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Die neue Welt · 1935-02-22 · Heft 441 (22.2.1935) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 441 (22.2.1935)
Date
1935-02-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Tfr. Ul DIE NEUE WELT Seite 5 AUS PALÄSTINA is luutH nicUis Be&sw&s qefat*... Schmidl- Mazzoth um zu „Pessach" den Festtisch damit zu sch mucken und den Gaumen zu erquicken, als die auf höchster Stufe stehenden, in Hygiene der Erzeugung, Geschmack, Bekömmlichkeit und Kaschruth unübertrefflichen Seit 40 Jahren sind „Schmidl-Mazzoth" als das bette und bezüglich Kaschruth durchaus einwandfreies Erzeugnis bekannt und beliebt! Ein Versuch wird Sie überzeugen! Erzeugt unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabiner Babad - Die Mazzoth werden au» dem feinsten Mehl erzeugt! Verlangen Sic die neue, CDB7IAI II ADIfE flfcl BÜ-MAZZOTHI besonders schmackhafte irEeilHL^nMKIlB 9 v PI > 0 GRIESS u. FARVE!» I Zentrale: N. Brodetzki, h. Leopo'dsaasie 43 T"' Ä:sI:f:Ii In allen besseren Geschäften erhältlich l Garantiert frische Erzeugung 19351 Der Kinderhalfsfonds der Baronin Hirsch Wie werden die 10 Millionen Goldfranken verwaltet? wo?. Dr. J. B r 111 z k n s hat in mehreren Aufsätzen von der J. C. A. (Jüdische Kolonisationsgesellschaft) betreffs der ihr übergebenen Millionen der Baron- Hirsch-Stiftung Aufklärung verlangt. Wir berichteten über diese Polemik in unserer Ausgabe Nr. 427. Nun beschäftigt sich Prof. Brutzkus mit dem Testament der Baronin Klara Hirsch (der Witwe des Barons Moritz Hirsch), in welchem ein spezielles Legat von zehn Millionen Goldfranken für Unterstützung armer Kinder in Osteuropa figuriert. Außerdem Ist, wie Brutzkus aus dem Testament ersehen hat, noch ein besonderer Fonds zur Hilfeleistung für Kinder der „ A11 i a n c c - I s r a 6 111 e - U n 1 v e <• > e 11 e"-Schulen bestimmt worden. Die „I c a" wurde b ragt, die zehn Millionen Goldfranken zu verwalten, hingegen wurde dor Kinderhilfsfonds der „Alllance" Uberlassen. „Das Testament wurde vollstreckt", schreibt Brutzkus, „die J. C. A. hat den Betrag von 425.000 englischen Goldpfund (das ist zehn Millionen Franken) noch im Jahre 1902 übernommen. Aber man hat von dieser Angelegenheit nichts welter gehört. Man kann auch auf keinerlei Weise feststellen, wieviel Sinsen die J. C. A. dem Kinderhilfsfonds der „Alliance" vor dem Krieg übergeben hat. Wir wissen bloß, daß In den fünfzehn Jahren nach dem Krieg die „Alliance" für Rußland, Polen und Rumänien nicht ganz drei Millionen Papierfranken ausgegeben hat. Wenn wir bedenken, daß die Mandschukuo, der jüngste Staat der Welt, ist gewiß noch nicht mit seinen Einrichtungen ganz fertig. Es fehlt noch manches, aber die Regierung ist bemüht, alles anzuschaffen, was ein Staat braucht. So hat sie sich jetzt auch den Antisemitismus beigelegt, ohne welchen ein Staat heute scheinbar nicht auskommen kann. Wie aus dem folgenden Bericht hervorgeht, sind die Regierungsstellen bemüht, von Europa hereingetragene judenfeindliche Strömungen zu fördern. Aus New York wird gemeldet: Ueber Aufforderung der jüdischen Gemeinden in Charbin und in Schanghai besuchten der Vorsitzende der polltischen Kommission des American Jewish Congress Dr. Stephen W i s e und der Sekretär der Komimission Prof. Harris M. C a 1 e n den japanischen Botschafter in Washington, S a i t o, dem sie mitteilten, daß unter den jüdischen Gemeinden im Fernen Osten eine starke Beunruhigung über den Bericht herrscht, den der Agent der Geheimpolizei in der Mandschurei, Eguts, im Zusammenhang mit der Entführung und E r m o r d u n g von Simon K a s p e, Sohn eines reichen Juden in Charbin, veröffentlich hat. Eguts erklärt, die Menschenräuber und Mörder, die russische Weißgardisten seien, hätten aus „Patriotismus" gebündelt. „Dio Angeklagten", heißt es in dem Berieht weiter, „sind überzeugt, daß jüdische Kommunisten und jüdische Führer der Sowjetregierung die Schuld an dem Untergang des zaristischen Kußland und an der Ermordung des Zaren und seiner Familie tragen. Die Angeklagten haben, indem sie einen Juden entführten und ermordeten, Rache gc- « o m m en für ihr V a t e r 1 a n d." Durch diesen Bericht, so erklärten Dr. Wise und Prof. Calen, ermutigen die japanischen Behörden, die im Dienste der mandschurischen Regierung stehen, die anti-' semitische Propaganda der russischen Weißgardisten, die Behr intensiv in der Presse und durch Verbreitung von antisemitischen Legenden unter der Bevölkerung betrieben wird. Der japanische Botschafter wurde daran erinnert, fclaß der japanische Botschafter in China und der Vizeministor für auswärtige Angelegenheiten in Tokio einer Abordnung der jüdischen Gemeinde in Schanghai die Zusicherung gegeben haben, daß die japanische Regierung antisemitische Propaganda nicht zulassen werde. Botschafter Saito versprach, seiner Regierung dio Bitte des Kongresses au übermitteln, daß sie "bei der damaligen zehn Millionen Goldfranken heutigen 50 Millionen Papierfranken pro Jahr ausmachen würden, so kommen wir zur der Frage, wohin die restlichen Zinsen innerhalb der fünfzehn Jahre hingeraten sind." „In den letzten Jahren", fährt Brutzkus fort, „sind die Hilfeleistungen der J. C. A. immer kleiner geworden. Während vor zwei Jahren die „AlUance" noch 200.000 Franken für hungernde Kinder In Polen auswerfen konnte, gab sie im Vorjahr nur mehr 100.000 Franken für diesen Zweck aus, und man kann annehmen, daß die Hilfeleistung der „Alliance" ganz aufhören wird, well die Herren Direktoren der J. C. A. nichts mehr hergeben." Prof. Brutzkus kommt zu dem Schluß, daß die J. C A. verpflichtet ist, über die Goldmillionen der Baronin-Klara-Hirsch-Stiftung der jüdischen ©Öffentlichkeit Aufklärung zu geben. Es gehe nicht an, daß man mit einem Fonds Verstecken spiele, der der jüdischen A11 g e m e i n h e i t gehört. =UIIIIIIIIIIIIIIIIII1IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIM (JUsioutoiil Holet Stefanie Ktr^j I Ausgiebige Braten-Menüs S 1.60 i § IWj „ Geflügel- „ s 2.29 1WJ | | Vorzügliche Zubereitung — Schwechater Biere —Naturweine | iMiHiiiH.iiniiniMiiiiiiiiiMiiiiiiniiiiMiiiiiiiMiiiiHiiiiiMHiiiiiiiiMiniiiiiiiiiiniiiiiiHiiiiiniHMniiH.H.....iiiimiimmil Regierung des Staates Mandschukuo interveniere, damit der antisemitischen Propaganda in Mandschukuo ein Ende gemacht wird. * Um dem verhaßten „konterrevolutionären" Zionismus das Wasser abzugraben, hat Moskau die Gründung einer „Judenrepublik" in Birobidschan, das an der Grenze gegen Mandschukuo liegt, in Angriff genommen. Moskau hat auch in die Welt posaunt, daß es sich hier nicht, nur um eine Gründung für die Juden handle, sondern daß dieser jüdische Sowjetstaat ein Bollwerk des Kömmunismus gegen den japanischen und mandschurischen. Imperialismus und Kapitalismus sein soll, die Kriegsbasis Moskaus im Fernen Osten. Daß die Judenrepublik nicht zustande kommen wird, ist so gut wie sicher. Trotz aller Anstrengungen und der vielen Millionen Dollars, welche reiche amerikanische Juden und Zionistenfeinde in die Sache gesteckt haben, sind heute, nach zehnjähriger Arbeit, keine 5000 Juden dort. Zehntausende sind weggelaufen. Aber sicher ist, daß das wenige, das dort entstanden ist, dem Antisemitismus im Fernen Osten, beste Dienste leisten wird. Juden als Pioniere des Bolschewismus! Die vorstehende Meldung über die bereits vorhandene judenfeindliche Haltung läßt die traurige Bedeutimg der „Judenrepublik" erkennen. Die Juden im Fernen Osten werden das „judenfreundliche" Projekt Moskaus teuer bezahlen. Kampf um die jüdische Gemeinde-Autonomie Aus Czernowitz (J. T. A.): Vor längerer Zeit wurde die freigewählte Vertretung der Czernowitzer jüdischen Kultus gemeinde durch das Kultusministerium aufgelöst und eine kommissarische Vertretung ernannt, obwohl in Rumänien die Autonomie der jüdischen Gemeinden gesetzlich gewährleistet ist. Der Vorsitzende der aufgelösten Vertretung, Dr. Karl Gutherz, hat nun im Namen der gewählten Kultusvorsteher gegen das Kultusministerium wegen der unbegTündeten Auflösung und der zwangsweisen Einführung einer undemokratischen Wahlordnung Klage erhöben. Der Prozeß wurde in der ersten Verhandlung, die soeben vor dem Czernowitzer Obergericht stattgefunden hat, aus formellen Gründen vertagt. Verlangen Sie im Restaurant wie auch im Kaffeehaus ausdrücklich „Preblauer Sauerbrunn", das gesundheitsfördernde, erfrischende österreichische Mineralwasser, Lidife und Schattenseiten Smilansky über die Palästina-Wirtschaft In der palästinensischen Tageszeitung „D oar hajoin" schildert der Führer der jüdischen Kolonisten in Palästina, Mosche Smilansk y, die wirtschaftliche Situation in Palästina. Er stellt folgende gute Zeichen fest: 1. Die große Aufnahmefähigkeit Palästinas, welches 50.000 jüdische Seelen jährlich wirtschaftlich absorbiert. 2. Das Fehlen von Arbeitslosigkeit, ja. das Bedürfnis nach neuen Arbeiterhänden. 3. Die Palästina- Verwaltung ist die einzige Regierung in der Welt, die auf einen hohen Budgetüberschuß hinweisen kann. 4. Das» Land ist mit Kapital gesättigt, der Zinsfuß sehr niedrig, 5. Regierung, Jewish Agency und große Privatunternehmungen erhalten ausländische Anleihen unter guten Bedingungen. 6. Die große und die kleine Industrie entwickeln sich gu'.. Diesen günstigen Zeichen stehen negative gegenüber: Die passive Handelsbilanz. Palästina kauft ein Vielfaches dessen, was es verkauft. Wenn man sogar annimmt, daß 60 Prozent der Importe in diesem im Aufbau begriffenen Lande zur Schaffung neuer Werte bestimmt sind, so ist das Resultat immer noch: der Import übersteigt den Export um das Zweifache. Beunruhigend ist, daß Palästina, ein Agrarland, Agrarprodukte (Fleisch, Butter, Früchte usw.) für zwei Millionen Pfund jährlich einführt. Das Land ißt das Zweifache dessen auf, was es produziert, üvv j ü d i s c h « Jischuw sogar das Vierfache seiner Nahrungsmrttelproduktion. Ein weiteres schlimmes Zeichen: Die Industrie, welche die Prosperität hauptsächlich geschaffen hat, ist die Bauindustrie, also keine kontinuierliche Inaustrie. Alle Krisen in der Welt beginnen eben bei der Bauindustrie. Nicht nur in Polen und Deutschland, auch in England und Frankreich kauft man heute Häuser zum halben Herstellungspreis. Die aus dem Ausland importierten Baumaterialien sind ebensowenig produktiv, wie die importierten Nahrungsmittel. Die Bauindustrie schwächt während ihrer Prosperität die anderen Produktionszweige (keine andere Industrie ist in der Lage, dem Arbeiter so hohe Löhne zu zahlen), so daß, wenn sie selbst einmal stillsteht, die Zehntausende in ihr beschäftigten Arbeiter nicht leicht in andere Produktionsgeblete Werden überführt werden können. Smilansky charakterisiert die seiner Meinung nach abnormale Lage durch folgende Episode: „Ich traf unlängst einen alten Bekannten, einen arabischen Qrangenhändler aus Jaf£a, der 2000 Dunam Orangenboden zum Doppelten des Preises, den ich geboten habe, gekauft hat. Ich fragte ihn, wie er einen so hohen Preis zahlen konnte. Er erwiderte: „Ich habe soeben an Juden 200 Dunam sandigen Meerboden im Süden von Jaffa für den Preis von 4 2.0 0 0 Ffund verkauft; was soll ich mit dem Gelde anfangen?" Smilansky sieht die einzige Abwehr von Krisen in der Schaffung positiver Werte auf allen Gebieten und insbesondere in der Landwirtschaft. Tel-Awiw ehrt Max Liebermann Aus Tel-Awiw: In der letzten Sitzung des Stadtrats von Tel-Awiw gedachte der Vizebürgermeister Ing. R o k a c h des genialen Künstlers Max Liebermann, der dem jüdischen Namen Ehre gemacht hat und dessen Tragik es war, unter dem Hitler-Regime sein Leben zu beenden. ■— In der gleichen Sitzung wurde das Andenken der bei der Ueberschwemmung in Nablus umgekommenen 25 Araber geehrt. JAFFA Orangen und Grape fruit ^% Saftig — Ohne Kerne— Ideales Aroma — Bei Handel und Piw blikum gleichen weise beliebt Audi in der Mandschurei! Schlechte Vorzeichen für die „Judenrepublik" Birobidschan

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