Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1935-05-17 · Heft 464 (17.5.1935) · page 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 464 (17.5.1935)
Date
1935-05-17
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2711613-2712049-2712088--5076-2718644
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 46Vfi Die Spaltung Von Dr. Martin Lichtner (Trautenau) Dr. Lichtner, Präsident dos Parteirates der tschechoslowakischen Revisionisten, ist aus der Union der Zionisten-Revisionisten ausgetreten und hat sich der Judenstaatspartei angeschlossen. Zunächst eine persönliche Bemerkung: Der in Prag erscheinende ..Judenstaat" hat es für notwendig gehalten, die Tatsache meines Austrittes aus der Union der Z.-R. mit einer Unwahrheit zu verkleiden. Er schreibt: „Unserer Aufforderung in der letzten Nummer unseres Blattes - Wer fei gen Herzens ist. gehe —, in der wir betonten, daß nur, wer sich stark fUhit, den Weg des Zionismus- Revisionismus gehen kann, ist bereits Folge geleistet worden: Dr. Martin Lichtner. Trautenau, hnt die Reihen der revisionistischen Union verlassen und hat sich der Judenstaatspartei angeschlossen." So schreiben meine Freunde von gestern, denen ich aufrichtigen Herzens ein Freund von morgen bleiben wollte. Die Wahrheit ist. daß ich bereits, seit mehr als einem Jahre, in scharfer Opposition zur Leitung der Union stand, daß ich nach der Verkündung des Boykotts des Nationalfonds bereits meinen Austritt angemeldet hatte und erst auf die Versicherung hin. daß dieser Boykott wieder aufgehoben werden wird, diesen zurückzog und auf Urlaub ging. Die Wahrheit ist. daß ich sofort nach Verkündung des Austrittes der Union aus der Z. O., am 23. April 1. J. die Union (Zohar) verlassen habe, also acht Tage vor Erscheinen jenes zitierten Artikels. Ich habe zehn Jahre lang unter manchen nicht ganz unerheblichen Opfern für die Sache des Revisionismus gekämpft und ich habe als die höchste Tugend der Bewegimg Begriff und Ausdruck ..Hadar" angesehen — es spricht nicht für den Mut jenes subalternen Geistes, wenn er nun meinen Austritt mit einer bewußten Unwahrheit verkleiden zu müssen glaubt. Er hat sich selbst gerichtet und seiner Bewegung, deren JUDENSTAATLER! Ideologie unverändert die meine ist. einen üblen Dienst erwiesen. Es spricht im übrigen für das besondere Selbstbewußtsein der tschechischen Revisionisten, wenn mich der Präsident des tschechoslowakischen Hacohar nach meinem Austritt beschworen hat, diesen geheim zu halten — man sollte von solcher Seite vorsichtiger S2in mit der Klassifikation „Feiges Herz". Noch sehe ich in der revisionistischen Ideologie, wie sie heute innerhalb der Z. O. nur noch von der Judenstaatspartei vertreten wird, die einzige und wahre Erbschaft Herzls. immer werde ich in Jabotinsky den großen und edlen Geist, und den Mann der großen politischen Konzeption sehen. Der Weg, den er nun beschritten hat, ist ein tragischer Irrweg, ein Verlassen seiner historischen Mission, das Ende einer mit großen Aspekten geführten Bewegung. Der Weg, den er nun geht, kann zur Katastrophe für die gesamte zionistische Bewegung führen, wenn es nicht gelingt, die staatsbildenden Kräfte des jüdischen Volkes innerhalb der Z. O. zum entscheidenden Sieg zu führen. Die unbedingte Notwendigkeit dieses Sieges zu beweisen, ist nicht Zweck dieser Zeilen. Ich werde das später ausführen. Daß aber das Ende der Bewegung, die unter Jabotinskys Führung steht, durch den Austritt aus der Z. O. logisch zu erwarten ist, das soll hier vor Augen geführt werden. Zunächst Tatsachen: Es muß festgehalten werden, daß Jabotinsky, wie er das nun selbst zugibt, vom ersten Augenblick seiner Rückkehr ins zionistische Leben vor mehr wie zehn Jahren, davon überzeugt war, daß sein Hei! und das der zu schaffenden Bewegung, nur in der Bildung einer selbständigen Organisation gesucht werden kann. Schon auf der IV. Weltkonferenz des Zohar zu Prag hat Jabotinsky in leidenschaftlichsten Worten von seiner Gefolgschaft den Austritt aus der Z. O. gefordert. Er blieb mit seiner Forderung fast allein. Konsequent und eisern, wie seine Persönlichkeit ist, hat er diese Forderung niemals aufgegeben, sondern das, was er in den letzten Jahren tat, war eine außerordentlich geschickte und ungemein wirksame Taktik der Zermürbung. Viele seiner Anhänger und alle seine Gegner haben oft von einer ,,Zick-Zack"-Politik gesprochen. Das ist unrichtig. Klar und zielbewußt hat er seiner Gefolgschaft immer wieder vor Augen geführt, daß die Existenz des Zohar innerhalb der Z. O. unhaltbar ist und er hat ebenso konsequent die Frage des Primates der Disziplin auf die Spitze getrieben und es ist ihm gelungen, die Linken auf diesem Gebiet zu den schwersten Provokationen zu führen. Es steht außer jedem Zweifel, daß die derzeitige Exekutive, der Z. O. ganz besonders schweres Unrecht getan hat. Die furchtbaren Verfolgungen der Betarim und der nationalen Arbeiter, die dunklen Hintergründe dc.-s Arlosoroff-Mordes und der unheilvolle Prager Kongreß, der ein Schulbeispiel linken Terrors, Verleumdung und Beugung des Rechtes und der Sittlichkeit war, die ganze Taktik der Linken hat schließlich dazu geführt, daß auch die treuesten Anhänger der Z. O. innerhalb des Zohar, die Lage, unerträglich fanden. Aber die überwiegende Majorität der Revisionisten wollte trotz alledem nicht austreten. Nicht Liebe hielt sie in der Z. O. — die wurde ihnen gründlich ausgetrieben — aber Gründe der politischen Vernunft, des demokratischen Prinzips und nicht zuletzt der Ethik des geschlossenen jüdischen Kampfes gegen eine Welt von Feinden ringsum. Ihr Ziel war zunächst die Eroberung des Kongresses durch eine judenstaatlerische Majorität. Daß ich kein»1 bloße Annahme vertrete, beweisen folgende Zahlen: Zum letzte/! Prager Kongreß wurden zirka eine Million S c h e k a 11 m erworben. Davon haben 100.000 für die Liste des Zohar gestimmt. Zur letzten Krakauer Weltkonferenz des Zohar aber haben nur 40.000 Dinarim gewählt. Dar» heißt, 60.000 Revisionisten waren eher bereit, den S c h e k e 1 zu erwerben, als durch Anschaffung des Dinar einwandfrei das Primat der revisionistischen Oberbuchhalter übernimmt die Reorganisation von Buchhaltungen sowie Aufarbeitung von Rückständen. Pauschalhonorar billigst., Zuschr. unt. „Prima Referenzen" Union vor der Z. O. anzuerkennen. Die zionistische Oeffentlichkeit weiß nicht, unter welchen Aspekten und Hoffnungen die Petitionsbewegung begonnen wurde. Jeder von uns rechnete damals absolut sicher mit Millionen von Unterschriften. Ohne ge.^en die Petitionsbewegung als Mittel der politischem Offensive etwas einzuwenden, im Gegenteil, in der festen Ueberzeugung. daß die Petition nach wie vor das Mittel ist, um der Welt unsere Wünsche und Forderungen wissen zu lassen und damit zum Ziele zu kommen, muß heute eingesehen werden, daß sie eine Enttäuschung war. Sie erzielte auf der ganzen Welt zirka 600.000 Unterschriften, also um 400.000 weniger, als die Z. O. Schekalim abgesetzt hatte. Das unverständliche und aus engem Parteigelst erflossene Verbot der Z. O.. diese Unterschrift zu leinten, hat sich aber dennoch als stärker erwiesen als die Argumente für die Petition, und dar, gibt zu denken. Es bedeutet, daß die Juden immer noch eher bereit waren, den Scheitel zu erwerben, der immerhin ein Geldopfer ist und ein unter Umständen sehr schwerwiegendes Bekenntnis, als ihre Unterschrift unter die Petition zu setzen, die nichts kostete, keinerlei Verpflichtung bedeutete und aus der es persönlich kein? Konsequenzen zu ziehen gab. Dieses Zahlenmaterial zeigt einwandfrei, daß die Mehrheit der Mitglieder des Zohar trotz allem Unrecht, das ihnen anzetan wurde, zur Z. O. stand und daß die opferbereiten Massen, die notwendig wMrcn, um eine selbständige, neue. Organisation der Z. O. entgegenzustellen, nicht vorhanden sind. Ich habe nach Verkündigung des Beschlusses der revisionistischen Exekutive, am nächsten Kongreß nicht teilzunehmen, von dieser gefordert, daß sie ein Plebiszit ausschreibe, mit der klaren Frage, ob die Revisionisten aus der Z. O. austreten wollen oder nicht. Ob'ge Zahlen beweisen, daß sich zweifellos ein? sehr starke Majorität sogen den Austritt erklärt hätte. Dieses Plebiszit wurde nicht ausgeschrieben. Hingegen wurde der Austritt aus der Z. O. bekanntgegeben und ein Plebiszit fragt heute lediglich die Zoharim und Betarim, ob sie nach vollzogenem Austritt für die Gründung einer U. Z. O. sind oder nicht. Darauf gibt es nur ein „Ja" oder den Austritt aus der Union. Ich ziehe die Schlußfolgerung: Man kann eine U. Z. O. gründen, mit dem Ziele, die alte Z. O. zu er- DENKT AN EURE PFLICHT! setzen. Es gab eine Zeit, da ich selbst diesen Weg mitgehen wollte. Er bedeutet eine Revolution, die an sich, bei der geopolitischen Lage des jüdischen Volkes, auf große Schwierigkeiten stößt. Aber man kann selbst eine solche Revolution machen, wenn man tatsächlich die Massen hinter sich hat, und nicht nur das, sondern Massen, die bereit sind, alles, was man von ihnen verlangt, zu tun und zu opfern. Das Wahlergebnis zum letzten Kongreß, die Dinar-Aktion zur Krakauer revisionistischen Konferenz, das Ergebnis des N. F. Boykotts, der Petitionsbewegung und der K. T Chai-Aktionen scheinen mir nicht zu beweisen, daß die notwendigen Voraussetzungen gegeben sind. Die Erfahrungen der letzten zwei Jahre scheinen mir eher darauf hinzuweisen, daß die zionistisch gesinnten Massen des jüdischen Volkes noch immer in der Z. O.. trotz ihrer Mängel und ihrer antizionistischen Leitung, die legale Organisation ihres Willens sehen. Die Erfahrungen der letzten zwei Jahre in der politischen Weltlage des jüdischen Volkes aber sprechen eine noch härtere Sprache gegen jede Spaltung. Wir stehen in einem echten, grausamen Krieg gegen eine Welt von Feinden, die nichts anderes wollen, als das jüdische Volk restlos vernichten. In diesem Zeitpunkt ist Einigkeit nach außen ein sittliches Gebot. KREUZ-KINO Wollzeile 17 ■ Tel. R-24-2-16 «Steckbrief Z 48ft, Judenstaatspartei Oesterreichs Samstag, den 18. Mai: Sektion Frater, II., Kleine Zui'ahrtsstr. 166, halb 9 Uhr abends: Heimabend. Programm, anschließend Tanz. Montag, den 20. MaJ, V r a u e n g r u p p c I) e b o r a h, halb 9 TThr abend«, im Zentralheim, I., Werdertorgasse 14: Vortragsabend. Referent Josef Frankel: Theodor Herzls 75. Geburtstag. — Bezirksgruppc Brigittenau, XX., Hciir/ttlmanngassc 20, halb 0 Uhr abends: Vortragsabend. — Bezirksgruppe Leopoldstadt, II., Taborstraße 21a, 9 Uhr abends: Beginn eines Englisch-Kurses für Anfänger. Ganz geringer Kursbeitrag. Anmeldungen und Auskünfte täglich im Sekretariat, II., Taborstraßc 21a. Dienstag, den 21. Mai, Gruppe XIV/XV, Schanzstraße 82, halb 9 Uhr abends: Vortrag Dr. Solomon Wolf: „Der Allgemeine Zionismus vor dem 19. Z l onistenkongre ü." — J u d e u s t a a t s j u g e n d. In sämtlichen Sektionen linden um halb 9 TThr abends Plenarversammlungeu statt. Erscheinen Pflcht. * Die Sektion l'ratcr der Judenstaat spurte! spricht auf diesem Wege ihrem Ausschußmitglied Frau Fanny Fleischmann, die durch das Ableben ihrer Mutter einen schweren Verlust erlitten hat, Ihr tiefgefühltes Beileid aus. Aus der Tschechoslowakei Das geschliftsführende Mitglied der Landesleitung, Dr. F i s c h e 1, besuchte die Podkarpatskä Rus, um sich über die Lage zu informieren und alle Ortsgruppen und Kenanim des Barak zu besuchen. Unsere Bewegung ist dort im ständigen Wachsen begriffen. Insbesondere die Jugend schließt sich uns an. Die Landesleitung hat beschlossen, für Mitte Juni d. J. eine Kreiskonferenz in einer Stadt der Podkarpatskä Rus einzuberufen und Ende Juni d. J. die erste tschechoslowakische L a n d e s k o nf crenz abzuhalten. Wir erhalten dauernd Anmeldungen neuer Freunde und ganzer Gruppen, ho daß wir hoffen, bereits beim heurigen Kongreß auch für die C. S. R. eine entsprechende Vertretung entsenden zu können. Wir geben hiemit neuerlich die Anschrift unserer Landcsleitung bekannt; Dr. E. Fischöl, Mor.- Ostrava, Grünwaldova 27. Die Landeskonferenz der Judenstaatspartei in der C. S. R. findet am 29. und 30. Mai in Brünn statt. II» Landeskonferenz der ludenslaalspaHei m Osigalixien Sonntag, den 5. Mai, fand in Lemberg die zweite Landeskonferenz der Judenstaatspartei in Ostgalizien statt. An der Konferenz beteiligte sich mich als Vertreter des Weltexekutivkomitees der Judenstaatspartei Herr Meir Großmann. Die Konferenz, an welcher 117 Delegierte aus 48 Ortschaften teilnahmen, gestaltete sich zu einer imposanten Demonstration des Judenstaatszionismus; und zeugte von der Entwicklung der Judenstaatspartei in Ostgalizien. Die feierliche Eröffnungssitzung in Anwesenheit von über 1000 Personen fand im großen Theatersaal „Colosseum" statt. Die Konferenz eröffnete Prof. J. Rothmann, ein Referat, über Theodor Herzl anläßlich de« 75. Geburtstages hielt. Mag. Immanuel Kohn, das g roßepolitische Referat hielt Herr Meir Oroßmonn. Die weiteren Sitzungen der Landeskonferenz wurden im ShhT der Jüdischen Kultusgemeinde fortgesetzt. Den Tätigkeitsbericht erstattete Herr Hennann Steinig, über die Arbeit in d^r nächsten Zukunft referierte Mag. I. Kohn. ein Referat über die Vorbereitungen zum Wahlkampf hielt Herr Julian Hirschhaut. Nach den Referaten entwickelte sich eine lebhafte Diskussion. Es wurde eine, neue Exekutive der Judenstaatspartei in Ostgalizien gewählt. Sie besteht aus den Herren Prof. Jakob Rothmann, Präsident; Mag. Immanuel Kohn und Dawid Seidmann. Vizepräsidenten; Hermann Steinig, Generalsekretär; Karl Raps, Abraham Rosenmann, Norbert Drechsler. Simon Wiesenthal, Dr. N. Kristiampoler. Julian Hirschhaut. Dr. L. Stockei, Benjamin Sternberg. Exekutivmitglieder. Anläßlich der Landeskonferenz der Judenstaatspartei fanden folgende Konferensen statt: am 2. Mai Landeskonferenz des „Hechaluz Hamdinathi'; am 3. Mai Kinus Arzi des ..Brith Haltanaim"; am <1. Mai Landeskonferenz des „Gusch Awoda", der „Jehuda", der Judenstaatsjugend, der judenstaatlerischen Akademiker und der religiösen Jugend „Jeschurun-Haschmonai". An allen Konferenzen beteiligten sich über 300 Delegierte und Gäste. KAUFT PEN SCHEKEl! Mussolini und Palästina Vor kurzem wurde gemeldet, daß die von Shakib Arslan geführte Partei arabischer Nationalisten in Palästina sich an Mussolini mit dem Vorschlag gewendet habe, Italien möge an Stelle Englands das Mandat über Palästina übernehmen. Shakib Arslan behauptete auch, Mussolini habe sich dem Plane geneigt gezeigt und versprochen, im Falle seiner Verwirklichung gegen eine weitere Entwicklung der jüdischen Kolonisation in Palästina Stellung zu nehmen. Die J. T. A. meldet jetzt aus Jerusalem: Emir Shakib Arslan antwortet in der arabischen Presse auf die gegen ihn in Zusammenhang mit dem Brief, den er vom italienischen Regierungschef Mussolini erhalten haben will, gerichteten Angriffe. Er erklärt, er habe noch am 15. Februar 1934 Mussolini besucht und ihm drei Memoranda, betreffend Syrien, Palästina und Tripolis, unterbreitet. Signore Mussolini habe ihm erzählt, daß Dr. Wcizma n n kürzlich ihn besuchte und daß er, Mussolini, Weizmann gesagt habe: „Sie werden die Araber aus ihrer Heimat nioht heraustreiben können." Emir Arslan besteht weiter auf seiner Behauptung, daß er mit Mussolini ein Abkommen zum Besten der Araber und der Moslems getroffen hat. (Bekanntlich hat das italienische Außenministerium gegenüber der J. T. A. die Behauptung, daß Mussolini mit Emir Arslan ein Abkommen hinsichtlich italienfreundlicher Propaganda unter den Arabern Palästinas getroffen hat, als grundlos bezeichnet.) Palästinas Landwirte hoykot? tiefen den Zioniste nfcongreß Ein Rundschreiben Smilansky.s Aus Jerusalem meldet die J. T. A.: Der Vorsitzende des Vorbandes jüdischer Landwirte Palästinas, Mosche Smilansky, hat an die Verbandsmitglieder ein Rundschreiben gerichtet, in dem er sie auffordert, an den Wahlen zum kommenden Z 1 o n is t o n k o n g r e ß nicht teilzunehmen und den Schekel nicht zu kaufen. Diese Aufforderung begründet er mit dem Beschluß des Aktionskomitees, die Unternehmer, die arabische Arbeiter beschäftigen, vom passiven W a h 1 r c cht auszuschließen. Im Zusammenhang mit diesem Schritt Smilanskys veröffentlicht die Tageszeitung „H a a r e z" einen Artikel, In dem sie die Haltung der von dem Beschluß des Aktionskomitees betroffenen Landwirte zu 'rechtfertigen sucht. Die Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt seien »In höhere Gewalt aufzufassen. Die Notwendigkeit, n 1 o h t j Ii d i s c h e Albeiter einzustellen, habe sich auch Infolge der Abwanderung jüdischer Arbeiter In die Städte ergeben. „Haarest" legt der zionistischen Exekutive dringend nahe, schnell zu einer Verständigung mit den Landwirten z.u gelangen, da deren Loslösung von der Organisation ernstere Folgen haben würde als das Ausscheiden der Revisionisten. Der neue Oberrabbiner von Rom Aus Rom: In der letzten Sitzung der Jüdischen Gemeinde in Horn wurde beschlossen, den Oberrabbiner von Alexandrien, Prof, David Prat o, früher Oberrabbiner von Florenz, als Nachfolger des verstorbeneu Oberrabbiners Prof. Angelo Sacerdoti nach Rom zu berufen. Obwohl Prof. Pinto In seiner mehrjährigen Tätigkeit in Alexandrien sich bei der jüdischen Bevölkerung und den staatlichen Behörden Aegyptens außerordentlich hohes Ansehen erworben hat, erwartet man, daß er dem Ruf der Jüdischen Gemeinde Rom Folge leisten wird. Als Vizerabbiner von Rom wurde der bisherige Leiter der Tolacco-Volksschule, Prof, Aldolattea, nominiert*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.