Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 445 (8.3.1935)
- Date
- 1935-03-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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*fr. DIE NEUE WEM Seite 5 (Nissen Sie, warn*... im Haushalt von Zehntausenden Wiener Juden zu PESSACH immer wieder mt „SckmiM-tkawciti" und Schmidls Mazzoth-Grieß sowie Mazzoth-Farvel verwendet werden? weil JtUM-hUtaaoiU" die unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad erzeugt werden, den verwöhntesten Ansprüchen genügen und den nebenstehenden ZEHN GEBOTEN entsprechen. \ZedoH$CH SU die neue, bu&tAets selunackUafU Sfteziahftacke ,H. B.' in alt^en bettetet* Qe&cUtyUH! N. BRODETZKY II, Leapoldtgasse 43, Tel. A-40-0-90, A-60-2-S3, A-48-4-48 Die 10 Gebote: »Schmidt Maizoth" 1. Sind seit mehr als 40 Jahren beliebt. 2. Haben einen besonders feinen Geschmack! 3. Sind sehr leicht verdaulich und bekömmlich. 4. Werden nur aus den feinsten Mehlen erzeugt. 5. Sind hygienisch und in Kaschruth einwandfrei! 6. Werden nach einem besonderen Verfahren hergestellt. 7. Werden in peinlichst reinen itäumen erzeugt! 8. Von Facharbeitern, deren Sauberkeit überwacht: 9. 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An dieser Tagung nahm nämlich auch Prof. Weizmann, der jetzt die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina zu leiten hat, teil. Für ihn gab es gleich bei der Eröffnung Huldigungskundgebungen seitens der deutschen Zionisten Felix Rosenblüth und Kurt Blumenfeld, die ihn sogar als den „obersten Führer der zionistischen Bewegung" begrüßten. Ob die Terminologie „Oberster Führer" mit der demokratischen Bezeichnung „Progressive Allgemeine Zionisten" in Einklang zu bringen ist, braucht an dieser Stelle nicht untersucht zu werden. Jedenfalls erscheint Dr. Weizmann seitens dieser Gruppe Allgemeiner Zionisten in den Vordergrund gerückt. Weizmann selbst ließ es sich nicht nehmen, in der Gesellschaft seiner Getreuen über die Situation im jüdischen Palästina zu sprechen. Weizmanns Rede war, obwohl sie sich moralisch-kulturell gab, eine politische. Das jetzige Palästina, sagte er, zeigt einen Kampf zwischen schaffenden und chaotischen Tendenzen, die Zustände stellen nur eine Uebertragung der Galuth nach Palästina dar. Es ist notwendig, den schädigenden Kräften Einhalt zu gebieten und das Große zu schaffen, das in Palästina möglich ist. Es wird die Aufgabe des kommenden Zionistenkongresses sein, in dieser Beziehung Wandel zu schaffen und zunächst die Eintracht innerhalb der Bewegung herzustellen. Wie gesagt — ein moralisch-kulturelles Expos<§ mit einem politischen Gesicht! Was Weizmann hier sagte, ist nicht neu. Die Spekulationssucht und die Ausnützung der Konjunktur sind zweifellos zu verwerfende Auswüchse. Aber es geht nicht an, den händlerischen Elementen, die ihre Mentalität aus der Galuth mitgebracht haben, die Schuld an dem momentanen Galuth-Charakter Palästinas zuzuschreiben. Niemand wird die Schädlichkeit solcher Tendenzen bestreiten. Weizmann tadelt sie mit Recht. Aber gerade jenes Element, das Weizmann seit jeher favorisiert und verhätschelt hat, die klassenkämpferische Linke, hat ihr Großteil Schuld an der gegenwärtigen unklaren, ja chaotischen Situation. Das Häßlichste, das nach Palästina, ins jüdische Nationalheim verpflanzt werden konnte, den Klassenkampf, der zum Bruderkampf führt, hat Weizmann in seiner Strafpredigt übersehen. Soll die Eintracht innerhalb der Bewegung hergestellt werden, dann muß man zuallererst den aus der Galuth übernommenen Klassenkampf abstellen, die Methoden der linken Arbeiterschaft, für die Weizmann leider kein Wort der Mißbilligung aufgebracht hat. Ist es Reitende nach Tel-Aviv! Besuchet das Wiener Kaffee/Restaurant „Vienna" Toi-Aviv, Rechov Alliah 20 Erstklassige Küche Volkstümliche Preise Hermon Slreet 20 Telephon 1199 Haus ersten Ranges / Herrliche ruhige Lage / Kühle Räume / Modern eingerichtete Zimmer mit fließendem Wasser / Gepflegte koschere Küche / Mäßige Preise. ihm um einen wirklichen Frieden zu tun, so muß er dahin wirken, daß die schändlichen Dinge, die das Gesicht des jüdischen Palästina verunzieren, ausgemerzt werden. „Die Schaffung einer festen Grundlage für das Nationalj heim", von der er in seiner Rede sprach, ist mit der Ausi schaltung des Klassenkampfes untrennbar verbunden, j Nur eine geeinte Judenschaft Palästinas kann die Galuth-Laster rechts und links zunichte machen und den von Weizmann gewünschten inneren Frieden in der Zionistischen Organisation bringen. *8et (SvtältunQ&ttmxltycittn Witten XoßoI= Xabletten rajdi unb [id)er. %o$al löft bic fd)äblidjen 2k[tanbteile im 931ut; es mittt in Ijofiem üütafoe als inneres Stntifeptifum. 1 Bis 2 Tabletten, redjtjetttg genommen, fönnen (Erfältungsfranfljeiten oer^üten. Heber 6000 Siebte, barunter oiele bebeutenbe Sßrofenorert, beftäticren bie fieroorragenbe SBirfung bes jogal. allen 5lpotf)efen bes unb 3tuslanbes erbältlid). ^ßreis S 2.40. E lesr GroBitiann fr?ige§p'odien Eine vom Direktor der Universitätsbibliothek in Jerusalem Dr. Hugo Bergmann gegen den Führer der Judenstaatspartei, Meir Großmann, erhobene Klage fand jetzt ihre Erledigung. Dr. Bergmann ist einer der Gründer des „Brith Schalem", jener jüdischen Gruppe, die ein« Verständigung mit den Arabern um jeden Preis anstrebt und die Bestrebungen nach Bildung einer jüdischen Majorität in Palästina als „chauvinistisch" verwirft. Ihm und dem Universitätsrektor Dr. Magnes ist es zuzuschreiben, daß die hebräische Universität zum Sammelpunkt antinationaler Umtriebe gegen den Herzl-Zionismus geworden ist. Unvergessen wird es bleiben, daß nach den blutigen Ueberfällen auf die Juden im Jahre 1929, nach der Abschlachtung der Juden in Hebron und Safed, Dr. Bergmann im „Prager Tagblatt" den „nationalistischen" Zionisten Schuld an dem Massaker beimaß. Hand in Hand mit dieser Tendenz ging eine Förderung des antizionistischen Kommunismus russischer Färbung durch Dr. Magnes und Dr. Bergmann. Das alles hat mit sich gebracht, daß diese Männer, insbesondere von Seiten der Judenstaatszionisten, als Renegaten angesehen werden, die auf dem Rücken des Zionismus zu guten Stellen gelangt sind und dann Front gegen den Zionismus gemacht haben. Im Vorjahre hatte Meir Großmann in der Zeitung „Iton Mejuchad" Dr. Bergmann der Unterstützung mit den antizionistischen Arabern zusammenarbeitender kommunistischer Agenten beschuldigt und einen belastenden Brief Dr. Bergmanns abgedruckt. Dr. Bergmann reichte eine Klage ein. In der jetzt abgeführten Verhandlung Pension Koch, Hoifi Hadar-Hakarmel wurde Meir Großmann freigesprochen. Der Richter erkannte, daß Groß mann nur seiner journalistischen und politischen Pflicht Genüge getan und die vom Gesetz gezogenen Grenzen nicht überschritten hatte. So erfreulich der Freispruch des mutigen Kämpfers gegen einflußreiche Schädlinge des Zionismus ist, so unerfreulcn ist der Gedanke, daß auch weiterhin der Geist Dr. Bergmanns und Dr. Magnes' für das große nationale Institut, für die Universität, bestimmend bleibt. Regierangsgeld nur für arabische Sdiulen Die Palästina-Regierung hat in den Voranschlag für das Geschäftsjahr April 1935 bis März 1936 einen Betraf von 250.000 Pfund für das Schulwesen eingestellt. Das bedeutet eine wesentliche Erhöhung. Die Zionistische Exekutive hat sich nun an die Regierung mit der Forderung gewendet, die bisher minimale Unterstützung des jüdischen Schulwesens in Anbetracht des kolossalen Anwachsens der jüdischen Schülerzahl entsprechend zu erhöhen. Bisnun hat die Regierung alles in allem 20.000 Pfund im Jahre für jüdische Schulen hergegeben. Nachdem jetzt das Verhältnis zwischen arabischer und jüdischer Bevölkerung ungefähr 3 :1 beträgt, würde bei gerechter Verteilung auf das jüdische Schulwesen rund 60.000 Pfund entfallen. Die Regierung aber hat die Forderung der Zionistischen Exekutive abgelehnt, d. h., es wird bei dem ungeheuerlichen Schlüssel 12 :1 bleiben. Pro Kopf der arabischen Bevölkerung wird also viermal so viel ausgegeben als pro Kopf der jüdischen Bevölkerung. Das Verhältnis wird aber noch krasser, wenn man nicht die Bevölkerungszahl, sondern die Schülerzahl in Betracht zieht. Während alle jüdischen Kinder Schulen besuchen, halten die Araber ihre Kinder vielfach von der Schule fern. Wenn man die Regierungssubvention auf die Schülerzahl beider Nationen umrechnet, ergibt sich, daß der aus öffentlichen Geldern auf ein arabisches Schulkind entfallende Betrag für Schulzwecke ungefähr zehnmal so hoch ist als der auf ein jüdisches Kind entfallende. Auf keinem Gebiete tritt die Benachteiligung des jüdischen Aufbauwerkes, zu dessen „Förderung" die Palästina-Regierung durch das Mandat verpflichtet ist, so deutlich in die Erscheinung, wi« gerade auf dem wichtigen Gebiet des Schulwesens. Um die Sabbalruhe n Palästina Ausschreitungen! Aus Tel-Awiw: Im Tel-Awiwer Volkshaus (Beth Haam) wurde die jetzt in ganz Palästina durchgeführte Aktion für religiöse Haltung des Sabbats mit einer Kundgebung eröffnet, die von tausenden Personen besucht war. Der Präsident der Jüdischen Gemeinde von Tel-Awiw, Syrkis, leitete die Kundgebung. Die Hauptrede hielt Rabbi Meir Berlin, der Führer des Weltmisrachi. Der Vizebürgermeister von Tel-Awiw, Rokach, teilte mit, daß die Stadtverwaltung im Begriff sei, das 1925 aufgehobene Sabbat-Beobachtungsgesetz wieder in Kraft zu setzen. Nach einer zweiten, in der Tel-Awiwer Großen Synagoge abgehaltenen Kundgebung für religiöse Sabbathaltung kam es in den Straßen von Tel- Awiw zu Zusammenstößen, bei denen zehn Personen verwundet und zehn verhaftet wurden. Versammlungsteilnehmer hielten in den Straßen Taxis an und zwangen Chauffeure und Insassen zum Aussteigen. In einigen trotz des Sabbats geöffneten Läden wurden die Schaufenster eingeschlagen. Ein Vorbild für Christen Aus Rom: (J. T. A.): „Osservatorc Romano", das offizielle Organ des Vatikans, veröffentlicht einen Artikel seines palästinensischen Korrespondenten, der sich besonders eingehend mit der unter den Auspizien des Oberrabbinats von Palästina durchgeführten Kampagne für strengere Beobachtung1 der Sabbatruhe befaßt. „Tel-Awiw", heißt es in dem Artikel, „die Metropole des Zionismus, die Stadt, die einzig in der Welt dasteht, weil sie sich einer hundertprozentig jüdischen Bevölkerung rühmen kann, ist in der Kampagne für Einhaltung der Sabbatruhe beisipelgebend mit einer imponierenden Massenkundgebung im Volkshaus vorangegangen, an der viele tausende Menschen teilgenommen haben. Das Hauptorgan der katholischen Kirche kommt zu dem Schlüsse, daß „der neue Kreuzzug der Juden für Einhaltung der Sabbatruhe den Katholiken als Beispiel dienen sollte, die sich in der Heiligung des Sonntags keineswegs hervortun, sogar in Palästina nicht. Man sollte nich*. vergessen, daß es, sogar auf religiösem Gebiet stets ratsam ist, von denjenigen zu lernen, die sich zu einem anderen Glauben bekennen.." Ferez-ämolenskin-Oedenkfeier. Anläßlich des fünfzigsten Todestages Perez Smolenskins findet am Samstag, den 23. März, um 8 Uhr abends, im großen Festsaale des Hotel Continental, II,, Taborstraße 4, eine große Smolenskin-Gedenkfeier statt. Dia Festreden halten Dr. D. Rothblum (hebräisch und deutsch) und Dr. M. T. Schnirer (deutsch). Im musikalischen Teil wirken mit: Klaviervirtuose Robert Walter Spitz und Violinvirtuose Kurt Fuchsgelb. llllllllüllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll^ 'l, Taborstraße 12 Tel. R-40-5-57 KesUuuatd Haid Stefanie i«t>-HM Autgisbig» Braten-Menüs s 1.60 'W j GeriUgel- ., s 2.20 »vt/J VorzügiioheZubereitung - chweohater Biere — Naturwoine