Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1935-04-12 · Heft 455 (12.4.1935) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 455 (12.4.1935)
Date
1935-04-12
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/2711613-2712049-2712079--5010-2718569
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 155 DIE NEUE WELT Seite T 1 -Hegen- Mantel aus pnnim. Batist, alte |t.DO Modefarbe» . S 13 Einfarbiger Mantel roino Wolle, >,\K.»-|0.80 Seide per., t>r. Iter. N III Engl. gem. Sportmantcl mit K.-Scidcn-Üaltel- Ol.30 fntter . . . . . S Vt •VrPeletot- Complet (Paletotii. Schoß) . aus Noppen* boucl6 34" dieser Woclv^ |Crep«Mongol-'A(eM moderne ^,R(rr, f. sl.ir'^KrauenS 39 |Trtf>dw-Mantel ^drslarkoFniOen, ^>ft.~ b. HUflweite 150 S&if | Uthler-Weste « do bvint resückt . 8 TT |KA-Matf-Cr.-Flamisol sehilneStreir-Dcss. ^'.90 d. Neueste, p. m. S 9 ''Angorette -Boucle-Mantel In Modefiirben, Ranzflfl.—; k.-s. Refmt.....s i& Double-Mantel m. br. nn>.~ Herrenrcv. rnfjI.gcm.S /Kammgarn-Mantel «mv~ , Mlllcpoinls,f!iinzgcF.S 09 «TcoUeufrKQStümgn.- 1Icrrtinrass.j;apzRcf ,S Shetland-Kostürn gn.30 Jacke lianz gciUll«rlS £& f fKs<flmgam-Kostum nu» jq- I Herrcnsloff.,Sehncldcrnrb. S Ho [Crepe-Mongol-Kleld (oder in fK> Wollstoff-Kleid, lanRcAtrm. lA Fesches Nachmittags-Kleid Lt> 450 5.öo ■>ö /^LlAvll aus gutem Wollstoff, Itf.flO Ml 1A Flamlsol-KrnRerJ . .Sil M\ «• WS? \ BoucleXomplet Jf\v V^sf««% (Kleid und Cape) . Sau [y"\'lfr Eleg. Cornplet(Kieidu. [4L l Jäckchen) reich mit llfl.— KY/H ' Pllssee......s Was<h-u. Seidenstoffe Wasch-Voile-Kretonne Kleideru. Schlafflfl rock-Dcse., Groschen »II Waschseid .-Imprlme t.2.-,i f. Kleider, viele Dcss.,Sl Streifen-Indanthren f. Dressinggown tind 1.25 Pyjamas......S 1 Pepitau. Schotten-Ff esco slrapazfahiecr Kleider-und Blusenstoff .....S Crepe-MongoMmprlmdr ( K.-Sefdo......p. n» S Crepe Cloqut exklusive Dessins. . . . S Sand-Cfepe-K.*Seldej 1.50 rood. Kleidergewebe . . S .80 lack Spanien od". Binde. Gr. 2ß—30 (siehe Abbildung) Cape-Mantel (Cape abnehmbar), aus cnuJ. gemust. Made-Wolf« sloff, ßanz 0tk M \ Duchesae «flh '90 littert Damen* Sämtsch-Blndc-Pump« trau oder braun, Wiener Handarbeit (siehe Äbbildg.) WoH-Stofft: Moos* Crepe In Mode- Idcfderfärben 3.50 . .. Panama-Boucle" f. Kleider. 100 breit, teine Wolle S Pepita die große Mode, reine Wolle. 100 breit... S _ Mantei-u. Paletotstoff c.go irtbclueu gran.KÖbr.SW Fresco-ßoucle für Mantel u. Paletot.fi. fiOO J10 bicit, r. W. . . S II rflr's Kind: Steirerhoserlm. Eini.no lassunjr, GrOßc 3 . S Dazupass.Joppen n.oo Kit:«musl. Gr. .'I S L Knaben-Joppen Sr.hafw. tNoppenfi.W) slofl). grün. Krai;. IJ Knab.-Sport-Anzug n.so minz uef. Gr. 3, ab S a Matrosen-Anzüge *n.<*> kuivco. Line. Hose, ab 1» Pepita-Kleiderl tt.oo m.Scldcnl<ra£ ,Gr.65,S U Mädchen-Mantel 7.90 kleids. Fasson. Gr. ÖS. S I Crepe-Mongol-Kleiderl n.so weif. n. Paslellfarb.,Or.«5abS 9 Hubertus-Mantel für Mädchen und Q.80 Knabon . ab 8 «f Knaben- Pariser hraun Boxcair.Or.:Jl-U") (laut Abbildun Ml'« WCCfcttfldS Vorarlberg! Tupfbatht ac per m . . GfOichen 64, W Netz-Vothans-Stoff AM 130 br.» per m . S 2.90, *' Spitzen-u.datlit-Stores mit Motiv u. EiOfiat* S •* 3acqu.-Flanell.-D«ken %sß 120X1!» cm.....9flr , rSchla§er«i dieser Woche? Toef od. Ka»«f«f!€4.2!) Email; f , Lfter . S I KtfffemeM« am mit Einslellwerk S I Faschier-Maxtihi« \w Mnrke „Darlina" Sü WlrtschaftsgescrilrT «.90 Kmaü. blau, p. kft S9 Kaffee-Stnrfce 71c Karlsb. Porzellan .3 f wammmmmmmmmmm FOr den Harra: Kammgdrn-Anzu? art.— K. Seide ßer.. Modef.S 19 Modegr. Spott- Anzug o«.-. Knickerb.;o. I. Hose ti WO Strapaz-Ttenchcoat qrt.- Baum-Wolleabrfrdin S Juv Huberfus-Mantel TrenchfasRon . . .S*<* Herren-Mut Mode-Faas.. ftoo alle Farben ..... s u FrUhjahrr-Nanial Fischgrat cn- Dessins, hall» K.« _ A Seide, gcg CB gefuttert g fl^^^ Herren i Herren* BOXCaif braun. Crouponsohle <siehe Abb:t<funt^i I P P fi\ A König Ibn Saud über Palästina Aus J c r u s.a. l e m: Laut „Davar" hat der König' dos Neschd und des Hcdschas, Ibn Saüd, beim Empfang von Journalisten u. a. erklärt: ' ,-,Ich wünsche Palästina, viel Glück und alles Gute, denn es ist ein arabisches Land und beherbergt den dritten heiligen Tempel. Wer den Arabern Gutes erweist, der erweist mir Gutes, und wer den Arabern Böses tut, tut mir Böses. Das Unglück der Araber entspringt ihrer eigenen inneren Schwäche." Herzige; Kinderiii. St( ppr reine Woll eiiii'arbij K/W -W-'TM"f/m > -t*IJs^ wm^M**^* wmiwm 'y//^//^v' t^^Mi*^^'% "'^^ COh ^SR£SS»^^ Die Kegierungseinnahmen in^, Jänner 1935 Aus Jerusalem (Palnews); Im Jänner 1935 betragen die Regierungseinnahmen Pfund 463.489, davon entfallen auf Zolleinnahmen Pfund 200.174. Die Ausgaben stellen sich dagegen auf Pfund 271.122, so daß sich im Jänner ein Einnahmenüberschuß von Pfund 192.368 ergibt. Juden nach Spanien kommen? Von Prof. A. S. Jahuda (Madrid) Prof. A. S. Jahuda, der bekannte Gelehrte, ausgezeichnete Bibelkenner und Propagator der hebräischen Sprache, hat seit Jahren den Lehrstuhl für hebräische Sprache und Literatur an der Madrider Univeivsität innc. Als solcher hat er aich jahrelang mit der Geschichte der spanischen Juden beschäftigt. Im Zusammenhang mit. den Maimonides-Fciern in der spanischen Universitätsstadt Cordova tauchte die Frage auf, ob der während der spanischen Inquisition über SDanien vex'hängte Bann (Cherem) heute noch in Kraft sei. Zu dieser Frage nimmt Prof. Jahuda in nachfolgendem Stellung. Schon bevor ich den Madrider Lehrstuhl übernahm, erfuhr ich, daß auf Grund eines Cherem Juden nicht nach Spanien kommen dürfen. Aber in den Büchern der sephardischen Rabbinen und Gelehrten, wie Abarbanel, Josef Caro u. a., habe ich nirgends eine Spur dieses Cherem ■gefunden. Auch die großen heutigen rabbinischen Gelehrten des Ostens, die mit der Literatur der sephardischen Rabbinen der letzten vierhundert Jahre bekannt sind, konnten mir keine Auskunft über diesen Bann gebon. Ich ging der Sache auch in Marokko nach, wo eine Menge Ueberlieferungen über Spanien aus der Zeit des Mittelalters bewahrt sind, aber auch dort konnte man mir über den Cherem nichts sagen. Vor ungefähr zwanzig Jahren sagte mir ein 90jähriger Raw in Tetuan, er erinnere sich von seinen Kinderjahren her, daß man jüdische Kaufleute, welche damals geschäftlich nach Spanien reisen wollten, davon abhielt, weil man darin eine Verletzung des Cherem sah. Aber dieser alte Mann konnte mir etwas Positives über den Cherem gegen Spanien nicht sagen.. i Nach langen Studien kam ich zur Erkenntnis, daß es einen formellen Cherem bezüglich 'der Rückkehr nach Spanien nicht gebe. Nichtsdestoweniger aber hat man es im Verlauf der vierhundert Jajhro'für eine Sünde gphalten, nach Spanien zu fahren, kraft , der e-infaohen Sachlage, wonach von der spanischen Austreibung im Jahre 1492 bis zur Abschaffung der Inquisition ,im Jahre 1835 es den Juden verwehrt war, spanischen Boden zu betreten, es sei denn, daß sie vorher den christlichen Glauben annahmen. Nach Spanien reisen war also für den Juden dasselbe wie die Taufe nehmen. Da der Jude seinen Glauben-nicht verleugnen darf, ftuch wenn ihm Lcbcnsfic^alii« ürolat, ist es War, daß die Juden prinzipiell eine Reise nach Spanien unterließen. Für die Juden war es eine auagemachte Sache, Spanien so lange nicht zu betreten, als dort das Inquisitionsgesetz bestand. Obwohl sephardische (spaniolische) Juden von Zeit zu Zeit die Möglichkeit hatten, nach Spanien zu kommen, weil sie insgeheim in Verbindung mit den dortigen Marannen (Juden, welche zum Schein das Christentum angenommen hatten) standen, die sie vor der Verfolgung durch die Inquisitionsgerichte schützten, blickten doch die Juden mit Verachtung auf jene, welche nach Spanien fuhren, wo sie doch der Zwangstaufe ausgesetzt waren. Die Lage hat sich bei Beginn des XIX. Jahrhunderts radikal geändert. Unter Napoleon wurde 1808 die Inquisi- IIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIHIIilllllllllllMlillllllllllMIIIIIIIIHI Der Mensdh i§t frei! lluimonides sutfl in ..Meschne Tliorn": Jedem Menschen ist Freiheit gegeben: will er sich dein ,U u l e n Ii eiie zu wenden und ein derechler sein, so hui er die Freiheit dazu: will er dein schlechten liege /Aiwenäen und l'reoler sein, so htif er die Freiheit dazu. Sicht komme es dir in den Sinn, ious Toren unter den Völkern der Welt und die meisten der liohlköpfe unter den Juden suM?": duß der Heilige, gesegnet sei er. mit der Geburt des Menschen über iiin beschließt, ob er ein Gerechter oder ein Freoler werden soll. So ist es n ich i, sondern jeder Mensch kunn ein Gerechter werden, .wie Mo sehe, unser Lehrer, oder ein Freoler. ioie J a r o b u m, er kunn weise werden oder beschriinkt. barmherzig oder gruusum,t geizig oder »ornehm, und so ist es mit ull den Eigenschulten. Doch n. i e m a n d ist du, der ihn zwänge, niemand, der'» über ihn beschlösse, niemand, der ihn hinzöge nach dem einen doil zwei Wegen: sondernaus sich selbst und seiner Frkenntnis wendet er sich dem Wege zu. den er luill. * Welchen ist die noUendele l! m k e. h r? II enn einer an ein Ding geriii, un dem er sich einmal oergangen hat. und er die Möglichkeit hat, es wieder zu tun, doch sich absondert und es nicht tut. um der Umkehr luillen, nicht uns Furcht und nicht am Sduoüdie. sich ein die tion abgeschafft und von 1832 an hat der Inquisitionsgedanke im spanischen Volk jeden Halt verloren. Die Todesstrafe für jeden Juden, der spanischen Boden betrat, galt von da ab als überlebtes Gewaltmittel, so. daß es kein Hindernis für Juden mehr gab, nach Spanien zu reisen. Was das Austreibungsgesetz selbst anlangt, wurde es dlirch die Konstitution im Jahre 1812 und durch andere spätere Gesetze abgeschafft. Das Austreibungsedikt, das auf dem Gedanken basierte, daß Spanien ein katholisches Land sei und daher Menschen anderer Religion bei sich nicht dulden könne, hat auf diese Weise seine gesetzliche Gültigkeit verloren und zu existieren aufgehört. Tatsache ist. daß nach der Proklamierung der neuen Konstitution durch die spanische Republik sich Juden nicht mehr abhalten ließen, nach Spanien zu reisen. Andererseits, kommt es sehr selten vor, daß die abergläubischen, fanatischen Spanier, von denen viele heute noch ini Juden einen Teufel mit Hörnern sehen, den zu ihnen kommenden jüdischen Gast belästigen oder verfolgen. Nach all dem kommt man zu folgender Schlußthese: 1. Daß die Geschichte vom Cherem, der über Spanien seit dem Austrebung'sgesetz verhängt worden sei, nicht richtig ist; 2. daß seit der Abschaffung der Inquisition und der Proklamierung der Gewissensfreiheit und freien Glaubensübung kein Grund mehr für Juden besteht, Spanien zu meiden. Alle Rabbinen, welche mit mir über die Cheremfrage korrespondiert haben, sind zum selben Resultat gekommen wie ich. Kürzlich hat der Jerusalemer Raw Reb Schelomoh Wertheimer sein Einverständnis mit meinen Ausführungen kundgetan. Auch viele rabbinische Gelehrte Polens, der Tschechoslowakei und Ungarns haben mir ihre Zustimmung zu meiner Meinung gegeben. Dies ist um so wichtiger, als ja in den letzten Tagen sehr viele Juden zu den Feierlichkeiten nach Cordova gekommen sind, wo das spanische Volk einem der größten jüdischen Denker, dem Rambarn, die höchsten Ehren erwiesen hat. Die internationale Faschistenkon leren/, lehnt die Rasssntheoric ab Aus Amsterdam: In den letzten Tagen hat hier eine internationale Faschisten konferenz stattgefunden. Nach Konferenzschluß gab der Vorsitzende und Führer der italienischen Delegation, General Eugenio C os eis chi, Mitglied des italienischen Parlaments, Pressevertretern Aufklärungen über die Ziele der internationalen faschistischen Bewegung. Er betonte hiebet, daß der Weltfaschismus jede Unterdrückung einer Klasse oder Rasse und die Rassentheorie im allgemeinen ablehnt. Die Bewegung erstrebe vielmehr die Kooperation aller Klassen und Rassen. Vorherrschaft einer bestimmten 'Rasse wäre Ausfluß materialistisccher Auffassungen und stehe mit der Herbeiführung einer durch geistige Bindungen gewährleisteten Einheit im Wege. A n m. der R e d. Diese Erklärung ist zu begrüßen und war notwendig, denn auf der letzten weltfaschistischen Tagung in Montreux war, wie wir ausführlich berichtet haben, unter dem Drucke deutscher und rumänischer Teilnehmer eine Resolution in der Judenfrage angenommen worden, die zu antisemitischen Deutungen Anlaß gibt.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.