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Die neue Welt · 1935-06-06 · Heft 470 (6.6.1935) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 470 (6.6.1935)
Date
1935-06-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 470 DIE NEUE WELT Seite 5 1 Aus det mkististkeb Beweptkf täglich Vt4, 5, %7, 8 und ^10 Uhr im R-KINO Karten an der Kasse des Kruger-Kino, in der Buchhandlung R. Lanyi, I, Kärntnersfroße 44, in der Buchhandlung A. Mejstrik, I, Wollzeile 6-8, in der Bücherstube M.Rath und in der Jüdischen Kunststelle, II, Aspernbrückengasse 2 Protest gegen eine Provokation der „allgemeinen" Zionisten Unter vorstehendem Titel übermittelt uns die Leitung der Judenstaatspartei Oesterreichs nachstehende Zuschrift mit dem Ersuchen um Veröffentlichung: Wir stellen fest, daß die Wiener „Allgemeinen Zio- Hist.cn" den Wahlkampf zum XIX. Zionistenkongrcß mit Verdächtigungen und Verunglimpfungen anderer, wahlwerbender zionistischer Parteien eingeleitet haben. Ihr Organ „Dift Stimme" setzt in schreiender Aufmachung und grellen Schlagzeilen aic Gegner in ganz unzulässiger Weise persönlich und politisch herab. Wählt keine Ehrgcizlinge und Streber! Wählt d<< Allgemeinen Zionisten! — So schreit die „Stimme". Wer sind denn diese Ehrgcizlinge und Streber? Alle Positionen, welche die Führer der „Allgemeinen" in Wien und Oesterreich erworben haben, verdanken sie der Mitarbeit der anderen zionistischen Parteien, vor allem der Judenstaatspartei und ihrem Führer, der unter den härtesten Bedingungen in jahrzehntelangem Kampfe den Zionismus in Oesterreich zur Geltung gebracht hat. Selbstlos und neidlos haben wir Judenstaat ler nach getaner Arbeit den „Allgemeinen" die Ehrenstellen überlassen. Wir halten es unter unserer Würde, auf die Schmähungen, in welchen sich die Führer der „Allgemeinen" jetzt gefallen, weiter einzugehen. Wir halten es für ausreichend, wenn wir sie feststellen. „Nicht braun, nicht rot! — Blau-weiß ist die Fahne des Allgemeinen Zionismus!" Es ist schwer, dieser tückischen Angriffsweise mit Worten entsprechend zu begegnen. Es klingt unglaublich und ist doch wahr: Nachdem die Zionisten-Revisionisten, welche sonst in häßlicher Wei3e von allgemein-zionistischer und linker Seite hitleristischer „brauner" Allüren bezichtigt wurden, an dem Wahlkampf nicht teilnehmen, gilt die ungeheuerliche Beleidigung offenbar den am Wahlkampf teilnehmenden national eingestellten Gegnern, also den Judenstaatlern. Dieses Vorgehen übersteigt alles. Die Judenstaatspartei hat als ernte die Zionistische Organisation zum Kampfe gegen Hitler-Deutschland aufgerufen und auf dem Präger Kongreß 1933 den Boykott gegen Hitler-Deutschland gefordert. Die „Allgemeinen" aber haben gegen diesen Antrag gestimmt und dazu geschwiegen, daß ehrvergessene Menschen in Palästina und ehrvergessene Führer /.ionistischer Institutionen mit Hitler-Deutschland Geschäfte machen. Jetzt aber wagen es die „Allgemeinen", von der „braunen" Fahne anderer Zionisten zu sprechen, statt über diese Dinge zu schweigen, wie sie in Prag und später geschwiegen haben. Die „Allgemeinen" reklamieren die blau-weiße Fahne für sich allein als Fahne des „Allgemeinen Z i onismus". Die blau-weiße Fahne aber ist die Fahne des Juden Staates. Und gerade den Judenstaat verschweigen die „Allgemeinen" konsequent, ja, auf dem Basler Kongreß 1931 haben sie gegen den Antrag auf Proklamierung des Judenstaates als Ziel des Zionismus die Hände gehoben. Und mit diesen Händen greifen sie jetzt nach der Fahne des von ihnen verschwiegenen und verleugneten Judenstaates und reklamieren sie für sich. Den anderen Zionisten überlassen sie braune und rote Fahnen. Sic gebärden sich als privilegierte Kämpfer gegen ein von ihnen erfundenes zionistisches Hitlertum und gegen den faktischen „roten" Klassenkampf im Zionismus. Eines ist so berechtigt wie das andere. Die Judenstaatspartei mußte den Landesverband der Zionisten Oesterreichs gerade deshalb verlassen, weil die „Allgemeinen" die reine Scheidung von der Ideologie des Klassenkampfes und ihren Trägern nicht dulden wollton. Damals, als es eine rote Konjunktur gab. Heute aber rufen sie in ihrer „Stimme": „Nieder mit rot! Wer den Zionismus vor der roten Gefahr retten will, darf nicht anders als allgemein-zionistisch wählen." Welche Wendung! Aber darüber mögen sich die linken Freunde und Genossen von gestern mit den „Allgemeinen" auseinandersetzen. Wir Judenstaatler verachten alle Methoden, durch welche der wahrlich genug harte Kampf um die Zukunft des Zionismus zu einem häßlichen und giftigen herabgewürdigt wird. BLED Jugoslawien Hotel-Pension OLYMPIC Streng orth. uto Wiener Küche / Am Seeufer, in der Hauptallee des Kurortes gelegen / Aller Komfort / Fließendes Kalt- und Warmwasser / Herrlichster Aufenthalt in den prachtvollen Julischen Alpen / Prospekt auf Wunsch Judenstaatspartei Oesterreichs Dienstag, den 11. Juni: Gruppe XIV/XV, Schanzstraße 82, halb 9 Uhr abends, Vortrag Hans Kandl. — Gruppe VI/VU, Cafe Mariahilf, VI., Mariahilferstraße 89 a, halb 9 Uhr abends, Vortrag Dr. Sal. Wolf. — Judenstaatsjugend. Plenarversammluog halb 9 Uhr abends :m Zentralheim, I., Werdertorgasse 14. Mittwoch, den 12. Juni: Zentralheim, I., Werdertorgasse 14, halb 9 Uhr abends, Vortrag Ing. Robert Stricker: Die Judenstaatspartei und der XIX. Zionistenkongreß. Diskussion. Do n n e r s t a g, den 13. Juni: Gruppe Leopoldstadt, II., Taborstraße 21 a, halb 9 Uhr abends, Vortrag Doktor S. Wolf. — Gruppe Prater, H., Kleine Zufahrtstraße 166, halb 9 Uhr abends, Mitgliederversammlung. •uiiiiiiiiiiiiifiiiiimiiiniiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiniiiiifi' | EPHRUSSI & CO. | | BANKGESCHÄFTE ALLER ART | E Abteilungen für Wertpapiere und Devisen Wien IX. Wasagasse 2 ~?lllllllllllllllllllllll!llllllllllllllilll!l3lllllllllllllllllllllllllllli: Schekelabrechnung. Alle Inhaber von Schekelheften werden aufgefordert, an folgenden Tagen im Sekretariat, I., Wcrdcrtorgassc 14, die Schekelabrechnung vorzunehmen: Samstag, den 8. d. M., von halb 9 Uhr bis 10 Uhr abends, Sonntag, den 9. d. M., und Montag, den 10. d. M., von 9 bis 1 Uhr. * Graz. Der Vortrag" des Herrn Dr. Sal. Wolf in Gra» gestaltete sich zu einem Erlebnis der zahlreich erschienenen Zuhörer. Die messerscharfe Logik und glänzende Rhetorik des Vortragenden hinterließen tiefen Eindruck. Dr. Wolf befaßte sich im Großteil seines Referats mit der Rolle der „Allgemeinen Zionisten" in den letzten Jahren, die infolge ihrer labilen Haltung in allen entscheidenden Fragen infolge ihrer Feigheit, Entschlüsse zu fassen, die eigentlichen Schuldigen am derzeitigen desolaten Zustand der Zionistischen Organisation sind. Sie haben ihre. Positionen zum Schaden des gesamten Zionismus mißbraucht. Im zweiten Teil des Referats legte Dr. Wolf das konstruktive Programm der Judenstaatspartei und den Weg zur Erreichung dieses Programm« dar. Die glänzenden Ausführungen des Referenten wurden mit größtem Beifall und Zustimmung aufgenommen. Leoben. Sonntag, den 2. d. M., hielt sich der Vizepräsident der Judenstaatspartei Herr Fritz Richter in Leoben auf und benützte die Gelegenheit, um im Rahmen einer gelungenen Akademie, die von der Ortsgruppe Leoben der Judenstaatspartei veranstaltet wurde, und zu der fast die ganze Judenschaft Leobens und der näheren Umgebung erschienen war, zu einem Vortrag über „Aktuelle Probleme des Zionismus". Der Vortragende, der sich hauptsächlich mit dem bevorstehenden XIX., Zionistenkongreß beschäftigte, erntete großen Beifall. Starkes Rauchen verursacht Bildung gelber, brauner oder schwarzer Beläge auf den Zähnen. Für Raucher und Raucherinnen ist daher die regelmäßige, täglich mehrmalige Zahnpflege mit Odo 1-Zahnpasta eine unbedingte Notwendigkeit, wenn sie der Verfärbung der Zähne vorbeugen wollen. Odol-Zahnpasta reinigt die Zähne sicher, ohne den Zahnschmelz anzugreifen, Odol-Zahnpasta hat infolge ihres hohen Gehaltes an kolloidalen Bestandteilen die größte Absorptionskraft; sie beseitigt daher alle Uneinigkeiten, unangenehmen Gerüche und alle Farbstoffe, die etwa durch Rauchen, Speisen und Getränke an den Zähnen haften und ihre Verfärbung herbeiführen können. Odol-Zahnpasta macht weiße Zähne und verleiht reinen Atem. Die Judenstaatspartei in der Tschechoslowakei Am 29. und 30. Mai 1. .T. fand in Brno die e r s t e Landeskonferenz der Judenstaatspartei statt. Die Konferenz wurde am 29. Mai, um 20 Uhr, im großen Saale Francöuzskfr 18 feierlicheröffnet. Bereits vor Beginn des Vortrages wartete eine vielhundcrtköpfige Zuhörerschaft gespannt auf das Erscheinen der österreichischen Gäste, die beim Betreten des Saales mit Beifall empfangen wurden. Dr. Erwin Fisch el (Mor.- Ostrava) begrüßte die Anwesenden, worauf Gg. Tyras im Namen der Brünner Freunde der Leitung für die Wahl von Brno als Konferenzort dankte. Als erster Redner ergriff Herr Theodor Grubner, Wien, das Wort. In anschaulicher und klarer Rede schilderte er die Entwicklung und gegenwärtige Lage unserer Partei. Anschließend sprach Herr Fritz Richter über die jüdische .Tugend und die Aufgabe unserer Partei, sie dem zionistischen Ideal im Sinne Theodor Herzls zuzuführen, eine Aufgabe, welcher der Br i t h - Ha k a n a i m dient. Die Anwesenden dankten ihm und dem Vorredner mit langanhaltendem Beifall. Hierauf hielt Herr Oberbaurat Ingenieur Robert Stricker, Mitglied der Weltexekutive der Judenstaatspartei, das Hauptreferat: „Vor dem XIX. Zionistenkongreß" (Der Judenstaat). Herr Oberbaurat Stricker besprach die Lage im Zionismus, die Schwäche der Exekutive, die es nicht verstanden hatte, die Einheit der Zionistischen Organisation zu erhalten und ihre Macht oft für Parteiinteressen mißbraucht. Er warf den ..Allgemeinen" vor, daß sie es waren, welche die Linken dauernd unterstützten und ihnen die Machtpositionen verschafften. Der Referent entwickelte das Programm unserer Partei, brachte hiebei den reinen Judcnstaatzionismus zum Ausdruck, wies auf die von Herzl vorausgesehene Not des jüdischen Volkes MATURASCHULE JHIÜERSUH" II IX, GARNISONGASSE 3. TELEPHON A-20-4-48 || hin, Avelchc die Oeffnung der Tore Palästinas für eine nur von der Zionistischen Organisation kontrollierte Einwanderung erfordert. Er warnte vor den in Ercz Israel herrschenden Zuständen, vor der Landflucht, welche von der Zionistischen Weltexekut.ive und der linken Histadruth nicht verhütet werden konnte. In diesem Zusammenhange stellte er dem klassen kämpferischen Marxismus die „Allgemeine N ä h r p f l i c h t" von Popper- Lynkeus gegenüber, laut welcher nicht, eine Klasse, sondern jeder Mensch, der seiner Arbeitsdienstpflicht entsprochen hat, den Anspruch auf Schutz vor Hunger durch den Staat erwirbt. Das ist das soziale Programm der Judenstaatspartei. Die Brunner Judenschaft hatte Gelegenheit, einen einzigartigen Vortrag zu hören. In den Beifallskundgebungen, welche den Vortragenden an mehreren Stellen unterbrachen und zum Schlüsse kein Ende nehmen wollten, äußerte sich das Interesse und die Zustimmung der Anwesenden. Mit dem Absingen der Tikwah schlössen die Eröffnungsfeierlichkeiten. Am nächsten Tag begannen um 10 Uhr vormittags die Beratungen der Landeskonferenz, die von Delegierten aus allen Teilen der Republik beschickt worden war. Das Präsidium führte Ing. Josef Mandl (Prostejov), den Bericht für die abtretende Leitung erstattete Heinrich Barbe r (Mor. Ostrava), der auf die Schwierigkeiten hinwies, mit welchen unsere Partei seit, ihrer Gründung zu kämpfen hatte. In der ideologischen Debatte ergriff Herr Dr. Martin Lichtner (Trutnov) das Wort und begründete in einer klaren und ausfuhrlichen Rede den Weg des wahren Zionismus, schilderte die Lage de« .■»udent.ums. den Kampf des .ludenstaatszionismus frmeF» halb der Zionistischen Bewegung und kündete dta Utt«

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