahl der allgemein-zionistischen Schekelzahler wird auf 85.000 geschätzt, von denen aber nur 15 Prozent sich an den Wahlen beteiligt haben, während die Freunde des Arbeitenden Palästina bis sn 7 0 Prozent an den Wahlen teilnahmen. Bisher haben die Allgemeinen Zionisten mit der Hadassah stets die große Mehrheit der amerikanischen Delegierten gebildet. Diesjiuü sind sie von den Linken überflügelt worden. Bericht über die amerikanischen Kongreßwahlen. Palästina-Pavillons auf der Weltausstellung Aus Brüssel: In Anwesenheit des Bürgermeisters von Brüssel, M a x, sowie des englischen Botschafters Sir Esmond Ovey wurde der Palästina- Pavillon „Israel in Palästina" eröffnet. Bürgermeister Max würdigte die Leistungen der Juden in Palästina und sagte, daß das belgische Volk, das früher ebenfalls unter fremdem Joch leben mußte, eine warme Symathie für die Juden hege. Voll Freude nehmen wir BeJgier, die wir die Freiheit und die Toleranz lieben, an diesem jüdischen Feste teil. Magyarisierung jüdischer Namen Aus Budapest: Im Abgeordnetenhaus richtete der Kossuthparteiler Rudolf Rupert, ein unermüdlicher Vorkämpfer für die Gleichberechtigung aller Bürger, eine Anfrage an den Minister de3 Innern, ob ihm bekannt sei, daß die Gesuche jüdischer Ungarn mit fremdländischen Namen um Magyarisierung im „Friedhofzimmer" des Ministeriums versehwinden und daß selbst 'die größte Protektion nur in ganz seltenen Fällen zur Erledigung des Ansuchens führe. Er bitte um offene Antwort, ob die Regierung die Namensmagyarisierung ohne jegliche Rücksicht auf Stand und konfessionelle Zugehörigkeit begünstige oder ob die jüdischen Ungarn — unbeschadet ihrer patriotischen Gesinnung — besser daran täten, keinen vergeblichen Zielen nachzujagen. Minister des Innern Dr. Nikolaus v. Kozma betonte, daß die Regierung keinerlei Pression im Hinblick auf die Namensmagyarisierung ausübe. Es sei ihm nichts von der Tendenz bekannt, die der Interpellant bemängele, und er selbst habe in vielen Fällen die Gesuche von Juden in günstigem Sinne erledigt. Er werde auch in Zukunft die Gesuche in objektiver Welse prüfen. Freilich müßten gewisse Formalitäten eingehalten werden. Er billige beispielsweise die gruppenweise Einreich u n g von Gesuchen aus der Beamtenschaft nicht, weil dies den Anschein der Pression erwecken könne. Auch die Vermehrung allzu häufiger Namen etc. müsse vormieden werden. KINDERPENSION MÜMLING a.d. ERLAUF KreLitrandbad. Badezimmer, 2-3bettige Zimmer, größter Komfort, arztliche und pädagogteche Aufsicht, Nachhilfe-Unterricht, 5 reichliche Mahlzeiten. Kein Massenbetrieb Anmeldungen bla 8. Juli Wiener Adresse: Dr. Fini SaUmann, III, Am Heumarkt 23, Tel. B-50-9-35, 10 bla 12 Uhr vorrn. und 3 bin 5 TJhr nachm. 0 Ab 8. Juli: Kinderpension MUhling a.d. Erlauf bei WieHelburg, N.-ö. Aus Hi'fler*Deutsdiland Zur jüdischen Sonderstellung in Deutschland Da — nach den unzähligen diffamierenden Bestimmungen und Handlungen — der Arierparagraph sowohl ins Wehrgesetz als auch in die Arbeitsdienstpflicht aufgenommen wurde, ist den Juden in Hitler-Deutschland ihre Sonderstellung nachdrücklichst ins Bewußtsein gebracht worden. Die „Jüdische Rundschau" (Berlin) beschäftigt sich in ihrer Ausgabe vom 28. Juni mit dieser Sonderstellung, die von der Reichsregierung in allen ihren neuen Gesetzen betont, bzw. angestrebt wird, und schreibt: „Wir Juden in Deutschland sind heute zum großen Teil zur Auswanderung gezwungen, well insbesondere Teile der Jugend keine soziale Einordnung hier finden können. Pension tcksteut - $e*H*HetUfy Der Zionismus bietet den Menschen die Möglichkeit, nicht als auswandernde Desperados dazustehen, , sondern zugleich eine große neue Aufgabe vor sich zu sehen. Aber diese Auswanderung ist nicht nur ein pol it i s c h e s Problem — als welches sie von maßgebender deutscher Seite gewertet wird —, sondern auch ein geistiges und vor allem technisches Problem. Sie hat viele Voraussetzungen: eine davon ist der Wille der zionistischen Weltbewegung und der Juden ariderer Länder, bei der Ueberführung und Arisiedlung deutscher Juden nach Palästina materiell mitzuwirken ... Es ist unbestreitbar, daß der Prozeß der .jüdischen Auswanderung aus Deutschland ununterbrochen wei tergehen wird, und es wird auch von niemandem bezweifelt, daß der wichtigste Teil dieser Auswanderung nach Palästina geht. Dort finden im übrigen die Menschen ihre Einordnung in eine konstruktive Aufgabe und werden von der Emigranten-Psychologie befreit. Es ist heute kaum erforderlich, für Auswanderung Propaganda zu machen, da stets mehr Anwärter da sind, als befördert werden können. Aber es ist selbstverständlich, daß nicht nur die Zionistische Organisation, sondern alle gesamtjüdischen Instanzen in Deutschland die Leitung und Vorbereitung der Auswanderung als eines ihrer Haü'ptgebiete betrachten müssen.' Kittdet-SaHhteejUHadies in Saucrbmnn, große, moderne Villa, in Mitte eines auf einer Anhöhe gelegenen,ausgedehnten (12.000 m5), parkähnlichen Gartens/ Vorzügliche Verpflegung und liebevollste Behandlung, ärztliche Aufsicht, Spiel und Sport. Badegelegenheit, eventuell Nachhilfeunterricht. Anfragen A-30-5-42- und A-37-1-63 ganztägig. Bezüglich des Frontkämpfertums schreibt die „Jüdische Rundschau" im gleichen Aufsatz: „Weil In letzter Zeit so oft vom Frontdienst die Rede war, den man als Kriterium der Staatstreue und Vaterlandsliebe betrachtet, so muß gesagt werden, daß es in dieser Hinsicht Unterschiede zwischen Zionisten und Nichtzionistcn nicht gibt. In allen Ländern haben Juden den Kriegsdienst mitgemacht und in den jüdischen Frontkämpferverbänden, die es In allen Ländern gibt, sitzen natürlich große Zahlen von Zionisten. In Deutschland haben selbstverständlich auch alle Zionisten ihren Kriegsdienst erfüllt und von den jüdischen ehemaligen Frontkämpfern sind sehr viele Zionisten. Es ist ein Irrtum, anzunehmen, daß der sogenannte „Reichsbund jüdischer Frontsoldaten", der leider, statt einer alle jüdischen Frontkämpfer umfassenden Vereinigung, ein auf assimilatorische Politik festgelegter politischer Verband geworden ist, das Monopol des jüdischen „Frontkämpfertums" besitzt. In einer Zeit, wo von den Juden volle Anteilnahme am Staatslcben erwartet wurde, haben sich auch die Zionisten dieser Pflicht nicht entzogen; im Gegensatz zu den Assimilanten haben sie aber stets der ganzen Oeffentlichkeit gegenüber ihr Judentum stolz und deutlich erkennen lassen, so daß ein Irrtum nicht möglich war." Zum Schluß bemerkt die „Jüdische Rundschau" in bezug auf die Sonderstellung der deutschen Juden, daß diese nur dann zur Ruhe kommen können, wenn sie wissen, daß sie im j U d i s c h c n V o I k s t u m ihren seelischen Rückhalt zu linden haben. # Der ITA-Sonderkorrespondent für Deutschland teilt mit, daß auf den beiden Gaulcitertagungen im Jänner und April d. J. beschlossen wurde, den Antisemitismus systematisch vorzutreiben. Ebenso hat sich im Propagandaministerium insbesondere dei Ministerialrat Jahn dahin geäußert, daß die Methoden verschärft werden müßten. Die „Stürme r"- Kästen hängen jetzt in allen Orten aus und bilden den Mittelpunkt besonders wüster Judenhetze. Alle jüdischenRUck wanderer müssen jetzt damit rechnen, daß sie auf eine unbestimmte Zeit in Schulungslager gebracht werden. Frauen und Männer werden getrennt untergebracht, die Frauen in dem Lager M o h r i n g c n bei Hannover, die Männer an verschiedenen Orten. Auf die Erklärung der Festgenommenen, daß sie Deutschland endgültig verblasse n, werden sie in der Regel freigelassen; nach der neueren Praxis wird ihnen der Paß alsdann an der Grenze beim Uebertritt ins Ausland ausgehändigt. Die Abwanderung aus Deutschland selbst ist mit Ausnahme Palästinas fast ganz zum Stillstand gekommen. Gründe: die allgemein erkannt« außerordentliche Schwierigkeit des Unterkommens in der Welt, das fortwährende Absinken der Sperrmarkkurse, die Verweigerung der Mitnahme auch nur ganz geringer Teile des Vermögens und daneben die für gewisse Branchen in Deutschland noch für Juden bestehende Möglichkeit eines einigermaßen anständigen wirtschaftlichen Fortkommens. Die Berufsumschichtung der Juden, von der man sich im Anfang viel versprochen hatte, kann als im negativen Sinne erledigt angesehen werden. Die Frage der Berufswahl bietet natürlich große Schwierigkeiten. Es ist noch möglich, die jungen Leute in kaufmännischen Lehrstellen unterzubringen. In Berlin gibt es freie Stellen für jüdische Dienstmädchen und Hausangestellte. Krankenschwestern sind sehr gesucht, ebenso sind Steno, typistinnen hier und da unterzubringen. In Berlin sind trotzdem 15.000 jüdische Arbeitslose bei einer auf etwa 180.000 Personen geschätzten jüdischen Einwohnerzahl vorhanden. In der Provinz ist die Zahl im Verhältnis erheblich geringer. Der Steuereingang ist in den jüdischen Großgemeinden befriedigend, die kleinen Gemeinden sind wegen der dort vielfach herrschenden schlimmen Zustände und der dadurch hervorgerufenen deutschen Binnenwanderung zum .Verschwinden verurteilt. Die „C.-V.-Zeitung", das offizielle . Organ des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, wurde bis zum 25. September verboten. Die vom Zentralverein vertretene Ansicht, daß die Juden in ihrer deutschen Heimat bleiben und sich den veränderten Verhältnissen a n« passen sollen, stößt auf den größten Unwillen der deutschen Behörden, die den Prozeß der Liquidierung der deutschen Juden beschleunigen wollen. In Verfolg dieser Politik wurde in der letzten Zelt prominenten Vertretern des Zentralvereins verboten, in Versammlungen zu sprechen. Nunmehr ist den vom Zcntralverein vertretenen Juden in Deutschland ihr Organ genommen worden. Auf Anweisung von höherer Stelle sind, die : judenfeindlichen Demonstrationen während der Zeit der Flottenverhandlungen mit England in Deutschland unterblieben. Nunmehr hat nach dem erfolgten Abschluß der Verhandlungen eine um so schärfere Judenverfolgung eingesetzt mit dem Ziele, den Juden das Leben so unmöglich zu machen, daß sie den Gedanken an ein Verbleiben in Deutschland ganz aufgeben. Nachdem die „C.-V.-Zeitung" auf drei Monate verboten wurde, erging jetzt an die Berliner Jüdische Gemeinde von der Geheimen Staatspolizei die Aufforderung, keine Versammlungen abzuhalten. Im Gemeindeblatt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin wird auf Wunsch der Staatspolizeistellc folgende Bekanntmachung an alle jüdischen Organisationen und Vereine gerichtet; „In Anbetracht der allgemeinen Urlaubszeit im Monat Juli wird erwartet, daß in diesem Monat keinerlei Versammlungen, Sitzungen u. s. w. stattfinden. Solitc es sich, wie wir bemerken, aus besonderen Gründen erweisen, daß Sitzungen nicht aufschiebbar sind, so ist dies dem Gemeindevorstand rechtzeitig vorher anzuzeigen. Demzufolge bleiben alle Jugendheime im Monat Juli geschlossen. Auf der am 30. Juni auf dem Tcmpelhofer Felde bei Berlin abgehaltenen Versammlung sagte Doktor Goebbels in seiner Rede gegen die Juden noch u. a.: „Mensch sein, das ist an sich noch gar nichts, ein Floh ist auch ein Tier, aber darum noch lange kein angenehmes Tie r." Nach Dr. Goebbels sprach. Dr. Alfred Rosenberg und stellte die Behauptung auf, daß, wenn Deutschland in seiner Behandlung der Juden laxer werden sollte, es sich nicht die Dankbarkeit, sondern die Verurteilung der ganzen Welt zuziehen würde, die sich von Deutschland die Befreiung von der jüdischen Pest erhofft. „Manchester Guardian" veröffentlicht den Briet eines englischen Deutschland-Reisenden, der unter an- 222 Hotel Bellevue 32 Pörisdiadi am Wörfhersee Vornehmes Haus unter streng ritueller Leitung. Herr). Lage, direkt am See. Schöne, sonnige Zimmer mit FHeßwasßer. Vorzügliche internationale Küche Volle Pension: Vor- und Nachsaison . * . . S f. - Hauptsaison ........ S 12.— Seebad und Qarage frei. 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