Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 457 (17.4.1935)
- Date
- 1935-04-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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*8S Heutige Pessach-Nummer P r Wien 20 Gfv '^y. PrdS 20 GrOSChen Jahrgang 9 Mitfwodi/ den 17* ^k Nr« 457 V« b* b« Zeitung vom Verleger versendet „Journal exp6di6 par l^diteur«* REVUE HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.50, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—; Rumänien monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Bulgarien monatlieh Lewa 30.—, viertel jährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—3 Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer Franca 1.50. vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit E bezeichnete Anzeigen sind entgeltlieh. Redaktion u. Verwaltung : IX, Universitätsstr. 8, Tel, A-20-2-78 - Erscheint Dienstag u. Freitag Knechtschafft und Freiheit Sedecat>ettd (Orig. Holzschnitt von H. Fechenbach.) Alljährlich gibt das Pessachfest Anlaß zu historischreligiöser Betrachtung. Ueberau in der Welt sitzen Juden in ihrem Heihi am Seder tisch bei Mazzoth und Wein, um des Auszugs aus Mizrajirii,;aus der Knechtschaft in die Freiheit, zu gedenken. Im Rahmen dieses schönen Familienfestes schlägt für uns nationale Juden auch noch das stolze Gefühl durch, in die Zukunft zü blicken, die an das Symbol des Pessachfestes anknüpft. Die Zeit, in der wir leben, wird für die Geschichte des jüdischen Volkes zweifellos von nicht geringerer symbolhafter Auswirkung sein als der Marsch nach Kanaan. Denn die Geschehnisse in der jüdischen Welt, das machtvolle Werk in Palästina und die Ijcroischen Anstrengungen derer, die aus den Galuthzentren sich für den Weg nach Erez Israel rüsten, geben uns die Berechtigung zu solcher Betrachtung. Das Land unserer Väter und das Land unserer Kinder, Erez Israel, hatte heuer wieder das Glück, rund um Pessach sich im Gewand der Arbeit und im Glanz der Freude über das Geschaffene zu sehen. Junge Juden aus aller Welt, muskelstarke Juden vom Geist Hcrzls und Nordaus, konnten heuer auf dem Mutterboden Palästina in Sport und Spiel zeigen, wie der zionistische Geist den Körper und die Sinne gesund gemacht hat: Das Fest der Makkabim! Das Land steht im Mittelpunkt der jüdischen Arbeit und des Stolzes, den diese Arbeit zu gewähren beanspruchen darf. Erez Israel gibt uns Mazzoth und Wein. So schafft das jüdische Aufbauwerk den sentimentalen Vergangenheitsgefühlen den festen Unterbau der Gegenwart, so wird „dieses Jahr" immer wieder ein Baustein für das kommende. Neben dem Makkabäerfest ist Pessach für uns dio Zeit seelischen Aufschwungs und freudigster Gemütserregung geworden. Der Zionismus hat diese große Wandlung, dieses alljährliche Glück zustande gebracht. Pessach-Beilage Seite 9 bis 12 »fotoftlee Regelmäßige Fahrten nach ß } PALASTINA mit SM* (nur eine Klasse), rituelle Küche, Beihaus an Bord. Nächste Abfahrt25. April abTriest. Visum gegen ermäßigteKaution. JUisdüta „Ummtil", SJ^STM Pension Srma Meister. Meran Idealer qanzjährlner Autenthalt, letzter Komiori, gerühmte Küche, herrl Park, inüßise Preise. Verlancen Sie Prospekte -WD Hotel Arras NIZZA 7 Avenue Baquis Aller Komiori. Elegant« /.immer. Nahe am Meer und Kasino. Idealer AufytfliaU. Komplette PensioailfKs.35.- Aus dem zionistischen Lager Präsident Sokolow unter Zensur Auf der Jerusalemer Sitzung des zionistischen Aktionskomitees hat sich ein Vorfall abgespielt, der die Verhältnisse in der Organisation ins rechte Licht rückt und einer allgemein verbreiteten Täuschung ein Ende bereitet. Alle Welt glaubt nämlich, daß auf dem letzten Zionistenkongreß Nahum Sokolow zum Präsidenten der zionistischen Weltorganisation gewählt worden ist. Jetzt hat sich aber erwiesen, daß dies ein Irrglaube ist. Nicht Nahum Sokolow, sondern Herr Berl Locker sitzt auf dem Stuhl Theodor Herzls. In seiner großen Rede auf der A.-C.-Sitzung hat Präsident Sokolow ein Bekenntnis zur Idee vom Judenstaat abgelegt. Er hat im Verlauf seiner Ausführungen darauf hingewiesen, daß der Sinn des Zionismus nur darin liegen kann, den Judenstaat aufzubauen. Und als er seine Bede mit dem Appell zur Einigkeit aller zionistischen Gruppen schloß, tat er dies mit dem Hinweis auf das eine Ziel, das alle einigen kann, mit dem Hinweis auf den Judenstaat. Als am. nächsten Tag der von der Exekutive ausgegebene offizielle Sitzungsbericht an die A.-C.-Mtglieder und Pressevertreter verteilt wurde, ergab sich eine schöne Ueberraschung. Die Rede des Präsidenten erwies sich als zensuriert! Alle auf den Judenstaat bezugnehmenden Stellen waren weggelassen! Ein Redner war in der Lage, das Konzept des Berichtes mit den Streichungen vorzuweisen. Sei fntarrljüli[(|en ftffcltioiten ber fittftftege ftet§ nur $reblauer Die Ausgabe der Berichte obliegt bekanntlich dem Organisationsreferat der Exekutive . und der Leiter dieses Referates ist Herr Berl Locker. Sokolow hat vom Judenstaat gesprochen, Berl Locker aber, der nur eine Filiale der Internationale und keinen Judenstaat in Palästina will, duldet das nicht und stopft Herrn Sokolow kurzerhand den Mund. Wer ist also in Wirklichkeit Präsident? Sokolow? Nein! Berl Locker. Kein Revisionist darf Sdiefcel kaufen? Aus Paris: Das Exekutiv-Komitee der Weltunion der Zionisten-Revisionisten erklärt zur Richtigstellung einer palästinensischen Meldung, wonach der Beschluß der revisionistischen Exekutive, am XIX. Zionistenkongreß Dez tile$ tuuk tte^lmd führt über die PALÄSTINA-EILLINIE des LLOYD TRIESTINO TRIEST-JAFFA-HAIFA Mir in der ausgezeichneten Touristenklasse in zwei- oder \ 250 vierbettigen Außenkabinen mit reichlicher u. schmackhafter Verpflegung (vier Mahlzeiten täglich) tmwmmmmmmmmammmmmmmmmmmmmmmammmmmm Die großen Schiffe .GALILEA' ,GERUSALEMME' .PALESTINA' (je 12.500 Tonnen Deplacement) verkehren sechsmal monatlich nach Palästina, außerdem dichter Verkehr via Aegypten und via Athen—Istanbul. Gelegenheit zu herrlichen Rundfahrten im Mittelmeer. Für JUketeseMsckafkH Scndetittehe! LLOYD TRIESTINO Wien I Kärntnerring 6 Telephon U-47-3-60 nicht teilzunehmen, einzig die Union als solche, nicht aber die revisionistischen Schekelzahler be« trifft, folgendes: „Diese Ausdeutung unseres Beschlusses ist absolut falsch: Der Beschluß der revisionistischen Exekutive be* deutet nicht nur eine Nichtbeteiligung an den Kongreßwahlen, sondern auch einen strengen Boykott des entweihten Schekel. Die revisionistische Exekutive wird jedem Revisionisten ausdrücklich verbieten, einen Schekel zu kaufen; daraus folgt, daß von irgend einer Beteiligung an den Kongreßwahlen keine Rede sein kann." * Aus Paris: Dr. Julius Brutzkus, der frühem Minister für jüdische Angelegenheiten in der litauischen Regierung, ist aus der Exekutive der Weltunion de» Zionisten-Revisionisten ausgetreten, weil er mit den letzten Beschlüssen der Exekutive und mit den Bedingungen, unter denen sie gefaßt wurden, nicht einverstanden ist. Dr. Brutzkus ist gegen den Austritt aus der Zionistischen Weltorganisation. Er protestierte auch dagegen, daß die Exekutive ihre den Austritt proklamierenden Beschlüsse in Abwesenheit des Präsidenten. Jabotinsky, det» sich noch auf einer Amerika-Reise befindet, und einiger Mitglieder, die noch in Palästina weilen, gefaßt hat. Zum Konflikt Weismanns Wir haben berichtet, daß auf der letzten Sitzung des Zionistischen Aktionskomitees Professor Dr. Weizm a n n gegen den Gründer und Generaldirektor Ingenieur Ruthenberg der P. E, C. (Palästinensische Wasserkraft- und Elektrizitäts-Gesellschaft) schwere Vorwürfe erhoben und die Zionistische Organisation davor gewarnt hat, das Ruthenberg-Werk moralisch oder materiell zu fördern. Ruthenberg hat in einem Brief an. das Aktionskomitee heftig erwidert und Weizmann vorgeworfen, daß dieser immer sein Werk, das eine technische und kulturelle Großtat sei, angefeindet habe. Der Antagonismus zwischen Weizmann und Ruthenberg (letztere» ist wiederholt als Präsidentschaftskandidat gegen Weizmann lanciert worden) ist ein alter. Diesmal ging es aber nicht um innere Parteiangelegenheiten, sondern Weizmann beschuldigte Ruthenberg des national-wirtschaftlichen Hochverrates. Er beschuldigte ihn, die jüdische Majorität in der P. E. C. preisgegeben und anläßlich der jüngst erfolgten Kapitalserhöhung die Majorität in der Leitung dieses mit jüdisch-nationalem Kapital gegründeten wichtigsten Palästina-Werkes englischen Gesellschaften in die Hand gespielt zu haben. Die Sache hat natürlich eine große Diskussion entfesselt. Wir bringen nachstehend sachkundige Ausführungen von Dr. J. Adler (Tel-Aviv) über den Streit. Er schreibt u. a.: Der Sachverhalt ist folgender: Bis zu der Anfang dieses Jahres beschlossenen Kapitalserhöhung um pal. Pf. 1,500.000 auf pal. Pf. 2,500.000 betrug das Nominal-Aktienkapital der Gesellschaft pal. Pf. 1,000.000» davon pal. Pf. 950.000 in einfachen, gleichmäßig stimmberechtigten Stammaktien, wovon pal. Pf. 937.625 tatsächlich begeben waren, der^'Rest in Vorzugsaktien. Von jenen Stammaktien befinden sich etwa 60 Prozent in palästinensisch-jüdischen und englisch-jüdischen Händen, und zwar ganz überwiegend im Besitze großer Institutionen« Unsere nächste Ausgabe erscheint Freitag, den 29. April Allwöchentliche Fahrten nach PALSSTINA mit den Luxusschiffen der italienischen Linien, billigtse Preiset günstige Arrangements. Auskünfte und Anmeldungen Reisebüro CENTRAL, »fr« ~T * -B R M A H Telephon R-27-2-33 EN I. STUBENRING 2 (gegenüber Krlegsministerium)