Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 462 (10.5.1935)
- Date
- 1935-05-10
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 DIE NEUE WELT Dir. 162 Palästina »Reisen Nächste Abfahrten: 17. V.. 22. V., 29. V.. 31. V.. 5. VI., 12. VI., 14. VI. NORDISCHES REISEBÜRO Palästina-Abteilung, Leitung N. M. Racker Wien I, Graben Nr. 10, Telephon R-24-2-31 Palä§tma*OrangenffSai§oii 1934 / 35 Tel-Aviv (Palnews). Die Exportsaison hat hinsichtlich der Quantität ein Ergebnis gezeitigt, das sehr erheblich über die Erwartungen hinausgegangen ist. Man erwartete ein Exportquantum von 6 bis 6'/- Millionen Kisten. Tatsächlich wurden bis zu der am 21. April endigenden Woche 7,292.702 Kisten zum Versand gebracht. Es ergibt sich für die drei letzten Jahre folgende Steigerung: 1932 33.....4,490.409 Kisten 1933 34..... 5,533.549 1931 35 ..... 7,300.000 Die Exportmenge 1934/35 übersteigt die vorjährige also nahezu um ein Drittel. Der Schwerpunkt des Exports fiel in die Monate Jänner und März. In Jaffa konnte viele Tage lang infolge stürmischen Wetters nicht verladen werden, so daß die Kapazität des Haifaer Hafens dem Andrang nicht gewachsen war, außerdem war auch der Bahn verkehr durch Unwetterschäden stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Export verteilt sich wie folgt auf die einzelnen Monate: September, Oktober, November . 550.980 Kisten Dezember .........S37.938 Jänner.......... 1,855.185 „ Februar......... 1.565.079 März.......... 2,022.538 April.......... 461.072 Die erhebliche Steigerung des Exports mußte die Preisentwicklung naturgemäß starken Belastungsproben aussetzen, um so mehr als Deutschland, das im vorigen Jahr annähernd ein Viertel des Gesamtexports aufgenommen hatte, in diesem Jahr als Abnehmer weitgehend in Fortfall gekommen ist. Infolgedessen mußte das vergrößerte Angebot in verstärktem Maße auf den englischen Markt konzentriert werden. Die übrigen Länder importieren ja nur geringere Quantitäten, da es bisher noch nicht gelungen ist, deren Märkte für palästinensische Orangen in ausreichendem Maße zu öffnen. Die Preisentwicklung am Liverpooler Markt, welcher der wichtigste Jaffaorangenmarkt ist, ergab: Für eine Kiste Mittelware 150 Stück in der Kiste) wurden im Jäner 9Vs engl. Schilling erzielt, Mitte März 141/-j. im April Iii/-. Bis Mitte Februar machte sich eine abwärtsgerichtete Preistendenz geltend. Die Rückwirkungen der Der Geldumlauf Palästinas Jerusalem CPalncws). Der palästinensische Geldumlauf hat per Ende des Finanzjahres 1934/35 die Höhe von Pfund 5,3 Millionen überschritten und weist folgende Entwicklung auf: 31. März 1930 .....Pfund 2,197.664 31. „ 1931 . . . . , „ 2,369.664 31. „ 1932 .....,, 2,404.664 31. „ 1933 ....... 2,821.664 31. „ 1934 ..... „ 4,069.664 31. „ 1935 ....... 5,326.228 In den beiden letzten Finanzjahren 1933/34 „ad 1934/35 liegt eine sprunghafte Steigerung um jährlich rund Millionen Pfund vor, so daß sich der Geldumlauf gegenüber .1932 mehr als verdoppelt, gegenüber 1933 nahezu verdoppelt hat. Diese Ziffern sind für die Entwicklung des Wirtschaftsvolumens des Landes in den letzten Jahren charakeristisch. Die Verteilung des Geldumlaufs, welche einen Mangel an kleinen Zahlungsmitteln aufweist, auf die verschiedenen Noten- und Münzeinheiten ergibt per 31. März 1935 ein noch ungünstigeres Bild als bisher. Der Notenumlauf, der sich 1934 auf 89,7 Prozent des gesamten Geldumlaufes stellte, ist per 31. März 1935 auf 90,3 Prozent angewachsen. Dabei ist aber der Umlauf an großen Noten, insbesondere 10-Pfund- Noten, stark erhöht worden, während der Umlauf an %- und 1-Pfund-Noten vermindert worden ist. Während auf dio Noten von 5 Pfund und darüber, die im kleinen Zahlungsverkehr völlig unanbrin glich sind, 1934 nur 45,8 Prozent, des gesamten Geldumlaufs entfielen, ist dieser Prozentsatz per 31. März 1935 auf 50,2 Prozent angewachsen. Der Umlauf an %• und 1-Pfund-Noten hat sich dementsprechend von 43,9 Prozent auf 40,1 Prozent erniedrigt. Der Umlauf an Silbermünzen ist von 8,7 Pro- ^♦♦»♦♦»»»«»»»•♦•»•♦•«♦♦♦»♦♦♦♦»♦»»♦•••••♦•♦»♦♦«♦»»MM*f | SIEGM. KORNMEHL 1 GROSSFLEI5CHH AUEREI 2 Zentrale: IX.. Berjrjrnsso 10. Tel. A-17-5-00 u. A-16-9-34 t m i. ■ Lieferant für Heilanstalten Abteilungen für ntt^-FleUch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Isr. | Kultusgemeinde Wien Autozusteilung kostenio» IX. Berggasse 15 / XVIII., Währlngarstr. 97 | ..........MM.......»♦...............M<m ►♦♦♦MM Frostschäden in Spanien zu Anfang Februar wie die Verlangsamung der Verschiffungen hatten dann eine nachhaltige Preiserholung zur Folge, die sich Mitte März geradezu zu einer Hausse steigerte, so daß sich die Preise um mehr als 50 Prozent höher als Mitte Februar stellten. Die umfangreichen Märzverschiffungen hatten dann aber schnell einen Preisrückgang zur Folge. Nach den bisher vorliegenden Ziffern nahm England etwa 73 Prozent der gesamten Verschiffungen auf, Deutschland (rund 5 0 0.0 00 Kisten) 7 Prozent (in der vorigen Saison 25 Prozent), Holland 5 Prozent, Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland knapp 5 Prozent, Frankreich und Belgien zirka 3 Prozent, Polen zirka 2'/.j Prozent, die restlichen etwa 3 Prozent verteilen sich auf die übrigen Länder. Es ist nicht anzunehmen, daß die endgültigen Ziffern wesentliche Veränderungen ergeben. Wenn sich die handelspolitischen Voraussetzungen für den Orangenexport in Zukunft nicht günstiger gestalten, kann angesichts des sich von Jahr zu Jahr vergrößernden Exports vor allem großer Früchte kaum eine gute Preisentwicklung für die nächsten Monate erwartet werden, zumal nicht immer mit Frösten in Spanien zu rechnen ist. Die wichtigste Aufgabe für den palästinensischen Orangenexport besteht daher in der unverzüglichen Einleitung von Verhandlungen mit den Ländern, die in großem Maßstab den palästinensischen Markt beliefern. Das Ziel dieser Verhandlungen müssen Orangenkontingente sein, die in einem angemessenen Verhältnis zum Export der fraglichen Länder nach Palästina stehen. O.K. Gaststätte für Jedermann I. KSrnftiieratraBe 01 WIENER RATHAUSKELLER I, Neues Rathaus „WIEN VOR 400 JAHREN" allabendi. Wiener Musik / Gesang « Hans Blasohek zent auf 8,2 Prozent zurückgegangen. Der Nickel- und Bnmzemünzenumlauf, der allerdings perzentuell unerheblich ist, hat sich nicht wesentlich verändert, bzw. ebenfalls im Verhältnis zum gesamten Geldumlauf etwas reduziert. Wie schon mehrfach berichtet wurde, führt der Mangel an kleinen Noten und Münzen besonders im Detailhandel zu dauernden Zahlungs- und Umwechslungsschwierigkeiten, die im ganzen Lande als äußerst störend empfunden werden. Die Regierung hätte angesichts der starken Ausdehnung des Geldumlaufs in den beiden letzten Jahren ohne jede Schwierigkeit die Möglichkeit gehabt, den Mißständen abzuhelfen und mehr -Pfund-Noten und Münzen zu emittieren. Sie hat statt dessen die Schwierigkeiten durch erhöhte Emission von großen Noten noch verschärft. Dr. Markus Kostmann gestorben. Donnerstag, den 2. Mai, ist Dr. Markus Kostmann, wohl einer der populärsten Aerzte des 9. Wiener Gemeindebezirks, nach kurzem Leiden plötzlich gestorben. Der im 69. Lebensjahr stehende Mann gehörte zur besten Garde der älteren Zionisten, im Stillen wirkend und wegen seines bescheidenen, aber aufopferungsbereiten Wesens allenthalben beliebt. Sein großer Freundeskreis betrauert in ihm einen hilfsbereiten, patriotischen, pflichtbewußten Juden. Zum Leichenbegängnis am 5. Mai waren außer den nächsten Anverwandten und Gesinnungsgenossen namhafte Persönlichkeiten aus der Aerztewelt und der Gesellschaft erschienen. Malmonides-Liteiatur. Im Verlag Felix Meiner (Leipzig CO ist soeben Maimonides* unsterbliches Werk „Führer der Unschlüssigen" (More Newuchim), ins Deutsche übertragen und mit erklärenden Anmerkungen versehen von Dr. Adolf Weiß (Wien), in zwei Glanzbänden (12 M.) erschienen. Der „Führer der Unschlüssigen" ist Rambams theologisches und philosophisches Grundwerk, das den ewigen Konflikt zwischen Vernunft und Glauben lösen will. - — Die vorliegende Ausgabe ist die erste von wissenschaftlichen Grundsätzen geleitete einheitliche deutsche Uebersetzung des Büches. Josef'Kameii'Abend Der in Wien bekannte Schauspieler der Wilnaer Truppe Josef Kamen hat nach längerer Krankheit das Krankenhau« vertareen. Die „Jüdischen Künstlerspiele", II., Prateorstraße 34, veranstalten zu seinen Gunsten einen Abend unter Mitwirkung von Sevilla Pastor, der Sängerin Hilde Dulitzkaja, »einer eigenen Person und des gebunden Ensembles. — Die VorstejluDjfe deren Reinerträgnis zur Anschaffung ein«* e'.o',o' Ä o* o o? J> .o 1 .°* p' p ,°' ,.©* 6*; X i z i <&pp ll„TABOR,STR &B> Prothese dient, iindet am Ifi. Mai, statt. — Das Komitee dieses Abends bittet um zahlreichen Zuspruch, damit sich die Vorstellung zu einer Ehrung für Josef Kamen gestalte. Filme der Woche (Nach den Herstellungsländern zusammengestellt) Ungarn: Kleine Mutti. Amerika. Weiße Parade — Steckbrief Z 48 — Die spanische Tänzerin — Ich bin nicht zu haben — Die Junggesellin. Rußland; Die ganze Welt lacht. England: Abdul Hamid. Deutschland (Aricrparagraph): Alles für mein Kind — Alles hört auf mein Kommando — Musik im Blut — Hundert Tage Eine Nacht im Palasthotel — Der alte und der junge König „Sfedcbrief Z 48" im Kreuz-Kino Freitag, 10. Mai, erscheint im Kreuz-Kino der neue Robert-Montegomery-Film der Metro „Steckbrief Z 48". Der sympathische junge Star spielt in diesem Film die Rolle eines Racketeers, d. h. eines Mitgliedes einer Erpresserbande. _ Jüdische Kulturstellc. Zentrale: II., Aspcrnbrückengasse 2, Tel. R-48-2-91. Zweigstellen: VI., Loriuaiplatz 1], Tel. B-20-0-81; IX., Währingerstraße 48, Tel. A-U-WO. Den Mitgliedern stehen ermäßigte Karton für alle Theater Wiens zur Verfügung (Scala: „Servus, Servus!", die reizende Revue: letzte Woche). Konzert: Elisabeth Soliuman n, G. M.-S., 18. Mai. Führung: Sonntag, den 12. Mai. ,,Architektur der Straße'-; Leitung: Dr. Oskar Rosenfcld. Treffpunkt: Uhr beim Llebcnberg-Denkmal. _ „Dus Paiilale Jid" Gastspiel Sevilla Pastor — Erna S i c g 1 c r In den „Jüdischen Künstlerspielen" (II., Praterstraße 34). gelangt am Freitag, den 10., Samstag, den 11., Sonntag, den 12. Mai, ij-A Uhr nachmittags und abends „Dus Pintalc Jid" zur Aufführung. Dieses populäre dreiaktige Volksstück ist der gegenwärtigen Generation nicht bekannt und wird in der neuen Auffassung das jüdische Publikum ohne Zweifel interessieren und fesseln. Montag, den 13. Mai, „Schickertc", Dienstag, den 14. Mai, ..Negerin", Mittwoch, den 15. Mai, „Oiino Zertifikat nach Palästina", Donnerstag, den 16. Mai, Sonderveranstaltung des Schauspielers der Wilnaer Truppe Josef Kamen. Schaehsektion „Hakoah". Samstag, den 11. d., um 8 Uhr abends findet im Klubheime, Wien, I., Wallnerstraße 2 (Caf6 Rabel), ein Lehrvortrag des bekannten Schachmeisters Heinrich Wolf, statt. Gäste willkommen. Boxscklioii Mukkabi IX entsandte zur Makkabiade fünf Boxer, und zwar: Sehlanger, Lindenheim, Hol'baucr, Haas und Blau, von denen sich alle, mit Ausnahme Schlängers, d a u e r n d In Palästina niederließen. Da auch Kchlängcr aus der Mannschaft ausscheidet, sieht sich die Voreinstellung gezwungen, die Mannschaft voUstündig neu aufzubauen. Dem sportlichen Leiter Z o h n stehen an Silieren Boxern gegenwärtig Kohn. Groß, Kräuß und Kormus nur Verfügung. Die Lücken;;i>llen durch besonderes Training des Nachwuchses ausgefüllt werden. Es besteht daher für jedermann, der »ich boxsportlich ausbilden will, an den Trainin g s a b e n d c n des Vereines die Möglichkeit, seine Kenntnisse zu vervollkommnen. Die Trainingsabende linden bis auf weiteres in der Liechtensteinstraße 20 jeden Montag und Donnerstag in der Zeit von 7 bis 1) Uhr abends statt. Zeire w'Ilecliulu/. Ilumisruchi. Samstag, den 11. d. M., um '„uO Uhr abends findet in unserem Heim, IT., Praterstraße 60, eine Rambam-Feier r.tatt, bei welcher Rabbiner M. Zickicr die Fest* rede halten wird. Schreib-, Rechen- und Additions-Maschinen Vervielfältigungsapparate Neu und gebraucht! Auch leihweise! Langfristige Kredite! Verlangen Sie kostenlose, unverbindliche Angebote.!Heb.väjfcc:heMu:xh*men lagernd! Kontop-Einrichtung$-G@$ellschaft Wian I, Eschenbochg. 9-11, Tel.: B-26-0-61, B.26-0-71