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Die neue Welt · 1935-02-19 · Heft 440 (19.2.1935) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 440 (19.2.1935)
Date
1935-02-19
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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T?V. 410 DIE NEUE WELT Seite 3 Die großen, vorzüglichen Salonschiffe „GAULEA", „GERUSALENNE". „PALESTINA" der direkten Eillinie TRIEST-JAFFA des LLOVD TRIESTINO verkehren jeden Mittwoch und jeden zweiten Freitag. Fahrpreis in der ausgezeichneten Touristenklasse samt vier Mahlzeiten täglich bloß ca. ö. S 258.—. Auskünfte: Lloyd Triestino, Wien, I., Kärntnerring 6 jüdische Sportvereine (z. B. die vom „Bund" in Polen), die eine radikal-antizionistische Einstellung haben und den Makkabi auf jede Art bekämpfen. Es besteht keine Veranlassung, solchen i Sportvereinen die Möglichkeit zur Teilnahme an der Makkabiah zu gewähren. Anzustreben wäre höchstens, gewisse jüdische Sportverbände, die zwar nicht dem ) Makkabi-Weltverband angeschlosen sind, aber im sportlichen Verkehr und in ihren Beziehungen zum Makkabi loyal sind, zur Teilnahme an der Makkabiah einzuladen." Die Darlegung des deutschen Makkabi-Kreises ist ■o einleuchtend, daß sie keines weiteren Kommentars bedarf. Wenn die Sportler des Frontkämpferverbandes die Ehre der Teilnahme an der Tel-Awiwer Makkabiah genießen wollen, dann dürfen sie auch sonst nicht abseits stehen oder gar eine feindliche antinationale Front bilden. Schulter an Schulter — wäre gewiß begrüßenswert; aber nicht bloß beim Wettkampf in Palästina. Arabischer Angriff auf eine jüdische Kolonie Aus Jerusalem (J. T. A.): Arabische Banditen griffen die jüdische Kolonie Ramat Ko d e s ch (Heilige Höhe) an und verletzten den jüdischen Wächter Zwi Char i f k a schwer. Die Polizei konnte bis jetzt einen der Räuber verhaften. Eine Schule auf den Namen Meir Dizengoffs Aus T e 1 - A w i w: Die Bewohner des Viertels Rosch Tel-Awiw haben beschlossen, anläßlich der Wiedergenesung des Bürgermeisters Meir Dizengoff eine Schule bauen zu lassen, die seinen Namen tragen soll. Von Schanghai nach Palästina Aus Schanghai: Eine große Zahl Schanghaier Juden hat Boden in Palästina angekauft und bereitet sich für die Uebersiedlung vor. Die erste Gruppe von elf Juden hat bereits die Reise nach Palästina angetreten. Judenstaatsparftei Oe§ferreidis Versammlungen Dienstag, den 19. Februar 1985, Judenstaatsjugend Bezirksgruppe Leopoldstadt, IL, Taborstraße 21a. Vortrag: Bodensozialismus. Referent: Leopold Gold. Dienstag, den 19. Februar 1935, Judenstaatsjugend und Gruppe Prater, IL, Kleine Zufahrtstraße 166. 8 Uhr abends: Kurs Uber zionistische Geschichte. Referent: Josef Frankel. Dienstag, den 19. Februar 1935, Bezirksgruppe XVHI-XV, XV., Schanzstraße 32. Vortrag: Dr. Salomon Wolf, halb 9 Uhr abends. Dienstag, den 19. Februar 1985, 8 Uhr abends, Judenstaatsjugend Bezirksgruppe Briglttenau, XX., Heinzelmanngasse 20. Vortrag Uber aktuelle zionistische Probleme. Referent: Mendel Hager. Mittwoch, den 20. Februar 1985, halb 9 Uhr abends, Zentralheim, L, Werdertorgasse 14. Diskussionsubend: Allgemeiner Zionismus und Judenstautszionlsmus. Einleitendes Referat: Theodor Grubne r. Donnerstag, den 21. Februar 1985, halb 9 Uhr abends, Studentenklub der Judenstaatspartei, Zentralheim, L, Werdertorgasse 14. Vortrag: Dr. Jakob Weiner. Donnerstag, den 21. Februar 1935, halb 9 Uhr abends, Bezirksgruppe Leopoldstadt, II. Taborstraße 21a. Zweiter Abend des Vortragszyklus: Grundelemente und Entwicklung des Zionismus. Referent: Dr. Salomon Wolf, Montag, den 25. Februar 1985, halb 9 Uhr abends, Versammlung im Cafe „Goldener Engel", XXL, Am Spitz 2/3. Thema; Was geschieht mit den Juden? — Die Antwort der Judenstaatspartei. Referenten: Oberbaurat lng. Robert Stricker und Fritz Richter. Veranstaltungen Donnerstag, 21. Februar 1935, findet eine von der Sektion Prater veranstaltete Theatervorstellung im Jüdischen Theater, IL, Praterstraße 34, mit Sevilla I* a s t o r, statt. Gruppe Prater, IL, Kleine Zufahrtstraße 166, veranstaltet einen Turnkurs für Damen und Kinder, und zwar Mittwoch von 5 bis Uhr für Kinder, von »/a8 bis ££9 Uhr für Damen. Anmeldungen üortoclbst Der Friede — kein Friede; der Verlrag — kern Verfrag Ben Gurion kündigt den Friedenspakt Ueber die Klage des Führers der Revisionisten, Jabotinsky, daß die Zionistische Exekutive den vor wenigen Wochen mit ihm geschlossenen Friedenspakt gebrochen habe, wurde berichtet. Nunmehr liegt die Antwort des Arbeiterführers Ben Gurion, des Vertreters der Zionistischen Exekutive, vor. Er hat sie der J. T. A. zur Veröffentlichung übergeben. Sie lautet: „Jerusalem, 15. Februar. Falls der Bericht über Jabotlnskys Erklärung korrekt ist, so ist meine Antwort darauf die, daß irgend ein Abkommen mit Bezug auf den Keren Tel Chaj mir in Jabotinskys Einbildung bestehen kann. Die Zionistische Exekutive hat niemals den Keren Tel Chaj anerkannt, der Keren Tel Chaj ist auch in keinem der Abkommen auch nur erwähnt worden. Ich stimme mit Jabotinskys Erklärung über die Zwecklosigkeit Weiterer Verhandlungen überein, weil schon die Resolution der Revisionistischen Weltkonferenz in Krakau, betreffend Fortsetzung einer separaten politischen Aktion, automatisch den Verhandlungen ein Ende bereitet. Während der Verhandlungen mit Jabotinsky in London war ausdrücklich betont worden, daß, wenn die Revisionisten nicht in vollem Maße die Disziplin der Zionistischen Organisation anerkennen, die Zionistische Exekutive dann die notwendigen Maßnahmen ergreifen werde, um einer abnormalen Lage, die es den Revisionisten erlaubt, die Rechte zu genießen, ohne die Pflichten zu erfüllen, ein Ende zu machen. Nach dem Durchfall der revisionistischen P e t i t i o n in Genf, der ja vorausgesehen werden konnte, ist dies noch gebieterischer als früher. Keinerlei Drohung seitens der Revisionisten, den Frieden zu brechen, wird uns in unserer Entschlossenheit zurückhalten, die politische Autorität und den inneren Zusammenhalt der Zionistischen Organisation zu stärken. Sollte Jabotinsky seine Meinung geändert haben und sich an dem Zionistenkongreß beteiligen wollen, so steht ihm der Weg hiezu offen, vorausgesetzt, daß die Revisionisten, gleich allen anderen Zionisten, die Gleichheit der Rechte und Pflichten, vorbehaltlose Mitgliedschaft und die Autorität der Zionistischen Organisation anerkennen." Die Antwort ist eine Absage, die an Deutlichkeit und Rücksichtslosigkeit unübertreffbar ist. Die Warnung der Judenstaatspartei, gerade den Vertretern der extremsten Parteien — dem Zionisten- Sozialisten Ben Gurion und dem Revisionisten Jabotinsky — die. Entscheidung über Krieg und Frieden, im Zionismus zu überlassen, wurde in den Wind geschlagen. Ihr Antrag, alle zionistischen Parteien einzuberufen, um dem zerstörenden innerzionistischen Kampf ein Ende zu bereiten, blieb unbeachtet. Erneuter und verschärfter Kampf wird die; Folge sein. Hafcenkreuzieri§dte§ Der falsche Griff nach Nietzsche Man ist jetzt in Deutschland bemüht, dem Philosophen Nietzsche die geistige Vaterschaft für den Nationalsozialismus anzuhängen. So Professor Dr. Richard Oehler in seinem jetzt erschienenen Buche „Nietzsche und die Vollendung des Nationälsozialismus". Die noch lebende Schwester des Denkers, Elisabeth Forster-Nietzsche, eine bekannte Antisemitin, kommt Oehler zu Hilfe und schreibt: „Das ist sehr wichtig, da - dieses Buch zum erstenmal die großen Zusammenhänge zwischen der Kulturphilosophie Friedrich .Nietzsches und der nationalsozialistischen Weltanschauung aufweist." Aber es gibt noch Köpfe in Deutschland, die nicht ganz vernebelt sind. Die Zeitung „Das Volk" (Westfalen) warnt davor, Nietzsche zum Hitler-Menschen zu stempeln, und bringt folgenden Brief, den Nietzsche am 29. März 1887 an den blutrünstigen Vorkämpfer des Antisemitismus Theodor F ritsch gerichtet hat: „Sehr geehrter Herr! Hiermit sende ich Ihnen die drei übersandten Nummern Ihres „Correspondenz-Blattes" zurück, für das Vertrauen dankend, mit dem Sie mir erlaubten, in den Prinzipien Wirrwarr auf dem Grunde dieser wunderlichen Bewegung einen Blick zu tun. Doch bitte ich darum, mich fürderhin nicht mehr mit diesen Zusendungen zu bedenken: ich fürchte zuletzt für meine Geduld. Glauben Sie mir: dieses abscheuliche Mitreden wollen naiver Dilettanten über den Wert von Menschen und Rassen, diese Unterwerfung unter „Autoritäten", welche von jedem besonneneren Geiste mit kalter Verachtung abgelehnt werden (z. B. E. Dühring, R. Wagner, Ebrard, Wahrmund, P. de Lagarde — wer von ihnen ist in Fragen der unberechtigtste, ungerechteste?), diese beständigen zu P U R I M zur MAKKABI ADE zu PESS ACH und a.^. *«*ta. ~« Wötatlidie lUalrleD durch UHnftO&S JAUCf IX, Spitalgasse 3, Tel. B-42-5-38 foukMasima absurden Fälschungen und Z u r e c h t m a c h u ngen der vagen Begriffe „germanisch", „semitisch", „arisch", „christlich", „deutsch" — das alles könnte mich auf die Dauer ernsthaft erzürnen und aus dem ironischen Wohlwollen herausbringen, mit dem ich bisher den tugendhaften Velleitäten und Pharisäismen der jetzigen Deutschen zugesehen habe. — Und zuletzt, was glaube« Sie, daß ich empfinde, wenn der Name Zarathustra von Antisemiten in den Mund genommen wird? ... Ihr ergebenster Dr. Fr. N i e t z s c h e." * Heine, Mendelssohn und Offenbach. Das Kölner Polizeipräsidium hat im Vorort Köln-Lindenthal die Felix-Mendelssohn-Straße in Liszt-Straße, die Heine-Straße in Correns -Straße und die Offenbach-Straße in Brahms-Straße umbenannt. * Ein Jude darf keinen Juden anstellen. Eine jüdische Firma in Frankfurt a. M. hatte über Aufforderung durch die zuständige NS.-Kreisleitung ihren wegen angeblich staatsfeindlicher Aeußerungen verhafteten jüdischen Hauptbuchhalter fristlos entlassen. Nach wenigen Tagen wurde der Buchhalter wieder auf freien Fuß gesetzt und das Strafverfahren gegen ihn eingestellt. Die Bezirksleitung versagte die Zustimmung zu einer Wiedereinstellung des Buchhalters. Der Buchhalter klagte. Das Arbeitsgericht in Frankfurt a. M. hat die Klage abgewiesen. * Streicher hat ihn ruiniert. Die „Fränkische Tageszeitung", Nürnberg, meldet, daß der Minister des Innern den jüdischen Fabrikanten August Bauernfreund in Fürth zum Volks- und Staatsfeind erklärt hat. Sein gesamtes Vermögen ist durch die Polizeidirektion in Nürnberg-Fürth beschlagnahmt worden. (Julius Streicher hat eine Sondernummer des „Stürmer" der Hetze .gegen Bauernfreund gewidmet.) Jüdischer Hochschulausschuß. Palästina in neuen Bildern. Dienstag, den 19. Februar 1935, im Zentralhelm, IX., Alserstraße 26, um 20 Uhr Lichtbildervortrag des Herrn Prof. Dr. Karl Schieber. Wurde bereits mit großem Erfolg in der Urania abgehalten, Gäste willkommen,' Keine Ruhe im Jerusalemer Stadtrat Aus Jerusalem (J. T. A.): Die politischen Verhältnisse innerhalb der Stadtvertretung von Jerusalem werden immer komplizierter. Die arabischen. Stadtverordneten haben soeben an die Regierung die Forderung gerichtet, als Ersatz für den zum zweiten Vizebürgermeister ernannten Stadtverordneten Jakub Farradsch einen dritten Vertreter der christlichen Araber im Stadtrat zu nominieren. Dadurch würde künstlich eine nichtjüdische Mehrheit im Stadtrat geschaffen werden. (Der Jerusalemer Stadtrat besteht jetzt aus sechs Juden und vier moslemitischen und zwei christlichen Arabern.) Diese Forderung haben die arabischen Stadtverordneten ungeachtet der mit den Juden getroffenen Vereinbarung, daß der Status quo in der Zusammensetzung des Stadtrats nicht geändert werden solle, aufgestellt. Bei der jüdischen Bevölkerung herrscht starke Verstimmung darüber, daß der Status des jüdischen ersten Vizebürgermeisters Daniel Auster noch immer nicht geregelt ist. Während einer stillschweigenden Vereinbarung zufolge der erste Vizebürgermeister im Fall der Notwendigkeit einer Vertretung des Bürgermeister« Dr. Khalidi automatisch an dessen Stelle treten, sollte, setzt sich das neue Bürgermeisterstatut über diese Vereinbarungen hinweg und behält dem High Commissioner das Recht vor, den Stellvertreter des Bürgermeisters aus der Mitte der Stadtverordneten zu berufen. Sogar die technische Frage der Zuweisung einesAmtsraums für den jüdischen Vizebürgermeister ist noch nicht bereinigt. Auf jüdischer Seite ist man der Ansicht, daß alle im Interesse der Verständigung mit den arabischen Stadtverordneten gebrachten Opfer umsonst wären, wenn die Araber versuchen, mit Hilfe der Behörden das Abkommen zu brechen. Man hofft, daß die Regierung gegenüber den neuen Forderungen der Araber Festigkeit bewahren wird. Statistik der Tel-Awiwer Polizei Aus Tel-Awiw: In der letzten Sitzung des Tel-Awiwer Stadtrats wurde über den Polizeidienst in dieser rein jüdischen Stadt diskutiert. Die Tel-Awiwer Polizei setzt sich gegenwärtig aus 126 Funktionären, 7 0 Juden und 56 Engländer, zusammen. Bei einer Bevölkerung von über 100.000 Seelen kommt ein Polizist auf 800 Einwohner. In anderen Städten kommt ein Polizist auf 400 Einwohner. Im Jahre 1928, als Tel-Awiw noch 35.000 Einwohner zählte, gab es 75 Polizisten, die alle Juden waren, so daß ein Polizist auf 500 Einwohner kam. In der Sitzung wurde festgestellt, daß, ebenso wie in den übrigen Regierungsressorts (Post, Telegraph, Eisenbahn usw.), so auch im Polizeiwesen die Zahl der Juden, anstatt sich proportionell zum Anwachsen der Bevölkerung zu steigern, sich fortschreitend vermindert. (J. T. A.) Das LX. Verbandsfest des Reichsverbandes der kreditgebenden Detailkaufleute Oesterreichs findet am 21. Februar 1935 in der „Oase", Wien, I., Dorotheergasse 6, um 9 Uhr abends statt. Akademie mit Tanz. Reichhaltiges Programm. Eintrittskarten zu S 3.— im Sekretariat des Verbandes, Wien, I., Stoß im Himmel 3, und an der Abendkasse. Richtigstellung. Zu der bei uns veröffentlichten Zuschrift „Ehrengrab und jüdische Schauspieler" teilt die israelitische Kultusgemeinde mit, daß die Zuweisung eines Ehrengrabes anläßlich des Ablebens des Operettentenors Willy Bauer überhaupt nicht in Frage kam, da der Verstorbene im Grabe seines Sohnes beigelegt zu werden wünschte. Die in den Tageszeitungen erschienene Notiz, welche Anlaß für die Zuschrift gab, war unrichtig. Jüäistke TßHttöiettiUim$e(<> getötet* m die „Heue Heil"

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