Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 445 (8.3.1935)
- Date
- 1935-03-08
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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1fr. 445 DIE NEUE WELT Seite T ELTERN, ACHTUNG! Schulnachhilfe in allen Gegenständen der Haupt- und Mittelschulen sowie Vorbereitung für die Aufnahmsprüfung in die Mittelschule erteilt erfahrener Pädagoge. Auskunft vormittags. Telephon A-20-2-78 Donnerstagsmarkt) bekam. Der Stammvater der Grafen Bethusy-Huc war ein Schweizer Jude namens Hugo, der damals nach schweizerischem Brauch „Bethäuali- Hugo" (wahrscheinlich weil er die Synagoge betreute) genannt wurde. Daraus entstand der stolze Name Bethusy- Huc. Die Fürsten und Herzoge v. C r o y, die einst ganz obenan auf den Stufen zum Königsthron standen, stammen von einem im 18. Jahrhundert in Prankfurt eingewanderten Rüdeshcimer Hanc'alsrp^.nn Simon Rothwohl ab. Die bayrischen Freiherren v. Perfall haben durch Heirat sehr viel jüdisches Blut in sich aufgenommen. Das sind nur einige Namen aus einer Fülle. Viele von diesen nicht reinrassigen Herren haben dem Nationalsozialismus mit viel Geld auf die Beine geholfen und viele von ihnen waren stramme SA.- und SS.-Führer. Bisher sind von den rund 13.000 Mitgliedern der deutschen Adelsvereinigung schon über 400 ausgeschlossen worden, weil sich ihr Blut als jüdisch vermischt erwiesen hat. Aber diese Ziffer wird sich gewaltig erhöhen und es ist sogar möglich, daß die garantiert Reinrassigen in der Adelsgeeminschaft in die Minderheit geraten. Auch die englische Prinzenfamilie Battenberg — nahe Verwandte des englischen Königshauses und der Exkönigin von Spanien, einer Battenbergerin — ist jüdischer Abstammung. Ihr Ahnherr war ein Hof jude auf dem Gute Seiffertsdorf in Sachsen, wohin er durch die engen politischen und wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Polen und Sachsen aus Polen gekommen war. Er nahm später den Namen Haugk an, sein Sohn trat in die polnische Armee ein und wurde später russischer Generalleutnant. Dessen Tochter, Hofdame der russischen Kaiserin Maria, heiratete den Bruder der Kaiserin, den Prinzen Alexander v. Hessen, und erhielt den hessischen Fürstentitel v. Battenberg. Jüdisches in den tschechoslowakischen Radiosendern. Am 12. März d. J., um 21 Uhr (9 Uhr abends) bringt der Radiosender Bratislava (Preßburg) F.u n k b i 1 d e r „Aus dem .. Leben der Juden des Ostens Europas", verfaßt von J. Segal- Rosenbach (Tenor). Diese Funkbilder werden in der slowakischen Sprache konferiert und mit charakteristischbstjüdischen (jiddischen) hebräischen Liedern, Gesängen und Volksliedern illustriert. — Am 17. März d. J., u m .17,3 0. U h r (>i 6 Uhr nachmittags) bringt der Radiosender Brno (Brünn) ein Konzert neuhebräischeri originalhebräisch-orientalischer Kunst- und Volkslieder unter Mitwirkung von J. Segal-R o s e n b a c h (Tenor). — Der Radiosender Mor. Ostrava (Mähr.-Ostrau) bringt ebenfalls demnächst Funkbilder, betitelt: „Beim Wunderrabbi", verfaßt von J. Segal-Rosenbach — in tschechischer Sprache konferiert — mit hebräischen, jiddischen Gesängen, Liedern, S'miroth, welche J. Segal- Rosenbach im Rahmen dieses Radiovortrages in der Originalsprache singen wird. Eine nationale Chaluzrevue. Im Rahmen des Gaatspieles Sevilla Pastor gelangt in den Jüdischen K.ünstlerspielen die neue Revue „Ohne Zertifikat nach Palästina" am 15. März zur Uraufführung. Der Text stammt von A. Meiseis, die Musik vom Warschauer Komponisten Henoch Kon. In einer Reihe bunter Bilder, Lieder und Tänze rollt der Kampf des jungen jüdischen Chaluz um ein Zertifikat in sein Heimatland Palästina ab. Das Bühnenwerk bringt sowohl Szenen aus der Galuth wie aus Palästina. Obwohl die Revue in jiddischer Sprache geschrieben ist, stellt sie eine Propaganda für die hebräische Nationalsprache wie überhaupt für die zionistische Bewegung dar. Die Grundlagen des Zionismus, Mensch und Boden, werden in heiteren und ernsten Szenen veranschaulicht. Die musikalischen und szenischen Proben lassen eine gelungene Aufführung erhoffen, zumal eine Tanzgruppe und ein •verstärktes Orchester engagiert wurden. Der Vorverkauf an der Kasso der Jüdischen Künstlerspiele, II., Praterstraße 34, hat bereits begonnen. Jüdische KünstlerBpiele. Gastspiel Sevilla Pastor — Erna Siegler. In den Jüdischen Künstlerspielen (II., Praterstraße 34) gelangt Freitag, den 8. März, die Komödie Hochzelt im Asy 1", 2 Akte mit Musik von Kalmanowicz, zur Erstaufführung. Samstag, den 9. März, „Hochzeit im Asyl". Sonntag, den 10. März, nachmittags halb 4 Uhr (bei ermäßigten Preisen), „Hochzeit im Asl", Sonntag abends, „Die Schickerte", JÜontag, den 11. März. „Hochzeit im Asyl", Dienstag, den 12. März, „Die Schickerte", Mittwoch, den 13. März, „Die Komödiantin", Donnerstag, den 14. März, „Die Komödiantin". Oer Wiener Jüdische Gesangverein veranstaltet am 20. März 1935 (Schuschan Purim) ein großes liturgisches Ko n z e r t im Tempel, VI., Schmalzhofgasse 3. Kompositionen von Sulzer, Lewandowsky, Milner und Saminsky. Mitwirkende: Oberkantor Hermann Bornstein von der Rombach-Synagoge, Budapest, sowie Junge talentierte Wiener Kantoren. Dirigent: Israel Brandmann. Orgel: Schulrat Josef Herz. Karten von S 2.~ bis 5.— in der Tempelkanzlei von 11 bis 1 Uhr, bei allen Mitgrlledern. Jüdische Kunststelle, Buchhandlung D. Hirschler & Co., Wien, I., Rabenßteig 6. Palästina-Zeitschrift für den Aufbau Palästinas. Redaktion (1. B.): Adolf Böhm, Wien. Nr. 2 vom 15. Februar: Dr. Lud- ■wigNeumann über „Stadtund Lan d". Er bespricht die Erscheinung des Zustroms in die Stadt und empfiehlt Arbeitshilfe. Dr. Georg Sandler erläutert das ziemlich verwickelte Bodonrechtin Palästina, die Formalitäten bei Kauf. Belehnung und Erbgang. Agr. Dr. MaxHlrsch schreibt über die Landwirtschaftliche Erziehung. Dr. Hille! Schachtel über Bevölkerungsbewegu ng. An Hand eines großen Ziffernmaterials bespricht er die blotischen Verhältnisse und den Einfluß der jüdischen Einwanderung auf Ihren Stand. Dr. Alfred Marcus über Palästina alB Erdölmarktund dlePlpellne. Er erörtert den sprunghaft steigenden Bedarf Palästinas an Treibkraft. Dr. Hugo Bojko erörtert in dem Artikel „Zum Zeitschriftenmangel an den wissenschaftlichen Instit ute n Palästinas" diese Frage und macht konkrete Vorschläge. Dr. Jacques Adler gibt den Monatsbericht über Wirtschaft, ferner den Uber die GrUndungst&tif? kel t im Jänner. Reichhaltige Nachrichten und Daten sowie Buchbesprechungen schließen das Heft. »er Gesamtvorband ,lüdi«cher Hocbschül«r Oesterreichs ».JudSa" veranstaltet vom 16. bis 27. März einen zehntägigen S k l« iltirs nach Kitzbühel (Melkalm). Der Preis beträgt S 67.— für Verpflegung, Unterkunft. Fahrt, Skikurs usw. Anmeldungen täglich von 18 bis 17 Uhr im Sekretariat. Wien. IX., Alserstraßo 26. — Alle Kollegen, die sofort auf landwirtschaftliche H a c Bs c h a r a h gehen können, werden ersucht, sich unverzüglich im Sekretariat, Wien, IX., Alaerstraße 26, zu melden. .Hiiirnimh." Der jüdische Wehrsport- und Schützenverein ..Hnennah" MI* Montnpr und Donnerstag in der Zeit von 20 bis 22 Uhr Heino U e b u n g s a b e n d e im Heim. IX., Nußdorferstroßo 16 ab. An dlpsen Abenden finden auch die Sprachkurse »Hebräisch und Englisch) statt. S a m a r i t e r 1 n n o n der wHaganah" jeden Dienstag von 20 bis 22 Uhr Im Verelnsheim. Mntter* und Sänglingsfttrsorge in Tel^Awiw Aua Tel-Awiw: Wie dde Tel-Awiwer Stadtverwaltung bekanntgibt, wurde mit der Arbeiterkrankenkasse Kupath Cholim ein Abkommen getroffen, demzufolge die Kasse gemeinsam mit der Stadtverwaltung die Leitung der städtischen Abteilung für Kinderschutz übernimmt. Die im Norden der Stadt errichtete neue Klinik der Kupath Cholim wird der Aufsicht des städtischen Komitees für Kinderschutz unterstellt und als Mutterschutz-Station allen Müttern und werdenden Müttern des Stadttetlte zugänglich sein. Das „Hans der Ingenieure und Architekten" in Tel-Awiw Aus Tel-Awiw (J. T, A.): In Anwesenheit des High Commissioner von Palästina, Sir Arthur W a uch op e, des Bürgermeisters Mayer Dizengoff, des Oberrabbiners U z i e 1 fand die Grundsteinlegung zu dem vom Verband der Ingenieure und Architekten Palästinas zu erbauenden Ingenieurhaus statt. Der Vorsitzende der Vereinigung, Ing. Rokeach, legte die Aufgabe des neuen Instituts dar. Bürgermeister Dizengoff sprach von der Rolle der Ingenieure und Architekten im Aufbauwerk. E>3 sei nur zu bedauern, daß das Institut nicht errichtet worden sei, bevor man die Stadt Tel-Awiw gebaut habe, aber noch sei es nicht zu spät, um niederzureißen und wieder aufzubauen. Der Bürgermeister richtete an die Zuhörer den Appell, „eine prächtige Stadt aufzubauen, auf die künftige Geschlechter stolz sein können". Keine Juden in öffentlichen Lokalen Aus Berlin (J. T. A.): Die „Neustettiner Kreiszeitung" veröffentlicht unter der Üeberschrift „Bleibt lieber zu Hause!" einen Artikel, in dem es heißt: „Der Staat Adolf Hitlers ist ein Staat der' Toleranz — der Duldsamkeit! Jeder soll leben! Wir haben auch, trotz der GreuelmeldiUngen des Auslandes, keinem Juden ein Haar gekrümmt. Friedlich können sie weiter ihrer Beschäftigiung nachgehen. Unsertwegen . . . Aber eines paßt uns nicht: daß diese Gäste unseres Volkes so ganz sacht und unauffällig Boden zu gewinnen suchen. Man hat sie bisher keinesfalls vermißt, und man hat durchaus keine Lust, in ihrer Gesellschaft seine Freizeit zu verbringen. Es ist eigentlich eine Angelegenheit des Taktes, und dieser deutliche Wink hätte sich wirklich vermeiden lassen, wenn man sich nicht in bewährter Unverfrorenheit wieder breitzumachen versuchte. Also, in aller Deutlichkeit: Bleibt zu Hause, es ist für beide Teile das t Richtige, und laßt unsere Lokale uns!" Touristik und Skiklub „Hakoah". Freitag, den 8. März, um 9 Uhr abends, Vortrag des Herrn Dr. Sal. Wolf, über „Ziele und Wesen des Zionismus". Gäste herzlichst willkommen. Ausflugsprogramm. Sonntag, den 10. März, Wechsel. Abfahrt mit dem Sonderzug der Aspangbahn. Preis S 5.—. Wienerwald. Jeden Sonntag werden Ausflüge geführt. Gäste willkommen. Sonntag, 10. Mir» 1938, MIHt*r-Ka»)no, I, SehwarCTnfcertfrt» MaKKABI'BALL »««< kleidung MIT TURNERISCHER AKADEMIE Beginn der zur Makkabiah qualifizierten Turner u. Turnerinnen SO Uhr D*i ReinertSgnls dient zur Aufbringung dar Reisekosten der Makkablahteilnehtner Hasmonäa-Makkabi spielt Sonntng, den 10. März, um 10 Uhr am Straßenbahner-Platz (Linie 11) gegen Brig. F. C. Meisterschaft. — Sonntag, 20.30 Uhr, Tanzabend im Klubheim, CaU Lido, III., Dampfschtffstraße 20. „Chewra Kadlseha" für die Bezirk» XII bis XV, Wien, XV., Turnergasse 22. Montag, den 11. MHrz 1935, um viertel 8 Uhr abends, im Tempel, XV., Turnorgasse 22, feierlicher Trauer- Gottesdienst für die verstorbenen Mitglieder und die im Kriege Gefallenen. Liefenmgs-Vergebung Seitens der Israelitischen Kultusgemeinde Wien gelangt mit 1. Mai 1935 die Herstellung von Fundamenten und Grabsteineinfassungen aus Beton und Eisenbeton samt dem dazugehörigen Erdaushub für die Grabsteine und Grabeinfassungen auf dem Zentralfriedhof, 1. Tor, und Neuen Friedhof, 4. Tor, Wien, XL, Simmeringer Hauptstraße, zur Vergebung. Jene Firmen, welche zur Offertstellung herangezogen werden wollen, werden eingeladen, dies bis* längstens Freitag, den 15. März 193 5, dem Technischen Amte der Israelitischen Kultusgemeinde, Wien, I., Seitenstettengasse 2, IV. Stock, bei welchem auch während der gewöhnlichen Amtsstunden (Samstage ausgenommen) alle näheren Auskünfte erteilt werden, schriftlich bekanntzugeben. Die freie Auswahl unter den sich meldenden Firmen zwecks Heranziehung zur Offertstellung für die einzelnen Arbeiten behält der Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde seinem alleinigen Ermessen vor. Konfirmanden-Unterricht Die Teilnahme an diesem Unterricht steht solchen Mädchen frei, welche im Laufe des Kalenderjahres das 14. Lebensjahr bereits erreichen. Die P. T. Eltern oder Vormünder werden demgemäß eingeladen, ihre Töchter, bzw. Mündel zu veranlassen, sich bei ihrem Religionslehrer oder im Schulamte der israel. Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 2, I. Stock, bis spätestens 2 0. März 1935 wegen Teilnahme an dem Konfirmanden-Unterricht zu melden. Mädchen, die keinen öffentlichen Religionsunterricht genießen und über Wunsch der Eltern oder Vormünder konfimiert werden sollen, sind gleichfalls im Schulamte der israelitischen Kultusgemeinde bis zu dem angegebenen Termin anzumelden. Der Unterricht ist unentgeltlich. Predigten in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 8. März 1935, werden bei den um 5 Uhr 45 Minuten beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeinde- und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: XVIII., Schopenhauerstraße 39: Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; XIX., Dollinergasse 3: Rabbiner Dr. A. Frankfurter. Samstag, den 9. März 1935, Schrifterklärungen: beim Vormittagsgottesdienst: XX., Kluckygasse 11: Rabbiner Dr. B. Murmelstein; XXI., Holzmeistergasse 12: Rabbiner Dr. M. Rosenmann; beim Abendgottesdienst: XIII., Eitelbergergasse 22: Rabbiner Dr.' M.' Lewin. Israelitische Jugeiidgottesdienste. 1. Jugendgottesdienst für Volks-, Haupt- und Mittelschüler (-Schülerinnen): Samstag, den 9. März 1935, um 3 Uhr nachmittags, in allen Gemeinde- und Bezirkssynagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler und -Schülerinnen für Unterklassen im II., IX. und XX. Bezirk: Samstag, den 9. März 1935, um Uhr nachmittags im Leopoldstädter Tempel, II., Tempelgasse 5, und in den Bezirkssynagogen, IX., Müllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. SCHIFFMANNSCHLAGER DIESER WOCHE! K«"$GiCf6IVFl3mi$Ol. weiß, 70 cm breit, per Meter.............S 1a98 Kaj"SQidGn"TaffftMS€hOttel1v indanthrenecht, für Blusen und Kleider, 70 cm . S 2i9Q Hemberg Orig. Sonnengold« imprim«, vorzügliche Kieiderquautaten, % ßf) moderne Streif- und Blumendessins, 70 cm.......................S Vi Vw ReinWOllaHOmeSPUnS« für den modernen Damen-Mantel, 140 cm .... S 6h90 Freitag: Strumpf-Okkasion! WASCHSEIDEN-STRÜMP FE WA! I bek bekannte Markenware, mit und ohne Zwickel, alle aktuellen Farben, I b . . . . S 2.40 WEISSWAREN JEDER ART aus den Schaufenstern (leicht beschmutzt oder beschädigt) tief reduziert . . . und noch 1000e RESTE IN in Seidenstoffen, Waschstoffen, Wollstoffen und Weißwaren . . per Meter S "■"■SMU ■""■75 """»50 DER KONFEKT IONS-ABTEILU NEUHEITEN in Damen-Frühjahrsmänteln, -Kleidern, Herren-Anzögen, -Mänteln etc. G SCHIFFMAIM II, TABORSTRASSE 48