Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 457 (17.4.1935)
- Date
- 1935-04-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 Nr. 457 Treffpunkt . Wer~A»n am 17. und 18. April, unter Leitung einas bewährten Oherkantors im Restaurant W. SPRITZER ■i, Hammer-Purgstali-aass« (i Minute \om o i a n i b » <j Hur Verabreichung gelangen erstklassige Oster-SpeiialitSten. Ausschank »on original Pallstina-Weinen zu «itgemäßen Preisen. Tischbestellungan erbeten unter: A-45-5-42 # die restlichen rund 40 Prozent in nlchtjttdischc n g 1 ischrr Hand. An der Wonach bestehenden jüdischen Stimmeniöehrheit hat sich auch durch die neueste Kapitalserhöhung nicht« geändert. Von den beschlossenen pal. Pf. 1.500.000 neuen Aktien sind pal. Pf. 800.000 für spätere Disposition zurückgestellt und somit vorläufig nur pal. Pf. 1,200.000 emittiert worden, davon einesteils pal. Pf. 600.000 als gewöhnliche, voll dlviüendenberechtigte, jedoch u i c h t stimmfähige „A"-Aktien, andernteils pal. Pf. 600.000 als 4'jprozentige, tilg- und kündbare und ebenfalls nicht stimmfähige Vorzugsaktien („Preferred Shnres"). Die neuen „A"-Aktien wurden den bisherigen Akttonären zur Ausübung ihres Bezugsrechtes im Verhältnis 3 (neue ,,A"-Aktien) :5 (alte Stammaktien) zum Kurse von 125 Prozent offeriert; von diesem Bezugsrecht haben die Aktionäre durchweg Gebrauch gemacht; hinsichtlich dieser ,,A'- Aktien ist also die jüdische Kapitalmajorität gewahrt geblieben. Was nun die pal. Pf. 600.000 neuen Vorzugsaktien betrifft, so wurden sie, und zwar zum Zeichnungskurse von 100 Prozent, dem offenen Londoner Markte angeboten, der sie so eifrig aufnahm, daß der aufgelegte Betrag rund 82f ach überzeichnet wurde. Demgemäß wurde nach üblicher Methode die Zuteilung der Stücke an die einzelnen Zeichner „repartiert". Inwieweit hierbei die neuen Vorzugsaktien in jüdische und nichtjüdische Hände kamen, läßt sich nicht ermitteln. Völlig unzutreffend ist auf jeden Fall die Behauptung, daß eine Londoner Elektrizitütsfresellschaft für pal. Pf. 000.000 diese Aktien arworben habe, da ja in der Tat nur pal. Pf. 600.000 emittiert worden sind. Es scheint hierbei Zeichnungsbetrag und tatsächliche Zuteilung miteinander verwechselt worden zu sein. Fall« c.'ne Einzelzeichnung in Höhe von pal. Pf. 900.000 erfolgt ist, konnten auf sie;iur rund pal. PI. 28.750 zugeteilt werden. Selbst wenn die Vorzugsalctien restlos in nichtjiidisclie Hand gelangt wären (was aber dem besonderen Interesse, das gerade seitens jüdischer Finanzkreise Englands der Emission zuteil ward, keineswegs anzunehmen ist), könnte von einer „Ueberi'remdung" des Unternehmens noch durchaus nicht die Rede sein: Von dem nunmehr erreichten Kapitalstande von insgesamt pal. Pf. 2,200.000 würden dann zwar — im nichtwahrscheinlichen, ungünstigsten Falle — nur rund pal. Pf. 960.000 (60 Prozent der Stammaktien und der „A"-Aktien) jüdischen Aktionären gehören; da aber, Wie schon bemerkt, das Stimmrecht lediglich den Stammaktien zusteht, so hat sich der entscheidende Einfluß des Initiators des Unternehmens, Pinchas Ruthenberg, und der mit Ihm verbundenen jüdischen Gruppen, insbesondere auch unserer nationalen Instanzen, nicht gemindert. Uobrigens hat die Gesellschaft das Recht, die neuen Vorzugsaktien jederzeit mit vierteljährlicher Kündigungsfrist zurückzuzahlen und dadurch auch rein kapitalmäßig die jüdische Mehrheit wiederherzustellen. Weshalb die Vorzugsaktien-Emission nicht, was natürlich näher gelegen hätte, auf dem palästinensischen, sondern auf dem Londoner Kapitalmärkte erfolgt ist, wurde damit begründet, daß man den palästinensischen Markt, der ja bisher an ziemlich hohe Wertpapier-Rendifen gewöhnt war, noch nicht reif dafür gehalten habe, ein 4' .„»prozentiges Papier zum Zeichnungskurse von 100 Prozent aufzunehmen — worüber man immerhin verschiedener Ansicht sein kann. Die Ausführungen Dr. Adlers geben ein klares Bild iber die Macntverteilung in der P. E. C. Aber sehr beruhigend wirkt dieses Bild nicht. Die jüdische Majorität ist einerseits sehr knapp und anderseits nicht genügend gesichert. Auch wer nicht so weit wie Professor Weizmann gehen und von bewußtem Hochverrat sprechen will, muß Ruthenberg eines schweren Fehlers bezichtigen. Warum hat Ruthenberg die neuen Aktien auf den Londoner Markt gebracht und nicht auf den palästinensischen? Die Behauptung, daß das jüdische Palästina Papiere mit nur 41'.jprozentiger Verzinsung nicht kauft, reicht als Entschuldigung nicht aus. Si.e ist durch nichts bewiesen! Ruthenberg hätte doch die Probe aufs Exempel machen und zumindest einen Teil auf den palästinensischen Markt bringen müssen. Das war .c;eine Pflicht. Spaltung im „allgemeinen" Zionismus Die aus Deutschland nach Palästina ausgewanderten, bisher der Gruppe der ..Allgemeinen" angehörigen Zionisten sind unter Führung von Blumenfeld und Dr. Roaenblüth ausgeschieden und haben die Organisation „Kidmah" gebildet. Das nunmehr veröffentlichte Programm der neuen Gruppe, welche unter der Patronanz der Arbeiterpartei, der Exekutive und des Kreises um Professor Weizmann steht, zeigt den Zweck der Spaltung auf. Der Teil der ..Allgemeinen", welcher sich vom Projekt des „arabisch-jüdischen" Binationalismus entfernt, und dem nationalen Zionismus genähert hat, welcher nicht, mehr den Klassenkampfparteien blinde Gefolgschaft leisten will, soll isoliert werden. Es geht gegen die allgemeinen Zionisten Gruppe B, welche im Programm der „Kidmah" so charakterisiert werden: ... Damit ist die Afagr e u z u n g der „Kidmah" I gegeben: „Kidmuh" hat nichts gemein mit den zu einer reinen Interessenvertretung gewordenen Gruppen , allgemeiner Zionisten, deren politisches Ziel r e v Ij s i o n i s t i s c h, deren wirtschaftliche Ziele anarchistisch, deren soziale Ziele arbeiterfeindlich sind und deren menschliche Haltung den Idealen eines versunkenen liberalen Kleinbürgertums entspricht, das die Herrschaft der nationalen Gemeinschaft über den einzelnen ablehnt. .. Es ist festzustellen, daß diese in das Programm aufgenommenen Ausfälle gegen die Freunde von gestern viel weiter gehen, als z. B. die Polemik der Arbeiterpartei gegen die „Allgemeinen" der Gruppe B. Der Vorstoß der „Kidmah" könnte segensreich wirken, wenn er die B-Zionisten dahin brächte, endlich ihre schwankende Haltung aufzugeben und sich rückhaltlos zum Judenstaatszionismus zu bekennen, zu jenem Zionismus, der einst der allgemeine war. Arbeit ende Menschen wissen, daß zu erfolgreicher Arbeit bester Kräftezustand, ruhige Nerven, gute Stimmung notwendig sind. ZurKräftigung des Körpers, zur Behebung von Mattigkeitsgefühl gibt es ein zuverlässiges Mittel: Wenn'« Judenblut vom Messer spritzt Sally Epstein hingerichtet. Kulturdokument! — Mitteilung der Justizpressestelle Berlin vom 10. April 1935: ..Heute früh sind im Strafgefängnis Berlin- Plötzensee S a 11 y Epstein und Hans Ziegler hingerichtet worden, die vom Schwurgericht in Berlin als Mittäter bei der Ermordung des SA.-Sturmführers Horst Wessel zum Tode verurteilt worden sind. Da sich das Verbrechen einwandfrei als ein aus politischem Haß verübter, sorgfältig vorbereiteter und durchgeführter planmäßiger Mord darstellt, hat der Reichskanzler von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebratich gemacht." Der aus Polen stammende Jude Sally Epstein ist von Beruf Maler gewesen. Seine Beziehungen zum Wessel- Beitsim tt&s&em - Semmetu^ ■■■■■■■■■■■■■^■■■■■■■■■MnaB^^ Mord gingen nur so weit, daß er, als Wessels Hauswirtin in ein benachbartes Wirtshaus ging, um sich Hilfe gegen den sie bedrohenden Wessel zu holen, aus reiner Schaulust mitging und vor dem Hause zugleich mit anderen Zuschauern promenierte. Mehr konnte man ihm in dem vor wenigen Monaten stattgefundenen Prozeß auch nicht nachweisen. Er selbst leugnete jede auch nur leiseste Beziehung zum Mord. Der erste Prozeß gegen die Mörder Horst Wessels fand noch unter dem Weimarer Regime, im Jahre 1932 statt. Er wurde ohne jeden politischen Hintergrund geführt. Zwei Mörder Wessels, die ihrem Opfer gram waren, weil es ihnen ein Straßenmädchen abspenstig gemacht hatte (Horst. Wessels Braut war, wie sie selbst im ersten Prozeß vor den Richtern erklärte, ein Straßenmädchen), wurden damals wegen Totschlags zu mehrjährigem Zuchthaus verurteilt. Als dann Hitler ans rnachung Die Wiener Molkerei bringt auch heuer Pessach-Koschermilch in allen ihren Filialen zum Verkauf. Die Pessach-Koscher- . milch wird in ihren Meiereien in Niederösterreich unter streng ritueller Aufsicht der von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. M. Bosenmann bestellten, religiös verläßlichen Organe DTTlStt'tt erzeugt. Jede Kanne und jede Flasche ist mit einer Plombe, resp. einer Schleife versehen mit dem Aufdruck n:s ups y>r\ Vom 17. bis 25. April in allen Verkaufsstellen erhältlich WIENER MOLKEREI Ruder kam und Horst Wessel unter der Einwirkung der Goebbels'.schen Propaganda zum Nationalhelden emporgehoben wurde, wurden Sally Epstein und noch einige Leute als angebliche Mitschuldige am Wessel-Mord verhaftet und später zum Tode verurteilt. Sally Epstein ist nicht das einzige jüdische Opfer zum Andenken an Horst Wessel, der bekanntlich das Marschliod ,,W e n n's Judenblut vom Messer spritzt, dann geht's nochmal so g u t" verfaßt hat. Im ersten Wessel-Prozeß hatte nämlich auch eine jüdische Sozialfürsorgerin, Fräulein Jaco by, sich als Zeugin ungünstig Uber die Horst- Wessel-Sphäre geäußert. Al3 die Nationalsozialisten zur Macht kamen, flüchtete Fräulein Jacoby aus Furcht vor deren Rache zu ihren Eltern nach Breslau. Doch das Schicksal erreichte sie auch dort: sie wurde, von Nationalsozialisten auf der Straße überfallen, verschleppt und grausam ermordet. * Dienstag abends wurden die Verteidiger der Verurteilten davon verständigt, daß am Mittwoch um 6 Uhr früh im Strafgefä.ngnis Plötzensee die. Hinrichtung erfolgen werde. In Gegenwart des Volksgerichtshofes und der Vertreter der Gestapo wurden die Verurteilten zum Richtblock geführt. „Nicht wir sind die Mörder, Ihr seid die Mörder!", rief Sally Epstein noch seinen Richtern zu. Es waren seine letzten Worte. Die ausländischen Pressevertreter heben hervor, daß die wirklichen Täter, H ö 1) I e r und Soll, keine politisch Interessierten, sondern einfache Zuhälter waren, die In Horst IANA Franzbranntwein mit Menthol Bestes Einreibemittel, hervorragend zur Mund-, Zahn- und Rachenpflege und zu mannigfachen anderen Zwecken. In jedem besseren Geschäft erhältlich. Verlangen Sie ausdrücklich „DIANA" und nehmen Sie nur „DIANA". Minderwertige Nachahmungen sind energisch zurückzuweisen. Wessel einen Konkurrenten sahen. Ziegler und Epstein, die mit dieser Sphäre nichts zu tun hatten, standen neben anderen Neugierigen vor dem Haus, in dem Wessel wohnte, ohne eine Ahnung zu haben, was sich darin abspielte. Ali Höhler und Soll wurden im Jahre 1932 wegen Totschlags zu Zuchthausstrafen rechtmäßig verurteilt, so daß sie nicht wieder angeklagt werden konnten. Hängen ♦ ♦ ♦ Hangen ♦ . ♦ Die unter Patronanz der Hitler-Regierung erscheinende neue Berliner Zeitung „Judenkenner" veröffentlicht einige Programmpunkte des ,.W eltbundcs der Judenkenne r": ,,Die Judenkenner aller Länder werden als erste Maßnahme nach dem .Rezept' Henry Fords die 5 0 r e i c hsten Juden in jedem Land, die ja sämtlich Hochgradfreimaurer sind, aufknüpfen. Die zweite Maßnahme ist die, daß sämtlichen Staatsmännern, die gegen ihr Land den Judenstaat vertreten haben, der Prozeß gemacht wird und sie, schuldig befunden, auch aufgehängt werden, weil sie in dem Weltkrieg des in alle Völker eingebauten Judenstaates, dessen Bestehen sie selbst schon oft „amtlich" zugegeben haben, gegen alle Völker nicht die Interessen der friedensliebenden Völker, in denen lie leben, sondern die des Judenstaates gefördert und deshalb nach dem Strafgesetzbuch aller Länder Landesverrat begangen haben. Als dritte Maßnahme sind alle in der Weltpresse arbeitenden auswendigen und inwendigen Juden vor das Gericht der erwachten arischen Völker in jede,m Lande zu ziehen. und ihnen folgende Fragen vorzulegen: 1. Warum habt Ihr zum Nachteil des Weltfriedens gelogen? 2. Warum habt Ihr, die Völker aufeinander gehetzt? 3. Wer hat euch dafür bezahlt? Die Schuldigen trifft die Strafe, die der verdient, der Millionen friedliche Menschen für völkerfeindliche und eigennützige Zwecke in den Tod führen will. Ebenso die ehrbarenHintermännerin Hochfinanz, Rüstungsindustre und Diplomatie. Dann können die Vertreter der von diesem Blutgesindel, diesem Abschaum der Menschheit, befreiten Völker zusammenkommen und gemeinsam gegen die Bestien den errungenen Weltfrieden feiern, der dann auch wirklich „gesichert" ist. So denken sich die Judenkenner in aller Welt die planmäßige Verhinderung des „Präventiv-Weltkrieges zur Rettung der Kultur Europas", den die geheime jüdische . Obergewalt, die nunmehr bald auch mit einem offenen Juden-Parlament „arbeiten" will, nach ihren Andeutungen, Drohungen und Prophezeiungen für 1935 bis 193S anzusetzen unternommen hat." Nach Streichers Besuch in München Aus München (J. T. A.): Die Wirkung des jüngsten Besuchs Julius Streichers in München macht sich schon fühlbar. Es wurden in München Plakate durch die Straßen getragen mit folgenden Aufschriften: „Die Juden sind in jedem Land ebenso notwendig; wie die Mäuse im Speicher", oder: „Wer sich nicht am Kampf gegen die Juden beteiligt, verdient nicht, deutsch genannt zu werden", und: „Wer sich mit Juden in Geschäfte einläßt, ist ein Verrate r". In einem weiteren Falle erfolgte eine genaue Aufzählung der durch die russische Geheimpolizei erschossenen Persönlichkeiten und dann heißt es weiter, daß sie alle und die weiteren zehn Millionen Opfer dea russischen Bürgerkrieges in Wahrheit Opfer der Juden seien. Judenstaatsparfei Oesterreichs Anläßlich des 75. Geburtstages Theodor Herzls veranstaltet die Judenstaatspartei eine Qtofie Hm&-fedettkfeiet welche Donnerstag, den 5J. Mai, um halb!) Uhr abends im Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße 'J, stattfindet. — Die Gedenkrede hält ein prominenter zionistischer Führer. — Reiches künstlerisches Programm. — Auserlesene Kunstkräitc. Karten a S 1.50 und S 1.— sind erhältlich in allen Sektionen der Judenstaatspartei, bei Frau Paula' Stricker, Tel. A-48-1-8!), im Warenhaus Brüder Schiff* mann und in der Buchhandlung M. Rath, 11., Tabortttraiie 20 a»