Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 448 (19.3.1935)
- Date
- 1935-03-19
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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ffr. 4& IMB! ffRtflß wlSLl SttU*? Nur mehr //Palästinenser" und „Ausländer" öle am 1. April In Kraft tretende Verordnung der FaIHstlna-Regiernng, wonach die Einwohner des Lande* mnnmehr in zwei Kategorien geschieden werden, in -„Palästinenser" (palästinensische Staatsbürger) und „Ausländer", bedeutet eine wichtige Aendenmg, besonders im R e c h t s I e b o n. Vorher unterschied man drei Kategorien: Palästinenser, Ausländer und Nichtauslander, d. h. Personen, die weder Palästinenser noch Ausländer waren. Zu dieser Kategorie gehörten Chinesen, Aegypten Irakier und Türke». In aen Artikeln 00, Öl, 62, ÖS und 66 des alten Geßetfces waren für „Ausländer" besondere Privilegien vor den palästinensischen Gerichten vorgesehen. So hatte z. B. ein Ausländer, der eines Vergehens angeklagt war, für das Gefängnis von mehr als 15 Tagen oder eine Geldstrafe von mehr als fünf Pfund vorgesehen ist, das Recht, zu verlangen, vor einen englischen Richter gestellt zu werden. Ein Ausländer, der vom Polizeirichter an das Distriktsgericht oder das GeschWorenehstraf- I gericht ausgeliefert wird, konnte verlangen, daß das Gej ^völkerüjngsfeevvegüii^ im J&Iire 1934 Auä Jerusalem: tiaüt den im;,Cömniercial Bulletin" veröffentlichten Zahieh hätte Palästina in den ersteh elf Monaten des Jalirea löäi infolge des Zustrbms von Einwanderern und Besuchern einen Bevölkerungszuwachs von durchschnittlich 4 0 6 6 &t c n* sehen pro Monat zu verzeichnen. In diesem Zeitraum sind 164.248 Personen in Palästina eingereist und 121.387 ausgereist. Die im Lande Verbliebenen waren bis auf 4511 Personen Juden. 43.410 Palästma-Einwohner verließen Palastina — zum großen Teil nur vorübergehend —, 42.042 kehrten zurück. In beiden Fällen handelt es sich in der großen Mehrheit um Nichtjüden. Die Zähl der eingereisten Touristen, Pilger und Durchreisenden betrug 6i.&78; Wieder ausgereist sind von dieser Kategorie 57.327" Personen; ein Drittel von ihnen waren Juden. Vom Polizeiwes?n Aus Tel-Aviv: Bei der städtischen Polisoikommisslöid Von Tel-Aviv liegen Betoerbungen vöh etwa ▼iArzig jüdischen jungen Leuten, die zum größten Teil erst m der letzten Zeit eingewandert sind, um Einreihung in die Tel-Aviver Polizei vor. Die Stadtverwaltung beabsichtigt, in diesem Jahre noch etwa hundert Polizisten neu einzustellen. Aus Wien wurde vor kurzem gemeldet daß dort zahlreiche waffenfähige Männer bereit sind, in Palästina als Polizisten Dienst zu tun. Infolge der zahlreichen Austritte von Juden aus der palästinensischen Landespolizei ist die Zahl der jüdischen Polizisten im Gebiet der jüdischen Pflanzungskolonien so stark gefallen, daß öle Uü der Größe der jüdischen Bevölkerung in diesem Gebiet in gar keinem Verhältnis steht. rieht aus einem einzelnen englischen Richter bestehen oder eine Mehrheit englischer Richtet haben soll. Bei Zivil* und Strafsachen, die vom Obersien Gerichtshof als Berufungsgericht entschieden werden sollen, konnte der Ausländer ebenfalls verlangen, daß der Gerichtshof eine Mehrheit englischer Richter habe. Diese Privilegien standen weder Palästinensern noch „Niehtausländern" zu und bildeten die Fortsetzung und Modifizierung der Politik der „H a p i t u 1 a t i o n e n" In der alten Türkei. Die neue Verordnung setzt die Artikel 60, 61, 62, 63 und 66 außer Kraft. Dadurch werden auch diese Privilegien vollkommen abgeschafft. Auf Grund der Staatszugehörigkeit wird in Zukunft niemand mehr eine Vorziigsbehandluflg durch die palästinensischen Gerichte genießen. Diese jetzt abgeschafften Privilegien waren vielfach Ursache dafür, daß eingewanderte Juden ihre alte Staatsbürgerschaft nicht ablegen und die palästinensische nicht erwerben wollten. immmmmxammmmgvsmmmtrmmm» Ähtfscirtftismiiis auch i'n IVfaitdsdiuko Aus Charbiri (J. T. A.): Der japanische Generalkonsul in Mandschuko, Marishima, hat den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde von Charbin zu sich geladen und ihn um Aufklärung über die kürzlich in der ausländischen Presse erschienenen Berichte über antisemitische Agitation der Weißgardist isehen Russen in Mandschuko ersucht. Der Vorsitzende gab folgende Aufklärungen: Seit über 30 Jahren leben Juden in Mandschuko als Pioniere des Handels und der Industrie und haben in hohem Maße zur sozialen und kulturellen Entwicklung des Landes beigetragen. Mit Politik haben sie sich nie befaßt und haben sich den Behörden gegenüber stets i o y a 1 verhalten. Mit Russen, Chinesen und Japanern haben sie in Frieden gelebt. Seit zwei Jahren aber betreiben Teile der russischen Bevölkerung in Mandschuko eine antisemitische Hetze; die russische Zeitung „N a s h Put" tut sich hierin besonders hervor und verbreitet auch Ritual mordlegenden. Wenn nun die japanische Regierung, die den jungen Staat unter ihre Protektion genommen hat, sich für die Lage der jüdischen Bevölkerung interessiert, so fühlt sich die Gemeinde verpflichtet, im tarnen der jüdischen Bevölkerung auf diese äntijüdische Agitation aufmerksam zu machen. Der Generalkonsul erklärte, die japanische Regierung werde alle Anstrengungen machen, um die guten Beziehungen der Bevölkerung zu den Juden wieder herzustellen und die Besorgnisse der jüdischen Bevölkerung zu zerstreuen. Immer ist es nötig, Vertreter zu ihm zu entsenden; er werde darauf sehen, daß den jüdischen Bedürfnissen Rechnung getragen wird. Inzwischen fährt jedoch „Nash Put" in der Jüdenhe tze fort und hät soeben Plakate Iii den Straßen ankleben lassen, daiS die Weitjudenhelt einen Krieg gegen Mandschuko schüre. Memiaalsvavtei Oesferrei'dfi» Mittwoch, den «0. Mär* 1*35, halb 9 Uhr abends, im Zentralheim, Wien!, Werdertorgasse 14 VORTRAG Thema: „WAS ICH IN PALÄSTINA ERLEBTE" KuWat Ing. EUGEN BUCHBINDER Gäste willkommen! Jüdisdi-Iegiflmtetisdie Kundgebung Zur Feier der Uebcrnahme des Ehrenprötektorats über den Bund jüdischer legitimiatischer Frontkämpfer Oesterreichs durch Otto von Habsburg' fand am 17. d. M. in Wien im festlich geschmückten Saal des Militärkasinos eine große Kundgebung statt. JTach einer Ansprache des Bundesführers General Sommer überreichte Prinz Liechtenstein folgendes Handschreiben; „Lieber Generalmajor Sommer! Eine von Ihnen geführte Deputation der Vereinigung der Legitimistischeh Jüdischen Frontkämpfer hat. mich unter Versicherungen unerschütterlicher Treue um die Uebcrnahme des Protektorats gebeten. Ich gebe dieser Bitte statt, denn Sie alle haben in ernsten Tagen Kaiser und Reich die Tr>«u4 gehalten. Mit ihren christlichen und islamitischen Ka*- rrrerariert haben die jüdischen Soldaten das Lös der Frontkämpfer auf sich genommen — Not und Gefahr, Wunden und Tod. Sic haben sich damit einen Anspruch auf die Achtung der Welt und deri. Dank ihres Kriegsherrn erworben. In der Erinnerung äh die Bewunderung, dSfe ü&btta Vorfahren, namentlich mein erlauchter Urgroßofheim, und und mein heißgeliebter kaiserlicher Vater, allen brafcäö Kriegern gezollt haben, spende aüch ich ihnen meine Anerkennung. — Jede Erinnerung an den Weltkrieg; mahnt uns, der toten Helden nicht zu vergessen. Auch die Juden im kaiserlichen Heere dürfen auf Täten hinweisen, die schmerzliche Blutopfer v.ei'zeichneii. Aller jeher, die in Erfüllung ihrer beschworenett Pflicht fielen oder starben, gedenke ich in Ergriffenheit. Den Ueberlebenden aber entbiete ich meinen kaiserlichen Gruß. — Das mitfölgende Bild sei Ihnen allen ein Zeichen meines Dankes. In der Verbannung, am 31. Dezember 1934. Otto e. h." Nach Dankesworten General Sommers und einer Ansprache des ältesten Generals der alten Armee, Feldzeugmeister von G o g 1 i a, wurde die Feier* welche einen sehr würdigen Verlauf nahm, geschlossen. Als Gäste waren u. ä. erschienen: Der Vertreter des Reicfasführerä der ostmärkischen Sturmßcharen v. Schusuhnigg Oberst Hudernak, vom Reichsbund der Oesterreibher Minister a. D. v. W i e s n e r und Generalstähsoberst AIexin, zahlreiche Vertreter der Generalität, ferner Vertreter der israelitischen Kultüsgemeinde, des Jüdischen Volksbundes für Oesterreich, der Judensteatöpartei, der Union österreichischer Juden, des Jüdischen Volksbildungsamtes, der zionistischen Verbindung „Ka'dimah" usw. Im Saale hatten Abordnungen der österreichischen Heimwehren, der ostmärkischen Stürmschären Und anderer Wehrverbände mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Jüdis<dher Sport Hakoah abermals geschlagen. — \VaCkor siegt 4 : 0. Die neuerliche Niederlage der Hakoah mächt ihr Verbleiben in der ersten Liga höchst ungewiß. Nach dem Abgang L ö W y 3 ist auch die Verteidigung gänzlich aus den Fügen geraten. Sie entspricht kaum erstklassigen Ansprüchen. Dazu kommt noch, daß der Häkoah- Angriff weiterhin unproduktives Spiel betreibt. Aüch der neu verpflichtete M e 1 e s z, der vom Büd^apestet* Bruderverein Vivo A. C. kommt, könnte keine Wendung bringen. Er War zwar der beste Stürmer, das besagt jedoch beim Hakoah-Angriff nicht viel. Mit einigen schönen Schüssen hatte er Pech. In der Läuferreihe fehlte Strp ß, den Platschek nicht immer ersetzen könnte. Die Besten waren die Seitenläufer der Hakoah, Breitfeld und der Junior Schindler. —. Trotz der hohem Tordifferenz war das Spiel nicht einseitig. Hakoah unternahm viele heftige Angriffe und brachte das Wäcker-Toh oft in Gefahr. Doch Treffererfblgc blieben aus, Während Wacker zu billigen Toren kam, da die Hakoah-Verteidigufag bei mindestens zwei Goals mitbeteiligt war. Vor 8000 Zuschauern spielte die jüdische Mannschaft auf dein Wacker-Platz in folgender Aufstellung: Kohn; Doniiößi feld, Weiß; Breitfeld, Platschek, Schindler; Ehrlich 1, Zwiebel, Melesz, Mausner, Reich. HasmoneÄ-Mttkkabi—0. A. C. 5 :0. Glatter Sieg der jüdischer Amateurelf, die eine gute Leistung bot. Die Tore erzielten: Rotter (2), Bleiberg, Schöntai, Silberstein. Kevanchekampf * Pollzeisportvereiiiigung—Hakoah. Morgen, den 20. d., um 20 Uhr im Bayrischen Hof, II., Täborstraße 39, das zur Mannschaftsmeisterschaft zählende Ringen Polizeisportvereinigung gegen. Hakoah. — Viel Interesse begegnen die Kampfe im Federgewicht MezKilian (p. s. V.) gegen Finczsua (H.) und im Leichtgewicht Grast (P. S. V.) jjfögea Säbel (H). Im Schwergewicht Gewichtsklasse gchtSO .(P. S. V.) gegen Müller (H.)., Die Oraiigen»$tii§on 193535 Rapider Rückgang der deütettheh Quote, j Die Qrangenaalson 1934/35 geht Ihrem Ende entgegen, dehn dift VOr^tutfuiigeh dauern nür bis Ende Miirz- Ahfang AprlL t)le genauen E*porlÜfiern lasseh sich im voraus nattttffcb nicht bestimmen. Einer der Bedeutendsten ZI tr«s(!xportcu re schätzt den GesamteKnort und seine, Verteilung aüt die einzelnen Länder Wie fo3gt: l hd England . . Deutschland HoÖAhd . . » Rumänien . . Frankreich . . Dänemark . . Schweden . , Polen .... Kanada . . « Belgien . . , Norwegen . . Fiunh>"d . . . Indien .... Lettland-Estland Andere Länder 1931/33 1933/34 Anzahl d<*r feisten 4,iW0.m)o 3,5S5.Öttu 500.00» 1,829.000 250.01*0 1*8;Ü0u 150.000 111.000 150.000 39.000 lsft.öftü 78.000 lOOidbö 48.000 ido-M töb.o^ *s>*ö 7Ö.ÜOJ Sö.OÖO ÖÖ.vP 51.000 4Ö.WJÖ 15.000 iö.itöu l.ooo MW $.000 jWö;ttoÖ Öfc.uOO M70.000 Insgesamt . » , Der <üesj&Ari#e Export h\. im Vergleich ztldttt vergangenen rfftkfö zu gedrückten Preisen Verkauft uöraeü. Öef^Preisrückgang ist vor allem attf folgende Fa&tbreil zuHicRirtifÜhren: 1. den guten Erftt^lfett in Spanien; %. die vergrößerte palästittfenssischo Ernte: S. den Ausfall einer Reihe von Markten* wie vor allem Deutschlands und J tt g d ö 1 ii W l e ä st 4. die Transport- und Ve Hadese hwierigkeitpn in Palästina selbst. Was den letzten Punlkt anbetrifft, so ist die Frage aufzuwerten* wie si6ft ttU» Verhältnisse in den,kommenden -fahren gestalten werden. Für die Saison 1905/06 ist mit einem Export von ungefähr 9 Millionen Äikten zu rechnen, der Übh Von 3ahr zu Jtthr um 1t> MiUlOuhn Kisten steigern wird, so daß der Expdrl; ih füni' bis sechs «fähren eine Höhe von rühd 30 Millionen »Üstleri ferreichfen ivird. Öferbits in dieser Öölfebn haften sieft dlie TrahspofV Und Verlaäeschivierigkelten bis Jrtir tl he r trägIi c hUei t Mge-Spitzt. Die Lagerhäus!Pr \väf$h Überfüllt Ühd kdiüi'ten infolge der beschränkten fcapäfcitftt des ftälfaer kafens nur mit großer Verzögerung entirtderi iinä rilr nbiiähkbthinehde Transporte freigemacht weröeü; itrurch die ftiläp'ßheit äti Eiseubahnwaggons und Lokomotiven war auch der Abtränsport der Frucht Von den Bahnstationen iutn Hafen mit größten Schwdorigkeiten verbunden, so daß die Kisten auf den Bahnstationen und Im Hafen auf Abtranspurt Warten mußten und durch Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gexogeu wurden. Durch die TransportschWierigkeiten wurde naturgemäß auch der Fortschritt der Erhtcarbeäten verzögernd beeinflußt. Noch schwieriger als in Haifa gestaltete sich die Situation ImJaffaerHafen, der gerade in den Hauptexportwochen und -monaten wochenlang durch Sturm lahmgelegt ist. Infolgedessen ergab sich der verschärfte Ansturm des Kistenmaterials nach Haifa mit der Konsequenz der V>^l<opfung des Bahnverkelrrs und des Haifaer Hafens. ftfenn die Regierung sich nicht endlich dazu entrAihließt, die dringendsten Transportprobleme des Landes einer Lösung entgegenzuführen, so kann mau den kommenden Jahren mit ihrön schroff anwachsenden Exportmengen üuimit größter Besorgnis ehtgegeusehen. Neben dem Transportproblem sind für die Entwicklung des öraügeüexports in den nächsten Jahren vor allem die handelspolitischen Fragen von entscheidender Wichtigkeit. Wenn es nicht gelingt, diejenigen Lander» die im großen Maßstab nach Palästina exportieren, zum Import p^alasöitensischer Orangen im Wege von Kompensationsabkommen zu ^Veranlassen, dürfte es sehr schwer fallen, die steigenden Ernten unterzubringen. Falls der Abschlüß von Kompensationsabkommen mit den einzelnen Ländern an deü geltenden Mandatsbestimmungen scheitern i*Ölltek so ist unter Umständen der Weg eines allgemeinen A u ß e n h ä h d e 1 sg e s e t z e s mäch dem Vorschlag des Agricültural Ecohomics and Marketing Committces zu beschreiten. Durch ein derartiges Öeseti würde der Export der einzelnen Länder nach Palästina ih ein bestimmtes Vernältnis zu ihrem im^ott aus Palästina gebracht. Seitfetts der Äitrus-Exchange sind Bemühungen im Gange, die Regierung zu einem Schritt in dieser Hinsicht zu veranlassen. (Pälnews.) ilmiHi I......*nmmjmmä*mam**mmmmmmmmmmmm—m Vfiifn n iiin i Preis S 580.- Wien-Wien Viäüm gegeri Kaution. WIEN IX, SP9TALGÄSSE 3 Telephon B-4 2-5-3 8 iniilniHMMiM ^'mlfiiir tiiÜi'Mni