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Die neue Welt · 1935-03-15 · Heft 447 (15.3.1935) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 447 (15.3.1935)
Date
1935-03-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seit« 2 DIE NETTE WELT Nr. 447 In Beruf und Sport sich frisch und ausdauernd zu erhalten, gibt es nichts Besseres als ständige Körperpflege. Ein ideales Mittel dazu finden Sie in dem seit Jahrzehnten bewährten, in tausenden Familien beliebten DIANA- Franzbranntwein mit Menthol Erhält durch tägliche Massagen (Einreibungen) die Spannkraft, kraftigt Muskeln und Nerven, verleiht Ausdauer. Ebenso wertvoll zur Mund- und Haarpflege und zu mannigfachen anderen Zwecken. Das anerkannte Hausmittel. (ft federn oessertnQeschlfte erhältlich. Äbw Verlan am Sie •asdrflcktuti »DIANAand nehmen SU nur •DI AN A". Minderwertige Nachahmungen sind eners>«ch znrücksuweUen. Die deutsdi«jüdische FluditlingsMIfe Das arme Polen als Wohltäter James MacDonald, der vom Völkerbund eingesetzte Flüchtlingskommissär, hat bezüglich der Ausstellten zu Unterbringung der deutschen Flüchtlinge oder sonstiger Hilfeleistung keine günstigen Prognosen gestellt. Die gesammelten Gelder, einschließlich der vom Völkerbund bereitgestellten Summe von 20.000 Schweizer Franken (für Bürozwecke allerdings!) sind ausgegeben, neue Geldquellen von neutraler Seite lassen sich kaum erwarten, indes die FlUchtlingsfrage weiter besteht, ja durch die Auswanderung von Saarjuden sich noch verschärft. Nun gibt es vereinigte Komitees zur Unterstützung der deutschen Flüchtlinge in Polen, selbstverständlich jüdische Organisationen. Gleich bei Beginn seiner Tätigkeit gestand bekanntlich MacDonald, daß fast das gesamte Geld für Flüchtlingshilfe aus jüdischen Taschen stammt. In Warschau konferierten vor einigen Tagen die vereinigten Komitees Polens, betend, wie man den aus Deutschland geflüchteten j." Brüdern helfen könne, wobei sehr beachtensv/r bezeichnende Feststellungen gemacht wurde::. Referent wies nach, daß die Juden Polens trou- .wer großen Armut sehr viel für die Flüchtlinge getan haben. Das Warschauer Komitee allein sammelte über eine halbe Million Zloty und verhalf zahlreichen Emigranten zur Uebersiedlung in andere Länder. Vom Warschauer Komitee erhielten 23$9 Flücht- Ungsfamilien (darunter 28 christliche) materielle und moralische Unterstützung. Die Mehrheit der Familien wanderte nach Palästina aus. Im politischer» Referat wurde festgestellt, daß die Kulturwelt auf die Ereignisse in Deutschland nicht entsprechend reagiert habo, und die Pointe der Ausführungen lautote: Wir Juden sind ganz auf unsere eigenen Kräfte angewiesen! Mit dieser Konstatierung hat die Warschauer Konferenz der vereinigten Fiüchtlingskomitees die seinerzeitigen Ausführungen MacDonalds bestätigt. Das deutsche Flüchtlingsproblem hat sich zu einer rein jüdischen Angelegenheit verengt. Es geht hier aber auch um einen ökonomischen Abwehrkampf, von dem bei der Warschauer Konferenz ebenfalls die Rede war. Wäre die Abwehrfront geschlossen, so gäbe es Aussicht auf ein befriedigendes Resultat. Leider wird jedoch dieser Abwehrkampf sabotiert: Von den Gruppen in Palästina, welche sich des sogenannten Transferabkommens bedienen, und von gewissen jüdischen Herrschaften in Amerika, die den antideutschen Boykott zu diskreditieren versuchen ... Filmgrofteslcen Die österreichischen Filmindustriellen haben 3ich bekanntlich in das Joch des hakenkreuzlerischen Arierparagraphen begeben. Fast alle in Wien erzeugten Filme sind gleichgeschaltet. Bisher hatte kein österreichisches Gericht Gelegenheit, sich mit diesen Zuständen zu beschäftigen. Hingegen kommt aus Budapest eine Meldung, die ein Beispiel für Oesterreich abgeben könnte: Ein aus Ungarn stammender Regisseur, der von der reichsdeutschen Ufa mit. einem Monatsgehalt von 1500 RM verpflichtet war, aber bei Anbruch des nationalsozialistischen Regimes wegen seiner jüdischen Herkunft entlassen wurde, klagte auf Zahlung der vertragsmäßigen Gage. Das Budapester Obergericht gab der Klage mit der Begründung statt, daß „Nlchtarlertum" kein Entlassungsgrund sei . . . Auch Prags Filmindustrie steht zum Teil unter der Peitsche des Reichspropagandaministers Goebbels. Da wurde kürzlich die deutsche Fassung des Burian-Films „Ausflug in die Ritterzeit" gedreht und — wie es das deutsche Gesetz befiehlt — kein etnzigey Nicfitarier beschäftigt. Dabei ereignete «Ich der pikante Fall, d«Ä der Prager jüdische Filmerzeuger, der die filmischen Geschäfte Hitler-Deutschland» besorgt, in Berlin um Erlaubnis bitten mußte, seine Frau In seinem eigenen Film spielen zu lassen. Erst als er die arische Abstammung seiner Frau nachwies, gestattete Goebbels huldvoll deren Hitwirkung ... Dieser Fall gehört zu den Filmgroteaken des Arierparagraphen. Wir glauben aber nicht, daß er die jüdischen Filmproduzenten in Wien oder in Prag abhalten wird, Ihre Geschäfte mit den Genossen Julius Streichers fortzusetzen. Nur ein Schachmeiifer ♦ ♦ * Lasker spielt wieder. Nach einer Pause von mehreren Jahren, innerhalb welcher die Schachwelt seine Laufbahn als abgeschlossen ansah, ist er in Moskau wieder angetreten — zum Kampf, den er sein ganzes Leben geliebt und als Wesenszeichen des Schachs bezeichnet hat. Es wäre nicht viel über Lasker zu sagen, wäre er nur ein Schachmeister, einer von den hunderten, die ihr Leben dem Schach, das man das königliche Spiel nennt, geweiht haben. Lasker ist zu unserem Glück mehr. Er gehört zu den großen Denkern. Bei ihm hat sich — neben der Mathematik und Philosophie — das Denken einem Bereich zugewendet, In dem sich eine besondere, persönliche und doch jüdische Wesensart am besten und verantwortungsvollsten bekunden kann. Schach ist für Lasker eine ganz bestimmte Lebensform; eine solche, die eben immerwährenden Kampf verlangt und auf einen Lohn aspiriert, der im Irdischen nicht zu greifen ist. So wie der Chassld sich tanzend Gott nähert und Schönheit und Freude als Symbole göttlichen, In den Alltag hinabgestiegenen und hier beheimateten Seins Speztol-Entfettunss-HIßder BDPYR 1 O ö t t w e 1 b e r g a s s e 1, Tel. R-21-8-27 rCAH Kostenlose Btmtone für stark« Herren und Damen empfindet, so spielt Lasker seine Schachpartien als Emanationen einer logisch gesetzmäßigen und doch real nicht faßbaren Idee. In diesem Sinn erscheint Lasker Schachspielen als ein Tun, für das der Jude besonders disponiert ist Schach ist ein freies Spiel der Kräfte. Da hilft keine Fürbitte vergangener guter Taten, kein Ahnenkult, keine Protektion, kein Bewußtsein völkischer Macht und Größe. Im Schach ist man allein, allen Schrecknissen des Gegners und des eigenen Hirns preisgegeben. Gerade dieser freie Kampf paßt sich dem Wesen de* nur im Imaginären mächtigen Juden an. Die weite geistige Welt, die sich der Jude im Laufe der Jahrhunderte schuf, hat durch das Schach einen Zuwachs erfahren, vornehmlich durch das sogenannte psychologische Schach, das Lasker bis zu höchster singulärei* Meisterschaft subllmiert hat. Lasker spielt wieder. Im internationalen Turnier in Moskau kämpft er nicht allein mit seinem einstigen Besieger Capablanca, sondern auch mit der jungen jüdischen Garde, dem russischen Juden Botwinnik und dem galizischen Juden Flohr. Der 67jährige Schachdenker sieht sich jungen Haudegen gegenüber. Eine harte Prüfung. Er besteht sie. Der Mann, der länger als ein Vierteljahrhundert den Titel des Schachweltmeisters verteidigte, ist jung, ist wieder jung. Der Kampf hat ihn frisch erhalten. Seine Moskauer Partien wissen nichts von einer schwachen Hand, von einem ermüdeten Hirn. Der jüdische Geist Laskers feiert wieder Triumphe. o. r. hnä^tikäm-Smmm^ Ein Kronzeuge qeqen den Zionismus Mister Lionel George Archer C u s t antwortet Lord Melchett, welcher — wie wir berichteten — ia der „Times" die Eröffnung Transjordaniens für die jüdische Kolonisation und die Wiedervereinigung dieses Landes mit Palästina gefordert hat. Der Mister mit dem langen Namen war Sekretär der Palästina-Regierung und lebt jetzt munter und auskömmlich in London von der reichen Pension, welche ihm die jüdischen Steuerzahler aus Palästina pünktlich schicken müssen. Dafür erweist er sich dankbar und setzt, ohne verpflichtet zu sein, die Arbeit fort, die er als aktiver Beamter in Palästina' geleistet hat: Er kämpft gegen die zionistische:! Bestrebungen. Er protestiert in der „Times" gegen die Zulassung von Juden nach Transjordanien, weil das eine Verletzung der geheiligten Rechte der Araber wäre. Mister Cust schreibt In der „Times" u. a.: JUDENSTAATSPARTEI oSl ERREICHS Sektion t Leopoldstadt, Taborstrafte $1 a Samstag, den 30. März 1.1., in den Fest* sälcndcs Hotel Continental, ll,Taborstr.4 MitternathtBa Akademie Mitwirkende: Sevilla Pattor [üdische Küi stlerspiele) Max LlchUgg <Scala> Victor Claudius Slmpl ioaal Fluor (Jüdische Lieder) Juliu« Schwärs (füdlsche Künstlerspiele) Victor Claudius, Conference faeäukafa<dekdMiixut>i iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiihm Beginn 2030 Uhr Er s t k I a s s i g e | a z z E n t r e t S 2.— (an der Abendkasse Erhöht) Karten in allen Sektionen und bei Frau Paula Stricker, Telephon A-48-1-89 Itlshon le Zion mir dieser Name bürgt für Echtheit und Güte beim Einkauf von Palästina-Wein VEREINIGTE GROSSKELLEREIEN RISHON LE ZION „Die jüdischen Führer und die jüdische Fresse erheben laute Anklagen gegeu die englische und gegen die Palastina-Regierung. Sic mögen doch nur einmal Uberlegen, was für Ihre Sache getau wurde, wie es ihnen bereits tri Palastina ermöglicht wurde, den größten Teil des fruchtbaren Bodens aufzukaufen und ihre Volkszahl durch Einwanderung zu verdoppeln, so daß selbst die gemäßigteren Araber Ihre Verzweiflung nicht verbergen, da sie voraussehen, daß trotz der ihnen wiederholt gegebenen Zusicherung Ihre Ueberflutung bald eine vollendete Tatsache sein wird. Es ist nicht allein die Judenheit, die das britische Reich auf die Probe stellt. Es ist richtig, daß das Problem Palästina nicht gelöst werden kann ohne* ivntberückslchtlgung Transjordaniens. Aber de« von dem Mandatar übernommene Auftrag macht es unmöglich, daß die Lösung so gestaltet wird, wie die z i onistischen Stellen dies fordern. Ich möchte Lord Melchett und diejenigen, die seine Meinung teilen, darauf aufmerksam machen, daß von dem ersten High Commissioner (Sir Herbert Samuel), einem führenden englischen Staatsmann und hervorragenden zionistischen Juden, eine autoritative Definition der zionistischen Politik gegeben wurde, als er erklärte, daß das Ausmaß, in dem die zionistischen Aspirationen in Palästina verwirklicht werden können, von den Bedürfnissen, der vorhandenen ni c h t j.ü d i sc hen Bevölkerung abhängig sei." Mister Cust spricht scheinheilig von einer „Ueberflutung" der „verzweifelten" Araber durch Juden. Dabei weiß er besser als jeder andere, daß die palästinensischen Araber erst menschenwürdig leben können, seitdem die Juden das Land „Uberflutet" haben. Ja, so überflutet, daß aus Sandwüsten Gärten wurden. Er weiß, daß die Araber im „judenreinen" Transjordanien an Hunger sterben und die jüdische „Ueberflutung" herbeisehnen. Nur die Kollegen des Mister Cust hindern sie daran, die Juden einzulassen. Es ist charakteristisch, daß Mister Cus|. sich bei seinem gehässigen Ausfall auf Sir Herbert Samuel als Kronzeugen berufen kann, den ersten jüdischen Hochkommissär Palästinas unseligen Angedenkens. Er hat recht. Dieser Herbert Samuel, den er zum „hervorragenden Zionisten" ernennt, hat den Zionismus verkauft und verraten. Er hat als Hochkommissär der Lostrennung Transjordaniens nicht nur zugestimmt, er hat sie veranlaßt, ganz nach Art gewisser niedriger Assimilationsjuden, welche die jüdischen Brüder preisgeben, um Gnade vor den Augen der Feinde zu finden. Sir Herbert Samuel als Jüdischer Kronzeuge gegen den Zionismus an der Seite des Judenfeindes Cust! Ja! Der Platz gebührt ihm ... Judenslaatsparftei Oesterreichs Versammlung»- und Voranstaltungskalender Samstag, den Iti. März, '/aO Uhr, Sektion Leopoldstadt, II., Taborstraße 21 a, Trumpeldor-Feier. Es sprechen Rabbiner Dr. I. Z. Kanner, Theodor 'Grubner. Künstlerisches Programm. Sonntag, den 17. Mär*., J<;8 Uhr abends, Heimabend der Judenstaatsjuge.ud in den Festsälen deo Zentralheimes, I„ Wcrdertorgas3e 14, Akademie mit Tanz. — Sektion Prater, IL, Kleine Zufahrtstraße 166, %d Uhr abends, Diakussionsabcnd. — Sektion XIV/XV, Schanzstraße 32, 6 Uhr abends, Heimabend. Montag, den 18., und Dienstag-, den 19. März, entfallen alle Veranstaltungen in sämtlichen Sektionen. Mittwoch, den 20. März. *<9 Uhr abends, im Zentralheim, I., Werdertorgasse 14, Vortrag- Kultusvoreteher Ing. Eugen ■ Buchbinder: Reißeeindrücke aua Palästina. Voranzeige. Sektion XIV/XV, Samstaj, den 23. März, 8 Uhr abends, große Purimfoier in den Festsälen der Gastwirtschaft Stöger, XV., Kienmayergasse 13. Abschiedsfeier für Gustav Sperling. Anläßlich der Alijah des Leitungsmitgliedes Gustav Sperling veranstaltete die Judenstaatapartei, Judenstaatsjugend und der Hechaluz haleumi eine Abschiedsfeier. Namens der drei Organisationen sprachen Fritz Richter, Mendel Hager und Theodor Grubner. Alle Redner würdigten die außerordentlichen Leistungen und Fähigkeiten Ctf. - Sperling» 'und gaben der.^Hoffnung Ausdruck, daß er dieselben in Palästina voll und ganz in den Dienst des Judenstaatezionismus stellen wird.

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