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Die neue Welt · 1935-06-21 · Heft 473 (21.6.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 473 (21.6.1935)
Date
1935-06-21
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seit« i DIB NEUE WEL^ Wir. 473 BLED Jugoslawien Hotel.Pension OLYMPIC Streng orth. «wo Wiener Küche /Am Seeufer, in der Hiuptallee des Kurortes gelegen / Aller Komfort / Fliesendes Kalt- und Warmwasser / Herrlichster Aufenthalt in den prachtvollen Julischen Alpen / Prospekt auf Wunsch 211 agitieren. Und zwar erschienen nicht kleine, lokale Führer, sondern MÄnner, welche heute' die Zionistische Weltorganisation beherrschen. Vor die Entscheidung zwischen Internationale und Zionismus gestellt, entschieden sie für die Internationale. Organisierung der Araber. Der Kampf um die jüdische Arbeit in Palästina ist für die Zukunft des Jüdischen Nationalheimes bestimmend. Das zionistische Interesse erfordert, alle Kräfte der nationalen Organisierung der jüdischen Arbeit zu widmen. Das Interesse der Internationale erfordert aber die Organisierung der arabischen Arbeit. Was tun die Zionisten-Sozialisten? Sie organisieren die arabische Arbeiterschaft, in vollem Bewußtsein, daß sich diese organisierte arabischeArbeiterschaft letzten Endes gegen die Juden stellen wird. Sie versündigen sich damit auch gegen das zionistische Prinzip der Nichteinmischung in die nationalen und sozialen Angelegenheiten anderer Völker und provozieren dadurch, daß sie den Klassenkampf unter den Arabern organisieren, die verdreifachte Feindschaft der Araber gegen den Zionismus: Der internationale Patriotismus gebietet ihnen die Organisierung der arabischen „Genossen". Der zionistische Patriotismus verbietet ihnen diese Handlung. Vor die Wahl gestellt, entscheiden sie sich für den internationalen Patriotismus. Wahl des Kongreßortes im Jahre 19 3 5. Politische Schwierigkeiten hatten die Wahl des Ortes für die Abhaltung des kommenden XDC. Zionistenkongresses zu einer höchst bedenklichen Angelegenheit gemacht. Antisemitismus, nazistische Agitation und sonstige politische Bedenken verhinderten die Wahl vieler Länder und Städte. Da kam eine freundliche Einladung von italienischer Seite. Man atmete auf und war doppelt froh. Denn die Einladung Italiens, das bis vor nicht allzu langer Zeit gegen den Zionismus wenig freundlich eingestellt war, bedeutete neben der Ueberwindung lokaler Schwierigkeiten, eine höchst wichtige herzliche Annäherung des Zionismus an eine bisher fernstehende große Weltmacht. Außerdem wäre die Abhaltung des Kongresses in Italien eine wirksame Demonstration gegen dessen Gegner Hitler- Deutschland gewesen. Der zionistische Patriotismus gebot die Annahme der italienischen Einladung. Aber der zionistische Patriotismus hatte wieder einmal seine Rechnung ohne den internationalen Patriotismus der Zionisten- Sozialisten gemacht. Die Zionisten-Sozialisten verweigerten die Anteilnahme an einem Kongreß in Italien, weil Italien faschistisch regiert wird. (Nebenbei bemerkt: Sozialistische Regierungen, Stalin und Litwinow schließen Freundschaftsverträge mit kapitalistischen und faschistischen Staaten und besuchen sie, ohne Bedenken, wenn das Wohl ihrer Völker und Staaten es erfordert. Und sie sind doch zumindest so gute „Internationale" wie die Herren Berl Locker, Kaplan, Ben Gurion etc.). Wieder wird der internationale Patriotismus vor den zionistischen gestellt. Wie man sieht, bleibt es nicht nur bei Symbolen, bei Fahnen, Emblemen und Liedern. Man setzt „internationale" Taten vor den Zionismus. Das ist eine zwangsläufige Entwicklung, welche durch den Willen einzelner Führer der zionistischen Linken nicht aufgehalten werden kann. Es nützt absolut nichts, wenn einige ältere Leiter der Histadruth und Poale Zion Furcht vor dieser Entwicklung vom Zionismus weg bekommen haben und einlenken wollen. Die Saat, die sie gestreut, ist in den Herzen und Köpfen, insbesondere der Jungen, aufgegangen. Die Masse die Jugend folgt der Idee und versagt den Führern den Gehorsam, wenn sie bremsen wollen: Masse und Jugend gehen unaufhaltsam auf dem Irrweg weiter, auf den die Führer sie einmal gelenkt haben. Die Ideologie der Klassenkampf-Internationale und die Ideologie nationaler Solidarität und des Judentstaates vereinigen zu wollen, ist politischer Unsinn und politische Sünde. Deshalb lehnen die Judenstaatler jede Bindung des Zionismus an die Klassenkampf-Internationale ab. r. st. HefcäticUtfowc&satifrt mit gebildeter junger Dame gesucht. Freundliche Zuschritte* unter »Zeit* weallsa" an die Annoncenexpedition 0. Braun« Wie* I.« Strobelgasse 1 Erniedrigende Propaganda! Entgleisungen in einer Versammlung oder allzu heftige Ausbrüche Jugendlicher im Gange eines Wahlkampfes sind begreiflich und zu entschuldigen. Wenn aber verantwortliche Führer und Organe einer Partei wochenlang bemüht sind, den zionistischen Gegner persönlich in niedriger Weise zu attackieren, so muß man die Stimme erheben und die Zionisten vor solchen Führern und Organen warnen, damit nicht der Zionismus entwürdigt werde. Die Wiener „Allgemeinen Zionisten" haben in ihrem Organe „Die Stimme" einen jeder Beschreibung spottenden, persönlichen Kampf widerwärtiger Art gegen andere Gruppen und ihre Führer begonnen. In unserem Blatte wurde bereits darauf verwiesen und die obersten Führer der „Allgemeinen", ihre höchsten Funktionäre, wurden aufmerksam gemacht. Es hat nichts genützt. Die Führung der „Allgemeinen" läßt der tollen Hetze in der „Stimme" freien Lauf. In den letzten Nummern der „Stimme" finden sich wieder folgende ganz groß gedruckte Laufstreifen: Gegen die Ehrgeizlinge und Streber. — Wählt die Liste des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten: Dr. O. Grtinbaum. Sophie Löwenherz, Dr. Frey. 15 Jahre Gerede um den Jndenstaat. — Wählt die Allgemeinen Zionisten. Gegen die Eigenbrötler und Zerstörerl Gegen die Kaffeehauspolitiker! — Wählt die Liste des Weltverbandes Allgemeiner Zionisten: Dr. O. Grünbaum. Sophie Löwenherz, Dr< Frey. Das ist nicht Propaganda, sondern persönliche, niedrige Verunglimpfung. Traurig fürwahr, daß die Allgemeinen ihre Kandidaten nicht anders fördern zu können glauben, als daß sie bekannte, um das Wohl des Zionismus und der österreichischen Judenschaft verdiente Männer, welche auf den Gegenlisten stehen, ankläffen und mit bösem Tratsch und Schmähungen traktieren. Das tun die „Allgemeinen", welche sich rühmen, das friedenstiftende und einigende Element im zerklüfteten Zionismus zu sein. So handeln die „Allgemeinen", welche sich sonst nicht genug ihrer „feinen" Tonart und loyalen Taktik rühmen können. KREUZ-KINO Wollzeile 17 Tel. R-24-5MKS SPIONE IM PANAMA-KANAL jm'äw §diekeleingang in Oesterreich Die Zahl der im heurigen Jahre abgeführten Schekalim beträgt rund 17.200, d. i. um 50 Prozent mehr als In der vorigen Kongreßperiode. Zufolge dieses Ergebnisses wird Oesterreich wahrscheinlich 7 Delegierte zum XIX. Zionistenkongreß entsenden, gegenüber 4 Delegierten auf dem XVIII. Kongreß. Das Resultat nach Gruppen lautet: Allgemeine (Bezirksgruppen) ..... 4900 Judensfcaatspartei .......... 3010 Binjan Haarez („Arbeitendes Palästina") . 3950 Radikale.............1540 Wizo..............1360 Provinz.............1240 Misrachi.............1000 Diverse (Jugend, Verbindungen usw.) . . 850 Stand-Klub............400 Summe . . . 17250 Unbedeutende Veränderungen sind noch, möglich. 'ObKb Gaststätte für Jedermann I, KlrntnerstraBe ai_ WIENER RATHAUSKELLER I. Neue« Rathaus „WIEN VOR 400 JAHREN" •Habendi. Wiener Musik / Qesanni Hans Blasehek Dr« Oskar Rosenfeld * Abend Die „Jüdischen Künstlerspiele" (II., Praterstraße 34) veranstalten zu Ehren ihres literarischen Leiters und langjährigen Förderers Freitag, den 28. Juni, einen Festabend, an welchem Werke der älteren und jüngeren jüdischen Literatur aufgeführt werden. An der Veranstaltung wirkt das ganze Ensemble sowie die Gäste Lora Glücksmann, Gallina Israeli, Simon Postel und Max Perlmann mit. Außerdem haben Jakob Feldhammer und der Tenor Max LI cht egg (am Klavier Dr. Leo Vol6) Ihre Mitwirkung zugesagt. — Karten von S 1.20 bis 4.20 an der Kassa der Jüdischen Künstlerspiele, der Jüdischen Kultur-(Kunst-)Stelle, II., Aspembrückengasse, und im Zent.ralheim, T., Werdertorgasse 14. Achtung I JUdische Arbeitgeber, fordert anläßlich der Ferienurlaube den Bedarf an Angestellten und Arbeitern beim Verein für unentgeltlichen ArbeitsnaöhveM», Wien, I, Kolrimesaergas«« 4, Telephon U-27-0-68, an. JÜDISCHER REISEDIENST HAKARSKA AN DER ADRIA 2 Wochen ............. S 1J0.- 3 Wochen..............S 163.- AKAD. SP. CL. .BRIUTH* Zlarlrt, die herrliche Adria-Insel 2 Wochen..............S 115.- 3 Wochen . . . . ».........S 138.- Inb«griff«n: Hin* Mnd Rückfahrt, Unterkunft, «oll* Verpflegung,Kar« tax«, lad. Abfahrt i«d* Woth«. Anmeldungen Im Sekretariate: Moniagb.Freitag, 1t-«0Uhrabds., Wien II, Praterttr. 13,13. R-M-t-MB Au§ aller Weif Die Schweiz und die Berliner Olympiade. Der Schweizer Nationalrat, der in einer Abstimmung vor ein paar Tagen den Kreditposten des Budgets für die Teilnahme der Schweiz an den Olympischen Spielen Berlin 1936 gestrichen hat, hat nunmehr In zweiter Lesung diesem Posten mit 87 gegen 58 Stimmen seine Zustimmung gegeben. Die Schweizer Mannschaften werden daher an den Olympischen Spielen teilnehmen. (J. T. A.) Antijüdischc Ausschreitungen in Saloniki. Im jüdischen Viertel von Saloniki artete ein Streit zwischen einigen Juden und einigen Griechen in einen Massenangriff antisemitisch aufgehetzter Bevölkerungsteile gegen Juden aus. Da die Juden sich wehrten, gab es auf beiden Seiten viele Verletzte. Die Polizei trennte schließlich die Streitenden und verhaftete 7 Griechen und 3 Juden. Filme mit nichtarischen Darstellern verboten. Berlin, 17. Juni. In der „Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz" wird mitgeteilt: ,,Verschiedentlich konnte beobachtet werden, daß Filme mit. nichtarischen Darstellern, die vor dem 30. Jänner 1933 hergestellt und von der Filmprüfstelle zugelassen wurden, bisher in Lichtspieltheatern auftauchen. Es muß darauf hingewiesen werden, daß diese Filme, insbesondere wenn in ihnen Schauspieler mitwirken, die als Emigranten bekannt sind, verboten sind. Neben der Vorführung sind auch die Verleihung und Ausfuhr solcher Filme untersagt. Das Reirthspropagandaministerium hat an alle deutschen Filmgesellschaften eine Verordnung ausgegeben, derzufolge alle Kopien von Filmen, in denen jüdische Hauptdarsteller mitgewirkt haben, abgeliefert werden müssen. Die abgelieferten Filme werden der E i nstampfung zugeführt. Misrachl-WeltkOnferenz in Krakau. Jerusalem, 17. Juni. Die Exekutive des Misrachi-Weltvcrbandcs hat die nächste misrachistische Weltkonferenz für den 10. August nach Krakau einberufen. (J. T. A.) Weltlionferenz jüdischer Frontkämpfer. In der Zelt vom 15. bis 20. Juni fand in Paris eine Konferenz von Verbänden jüdischer Kriegsteilnehmer zahlreicher europäischer und außereuropäischer Länder (Aegypten, Australien^ Belgien, Bulgarien, England, Frankreich, Litauen, Oesterreich, Palästina, Polen, Südafrika, der Tschechoslowakei und den Vereinigten Staaten von Nordamerika) statt. Der australischen Delegation gehören auch der ehemalige Generalstabschef der australischen Streitkräfte auf dem europäischen Kriegsschauplatz, Oberst H e y m a n, sowie der Gründer der jüdischen Legion, Wladimir Jabotinsky, an. Die feierliche Eröffnungssitzung fand unter dem Vorsitz des früheren Kriegsministers General Maurin am l.r>. Juni statt. Am 16. Juni, nahmen die Delegierten des Kongresses an der feierlichen Einweihung eines Denkmals für die auf dem Felde der Ehre gefallenen Ostjuden teil. Bei dieser Gelegenheit hielt der Vorsitzende des Pariser Stadtrates, Contenot, eine Rede, in welcher er erklärte, diese Kundgebung werde in der ganzen Welt ein Echo finden. Die unparteiische Weltöffentlichkeit werde nicht umhin können, einen Vergleich anzustellen zwischen diesem ergreifenden Zeichen der französischen Dankbarkeit und der Politik eines Volkes, das Im Namen einer Rassenmystik 12.000 Juden, die für sein Land gefallen sind, aus den Annalcn seiner Geschichte auslöschen will. Am Abend wohnten die Kongreßteilnehmer der Flammenzcrcmonic beim Are de Triomphe bei. Am 17. Juni fand ein Festgottesdienst in der Synagoge in der Rue de la Victolre statt, am 18. Juni eine Besichtigungsfahrt nach Verdun, am 19. Juni ein Festempfang im Pariser Rathaus und am Abend eine Festsitzung, bei der u. a. auch der gegenwärtige Kriegsminister Oberst Fabry das Wort ergriff. Die Tagesordnung des Kongresses umfaßte u. a. eine Erörterung der Geschichte und Statistik der Beteiligung der Juden am Weltkrieg, Fragen der Zusammenarbeit der jüdischen Frontkämpferverbände, Maßnahmen zur Wahrung des Ansehens und der Rechte der jüdischen Gemeinschaft und die Auswanderung nach Palästina. (J. T. A.) Kanadas Delegierte zum XIX. Zionistenkongreß Aus Montreal (J. T. A.): Die ursprünglich für den 10. Juni festgesetzten Wahlen zum XIX. Zionistenkongreß wurden nicht durchgeführt, da die . zionistischen Parteien steh über die Verteilung der den Zionisten Kanadas zustehenden fünf Kongreßmahdatc einigten. Je zwei Mandate fallen den „Allgemeinen Zionisten" und der „Liga für das arbeitende Palästina" (Deckname für Sozialisten), ein Mandat dem Misrachi zu. In Kanada wurden diesmal 15.000 Schekalim abgesetzt, um 4000 mehr als beim letzten Kongreß. Kongreß der II. Z. O» schon im September Nicht U. Z. O.-, sondern N. Z. O. - W ah 1 e n am 1 8. A u g u s t Aus Paris (J.T. A.): Vom Exekutivkomitee des Weltverbandes der Zionisten-Revisionisten wird der J. T. A. mitgeteilt: Das Exekutivkomitee der revisionistischen Weltunion hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, den GrUndungskongreß der „Unabhängigen Zionistischen Weltorganisation" schon für Mitte September 19 3 5 einzuberufen. Die Wahlen zu diesem Kongreß werden am 18. August d. J. stattfinden. Besonders billige Ferienfahrten nach Polen und Czernowitz. Aufenthalt in Polen nach Wunsch. Für klaglose DurcMUhrting der Ferienfahrten wird garantiert. „Frahcopor', Wien, IIT., Rennweg l (im Gebäude des polnischen Konsulats), Tel. 16-4-90.

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