Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 447 (15.3.1935)
- Date
- 1935-03-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 447 DIE NEUE WELT Seite 5 t$ Uchu* fiuckts devuccs tyefot*... um zu „Pessacb" den Festtisch damit zu schmücken und den Gaumen zu erquicken, als die auf höchster Stufe stehenden, in Hygiene der Erzeugung, Geschmack, Bekömmlichkeit undKaschruth unübertrefflichen Seit 40 Jahren sind „Schmidl-Mazzoth" als das beste und bezüglich Kaschtuth durchaus einwandfreies Erzeugnis bekannt und beliebtl lin Versuch wird fle Qberseugenl Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oben abiner Babad Die Mazzoth werden aus dem feinsten Mehl erzeugt! Verlangen Sie die neue, besonders schmackhaft« Schmidl-I Mazzoth 1 SPEZIAL-MARKE „N.B/%S«V».*p&J£! Zentrole: N. Brodetzki. n. Leopodsgat <« 43 Tel. A-40-o.eo A-60-2-63 A-48-4-48 In allen besseren Geschafften erhältlich! Garantiert frische Erzeugung 19351 Eine Stimme aus Palästina Für den ludensfaat Eine traurige Feststellung: Fast alles, was an politischer Literatur bisher von Palästina kam, trägt Züge Ideinen Wesens an sich. Alle« überwuchernde Sorge und materielle Sicherung — Mangel an patriotischem Geist — feige, überklug tuende „Vorsicht" — politisches Spießbürgertum, in seiner roten Garnierung doppelt kläglich wirkend. Altes aus jungem Lande! Jetzt endlich eine erfrischende Schrift, die aus Palästina zu uns kommt. Der Verlag der „Zionistisch-akademischen Gesellschaft" in Erez Israel eröffnet seine Schriftenreihe mit einem Heft: „Gedanken zum Judenstaat", von Dr. Max Kollenscher, dem bekannten Fuhrer des deutschen Zionismus, der jetzt in Palastina lebt. Wir bringen nachstehend Auszüge aus dem Büchlein, das — eine traurige Notwendigkeit! — der Aufrichtung des Herri-Zionismus in Palästina dient. (Die Schrift ist deutsch und hebräisch abgefaßt.) Sogar innerhalb des Zionismus, dessen tragender Pfeiler der Nationalsozialismus ist, hat man es fertiggebracht, Gruppen der mangelnden nationalen Geainnung zu zeihen, durch die Inanspruchnahme einer Parteibezeichnung sich seihst als Gralshüter des Nationalismus hinzustellen und damit die anderen zwar nicht zu entnationalisieren, aber doch als nicht oder minder nationalgesinnt zu verdächtigen. Mit dem anderen tragenden Pfeiler des Zionismus, dem Gedanken des Judentums, geht es entgegengesetzt. Bs gibt eine Partei, die sich als Judenstaatspartei bezeichnet, es gibt weitere Partelen und eine überaus große Zahl von Stam-Zionisten, die in unverkennbarer Weise die Forderung nach dem Judenstaat auf ihre Faune geschrieben haben. Seltsamerweise aber empfinden die anderen darin nicht eine Schmälerung ihres zionistischen Ansehens, nicht eine ihnen unerwünschte und sie kränkende Auffassung ihrer zionistischen Einstellung; sie nehmen vielmehr diese Proklamation gern zur Kenntnis. Statt zu widersprechen, daß eine Richtung einen wesentlichen Programmpunkt der Gesamtbewegung als ihr Sonderprogramm hinstellt, konstatieren sie einfach die Tatsache und lassen sich sogar dazu hinreißen, die Frage des Judenstaates zu einem programmatischen Gegensatz zu erheben uud bew u ß t die Forderung nach einem Judenstaat für sich s e 1 b 8 t abzulehnen. Nur diese seltsame Erscheinung gibt Veranlassung, erneut in eine Untersuchung der Frage Judenstaat einzutreten, die sonst nach mehr als 40 Jahren des politischen Zionismus, wie man meinen sollte, kaum noch einer Untersuchimg bedürfte. An der Wiege des politischen Zionismus steht der Judenstaat; mit dem Zionismus hat der Judenstaat seine Entwicklung genommen. Theodor Herzl hat seine jüdischpolitische Laufbahn mit der Publikation „Der Judenstaat" begonnen und in diesem Werke nicht nur den Grundstein zum modernen politischen Zionismus, sondern auch zur Verwirklichung eines Judenstaates gelegt. Der Zionismus ist nach Herzl überhaupt nur der Judenstaat unterwegs. Der Zionismus verliert seinen praktischen Sinn, wenn er nicht seine Krönung im Judcnstaat findet. Niemals kann insbesondere die Schaffung eines „geistigen Zentrums" zur Erlösung und Befreiung des Volkes ausreichen. Wenn es selbst gelingen sollte, in Palästina eine kulturelle Zentrale zur Sammlung der hohen geistigen, sittlichen, ethischen Schätze des Judentums und ihrer Fortführung und Veredlung zu schaffen, so würde dadurch das geistige Ansehen des Judentums vielleicht bei den Intellektuellen und Geistigen der Völker steigen. Hehr als eine apologetische Wirkung würde aber hiedurch nicht hervorgerufen werden. Selbst diese Wirkung könnte nur sehr beschränkt sein — wie das geistige Gut, das bisher schon durch die Jahrtausende vom Judentum ausgegangen ist, keine Besserung der politischen, wirtschaftlichen und materiellen Lage des jüdischen Volkes hervorgerufen hat. In den breiten Massen der Völker ist es immer ignoriert worden; Respekt vor Judentum und Judonheit hat es nicht hervorgerufen. Nicht viel größer wäre die Innenwirkung auf jüdischer Seite. Das Bewußtsein, daß in Erez Israel eine neue jüdische Kulturstätte besteht, würde gewiß vielen Juden eine geistige und seelische Befriedigung gewähren. Die Losung der Judenfrage wäre aber hiedurch nicht um einen Schritt weitergebracht. Der Schöpfer der Idee vom geistigen Zentrum, Achad Haam, sagt folgendes: „Ja, Palästina wird ^inst ein geistig-nationales Zentrum für das Judentum sein, ein Zentrum, das dem ganzen Volke lieb und teuer ist und das ganze Volk vereinigt und verbindet; ein Zentrum der Thora und Wissenschaft, der Sprache und Literatur, der körperlichen Arbeit und der seelischen Reinheit, eine echte Miniatur des jüdischen Volkes, wie es sein sollte ... Und ein jeder Jude in der Zerstreuung betrachtet es als ein Glück, wenigstens einmal in seinem Leben das „Zentrum des Judentums" zu sehen, und wenn er in seine Heimat zurückkehrt, sagt er zu seinen Freunden; Wenn ihr den echten Typus eines Juden in seiner urwüchsigen Gestalt sohen wollt, sei es ein Rabbiner, Gelehrter oder Schriftsteller, sei es ein Bauer, Handwerker oder Händler, dann geht nach Palästina und ihr werdet ihn zu sehen bekommen ..." Und ferner: „Ein festes Zentrum für unser Volk und seine Kultur, das zu einem neuen geistigen Bande zwischen den zerstreuten Teilen des Volkes werden und von seinem Geiste ihnen geben soll, um sie alle zu neuem nationalem Leben zu wecken." Wie weit sind wir hievon entfernt! Nicht einmal in Erez Israel ist von einem einigenden geistigen Bande etwas zu spüren. Es herrscht der Kampf aller gegen alle. Die Tendenz zur Spaltung in Parteien, zur Absonderung und Ausgliederung tritt immer stärker hervor, und vielfach sind diejenigen, die nach Einladung ffdff ÄTJTl°fS Klein-Aufrieht Nachf. Maria Gisela Hauamanxi I, Graben-Dorotheergasse 2 Neueste Parisar und eigene Schöpfungen / Tel. R-26-2-95 außen den Ruf zur Einigung erheben, praktisch am stärksten auf dem Wege zur Diffamierung und Verketzerung anderer Meinungen und ihrer Träger. Daß bei dieser gegenwärtigen Sachlage die jüdische Diaspora wirklich eine geistige Führung von Erez Israel erwartet und annimmt, ist nicht zu erhoffen. Erst wenn Erez Israel ein vollendeter Judenstaat ist, wird das erlangte Selbstbestimmungsrecht nicht nur staatspolitisch die Autorität von Palästina in der jüdischen Welt begründen, sondern auch die Grundlage für die Prävalenz im geistigen und kultureUen Leben des gesamten Volkes herstellen. Erst mit dem Judenstaat werden sich die erhabenen Hoffnungen von Achad Haam verwirklichen. Wenn in alle zionistischen Kreise die Ueberzeugung von der Notwendigkeit des Judenstaates gedrungen sein wird, wenn man den binationalen Staat und alle die Verkleinerungen des Mandats ablehnen wird und wieder zurückkehrt zum Herzischen Zionismus mit seinem großen Ziel, so wird diese innere Einstellung auch die beste und stärkste Trägerin unserer Haltung nach außen sein. Sie im Maktudiode wuk pj&äsiuut Preis S 580.- Wien-Wien Visum gegen Kaution. A WIEN IX, SPITALGASSE 3 LGHifcGSS IM*$$ T e 1 e p h o n B-42-5-38 wird die Richtschnur für unser Verhalten zu den anderen Bewohnern des Landes geben; sie wird die politische Linie mit Sicherheit aufzeichnen, die im Verhalten zur Mandatarmacht und dem Völkerbund beschritten werden muß. Wenn auch zugegeben werden muß, daß unser guter Wille allein den Judenstaat noch nicht schafft, so ist doch noch sicherer die Tatsache, daß er niemals geschaffen werden wird, wenn wir selbstihn nichtwollen, und wenn wir nicht immer uud immer wieder die Forderung nach ihm aufstellen. * Unt*r den Zionisten, die vom Judenstaat nichts reden ujsd nichts hören wollen, befinden sich sehr viele, die im Prinzip zwar zugeben, daß nur ein Judenstaat das Ziel des Zionismus und der Anfang der jüdischen Befreiung sein kann, die aber behaupten, man dürfe aus taktischen Gründen vorläufig vom Judenstaat nicht sprechen. Diese Taktik ist vollkommen unrichtig; berechtigt ist nur das politische Postulat, daß mau um Zions willen nicht schweigen darf. Es mag im diplomatischen Verkehr oft Schweigen Gold sein, wo Reden nur Silber ist. Aber hier handelt es sich nicht um Üiplomatenkunste, sondern um die Fixierung des Rechtes eines Volkes. Niemals in der Geschichte — man denke an die Entstehung der Balkanstaaten und insbesondere Griechenlands, man denke an die Geschichte Polens — ist es vorgekommen, daß ein Volk, das um sein Land und um sein Selbstbestimmungsrecht ringt, diese Forderungen verschweigt. Uns Juden würde es auch nichts nützen, wenn wir plötzlich vor der Wirklichkeit verstummten. Diejenigen, die über unser Schicksal außer uns selbst zu verfügen haben, kennen unsere Forderungen besser als mancher von uns; sie kennen auch die Geschichte unserer Bewegung und ihre historischen Dokumente. Zu sehr haben wir uns in früheren Jahrzehnten mit der Forderung des Judenstaates identifiziert, als daß wir jetzt plötzlich durch Schweigen sie vergessen machen könnten. Die Hungerstreikenden Aus Jerusalem: Vier wegen illegaler Einwanderung im Jerusalemer Gefängnis auch nach VerbUßung der Strafe zurückbehaltene und darum in den Hungerstreik getretene Juden wurden gegen eine G e 1 dbü r g s ch af t, die von einer Person, die ungenannt bleiben will, gestellt wurde, in Freiheit gesetzt. Im Gefängnis zu Akko befinden sich noch etwa 5 0 illegale Einwanderer, für die die erforderlich« Kaution noch nicht gestellt werden konnte. Zur Freilassung illegaler Einwanderer Das Komitee der jüdischen Anwälte Palästinas hat dem High Commissioner ein Memorandum überreicht, in welchem die Freilassung aller wegen illegaler Einwanderung bestraften Personen, die ihre Strafe bereits abgebüßt haben, also auch aller derjenigen Häftlinge, die in den Hungerstreik getreten waren, gefordert und diese Forderung juristisch begründet wird. Die Antwort des High Commissioner wird gegen Ende der Woch» erwartet. (J. T. A.) Schon Mangel an arabischen Arbeitern Aus Tel-Aviv: Wie aus den beim Hauptarbeitsamt in Tel-Aviv eingelaufenen Berichten zu ersehen ist, wird der Arbeitermangel in den Kolonien in Judäa und der Scharon-Ebene immer kritischer. Das Komitee der Siedlung Hadar bei Kfar Saba meldet, daß Orangen an den Bäumen verfaulen, weil es an Erntearbeitern und Trägern fehlt. In Herzlia und Raanana wurde die gesamte Bautätigkeit und auch ein Teil der landwirtschaftlichen Arbeit eingestellt. Das Umpflügen der Gärten zwecks Herstellung von Bewässerungsanlagen wird dadurch erschwert, daß die Früchte noch nicht eingebracht sind. In Petach Tikwah und Rechowoth mangelt es auch an arabischen Arbeitern. Neueinwanderer, die in die Pflanzungskolonien gehen, finden bereits am Tage ihrer Ankunft Arbeit Die Zahl der in der Zitrus-Zone benötigten neuen Arbeiter wird auf 2000 geschätzt. Einwanderung aus Transjordanien? „Haarez" meldet, Emir Abdullah habe bei seinem letzten Besuch in Jerusalem die Abschaffung des Legitimationszwangs durch besondere Identitätskarten, für Transjordanier, die die Palästina-Grenze überschreiten, durchgesetzt. Palästina werde damit der Einwanderung aus Transjordanien geöffnet, während dieses jüdischer Einwanderung verschlossen bleibt. Während 1934 nur 5800 Transjordanier nach Palästina kamen, waren es im Jänner und Februar 1935 allein schon 6050. (J. T. A.) Ilnr ered le Subvenfionswirtsdiaft Aus Tel-Aviv: Das Budget der Stadt Tel- Aviv für das neue, Wirtschaftsjahr beträgt ungefähr 4 0 0.000 Pfund, es ist um etwa 80.000 Pfund oder 20 Prozent höher als das vorjährige. Das Budget der Stadt Jerusalem für 1934/35 beträgt nur 80.000 Pfund und sieht keinerlei Ausgaben für Erzieh ungs- und Krankenfürsorgewesen, sondern nur solche für Beleuchtung, Kanalisation usw. sowie einen gewissen Betrag für öffentliche Arbeiten vor. Trotzdem trägt die Regierung 25 Prozent dieses Budgets, indem sie der Stadt eine Subvention von 20.000 Pfund gewährt. In Tel-Aviv beträgt die Regierungssubvention 17.150 Pfund, d. i. fünf Prozent des Budgets, obwohl dieses einen Posten von 32.000 Pfund für das städtische Krankenhaus, 4000 Pfund für andere sanitäre Einrichtungen und 65.000 Pfund für Erziehungswesen einschließt. In dem neuen Budget werden für Erziehungszwecke voraussichtlich nicht weniger als 110.000 Pfund ausgeworfen werden. — Vizebürgermeister Eokeach weist im städtischen Mitteilungsblatt darauf hin, daß die Regierung bei ihrem Millionen betragenden Verwaltungsüberschuß tausende Kinder ohne Schulbildung aufwachsen läßt, die jüdische Bevölkerung aber unter der Last ihres selbstcrhaltenen Schulwerks zusammenbrechen sieht und einer Stadt wie Tel-Aviv noch Schwierigkeiten in den Weg legen und sie zwingen will, ihr System kostenlosen allgemeinen Volksschulunterrichts, fallen zu lassen. Sie können Ihren Verwandten, Bekannten und Freunden in der Sowjetunion durch „Torgsin" (Warenhäuser in allen Städten der UdSSR.) alle gewünschten Lebensmittel, Bekleidungsgegenstände und Bedarfsartikel spesenfrei ausfolgen lassen. An Orte ohne Torgsin-Filialen erfolgt die Zustellung per Post. Bestellungen, Auskünfte und Preislisten in der Handelsvertretung der UdSSR,' Wien, I., W al 1 n e r s tr aß e 9, Telephon U-21-5-5 5. E Pension Koch, Haifa akaimei Telephon 1139 aaarai Hermon Street 20 Haus ersten Ranges , Herrliche ruhige Lage ' Kühle Räume / Modern eingerichtete Zimmer mit fließendem Wasser , Gepflegte koschere Küche Müßige Preise.