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Die neue Welt · 1935-05-31 · Heft 468 (31.5.1935) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 468 (31.5.1935)
Date
1935-05-31
Page
– (sequence 4)
Language
German
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n«8eif»irl^fj.'.7- .7 :\: \ _& fP$fcy ■ >r.^\y>Ci»>Vi^ ir-^^Z. . * Ar ME NEUE WELT ■71 Nr. 468 Ferienfahrten ■ ach Polen und Czernowitz Abfahrten: h. Jani, 7., 1*. und 58. Juli MehrwSchiftr Aufenthalt in Poltn ,PftAN<OPOLS III« lUnnwtg 1 Telephon IMS-4-90 Judensfaaf spartet Oesterreichs Montag, den 3. Juni: Gruppe Favoriten. Großer Vortragsabend im Heim des Bundes jüdischer Frontsoldaten (Gasthaus Zaruba), X., Oudrunstraße 125. Thema: Vor dem XIX. Zionistenkongreö. Redner: Oberbaurat Rob Stricker. Theodor G r u b n e r. Gruppe XVIXVII. Cafe Baidiahof. XVI.. Ottakrin^erstraße 102, halb 9 Uhr abends, Vortragsabend. Redner: Dr. S. Wolf. Fritz Richter. Gruppe Brigittcnati. XX.. Heinzelmanngasse 20, halb 9 Uhr abends, Vortrag Rabbiner Dr. I. Z. K a n n e r. Dienstag, den 4. Juni: Gruppe VI/VII. Cafe Mariahilf. VI.. Mariahilferstraßo 89 a. halb 0 Uhr abends, Vortragsabend. Redner: Oberbaurat Robert Stricker, Dr. Sal. Wolf. Gruppe XIV/XV. Schanzstraße 32. halb 9 Uhr abend.0. Vortrag Aron Schwertfinger. Judenstaatsjugend. 8 Uhr abends, im Zentralhsim. L, Werdertorgafse 14. wichtige Mitgliedervollversamm- Jung. Erscheinen Pflicht. _ * Rob?rt Stricker spricht Samstag, den 1. Juni, in Linz. Sonntag, den 2. Juni, in Innsbruck. Fritz Richter spricht Sonntag, den 2. Juni, in Leoben. Die erste Konferenx der luden Staat spartet Rumäniens ä*9 v-iserncrwaz wird uns berichtet: Am 11. und 12. d. M. fand in Czernowitz die erste Konferenz der Judenstaatspartei Rumäniens statt, an der sich mehr als 70 Delegierte aus der Bukowina, dem Regat und aus Bessarabien beteiligten. Die Uröffnungssitung war ötfentlicli und gestaltete sich zu einer gewiltlgen Manifestation für den Judenstaatszionismus, da ein mehr als tausend köpf ige» Publikum den großen Saal füllte. Die Eröffnungsrede hielt in hebräischer und deutscher Sprache der Präsident der Judenstaatspartei der Bukowina. Herr A$v. Dr. losef Mann. Es hielten Begrüßungsansprachen Herr Oberrabbfner Dr. iMark (Misrachi). Herr Dir. Rosenstein KVnsiliu! superior Org. Sion. Bucuresti). Herr Dr. .Schmelzer (Zion. L:/-.desorg.). Dr. Geller (KKL.), Dr. Kantorczyk (K. H.) UR(t Di. Steinmetz IJ. A. V. Emunah). H! .-v.if hielt Meir Großmann ein mehr als zweistündiges Referat, in dem er in meisterhafter Art aktuelle zionistische Probleme erörterte und insbesondere die ökonomischen, s o;: i?. 1 5 n und politischen Forderungen der Judenslaatspartei entwickelte. (Referat Großmann folgt demnächst.) Sonntag begann die Arbeitssitzung unter Vorsitz des KonferT.v/.-Präsiüiums (Dir. Rosenstein, Bucuresti: Doktor Mann. Cernauti: Dr. Gelber, Campuhjng: Sekretär Kaplan. Chisinau und Singer, Cernatiti). Der Permanenzausschuß setzte sich zusammen: Dr. Kiwe (Vors.), Dr. Hulles, L. Weidenfeld,' Dr. .Salzinger. Adv. Wolf. Abtg. Leiter Tisch. Prof. Sommer, ^psditev.r Mück, eine Vertreterin der Mirjam (Cernauti). Margulies (V> t:a-Dornei), Kaplan (Chisinau), Aronovici (Jasi). Die Präsi- «ir-nten der einzelnen Landesorganisationen erstatteten ihre Tätigkeitsberichte. Für die Bukovina Dr. Mann, der in seinem Bericht auf die fast zweijährige Tätigkeit der bukowlnischen Organisation hinwies. Die Arbeit, die geführt werden mußte, war schwer, aber nicht ohne Erfolg. Für das Regat sprach Herr. Dir. Rosenstein, der auch die ideologische Seite des Judenstaatszionismus hervorhob. Dieser Bericht wurde durch Herrn Ing. Misrachi, Bucuresti, ergänzt. Für Bessarabi«n referierte Herr C o g a n. Großmann sprach Uber die Lage der Judenstaatspartei in der Welt und zeigte das Wachsen der Bewegung in den einzelnen Ländern. Auch beleuchtete Großmann das Verhältnis der Judenstaatspartei zu den anderen zionistischen Parteien. Dann hielt Herr Rosenblatt ein Referat über Jugendbewegung der Partei. Herr Cernostrovschi (hebr.) das Kulturreferat. Herr Dr. Gelber sprach in formvollendeter Weise über die Aufgabe der Partei auf dem kommenden Zionist#nkongreß. Die folgende Debatte war überaus lebhaft. Seitens der Permanenzkommission wurden der Konferenz wichtige Resolutionen vorgeschlagen, u. a. wegen intensiver M i tarbeit an den Fonds: wegen Schaffung eines Zentralrates in Bukarest ubw. Die Resolutionen waren von großem zionistischem Verantwortungsgefühl getragen und wurden auch mit großer Begeisterung einstimmig angenommen. In den Zentralrat wurden delegiert: Regat: Dir. Rosen stein (Pras. d. zlon. Org. Allrumäniens) und Frau Gold (Bucuresti): für die Bukowina: Adv. Dr. Mann und Prokurist Geiger: für Besxabarien Feuerstein und W i 1 d e r m a n (Chisinau). Im Rahmen der Konferenz fand auch der Klnus des Brith Hakanaim und des ChaluzHamdlnati statt, in weUlien winhtige Beschlüsse betreffend Organisation urtd ZertlfikaUufteilung gefaßt, wurden. Ebenso fand im Beisein Großmanns eine Versammlung der Frauenorganisation ,.M I r j a m" statt. Der langjährige Führer der Revisionistischen Lande.«- . rganlsstion und Vizepräsident dieser Organisation, Herr Prokurist Morit-j Geiger, ist der Judenstaatspartei beigetreten. Dr* Edgar Breitner Dr. Edgar Breitner ist in Palästina, wohin er vor kurzer Zeit aus Wien übersiedelte, durch Unfall getötet worden. Ein unglückliches Schicksal hat die Judenstaatspartei Oesterreichs und die ,T. V. A. Emunah eines überaus wertvollen Mitkämpfers und treuen Bundesbruders beraubt. Aus einem dem Judentum entfremdeten Milieu stammend, fand Breitner über seine Verbindung den Weg zum Judenstaats-Zionismus. In Fanatismus gab er sich der Idee in unermüdlicher Arbeit hin. Das war sein Leitmotiv. Nachdem er hart arbeitend viele Berufszweige erlernt hatte, gab er eine sichere und ungekündigte Position in einer Wiener Großbank auf, um auch für sich die j Kensequenz zu ziehen und das in die Tat umzusetzen, was i für ihn der Zionismus bedeutete: Arbeit in Palästina. Voll Begeisterung und in voller Erkenntnis all der Schwierigkeiten, die seiner harrten, nahm er die Arbeit auf sich. Er versuchte sich in Landarbeit, Fließenlegen, Straßenbau, um dann in einer Fabrik als Arbeiter seinen Erwerb zu finden. Ein trauriges Geschick forderte sein junges, so teueres Leben. 130.000 Kongreßwähler in Amerika a.us N'ew-York: Der Vorsitzende des zentralen SchekeV und Kongreüwahlkomitees der Vereinigten Staaten, Leon Wolfson, teilt mit, daß voraussichtlich in den Vereinigten Staaten Uber 150.000 Personen den Schekei zum 19. Zionistenkongreß erwerben werden. Wenn ebenso wie beim letzten Kongreß auf 3000 Wähler ein Delegierter entfallen wird, würden 5 0 Delegierte aus Amerika zum Luzerner Kongreß entsandt werden. Kluge Hausfrauen bevorzugen den delikaten, echten S c h w e i z e r-Käse, Marke „Bern a". E Motu ftanmeef tSÜ. fybucUtoty Seit Jt5 Jahren lebt der aus GaUzien sta >n mende Moses H a m m e r in Wien, hat also alle Entwicklungsstufe», der *iatwnaijüdischen Idee und des Zionismus mitgemacht. Das Sonderbare an diesem Manne, der das acht' zigste Lebensjahr uberschritten hat, besteht darin, daß er bei allem Wirken und Schaffen für das Judentum niemals versuchte, eine führende Rolle zu spirlcn, sondern im Hintergrund blieb, nichtsdestoweniger aber die ganze Zeit über von allen nationalen Juden von ..Ost und. West" in gleicher Weise geschätzt und anerkannt wurde. Unvergessen sind die von ihm getneinsam mit Nathan Birnbaum (Matthias Ascher) bis Leben gerufenen „Jüdischen Abende", an denen insbesondere die ostjüdische Literatur (Scholem- Aledtem!) propagiert wurde, seine A rbeit für die jüdische Nationalbeweg n n g, für die Eroberung der Wiener J u de n g e me in d e, seine Bemühungen um die Errichtung der ersten hebräischen Schule in Wien und seine Leistungen auf k ul t. v r c 11 - k a r i t a t i v e m Gebiet. Moses Hammer gehört zu den populären Figuren der jüdischen Gasse, des zionistischen Lebens. Er sieht an seinem 80. Geburtstag so vieles reifen, was er als junger Mann kämpferisch erträumte, und darf gewiß sein, daß unzählige Freunde und Gesinnungsgenossen ihm, der seinen Jubeltag außerhalb Wiens verbringt, für das Geleistete danken und von der Ferne warm die Hand drücken. Das Judentum kann auf diesen jungen und opferbereiten Achtziger stolz sein. gCREUZ-KINO '• Wollzeile 17 , Tel. R-24-2-16 Das Rfltsel der (Oinston-Form Au§ Hifler^Deutedhland Nicht 1500, sondern viele tausende Ausgebürgerter Aus Berlin: Die „Jüdische Rundschau" teilt mit: In der Oeffentlichkeit herrscht vielfach die irrige Annahme, nur diejenigen Personen seien ausgebürgert, deren Namen im „Reichsanzeiger" während der letzten zwei Jahre veröffentlicht wurden. (Es handelt sich um etwa 1500 Namen aus ganz Deutschland.) Diese Annahme ist deshalb falsch, weil die Veröffentlichung im „Reichsanzeiger" allgemein nur dann stattfindet, wenn eine Zustellung oder persönliche Aushändigung der AusbürgerungsverfUgung nicht erfolgen kann, also vornehmlich bei solchen Personen, die im Ausland leben, beziehungsweise im Inland postalisch oder durch die Reviere nicht zu erreichen sind. Dies ist aber nur ein geringer Prozentsatz, denn der weitaus überwiegende Teil der Ausgebürgerten, die aus rassepoli"tischen Gründen die deutsche Staatsangehörigkeit verloren haben, lebt weiter in Deutschland und ist für polizeiliche Verfügungen jederzeit erreichbar. Durch das neue Staatsbürgergesetz vom 7. Mai 1935 ist auch der Einbürgerungsanspruch derjenigen Ausländer weggefallen, die mindestens ein Jahr lang wie ein Deutscher im Heer oder in der Marine aktiv gedient haben. Für Juden ist diese Bestimmung deshalb wichtig, weil sich noch immer ab und zu herausstellt, daß Personen, die sich selbst jahrelang für deutsche Staatsangehörige gehalten und auch Militärdienst geleistet haben, in Wahrheit staatenlos sind. Nach der Volkszählung von 1925 hat es in Deutschland 25.227 Staatenlo s e gegeben, nach der letzten Volkszählung von 1933 betrug ihre Zahl dagegen 88.612. Swinemiinde will keine jüdischen Gäste Aus Berlin; Der Fremdenverkehrsverein Swinemünde hat an die jüdischen Zeitungen in Deutschland die folgende Mitteilung gesandt: „In der Fachversammlung des Fremdenverkehrsvereins vom 30. April 1935 hat die große Mehrheit der gewerblichen Vermieter beschlossen, Nichtarier in ihren Häusern in Zukunft nicht mehr aufzunehmen. Um Unannehmlichkeiten für Ihre Leser zu vermeiden, bitten wir, dies in Ihrer Zeltung zur Kenntnis der Leser zu bringen." Immense Steigerung der jüdischen Gemeindesteuern Aus Frankfurt a. M.: Im „Frankfurter Israelitischen Gemeindeblatt" nimmt Dr. Franz Wolf im Anschluß an die beabsichtigte Senkung der christlichen Kirchensteuern zu der Frage Stellung, weshalb die jüdischen Gemeindesteuern seit einigen Jahren in einer beträchtlichen Steigerung begriffen sind und welches die Gründe sind, die einem Vergleich der jüdischen Gemeindesteuern mit den Kirchensteuern entgegenstehen. Den noch leistungsfähigen jüdischen Steuerzahlern ständen andere gegenüber, die starke Beeinträchtigungen ihres Einkommens erfahren oder ihre wirtschaftliche Existenz BLED Jugoslawien Hotel-Pension OLYMPiC Streng orth. Wiener Küche / Am Seeufer, in der Hauptallee des Kurortes gelegen / Aller Komfort / Fließendes Kalt- und Warmvvasser / Herrlichster Aufenthalt in den prachtvollen Julischen'Alpen / Prospekt auf Wunsch. verloren hätten. Auch sei die Auswanderung leistungsfähiger Steuerzahler zu berücksichtigen. Entscheidend sei, daß die Kirchengemeinden erhebliche! Staatszuschüsse zu den Gehältern ihrer Pfarrer, und Beamten erhalten, die jüdischen Gemeinden aber nicht. Andererseits benützen die Mitglieder der Kirchengemeinden staatliche Einrichtungen in einer Reihe von Fällen, in denen die Juden auf Sondereinrichtun« gen ihrer Gemeinden angewiesen sind (Schulen, Krankenhäuser, Friedhöfe usw.). So sei von jeher der Steuerbedart der jüdischen Gemeinden im Verhältnis zu ihrer Mitgliederzahl beträchtlich höher gewesen, als bei den Kirchengemeinden. Und gerade in den letzten zwei Jahren sei zum Beispiel in Frankfurt eine Erhöhung der Zuschläge zur Reichseinkommensteuer, die als Steuerbetrag vonder jüdischen Gemeinde erhoben werden, von 15 auf 22y. Prozent, in Berlin Von 13 auf 25 Prozent, Breslau von 16 auf 25 Prozent, Köln von 20 auf 30 Prozent, Halle von 20 auf 36 Prozent erfolgt. In; vielen kleinen jüdischen Gemeinden stiegen die Zuschlags« sätze bis zu 150 Prozent. Die Wandlung der Lage! des deutschen Judentums, die erhöhten Lasten zur Ern haltung jüdischer Schulen und Wohlfahrtseinrichtungeii fänden hierin ihren Ausdruck. In Dachau zu Tode gemartert; Im Konzentrationslager Dachau wurde "vom wenigen Tagen der 25jährige Referendar Hans K o h n aus Nürnberg nach einer Schutzhaft von 26 Monaten durch SS-Leute ermordet. Kohns seinerzeitige Verhaftung? geschah unter dem Vorwand, daß er Mitglied des Republikanischen Studentenbundes war. Die unter Streichera Einfluß stehenden Nazi-Studenten der Universität Erklangen hatten es im März 1933 durchgesetzt, daß Kohr* ins Konzentrationslager Dachau gebracht wurde, wo er unmenschlich gemartert wurde und so entstellt war, daß die Gestapo darauf bedacht war, ihn den Blicken, selbst denen der Häftlinge, zu entziehen. Kohn ist das zwölfte Opfer unter den IrTüirÄ* b c r g e r Juden, die unter dem Einfluß Streichers naehi Dachau gebracht und dort langsam zu Tode gemartert wurden. Noch immer aber befinden sich Juden aus Nümberg in Dachau, wo sie schwersten Mißhandlungen ausgesetzt sind. (J. T. A.) Vermischte Nachrichten Achi Meir, der als Führer der sogenannten revolutionären Gruppe der palästinensischen Revisionisten „Brith! Birjonim" zu fünfzehn Monaten Zwangsarbeit verurteilt worden war, sollte im Zusammenhang mit dieser Vej> urteilung sein palästinensisches Staatsbürgerrecht verlieren. Wie jetzt aus Jerusalem mitgeteilt wird, sind Be-t mühungen im Zuge, den Entzug des Bürgerrechtes Achi Meirs zu verhindern, mit Berufung darauf, daß durch eine solche Maßnahme das Prinzip der Unverletzlichkeit des jüdischen Staatsbürgerrechtes in Palästina aufgehoben; würde. Hingegen wird Zwl Rosenblatt, der Mitangeklagte im Arlosoroff-Prozeß, wahrscheinlich sein Staatsbürgern recht verlieren. s Wie die J. T. A. erfährt, hat die Palästina-Regierung dem Führer der palästinensisch-revisionistischen! Jugend, Abba Achi Meir, offiziell die Palästina-Bürgerschaft aberkannt. Der Aufstand im Irak, dem Nachbarland Palästinas, nimmt, wie palästinensische Blätter melden, art Umfang zu. An vielen Punkten haben sich die Aufständischen öffentlicher Gebäude bemächtigt. Hand in Hand mit diesem Aufstand verstärken sich auch die antisemitischen Angriffe in der Iraker Presse. * In der vorigen Woche mußte bekanntlich die Warschauer antisemitische Zeitung „Gazetta Warszawska" infolge des gesellschaftlichen Drucks und Bojkotts ihr Erscheinen einstellen. Dieses Blatt hat vom Tode des Marschalls P i 1 s u d s k i ostentativ keine Kenntnis genommen. Seit einigen Tagen erscheint ein Ersatzblatt dieses Organs in derselben Druckerei und der gleichen Ausstattung unter dem Titel „Warszawski Dziennik Narodovni". Das Blatt unterscheidet sich inhaltlich in keiner Weise von der eingegangenen „Gazetta Warszawska". Schon die erste Nummer enthält eine Reihe kleinerer und größerer judenhetzerischcr Artikel. * Am 23. Mai abends haben bisher unerkannt gebliebene Täter in das Gebäude der jüdischen Kultusgemeinde in Lemberg eine mit einem starken Explosivstoff gefüllte Petarde geschleudert. Die Petarde explodierte und demolierte die Räumlichkeiten des Gebäudes. Die Behörden haben eine Untersuchung eingeleitet. * Der Rat des Synagogenverbandes in Amerika beschloß, die Herausgabe von Werken in hebräischer Blindenschrift, die von Rabbiner Harry Brevis erfunden wurde, zur Benützung durch jüdische Blindenanstalten in der ganzen Welt. Rabbiner Brevis, selbst ein Blinder, arbeitete vier. Jahre an seinem System. Frauenkrankheiten. Schöpfer klassischer Lehrbücher für Frauenheilkunde schreiben, daß die günstigen Wirkungen des natürlichen „Fraiiz-Josef'-Bltterwassers aucÄ durch ihre Untersuchungen bestätigt wurden. M

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