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Die neue Welt · 1935-04-26 · Heft 458 (26.4.1935) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 458 (26.4.1935)
Date
1935-04-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 453 DIE NEUE WELT Seite 5 Voraus muH man denken/ lilHiK'fi'i'l'l^" sedi sichern — versichern iiinmi Phönix! Allgemeine Vetsidieruiigs* Ges., Wien IX/ Aiserplatz 3 Zur Verschleppung des Journalisten Jacob Au» Bern: Die führenden schweizerischen Zeitungen kommentieren in Ausdrücken moralischer Empörung die Mitteilung des Deutschen Nachrichtenbüros, wonach die deutsche Regierung zwar zugibt, daß der Journalist Berthold Jacob aus der Schweiz nach Deutschland verschleppt und hier der Gestapo in die Hände gespielt worden war, sich aber dennoch weigert, Jacob gemäß dem schweizerisch-deutschen Abkommen an die Schweiz zurückisulief ern und dies damit begründet, daß nicht erwiesen sei, daß deutsche Amtsstellen sich an der Entführung selbst beteiligt haben. „Der Bund" (Bern) kündigt an, daß der schweizerische Bundesrat nun vor das Schiedsgericht gehen wird, um das Recht zu suchen, das Deutschland der Schweiz verweigert. „N eue Zürcher Zeitung" schreibt: „Die deutsche Antwort-Note besteht in einer Anhäufung von Ausflüchten und Leugnungsversuchen, die den Ergebnissen der amtlichen schweizerischen Untersuchung ins Gesicht schlägt. Die deutsche Konstruktion treibt den Zynismus auf die Spitze und ruft in der Welt den Eindruck hervor, daß sich die deutsche Regierung auf eine unhaltbare Position festlegt, die ihr Ansehen in verhängnisvoller Weise diskreditiert." „Berner Tageblatt" führt aus, die deutsche Regierung stelle sich selbst als den Hehler dar. dem man eine Beute in die Hände spielte, aber auch der Hehler muß den Raub wieder herausgeben, das ist Recht in der ganzen zivilisierten Welt. Der Bundesrat beschloß, jeden weiteren Schritt bei der deutschen Regierung als „überflüssig" zu unterlassen und den Schiedsgerichtsweg anzutreten. Wie aus Paris telegraphiert wird, erklärte der Anwalt der Familie Jacob, M o r o - G i a f f e r i, er sei fest überzeugt, daß der Haager Gerichtshof die Herausgabe verfügen wird. Die Bukarester Studenten-Unruhen Aus Bukarest (21. April): Der rumänische Innenminister erklärte Pressevertretern gegenüber, daß er die nötigen Schritte ergriffen habe, um eine Wiederholung der Studentenunruhen zu verhindern. Er erklärte ferner, daß die Schuldigen vor ein Standgericht gestellt werden; außerdem werden die Universitätsbehörden ein Disziplinarverfahren gegen sie einleiten. Die Sdiweiz gegen antisemitische Verseuchung Im Genfer Großen Rat (kantonales Parlament) Interpellierte der faschistisch-antisemitische Abgeordnete Georges Oltramarc die Regierung wegen der kürzlich herausgegebenen Verordnung gegen Verbreitung antisemitischer Hetzschriften. Er hielt dabei eine demagogische Hetzrede gegen die Juden und verlangte die vollkommene Pressefreiheit für die „Behandlung des Judenprobiems". Der Regierungschef wies in seiner Antwort darauf hin,, daß ähnliche Verordnungen gegen antijüdischc Hetze von bürgerlichen Regierungen im Dezember 1934 dm Kanton Basel und im Februar 1935 im Kanton Solothurn herausgegeben worden seien, und verlas einen an die Regierungen aller Kantone gerichteten Brief des schweizerischen Bundesstaatsanwalts vom 21. Februar, der folgenden Wortlaut hat: „An die leitenden Polizeibehörden der Kantone: In den letzten Zeiten hat sich in verschiedenen Teilen der Schweiz eine Verstärkuug antisemitischer Kundgebungen bemerkbar gemacht, insbesondere auch in Artikeln gewisser Zeitungen, wie die „F r o n t", der „V o 1 k sbund" Ii. a. m. Die deutsche Wochenschrift „D c r Stürme r", die in Nürnberg erscheint und in der Schweiz zum Kaule ungeboten wird, hat sich ebenfalls besonders bemerkbar gemacht. In zahlreichen Eingaben werden von jüdischer Seite Klagen erhoben, daß diese andauernden Angriffe die durch die Verfassung garantierte Ordnung verletzen und den öffentlichen Frieden der religiösen Körperschaften ernstlich gefährden. Es wird Im einzelneu dargelegt, daß die Angriffo gegen die jüdische Rasse gerichtet sind: die Juden werden angeprangert und diffamiert als .Schrecken der Menschheit', Ihre Religion, und insbesondere ihr Gott, werden gemein beschimpft, durch Anklagen gegen den letzteren, die besagen, daß Er von seinen Getreuen die Verübung von Greueln und rituellen Verbrechen zu seinen Ehren fordert. Die jüdischen Syuagogen und Friedhöfe werden beschmutzt und beschädigt — man schreckt sogar nicht vor Bombenanschlägen zurück —, gröbste Beschimpfungen der Juden werden veröffentlicht und die Juden selbst sind Gewalttätigkeiten ausgesetzt; man ruft öffentlich zum Boykott der Juden auf und man bemüht sich, diesen Geis des Hasses gegen sie durch Flugschriften und Klebezettel zu schüren und wachzuhalten. Gegen all diese antisemitischen Ausschreitungen werden »Vorbeugungsmaßregeln* gefordert. Wir wären Ihnen verbunden, wenn Sie uns über Ihre Stellungnahme in dieser Frage informieren und uns mitteilen, welche Maßnahmen Sie gegebenenfalls zu ergreifen gedenken. Wir wären Ihnen dankbar, tvenn Sie Uns bei dieser Gelegenheit mitteilen, welche gesetzlichen Bestimmungen Sie eventuell zur Anwendung bringen Uünntcn." Nach Verlesung dieses Schreibens des Bundesstaatsanwalts erklärte der Regierungschef, die Verordnung sei gegen Zeitungen gerichtet, die den öffentlichen Frieden stören, indem sie der jüdischen Rasse die Verantwortung für eine Krise auferlegen möchten, dio in Wirklichkeit eine Krise des kapitalistischen Regimes ist. Es gehöre mehr Mut dazu, die Juden zu verteidigen. al:5 sie anzugreifen. (J. T. A.) Streichers Blutheize In der „Deutschen Volksgesundheit aus Blut und Boden", der von Julius Streicher herausgegebenen Zeitschrift, wird ein Artikel veröffentlicht, der sich unter der Ueberscbrift „Weg mit den jüdischen Kassenärzten!" mit der Stellung der jüdischen Aerzte befaßt. Der Aufsatz geht davon aus, daß die Zahl der jüdischen Kassenärzte in den Großstädten, insbesondere in Berlin, um ein Vielfaches höher sei als die entsprechende Anzahl jüdischer Einwohner. Unter Zitierung von bereits in früheren Aufsätzen der Zeitschrift angeführten Sätzen, wie z. B. „Laßt eure Kinder Aerzte und Apotheker werden, damit sie den Christen das Leben nehmen!" wird gesagt: „Diese und Hunderte ähnliche Stellen aus den jüdischen Religions- und Gesetzbüchern belehren un3 darüber, welche Absichten den Juden gegenüber den Nichtjuden leiten: es ist ein jahrhundertealter Haß, diese Mordgier liegt von Anfang an im jüdischen Blut. Er wurde durch die Jahrtausende von Generation zu Generation weitervererbt und kann niemals mehr aus der jüdischen Ski (gtWUunQöltmxlticitcn hritfett Zo^aU SaMetteu rafd) uub [id)er. Xogal löft bic ftfjäblidjen 33e)tonbtciIc im 23lut; es toirft in bofiem 9Jta&c als inneres Slnttfeptifum. 1 Bis 2 Tabletten, reebtsetttg gc* nominell, föniten (Srlältungsfraufljetteit nerbüten. Heber 6000 Siebte, barunter tucle bebeutenbe ^5rofef[oren, be* ftätißen bic hernorragenbe SBirfung bes £ogal. %n allen Slpoibefeu bes 3n* imb Sluslanbes crijältlirf). 5jßrcis S 2.40. E Erbmasse verschwinden . . . Wer die Vererbungsgesetze kennt, der weiß, daß es keinn „anständigen Juden" geben kann. Es mag Juden geben, die sich zeitweise beherrschen, die für einige Zeit den Mantel der Biederkeit und Ehrsamkeit umhängen. Aber auch dies ist nichts weiter als jüdische Berechnung . . . Jude bleibt Jude und kann höchstens noch teuflischer worden. Es ist nicht leicht, dir Juden aus Deutschland hinauszubringen. Aus den öffentlichen Aemtern konnten sie entfernt werden. Aber es gibt vorerst keine Möglichkeit, sie im freien Handel und Gewerbe zu hindern, es sei denn, daß kein Deutscher mehr beim Juden etwas kauft. Davon sind wir leider noch weit entfernt. Auch die Ausübung einer freien ärztlichen Praxis kann man den Juden nicht verbieten. Dagegen muß es möglich sein, den Juden von der Kassenpraxis auszuschließen. Denn diese ist eine öffentliche Angelegenheit und bedarf der gleichen Regelung, wie sie bei der Beamtengesetzgebungschon erfolgt ist . . . Die politische Gefahr besteht darin, daß Hunderttausende der weniger bemittelten Berliner regelmäßig durch die jüdischen Sprechzimmer wandern. Sie sind krank und daher leicht beeinflußbar. Der jüdische Arzt kann sie hinter verschlossenen Türen politisch verhetzen; er kann die Unzufriedenheit schüren; er kann marxistische Weltanschauung verbreiten; er kann internationale Sonderaufträge mit Leichtigkeit ausführen, kurz, er kann geistiges Gift aussäen in so unauffälliger Weise, daß man ihn weder beobachten noch fassen kann. Die Gefahr für Gesundheit und Rasse der einfachen Bevölkerung ist nicht weniger -groß. Nicht auf» rein materiellen Gründen haben die Judenärzte die Fächer Frauenheilkunde und Chirurgie, Geschlechtskrankheiten, Kinderheilkunde so stark besetzt. Die Schändung deutscher Frauen in den Sprechzimmern von Judenärzten mit und ohne Narkose und Hypnose bildet eine, lange Reihe in den Veröffentlichungen des „Stürmer". Die vielen Blutentnahmen aus den Adern deutscher Frauen und Männer zur diagnostischen Blutuntersuchung können auch zu kabbalistischen Zwecken dienen. Die Unterdrückung von Geschlechtskrankheiteil durch lebensgefährliche chemische und artfremde Gifte ist ein ureigenes Kapitel jüdischer Erfindungskunst . . Die neuen Palästina-Zertifikate Wie die J. T. A. meldet, wurde am 17. April die Ausgabe der Zertifikaten-Schedule für das Halbjahr 1935 amtlich bekanntgegeben. Wir meldeten bereits in unserer Ausgabe vom 16. April, daß gemäß einer Nachricht der Exekutiv- Nachrichtenagentur P a 1 c o r 8000 Zertifikate an die Zionistische Organisation gegeben wurden. Jetzt wird bekannt, daß die Zionistische Organisation nur 7000 erhalten hat, da 400 Zertifikate von der Palästina-Regierung zurückbehalten werden, damit sie Bewerbern zugeteilt werden können, die sich direkt nttO Hotel Belleyue *W2 Pörfcdiadh am Wörtbersee Vornehmes Haus unter streng ritueller Leitung. Herrl. Lage, direkt am See. 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Die Aufteilung Laut „Official Gazette" ist die der Jewish Agency für das Sommerhalbjahr 1935 bewilligte Schedule aufgeteilt in 5435 Zertifikate für Männer, 2165 für Frauen und 400 ohne spezielle Bestimmung. (J, T. A.) Die allgemeine Wirtschaftlage Palästinas Bauwesen — Mietzinse — Steigerung der Löhne — Schleppende Verschiffung Der Bericht einer palästinensischen iBank enthält nachstehende Darlegung zur allgemeinen Wirtschaftslage: Die Ursache des Aufschwunges der palästinensischen Wirtschaft, d. h. die starke Einwanderung kapitalkräftiger jüdischer Elemente hat auch im verflossenen Jahr in unverminderter Stärke angehalten. Obzwar es keinem Zweifel unterliegt, daß sich der Zufluß großer Kapitalien in den letzten Monaten etwas verlangsamt hat, so ist trotzdem noch kein Nachlassen in der Tätigkeit des Aufbaues und der Investierung zu bemerken, weil immer noch sehr bedeutende Mittel im Land brachliegen und auf lohnende Anlagemöglichkeiten warten. Auf dem Gebiet des Bauwesens herrscht nach wie vor eine fieberhafte Tätigkeit, um für die vielen Neuankömmlinge Unterkunft zu schaffen. Die Folge davon ist ein über normales Ansteigen der Löhne der im Baufach und den damit im Zusammenhang stehenden Industrien beschäftigten gelernten Arbeiter, das wiederum bei der übrigen Arbeiterschaft und den Tagelöhnern erhöhte Lohnforderungen auslöst. Die Landpreise in den Städten und Umgebung zeigen bei lebhaften Transaktionen auf dem Grundstücksmarkt sprunghafte Steigerungen. Auch die Preise für Siedlungsland haben eine Höhe erreicht, die eine rentable Bewirtschaftung kaum mehr ermöglicht. Die Mietzinse für Wohnungen und Geschäftslokale bewegen sich auf einer fast untragbaren Höhe. Regierung und Stadtverwaltungen sind deshalb bemüht, Mittel und Wege zu finden, um diese Bewegung aufzuhalten und in gesündere Bahnen zu lenken. Neben dem Baufach, das eine Ausnahmestellung einnimmt, waren auch die meisten der übrigen In du« striezweige verhältnismäßig gut beschäftigt, trotzdem wäre es im Interesse einer gesunden Weiterentwicklung des Wirtschaftslebens wünschenswert, daß der Eifer, mit dem immer wieder neue Industrie- und Handelsgesellschaften und auch kleinere Existenzen im Detailhandel gegründet werden, wenigstens so lange etwas nachlassen würde, bis sich erwiesen haben ird, ob all die Hoffnungen, die in die bereits bestehenden gesetzt wurden, auch in Erfüllung gehen. Die Wintersaaten 1933/34 haben infolge der ungenügenden Regenfällc fast allgemein schlechte Erträge, stellenweise sogar totale Mißernten ergeben, so daß die Regierung Hilfsmaßnahmen durch Erlaß der Zehntsteuer und Saatgutanleihen angedeihen ließ. Der gute Ausfall der Sommerfrüchte, insbesondere Mais und Sesam, Pension Koch, Haifa adar-Hakarmel Hermon Street 20 Telephon 1139 Haus ersten Ranges / Herrliche ruhige Lage / Kühle Räume / Modern eingerichtete Zimmer mit fließendem Wasser / Gepflegte koschere Küche / Mäßige Preise.

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