Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 470 (6.6.1935)
- Date
- 1935-06-06
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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&it*& DIB NEUE WELT Nr. 470 0. K. Gaststätte für Jedermann _ Ii KlrntnerstraBe 81 WIENER RATHAUSKELLER 1, Haue« Rathaus „WIEN VOR 400 JAHREN" •Habendi. Wiener Musik 8esana< Hans Blaschek Wir Judenstaatler - Beschützer des Herzl-Zionismus Warum gerade wir? Von Meir Großmann Tradition hüten. Die Juden, welche Aus Spanien und Portugal stammen, haben eine Reihe gemeinsamer Fragen zu lösen und der jetzige Kongreß wird sich mit den Problemen beschäftigen, welche die sephardischen Gemeinden botreffen — unabhängig von der politisch-bürgerlichen Stellung. Zerstreut in der ganzen Welt, von Shanghai bis Buenos- Aires, ohne den geringsten Kontakt untereinander, wollen die sephardischen Gemeinden in nähere, ja intimere Verbindung zueinander treten und jene moralische Macht worden und jenen Teil des Einflusses im Wcltjudentum erlangen, den sie verdienen." Wichtige Referate hielten der Herausgebar der französischen Zeitung für Sephardlm-Vereinigung „Le Scphardio", M. A. Kirne hi. bezüglich des Zusammenschlusses aller Sephardims Frankreichs und der französischen Kolonien, ferner der sephardische Pariser Oberra&binsr Dr. Nissini O vaeiia, welcher die Entfernung der srphardischen Jugend vom Judentum und ihren Mangel an jüdischer Tradition bedauerte und zum Schluß hervorhob, daß gerade aus dem sephardischen Judentum Geistesgrößen wie Maimonides und Josef CP.ro hervorgegangen seien. Im Geiste dieser Männer soll die sephardische Jugend erzogen werden. Auf der Liste der Delegierten stehen bemerkenswerte Namen. Aus Palästina kam Abraham A 1 m u 1 y. der bekannte Gelehrte und Schriftsteller, und Moschc Depicciato. Lissabon entsandte den Professor Mosens ben Schabath A m s a 1 a c. den angesehenen Forscher und Publizisten.. Geistes- und Geldaristokratie. Rabbiner und Gelehrte, Publizisten und Juristen sind bei dieser Tagung erschienen, darunter Oberrabb. Sabetay D j a c n (Bukarest).- es fehlten auch nicht Vertreter der Familie Saison. - Der Kongreß, der während der Jubiläumsfeierlichkeiten für König Georg tagte, sandte an das englische Herrscherhaus ein Beglückwünschungateiegramm, welches lautete: ,,Die erste internationale Konferenz der Vorsteher der sephardischen Gemeinden drückt Sr. Majestät, dem König Georg V. als dem Oberhaupt des britischen Imperiums und des jüdischen nationalen Heimes in Palästina die tiefste Ergebenheit aller. sephardischen Juden aus." Diese Huldigungsdepesche wurdeseitens des Königs mit den wärmsten Dankesbezeugungen beantwortet. Das Komitee, das von den Delegierten eingesetzt wurde, hat die Aufgabe übernommen, den sephardischen Weltkongreß organisatorisch vorzubereiten. Für das alte Sdieufungsgesetz Wir habsn berichtet, daß eine Versammlung amerikanischer Rabbiner für Aenderung der jüdischen Scheidungsgesetze und Erleichterung der Wlcdervcrche- Iichung jüdischer Frauen eingetreten ist. Hiezu meldet, die .1. T. A. aus New York: Der orthodoxe Rabbinerverband Amerikas (Union of Orthodox Rabbies in the United States and Canada) hat auf einer in New York abgehaltenen Konferenz einen Beschluß gefaßt, durch den die kürzlich von der Rabbinical Assembly angenommene Resolution, betreffend die Wiederverheiratung verlassener Frauen (Agunoth), schärfstens abgelehnt, wird. Durch die. von der Rabbinical Assembly beschlossene Reform der jüdischen Scheidungsgesetze soll die Wiederverheiratung der „Agunah", der verlassenen Gattin, die nicht, in der LaRe ist, einen den Rellgionsgesetzen entsprechenden Scheidungsbrief zu erlangen, dadurch ermöglicht werden, daß def Bräutigam vor der Ehe eine Erklärung zu unterzeichnen hätte, derzufolge. seine künftige Frau des Ehemannes ledig sc-» soll, falls ihr Gatte drei Jahre lang nicht für ihren Unterhalt sorgt oder drei Jahre lang verschollen bleibt. Demgegenüber steht der orthodoxe Rabbinevvcrband auf dem Standpunkt, daß nach dem geltenden jüdischen Gesetz eine Ehe nicht in Abwesentheit des Gatten geschieden werden kann, auch besteht nicht dicTodcsvermutung ausschließlich aus dem Grunde längerer Abwesenheit. Die Konferenz des Verbandes der orthodoxen Rabbiner hat beschlossen, daß auf Grund der von der Rabbinical Assembly eingeführten Neuerung durchgeführte Scheidungen als ungültig anzusehen sind und daß gegen R-abbioer, dir bnl der Wiederverhclrat.ung von Agunoth hm[ j Grund dieser Reform mitwirken, der Bann verhängt werden soll. Die Rabbinical Assembly umfaßt jene amerikanischen Rabbiner, die der dort so genannten konservativen Richtung angehören und eine Mittelstellung zwischen Orthodoxie und Reform juden (Liberal .ludaism) einnehmen In keinem Rucksack fehle der delikate, echte S c h w c i t. e r-Käse, Marke „Bern a". rJ Ihre Ferienreise nach Polen oder Rumänien machen Sie nicht, bevor Sie Im Reisebüro „IRUT" Rat eingeholt haben. Wir veranstalten billige und bequeme Sonderfahrten nach diesen Ländern mit einer Aufenthaltsdauer, welche. Ihrer Urlaubsfrist ganz angepaßt ist. Verlangen Rie unseren Prospekt. Tel. U.44-5-79, Reisebüro „.IRUT", KafUplatz 1 (Ecke verlängerte Kärntnerstraße 63. E Der Vorsitzende der Weltleitung der Judenstaatspartei nimmt hier zur Situation, die durch den Austritt der Revisionisten aus der Zionistischen Weltorganisation geschaffen wurde, Stellung. Parteifreunde und Bekannte fragen mich: „Warum führt i h r solch einen erbitterten Kampf gegen die Austrlttsbewegung im Zionismus? Warum kritisiert Ihr so scharf eure ehemaligen Freunde? Warum stürzt Ihr euch als erste in den Kampf um die Erhaltung der Zionistischen Organisation? Worum gerade ihr?" Wahrhaftig: Warum gerade wir". Einige der Fragenden versuchen gleich selbst die Antwort zu geben, nie es schon die Art im jüdischen Volk ist. dessen Großteil immer in kleinen Dimensionen lebt und denkt. Man schreibt unsere Haltung vor allem folgenden Motiven zu: Feindschaft, Neid, persönlicher Haß, Konkurrenz, Karriere . . . Wie kann es denn anders sein? Sind denn die Juden imstande, geradlinig zu denken? Zu glauben, daß Menschen tief erschüttert sind und aus dieser Erschütterung handeln, das wäre dooh wohl zu einfach, zu langweilig. Sich vorzustellen, daß man von einer heiligen patriotischen Unruhe ergriffen sei, ist Irgendwie ungewöhnlich. Und darum sucht man In einer natürlichen Reaktion auf die Haltung einer Partei böse . Ursachen. Diese Untugend wird meine Generation nicht von Grund auf ändern. Aber wir müssen aufklären, urid darum muß ich auf die Frage „Warum?" mit einem klaren „Deswegen" antworten: Deswegen, well wir Judenstaatler sind; deswegen, weil wir sechs Jahre gegen den Schritt gekämpft haben, den man jetzt unternommen hat. ¥ Jene, die die Geschichte des Zionismus kennen, wissen, daß zu den revisionistischen (ehemals aktivistischen) Hauptfragen die Reinigung und Stärkung der Zionistischen Organisation gehörte. Im Jahre 1925 (in Wirklichkeit noch früher) haben Zionisten eine Partei geschaffen, deren Aufgabe darin bestand, den Zionismus vor Defaitismus und Versteinerung zu retten, ihm neuen Lebensodem einzublasen und die Zionistische Organisation In ein mächtiges Kampfinstrument zu verwandeln. Es war ein schwerer Weg. Jahrelang wandelte man über enge und krumme Pfade. Aber es ging vorwärts. Der Weg wurde immer breiter. Man hatte auch andere beeinflußt. Die Frische und der Wagemut der neuen Bewegung hat mitgerissen, eine Menge ihrer Lehren ist schon im Prozeß des Kampfes von den Gegnern angenommen worden. Aber keine Festung fällt beim ersten Ansturm. Und gerade in dem Augenblick, da man nicht weit Vom Sieg entfernt war, hat ein Teil des angreifenden Gencralstabes resigniert und die Front verlassen. Billige Ferienfahrten -Polen und Czernowitz Abfahrten: 4. Juni, 7., 14. und 23. Juli Mehrwöchiger Aufenthalt in Polen »FRANCOPOL* III, Rennweg 1 . Telephon U-16-4-90 Jahrelang hat im Zionismus die innere Diskussion rings um die Frage gedauert: Soll man den Kampf für die Eroberung der Zionistischen Organisation fortsetzen oder nicht? Soll man in Herzls „Judenstaat unterwegs" bleiben oder emigrieren, und ihn auf Gedeih und Verderb bloß deshalb verlassen, weil er von anderen, stärkeren Kräiten geführt wird? SoJl man nationale Disziplin halten oder das vernichten, was Herzls genialer Kopf geschaffen hat? Mit anderen Worten: Brechen und vernichten oder von innen kämpfen mit dem Glauben an die Kraft und Wahrheit und den gesunden Instinkt des Volkes? « Diese Diskussion Im Revisionismus hat erstens mit der Spaltung In der revisionistischen Bewegung an sich und zweitens mit dem Sieg der Austrittsidee geendet: Diejenigen, welche gegen die Gefahr eines „sozialistischen Staats im Staate" gekämpft haben, sind den Weg ihrer Gegner gegangen, ja haben diese sogar übertrumpft; selbst sich erhoben und für sich einen eigenen Staat gemacht, ein Konkurrenzunternehmen, eine Basis für alle die, welche zulieb dieses oder jenes Umstandes mit der jungen, jüdischen Regierung der Z i onlstischcn Organisation unzufrieden sind und mit ihr ..abrechnen" wollen. Was f U r Wunder also, daß gerade wir, die Judenstaatler, welche sechs Jahre hindurch in den Reihen der revisionistischen Partei gegen die defaitiHtisch-anarchistischen Strebungen gekämpft haben, wir, die eben die von uns mitgeschaffene Partei verlassen haben, - - daß gerade wir aufgeregt, entrüstet, verbittert, voll heiliger Unruhe betreffs der Zukunft sind! Für andere — Periphere und Gleichgültige - ist die Frage neu. Sie haben sich in diese Sache gar nicht vertieft und sich keine Rechensehaft abgegeben über die Konsequenzen des „Austritts". Darum können sie sich es leisten, ruhig und lau zu «ein. Aber ich und meine Freunde, welche diese Frage mit Schmerzen durchgedacht haben, wir können nicht abseitsstehende Zuschauer bleiben, abgesehen davon, daß wir nicht aus neutralem Teig geknetet sind. Nicht umsonst kämpften wir sechs .lahre gegen die gefährliche Idee einer zweiten zionistischen Organisation. Nicht ohne tiefen Grund haben wir uns darum von Genossen und Mitkämpfern getrennt. Für uns ist die Erhaltung der Zionistischen Organisation, d. h. der jüdischen einheitlichen nationalen Front nach innen und außen und die Erziehung der Jugend zu harmonisch miteinanderar bettenden Bürgern keine Nebensächlichkeil, nondern eines der Hauptmomente des judenslaatlerisehen Bekenntnisse*. Wir können elastisch sein, in taktischen Details, aber in dieser Frage sind wir hart wie Jerusalemer Stein. Und deshalb stehen wir gerade in den ersten Reihen derer, welche gegen den Versuch kämpfen, die Weltorganl- Hution von innen heraus zu /.erbrechen. Ja, gerade w I r! Well wir Judenstaatler sind, Mitglieder einer Staatspartei, die sich zerstörerischen, auarchLschindividualistlschen Abenteuern und Experimenten entgegenstellt! * Jede zionistische Partei hat in ihrem Programm ein „Plntale", ein Pünktchen, etwas, das sie besonders betont wissen will. Unter den hunderten Pünktchen gibt es einige, die für die Partei bezeichnend sind. Die Linken tauben de« .,S o z i a 1 i s m u s", die Misrachistcn die „Lehre und Traditio n", die Allgemeinen Zionisten „F ricdfti» und Elntrach t". Die Judcnstaatsparte! stellt, als Hauptpunkt, die Idee des J u d e n « t a a t c s als das klare Endziel und die Erziehung zum Staatsbürger als den Weg zu diesem Ziel auf. Wenn die Zionistische Organisation, Gott behüte, eingehen sollte, dann würde der Linken ihr Sozialismus, dem Misrachi das religiöse Ausleben bleiben. Die Allgemeinen? Die meisten von ihnen würden noch nach. Jahren nicht wissen, wer daran die Schuld trüge, und würden „bedauern", „verhandeln", „die Gründe suchen", einen Weg finden, ohne zu merken, daß unser Bau schon längst zerstört ist. Die einzigen, für die der Zusammenbruch der Zionistischen Organisation die größte Tragödie ihres Lebens wäre, sind wir, die Judenstaatler. Denn was geschähe mit all den Ideen, welche wir in die jüdische Welt tragen, wenn es «ich herausstellt, daß die Juden* grundsätzlich unfähig sind, wie Staatsbürger zu handeln, daß unser Individualismus und Galuthismus stärker ist als die historische Aufgabe, dal der Geist des „Justament" unsere junge Organisation vergiftet hat? Wie kann man von einem Staat träumen, wenn schon beim Beginn des Aufbaues, während die sozialen Grundlagen noch schwach sind und die Körperschaft, für die man kämpft, vorläufig mehr Illusion als Wirklichkeit Ist, einer gegen den anderen mit Weggehen und Brechen operiert? Die Sozialisten und Misrachistcn haben ein zweites Heim. Wir Judenstaatler haben ein einziges Heim — die zionistische Organisation mit der organisierten jüdischen Gemeinschaft Palästinas, dem Jischuw. Wie können wir unter solchen Umstünden ruhig zulassen, daß man die Grundlage unserer Existenz zerstöre? Darum ist es ganz; natürlich, daß wir, gerade wir, uns als erste in den Kampf stürzen, Alarm schlagen, alle zum Widerstand aufrufen, auf die schicksalsschweren Konsequenzen de» Experiments hinweisen, das man mit uns macht, eines Experiments, das nicht gelingen darf. * Ich schreibe diese Zeilen aus Palästina. Mit Schmerz muß ich feststellen, daß in Palästina Kreise vorhanden sind, just allgemein-zionistische, die eine pessV mistische Stimmung und Defaitismus im Jischuv verbreiten. Sie sind sogar Fürsprecher, Jasager zu den „Austrittlern". Sie verbreiten den Gedanken, daß der „Kampf mit den Linken" aussichtslos sei und daß jene „so nie so alles beherrsch en". Darum lohne es »ich kaum, den Schekel zu kaufen und zum Kongreß zu gehen. Kurz: e>. sei einfacher, gar nichts zu tun! Rein prinzipiell sind sie selbstverständlich gegen den Schritt der Revisionisten. Mehr noch, sie verurteilen ihn. Aber faktisch, durch ihr ganzes Verhalten und Tun, durch ihren Geist der Resignation, den sie in die Atmosphäre hineintragen, durch den Defaitismus, den sie predigen, helfen sie den Austrittlern und Brechern. Sie liefern Argumente nnd schaffen Stimmungen ... * Wir Judenstaatler aber sind aus anderem Holz geschnitzt. Uns kann man nicht mit Phrasen schrecken. Wir lassen uns nicht terrorisieren. Zu uns dar! man nicht mit Worten des Mitleids „Ihr, die Weggejagten und Ausgestoßenen!" kommen. Es ist nicht richtig. Den Austritt hat man jahrelang vorbereitet und gewollt. Uns darf man nicht mit den „Linken" schrecken. Wir kennen den alten Trick. Wenn man mit den Linken kämpfen muß, dann werden wir es besser machen. Vor allem wollen wir sie nicht durch kindische Drohungen konsolidieren und durch Weggehen stärken, wie es die Revisionisten getan haben. Jetzt steht außer diesem ein anderes, wichtigeres Problem da: Der Versuch, den Bau, in dem Avir uns aufhalten, zu unterminieren. Auch dieser Kamgf muß jetzt mit ganzer Entschlossenheit ausgefochten werden. Und am exponiertesten stehen hier w i r, gerade wir, weil das unsere historische Aufgabe und Pflicht ist, weil unser einziges Heim in Gefahr ist. Es macht wohl einen lächerlichen Eindruck, wenn Herren von den Allgemeinen Zionisten, die immer Weizmnnn gestützt, die erweiterte Agency mitgemacht, gegen den J u d e n s t a a t gestimmt;, ihre Arbeiter in die linke Histadnith gedrückt, für den neuen Schekel gestimmt haben, jetzt eine fromme Miene zur Schau tragen und uns Judenstaatler und Schöpfer des einstigen konstruktiven Revisionismus beschuldigen, daß wir, als Kämpfer gegen die Austrittsbewegung, sozusagen mit den Wölfen heulen! Welch lächerliches Bild! Wir Judenstaatler werden uns jetzt, wo es um die heiligsten Güter des Zionismus geht, nicht unterkriegen lassen. Auf der Tagesordnung steht die Frage: Sein oder Nichtsein! Und darauf gibt es unsererseits nur eine Antwort: Sein! Den Treniiungszionisten und Austrittlern aller Gattungen muß entgegengetreten werden, damit andere Ihnen nicht folgen. Wer, wenn nicht wir Judenstaatler, soll diesen Kampf auskämpfen, und wann, wenn nicht jetzt, muß er geführt «erden? Die Ersten in diesem Kampf müssen wir, gerade wir, sein, well wir wissen, um was es geht, und weil unsere. Herzen erfüllt sind von heiliger Unruhe ob des Schicksals des zukünftigen Judenstaats! Zcnftral'EuB'opiaisdie Länderbank» Am 24. Mai 193.'» hat in Paris ette ordentliche Gcncralvcr- .if.mndung der Zentral-Europäischen Länderbank für das Gesehartf.jahr 193-1 unter Vorsitz, des Vizepräsidenten Andr6 L aquo t, Ehrt ngouverneurs der Bank von Frankreich, in Vertretung des Präsidenten Jules Cambon, stattgefunden. Als Kkrutaturen fungierten Herr Charles C o u t u r e in Vertretung der Banque de Paris ot des Pays-Bas und iflmcllcnü Sir Peter Bark in Vertretung der Bank von England. Die Bilanz für das Jahr 1934 weist einen Reingewinn von Fr. 1,100.172.-17 gegenüber Fr. l,058.r,77.06 im Vorjahre aus. Hievon werden 5 Prox.fnt, d. s. Fr. 55.00S.62 statutenmäßig der gesetzlichen Reserve zugewiesen, wilhrend der verbleibende Betrag howIo die Gewinnvorträge aus den vergangenen Jahren von Fr. 2.988.010.71, zusammen demnach Fr. 4,03-1.080.56, -zur Bildung des im Art. 43 der gesellschaftlichen Statuten vorgesehenen allgemeinen Reservefonds verwendet werden. In Oesterreich haben sicli im Jahre 3934 Anzeichen einer unverkennbaren wirtschaftlichen Besserung gezeigt, die um so bemerkenswerter Ist, als sie ungeachtet schwerwiegender innerpolitischer Freignisso eintrat. Diese günstigen Umstünde haben wohl die Entwicklung einzelner Zweige des Bankgeschäftes gefördert, doch konnten sie noch nicht in einor allgemeinen Besserung der Ocscliüftsergebnisse der Wiener Niederlassung aum Ausdruck gelungen. Dil."? Vertrauen, das die österreichische Kundschaft dem fnstltute nach wie vor entgegenbringt, kam Im Jahre 1934 in einem neuerlichen Ansteigen der Einlagen in Spareinlagobüchern und Kassenschein*!! von 121 auf 130 Millionen Schilling aum Ausdruck,