Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 453 (5.4.1935)
- Date
- 1935-04-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite . DIE NEUE WELT Nr. 453 Zu besonder» billigen Preisen letzte Abfahrten nach ANERIKA „Majestlc", 24. April „Scythla", 27. April Gesellschaftsreise ab Wien 19. APRIL mit Motorschiff „BRITANNIC". KOSCHERE KÜCHE CUNARD WHITE STAR, Wien I, Kirtnerring 4 Telephon U-4'2-0-43, U-46-2-48 Di'cTagung des zionistischen A«C« Aus Jerusalem wird u. d. 3. April berichtet: Im weiteren Verlauf der Generaldebatte (siehe unsere Ausgabe vom 2. April) übte Prof. Weizmaun Kritik an den gegenwärtigen Kolonisations- und Einwanderungsmethoden und legte dem A. C. ein Projekt für eine nationale Kolonisation in den Gebieten Hule. Beisan, Südpalästina und Transjordanien vor. Dr. Mossinsohn (Allgemeiner Zionist) verlangte eine Koalition s exekutive und erklärte sich mit dem Aufdruck der Disziplinklausel auf den Schekelformularien nicht einverstanden. Einen ähnlichen Standpunkt vertrat Rabbi Meir Berlin (Misrachi). Dr. Nahum Goldmann verlangte eine Herabsetzung der gegenwärtigen 50prozentigen Vertretung der Nichtzionisten in der Exekutive. Dr. Hoffmann (Revisionist) forderte die Einsetzung einer Kommission zwecks Erzielung einer gemeinsamen Verständigung. Der Führer der Judenstaatspartei, Meir Großmann, wandte sich gegen das Londoner Abkommen zwischen Ben Gurion und Jabotinsky mit der Motivierung, daß es bloß eine zweiseitige Vereinbarung sei, die nicht alle zionistischen Gruppen binde. Den Aufdruck der Disziplinklausel auf dem Schekel bezeichnete er als völlig überflüssig. Die zionistische Exekutive müsse andere Mittel anwenden, um die Wahrung der Disziplin zu erzwingen. Heute, unter den gegenwärtigen schwierigen Verhältnissen, dürfe man nicht ein Spiel mit F o r m a 1 i t ä t e n treiben, während viele Tausende sehnsüchtig darauf warten, daß man ihnen Stedlttngsmöglichkeiten in Palästina eröffne. M. M. Ussischkin (Jüdischer Nationalfonds) ist mit der Disziplinklausel auf dem Schekel nicht zufrieden, wendet sich aber gleichzeitig gegen politische Separataktionen, wie sie von den Revisionisten in Szene gesetzt werden. Die Exekutive muß den Kampf gegen die Behinderung jüdischen Bodenerwerbs durch die Palästina-Regierung aufnehmen. Taben kin (Arbeitervertreter) wendet sich gegen den Keren-Tel-Chaj, Meir J a a r i (Haschomer Hazair) fordert den Ausschluß der Revisionisten aus der Zionistischen Organisation Der Redakteur des „Dawar", Berl Katzenelson spricht sich gegen den Ausschluß aus, verlangt aber die Bekämpfung des Revisionismus. S u p r a s k y bekämpft den Standpunkt Weizmanns, der seiner Meinung nach die T n d vi s t r i e zu wenig berücksichtige. Doktor Schechtma nn (Rev.) behauptet, die Exekutive habe keinen Arbeitsplan auf lange Sicht. Schluß der Generaldebatte Montag, den 1. April, wurde zur Lösung der akuten Frage, das ist der Stellung der Revisionisten zur zionistischen Organisation, eine ,,V e r t ä n d ig'iuigökommission" gewählt, der 3 Linke, 2 Allgemeine, 2 Revisonisten, 2 Misrachistcn, Dr. G o 1 d m a n n als Radikaler und Meir Groß mann als Judenstaatsparteiler angehören. Ben Gurion (Exekutivmitglied) gab eine Aufzählung der Leistungen der gegenwärtigen Exekutive und erklärte, daß die Ablehnung des Sonderabkommens durch die Histadruth ein trauriges Resultat sei, aber er sei stolz darauf, daß die Histadruth ihren Standpunkt verteidigt hatte. Eine Verständigung mit den Revisionisten sei nur auf Basis konstruktiver Arbeit zwecks erhöhter Enwanderung möglich. Das A. C setzte eine Kommission zur Lösung der Frage der UeberfUhrung der Gebeine Herzls ein. Ueber den Vorschlag, den XIX. Zionistenk o n g r e ß für den 20. August einzuberufen, liegt bereits eine Zustimmung des A. C. vor, doch ist über den Kongreßort noch keine Entscheidung gefallen. LOBT die seit vielen fahren mit Recht so beliebten, besonders schmackhaften Der verwöhnte Geschmack schätzt besonders die Weltruf genießende hervorragend delikate Spezialität die von Tausenden allen anderen Marken vorgezogen werden. „Runde STRUM-MAZZOTH" Auch das Pessachfest i 935 wird im Zeichen der „Strum - Mazzoth" stehen. „Strum -Mazzofh" werden nach einem besonderen Verfahren mit speziellen, patentamtlich geschützten Maschinen (Oefen) auf elektrischem Wege unter Bedienung von nur fachmännisch geschulten jüdischen Arbeitern erzeugt. Der gesamte Produklionsprozeß steht unter ständiger Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinats der israelitischen Kultusgemeinde. Die genaueste Einhaltung der streng orthodoxen Kaschrufh- Vorschriften wird von Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad überwacht Verlangen Sie daher überall nur Merken Sie sich: Jedes Paket trägt die Stampiglie „M. Strum". Wir garantieren für frische Ware, Erzeugung 1935!!! STRUM- •Grieß- und -Farve. Besonders gut munden Vom „Strum" KÄ H. STRUM, WIEN II die runden! Rotensfterngasse 11 / Tel. R-41-8-71 Im Zeichen der Makkabiah Poale Z'ion und Belar nehmen nicht teil Dienstag, den 2. April, wurde die z w e i t e Makkabiuh im neuen Stadion zu Tel-Aviv eröffnet. Mehr als 50.000 Zuschauer füllten das Stadion. Die Eröffnungsfeierlichkeiten dauerten drei Stunden. Die Teilnehmer aus 28 Staaten der ganzen Welt defilierten vor dem Ehrenpräsidenten des Weltmakk:ibi, Lord Melchctt. Vom leichtathletischen Programm des ersten Tages wurde nur die 1-mal-100-Meter-Stafiel für Damen durchgeführt, In welcher Deutschland vor Polen und Oesterreich siegreich blieb. - - Im Fußball unterlag der polnische Makkabi gegen den palästinensischen mit 2:0. Außerordentliche Ueberraschung rief die Mitteilung hervor, daß die Behörde den Aufmarsch der Makkabim durch die Stadt wegen Gefahr von Ruhestörungen untersagt habe. In allen Kreisen des ÜeksioH ttk&em - Semnemtf Jischuws herrscht über dies»; Maßnahme die größte Aufregung. Der Arbeitersportverein „Hapoel" veröffentlicht eine Erklärung, in welcher dagegen Stellung genommen wird, daß die Regierung den Makkabi-Zug aus Furcht vor einem Ueberfall der Makkabi-Sportler durch den „Hapoel" verboten habe. Der „Hapoel" als sogenannte proletarische. Sportvereinigung hatte schon die erste Makkabiah boykottiert. Die revisionistischen Sportverbände des Bfttar wurden aus disziplinaren Gründen von der Teilnahme ausgeschlossen und haben einen Protest gegen diese Maßnahme veröffentlicht. Billige Oster- Sonderzüge nach Polen u. Czernouitz Abfahrt: 14. u. 16. April (früh) / Rückfahrt: 2. Mai ÄÄr£! POlli M „FrUlUOPOl", III, UUII| 1 (im Poln. Konsulatsgebäude) U-lG-4-90 Schenker* Co., I, Schottenring 9, R-50-510 Hivsdtl darf nidfit antreten! Eine Wiener Tageszeitung bringt eine ausführliche Vorschau über die jüdische Olympiade, die „Makkabiah" in Tel-Aviv. Sie schreibt u. a.: In der Abteilung „Schwerathletik" wird Palästina nicht gut vertreten sein. Der beste Mann Palästinas, der jetzt in Palästina lebende Ringer Niky Hirsch 1, der als Wiener Hakoaner Meister von Oesterreich (dem Lande der besten Ringer) wurde, wird nicht antreten. Der palästinensische Arbeiter-Sportverband „Hapoel", dessen Mitglied er ist, Zur Auffrischung des Blutes trinken Sie einige Tage hindurch frühmorgens ein Glas natürliches „Franse- Josef-Bitterwasser! Aerztllch bestens empfohlen. hat ihm die Teilnahme an der Makkabiah verboten. Er darf an einer Veranstaltung der „Bourgeoisie" nicht teilnehmen. So ist es um den „nationalen" Geist in Palästina bestellt! Das jüdische Nationalfest, für dessen Gelingen die ganze jüdische Welt die größten Opfer bringt, wird vom „Hapoel" als unwürdige Sache verfemt. bbbwbbbbi Ein neuer Wiener film! bbbbbbbbbbj Felix Bressart Otto Wallburg, Oskar Karlwels, Alfred Neugebauer. Frltx Imhoff, Frledl csepa, Gretl Serndt, Annie Rosar, Normlne Sterler in dein Wiener Lustspiel Alles für die Firma U BHUK WB1 BBP BW IM KB BBBi Bl BW* BFBFB) ' "~ 99 Die Justice ütacltichte einer Wiener Kaulmannsfamilie in drei Generationen, nacii dein ei tolgieichen ti. vielbelachteiiütihnenstücli M Schottenring" von Pricdmann und Nerz. Regie: Rudolf Meiner!. Ab 5. April: Imperial-Klno, I, Löwen-Kino, Iii, Schwarsenbergplati-Klno, Wlenselle-KIM. vi, Maria-Therosien-Klno, VII, Flieger-Kino, IX. Schloa-Klno, XII, Theater-Kino, XVII. aaaaaaaae Monopol; Huschalt & Co. Oes. m. b, H. RichonsLe»Z.on Auf diesen Namen beruhen Weltruf und Güte der Palästina - Weine. Achten Sie deshalb auf die Etikettenbezeichnung Rfchon*Le*Zion ^Utr'Ht «t» ftoeiH0$J Autor. Alleinverkauf: GUSTAV WILDER Wien IV, Rainergasse 31 Telephon U-42-4.81 „Hapoel" bemüht sich ständig — aber vergebens — in demütigender Weise um eine Verbindung mit den arabischen Sportklubs. Aber mit „bourgeoisen" Juden läßt es seine Leute nicht antreten. Arabische Sportler aus Aegypten rechnen es sich zur Ehre an, an Wettspielen der Makkabiah teilnehmen zu dürfen. Palästinensische Juden betrachten aus ihrer „marxistischen" Ueberzeugung heraus das jüdische Nationalfest als unrein! * Ein Wiener Freund Hirschls schreibt uns: „Hirschl,; ein guter Zionist, war nie Sozialdemokrat. Man hatte ihm zugeredet, als Trainer nach Palästina zu gehen, weil dort die Schwerathletik noch in kleinen Anfängen steckt. „Hapoel" ist es gelungen, den gutmütigen Hirschl, der für politische Pinessen kein Verständnis hat, zu kapern und mit einem Vertrag zu binden. Jetzt zwingen sie ihn, der Makkabiah abzusagen und damit eine Handlung zu begehen, der er sonst nicht fähig wäre. Das Fernbleiben Hirschls, der höchsten Ruf in der Sportwelt genießt, ist ein großer Verlust für die jüdische Olympiade und eine jüdische Schande." Jabotinsky und Wise Als der Revisionisten-Führer Jabotinsky vor einigen Wochen Amerika besuchte, wurde für ihn ein Empfangskomitee mit Dr. Stephen Wise an der Spitze gebildet. Es erregte daher begreifliches Aufsehen, als Wise in einer New-Yorker Massenversammlung eine überaus heftige Rede gegen Jabotinsky und die Revisionisten hielt, in welcher er sie der Feindschaft gegen. Arbeiter und Juden beschuldigte. Jabotinsky veröffentlichte eine Antwort an Wise, in welcher, wie die J. T. A. meldet, er u. a. folgendes sagt: „Revisionismus fordert Opfer allein von den Arbeitern, nicht aber auch vom Kapital", hat Wise gesagt. Dem halte ich entgegen: Unsere Wiener Konferenz 1928 hat in einer Resolution das Schiedsgericht sp r i n z i p proklamiert. Es heißt da schwarz auf weiß: Der Schiedsgerichtsausschuß soll das Recht haben, sowohl das Minimum fairer Arbeiterlöhnc als auch das Maximum fairen Profits für das Kapital festzusetzen. In der Resolution werden sowohl Streik als auch Lockout geächtet, ebenso Boykott jüdischer Arbeiter durch jüdische Arbeitgeber. Dr. Wise hat erklärt, es wäre „barer Unsinn und unverzeihlich zu glauben, daß die Jüdische Arbeiterpartei den Klassenkampf in Palästina einführen" wolle. Ich würde gerne wissen, wer Dr. Wise ermächtigt hat, dieser Partei das Klassenkampfprinzip abzusprechen. Soll ich die frohe Nachricht nach Palästina kabeln: „Die Jüdische Palästinensische Arbeiterpartei teilt via New York mit, daß sie nickt länger an dem Klassenkampfgedanken festhält"? Was die Beschuldigung betrifft, daß der Revisionismus ein „Palästina ohne A r a b e r" wünscht, mit anderen Worten: die Austreibung der Araber aus Palästina verlangt, so warne ich Dr. Wise und etwaige Imitatoren vor solchen Behauptungen. Der Revisionismus hat immer erklärt, daß Palästina Raum hat sowohl für alle Juden, die dort zu leben wünschen, als auch für alle dortigen Araber und ihro Nachkommen. Aber eines sollte klar sein: eine Partei, die für eine „jüdische Majorität in Palästina" eintritt, muß das Bestehen einer arabischen „Minorität" voraussetzen." ■mso Hotel Arm NIZZA 7 Avenue Baquis Aller Korntort. Elegant« Zimmer. Nahe am Meer und Kasino. Idealer Aufenthai». Komplette Peneiou: IFrcs.35.— Pension Irma Heister. Meran Idealer aanzJShrlaer Aufenthalt, letzter Komfort, gerühmt« Küche, Eerri. Park, mäßige Preise, vorlangen Sic Prospekt-