Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 443 (1.3.1935)
- Date
- 1935-03-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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?u\ 44S DIE NEUE WELT So verschieden die Ansichten und Uebeizeu^ungen der Wiener Judenheit in allen religiösen und wirtschaftlichen Fragen auch sein mögen, in einem Punkte gibt es bei vielen Zehntausenden nur eine Uebeizeugung deeHfyedtyiikodev fodscUeütöicU, \ßl*ä*+ljlä ob reich oder arm ... auf den P e s sa c h - T i s c h des Kenners und Feine^VUHHfVBHflfflyftEi^^^ schmeckers kommen seit mehr als 40 Jahren nur die bei allen beliebten, ■^^■^^^^^M^M^^MHMB^^^n ■HBH^IHHn von allen bevorzugten Besonders delikat ist die Spezlalmarke „N. B." - Mazzoth, Grieß und Farvel, welche Sie in allen besseren Geschäften bekommen. ZENTRALE: 13 1K! 8E T 21 ^^jf II, Leopo!dsgasse43 Jel. A-40-0-90, A-60-2-63, A-48-4-48 Achten Sie im eigenen Interesse bei Einkauf von Maxzoth-Gricß besonders auf die Marke „SCHMIDL" Neue Industrien für Palästina! Möglichkeiten/ die bisher unbeachtet blieben Von Dr. J. Adler, Tel-Awiw Aus Bagdad wurde dieser Tage mitgeteilt, daß ein großer Konzern der amerikanischen Automobil-Industrie mit der irakischen Regierung über die Errichtung einer Filiali'abrik verhandelt, welche aus importierten Bestandteilen Personen- und Lastautomobile produzieren und damit den ganzen Irak und ganz Persien beliefern soll. Diese ,,Montage"-Wcrkstatt größten Stils würde schon gleich zu Anfang mindestens 5 0 0 Arbeiter beschäftigen können, späterhin bedeutend mehr. Als Vorbild gilt die große Fabrik, die Henry Ford zur Versorgung des türkischen Automobilmarktes in Istanb u 1 errichtet hat. Nach einigen Jahren der Ausbildung eines lokalen Facharbeiterstammes soll die projektierte Fabrik über die Montage importierter Bestandteile hinaus auch dazu übergehen, verschiedene Bestandteile selbst an Ort und Stelle zu fabrizieren. Wie wir hören, interessiert sich für diesen Plan nicht nur die Bagdader, sondern auch die Teheraner Regierung. Wir finden es recht merkwürdig, daß man bei der Erörterung des Projekts einer zentralen Automobil- Montage-Fabrik für den Levante-Markt bisher noch gar nicht an Palästina gedacht hat, obwohl unser Land gerade für die Automobilindustrie drei besondere Vorteile zu bieten hat: 1. Einen äußerst entwicklungsfähigen lokalen Markt, da Palästina heute im ganzen Orient hinsichtlich der Motorisierung des Verkehrs an der Spitze marschiert; 2. die zentrale Lage zwischen Vorderasien und Nordafrika, die den Export der in Palästina fertiggestellten Automobile nach allen Nachbarländern sehr begünstigen würde; 3. das Vorhandensein zahlreicher kommerzieller und technischer Fachleute der Automobilbranche, da es bereits heute in Palästina verschiedene Karosseriefabriken, Montage- und Reparatur-Werkstätten gibt. Eine Automobilfabrik, die tausend Arbeiter beschäftigt, sich auf die Finanzkraft, auf die technischen und organisatorischen Erfahrungen und auf die propagandistische Initiative enes großen amerikanischen Konzerns stützt, würde in Tel-Awiw oder Haifa zweifellos noch erheblich besser reüssieren als in Bagdad oder in Teheran. Warum aber kümmert sich niemand darum, die AutomobilmagTiaten in Detroit für Palästina zu interessieren? Von der Palästina-Regierung, der nur der Verkauf fertiger englischer Wagen auf dem Palästina-Markte am Herzen liegt, dürfen wir eine Initiative in dieser Hinsicht leider nicht erwarten. Indessen, da gibt es doch ein In dus t rie- und Handcls-Dcpartmcnt der Zionistischen Exekutive, da gibt es unsere Handelskammern in Tel-Awiw und Haifa, da gibt es einen jüdischen Industriell enverband — warum findet sich in all diesen Institutionen niemand, den die eingangs erwähnte Bagdader Meldung alarmiert und auf den Gedanken bringt, ob nicht weit eher unser Land das Fabrikationszentrum des orientalischen Automobilmarktes werden könnte? Auch noch andere Möglichkeiten der Industrialisierung Palästinas blieben bisher, ganz unverdienterweise, unbeachtet. Bereits vor sechzehn Jahren hat ein Palästina- Bcsuchct das Wiener Kaffee^Restaurant Vi e n n a ii Tel-Aviv! VI Tel-Aviv, Rechov Alliah 20 Erstklassige Küche Volkstümliche Preise Kenner den Vorschlag gemacht, in Palästina eine Uhrenindustric einzuführen, die zunächst aus importierten Bestandteilen Taschen- und Wanduhren für den Bedarf Palästinas und der angrenzenden Staaten fabrizieren soll. Es wurde darauf hingewiesen, daß es gerade unter den Juden aus Rußland und Polen sehr viele ausgezeichnete Uhrmacher lind Präzisionsmechaniker gibt, und daß eine solche Industrie Hunderten von Immigrantenfamilien zu einer sicheren Existenz verhelfen könnte, zumal da die Uhrenindustrie als wirkliches Qualitätsgewerbe auch angemessene Löhne zu zahlen vermag. Wer hat sich um jene Anregung ernsthaft gekümmert? Ausländische Uhren und Präzisionsinstrumente überschwemmen unseren Markt, und der jüdische Fachmann im Lande muß sich mit Reparaturaufträgen begnügen. Warum findet sich kein Kapitalist, der auf die Idee einer Uhrenfabrik kommt, deren Erzeugnis nicht nur in Palästina, nicht nur in den Nachbarländern, sondern überhaupt von Juden in der ganzen Welt gekauft werden würde? Man überlege sich dabei, um dies gleich praktisch zu erläutern, nur einmal folgendes: Zehntausende von jüdischen Knaben in Europa und Amerika, die „Bar-Mi zw ah" werden, erhalten als Geschenk eine Taschen- oder Armbanduhr. Könnte es nicht eine Uhr aus Erez Israel sein, mit hebräischem Zifferblatt ausgestattet, mit Magen David oder Menorah geschmückt, mit dem Vermerk „Tozereth Erez Israel" gekennzeichnet? Und wenn kein Kapitalist den Weg zu solch aussichtsreicher Gründung unternimmt, so sollte es gewiß nicht unmöglich sein, eine Uhrmacher- Kooperative zu organisieren. Es ist die höchste Zeit, die jüdische Oeffentlichkeit in Palästina und auch die Palästina-Interessenten im Auslande daran zu erinnern, daß es nicht guttut, unsere industrielle Gründungstätigkeit allzu einseitig mit Orangen und Grape fruit ^% Saftig — Ohne f= Kerne—Ideales Aroma — Bei Handel und Pu* blikumgleichetv weise beliebt der B a u k o n j u n k l u r zu verknüpfen. Noch eine Fußbodnnplattenf abrik, noch eine M ö b o 1f a b r i k schön, sie mag Beschäftigung finden, und wir wünschen ihr die beste Rentabilität. Aber, warum stürzen sich alle, die etwas Kapital, etwas kaufmännische Initiative, etwas organisatorisches Talent haben, immer wieder auf nahezu dieselben F a h r i k a t i o n szweige und vernachlässigen andere Branchen, die nicht so ausschließlich von der Entwicklung des Baumarktes abhängen, und die sich außerdem auch gewisser Exportchancen erfreuen? Wir geben die Schuld daran nicht bloß den neuen Einwanderern. Sie haben oft sogar den besten Willen, neue Industrien aufzubauen, die eine Verpflanzung des aus dem Okzident mitgebrachten technischen Könnens in den Boden Palästinas bedeuten. Wenn dann freilich, wie es so häufig geschieht, der neue Einwanderer auf seinen ursprünglichen Plan bald verzichtet und mit seinem Gelde genau so wirtschaftet wie tausend andere auch — B o d e n g e s c h ä f t e, Bargeschäfte usw. — so wird man die Ursachen dieser Resignation im allgemeinen Interesse genau analysieren müssen. Vielleicht besteht eine dieser Ursachen darin, daß in der Mentalität unserer palästinensischen Geschäftswelt der Importeur-Standpunkt immer noch weitaus überwiegt. Das ist ganz erklärlich, denn im Jahre 1934 haben wir gegenüber einer industriellen gesamten Eigenproduktion Palästinas von rund erst 6 Millionen pal. Pf. einen Import von rund 15 Millionen pal. Pf. gehabt. E3 ist daher kein Wunder, daß in verschiedenen maßgebenden Körperschaften des Wirtschaftslebens in unserem Lande, darunter auch solchen, auf deren Rat der neue Einwanderer besonders hört, das Interesse am Importhandcl bisweilen stärker zur Geltung kommt als das Interesse am Aufbau neuer Industrien. Damit ist aber der nationalen Entwicklung nicht gedient. Woran uns liegt, sind nicht nur die hohen Gewinne einzelner großer Kaufleute, sondern die Schaffung einer breiten Arbeitsbasis für eine Masseneinwanderung, und zwar auch auf der Grundlage von Industrien, die den spezifischen Intellekt des jüdischen Arbeiters zu höheren und daher auch besser bezahlten Funktionen heranzuziehen vermögen als — beispielshalber — nur zum. Pressen von Ziegeln. HocUPMäsüm zu p u R I M zur M AKK AB! ADE zu PESSACH und a.^, „,, rA>„« Wöchentliche Mähten durch UHtoftf&$ JAU&S IX, Spitalgasse 3, Tel. B-42-5-38 Vermischtes aus Palästina In der Kolonie Kfar Jecheskiel (Emefc Jesreel) wurde eine Feier anläßlich der erzielten Leistung von 2000 Liter Milch pro Tag veranstaltet. Bei dieser Gelegenheit wurden zugunsten des Keren Kajemeth 500 Liter Milch gespendet. * Gelegentlich der Festsetzung des Budgets der Palästina-Regierung wandte sich der Waad Leumi (Jüd. Nationalrat) an diese, sie möge eine Summe für dia Subventionierung der jüdisch-religiösen Gerichtshöfe einsetzen, wie dies gegenüber den mohammedanischen Gerichtshöfen der Fall ist. Für die jüdisch-religiösen Gerichtshöfe ist eine Subvention von 6000 Pfund jährlich erforderlich. Das Budgetprojekt der Jerusalemer Stadtverwaltung sieht eine Einnahmssumme vtm >«nd SO.000 und eine Ausgabensumme von rund 79.000 Pfund vor. Unter den Einnahmen figuriert auch eine Subvention der Palästina-Regierung in der Höhe von 16.500 Pfund. —■ Das Budget der Stadt Tel-Awiw beträgt 315.000 Pfund, also fast das Vierfache, obwohl Tel-Awiw bloß um 20 Prozent mehr Einwohner hat als Jerusalem. Die palästinensische hebräische Kleinkunstbühne „Matate" hat in Alexandrien gastiert. Ein Abend wurde durch den ägyptischen Rundfunk übertragen. In Palästina sind zu Besuch Prinz und Prinzessin Arthur of Conaught, Cousin und Cousine des Königs Georg V. von England, eingetroffen imd haben im Hause des High Commissioner Sir Arthur Wauchope Wohnung genommen. Sabbathschutz-Aktion Aus Jerusalem: Auf Initiative des palästinensischen. Oberrabbinats werden zurzeit in Palästina großzügige Aktionen zur Verbreitung des Gedankens des Sabbathschutzes durchgeführt. Massenversammlungen in allen Teilen des Landes wurden, einberufen. Die Zeitungen veröffentlichen dem Sabbathschutz gewidmete Artikelserien. (J. T. A.) Regelung der Sabbathruhe in Jerusalem Aus Jerusalem: High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat den Stadtrat von Jerusalem aufgefordert, die auf die Tagesordnung gesetzte Erörterung über eine städtische Regelung der Geschäftssperre an Sabbathtagen zu verschieben. Gegen das jüdische Schuhverk Aus Jerusalem: Die Palästina-Regierung hat die Forderung des Waad Leumi (Jüdischer Nationalrat) , die Regierungssubvention für das jüdische Schulwerk zu vergrößern, abgelehnt. (J. T. A.) JtesUmatU Hatd Stefane IlflllltiWI^ II.TaborstraQe 12 | Tel. R-46-5-57 | teuki. Ausgiebige Braten-Menüs S 1.60 «>«•*<;«* | IÜ/-J „ aeriügel- „ s a.20 ~WJ | Vorzüg'iohe Zubereitung — Schwechater Biere —• Naturweine | f'm"""■""»■■"■"""■""........ii""""'.'"'"».....,„.....up .pniiiiiimm......h.....""VM'l'f If llinilllll