Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 9 (1935)
- Issue
- Heft 437 (8.2.1935)
- Date
- 1935-02-08
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 437 MB NEUIS WIM Seite 5 W.ÖOÖe luden... eikia! So verschieden die Ansichten und Ueberzeugungen der Wiener Judenheit in allen religiösen und Wirtschaft liehen Fragen auch sein mögen, In einem Punkte gibt es bei vielen Zehntausenden nur eine Ueberzeugung 6bdte^vdiqük<idt&^ CsLig+lflfi ob reich oder arm ... aut den Pessach-Tisch des Kenners und Fein- ■^BWBIj0PHMMM^4^^^ »«UM.yv/.l.».« —Ii__■.- _l_ cm________ ji. i__: __t.-n-«-.i-„ W ▼ schmeckers kommen seit mehr als 40 Jahren nur die bei allen beliebten, von allen bevorzugten Besonders delikat ist die Spezialmärkte „N, B." - Mazzoth, Grieß und Farvel, weiche Sie in allen besseren Geschäften bekommen. ZENTRALE: BRODETZKY llv Leopoldsgasse43,Tel. A-40-0-90, A-60-2-63, A-48-4-48 tkOMtttk Achten Sie im eigenen Interesse bei Einkauf von Mazxoth'GrieB besonders auf die Marke „SCHMIDL" Konkurrenz um die Palä§tina*Orange Die Erfolge Palästinas im Orangenbau haben in den übrigen Ländern des östlichen Mittelmeeres Aufmerksamkeit erregt und das Bestreben wachgerufen, sich gleichfalls in stärkerem Umfange dem Orangenbau zuzuwenden. Das ist vor allem in Aegypten und der Türkei der Fall, während in Syrien erkannt wird, daß eine Nachahmung des palästinensischen Beispiels nicht empfehlenswert ist und letzten Endes an der Absatzfrage scheitern muß. * In d»r Türkei wird der Orangenbau an der Mittelmeerküste und am Schwarzen Meer betrieben. Hauptanbaugebiet ist die Gegend von Dörtyol am Golf von Alexandrette, in der auch qualitativ die besten Früchte geerntet werden. Daneben ist vor allem noch das Gebiet von Rize an der Nordostecke des Schwarzen Meeres tfaa Bedeutung. Beide Bezirke erzeugen ungefähr zwei Drittel der Gesamtproduktion. Die Gesamtproduktion an Zitrusfrüchten in der Türkei beläuft sich zur Zeit auf ungefähr 10634 Millionen Stück, davon 100 Millionen Orangen (ungefähr 1 Million Kisten). Das ist jedoch nur ein unbedeutender Bruchteil dessen, was produziert werden könnte. Die klimatischen und bodentechnischen Möglichkeiten werden noch in keiner Weise genügend ausgenützt. Die jahrelangen Kriege und die Passivität der alten türkischen Regierung haben früher zur Vernachlässigung des Zitrusanbaues geführt, bis die Regierung Kemal Paschas dem Zitrusanbau Aufmerksamkeit zuwendete. Zunächst wurde mit der Krankheitsbekämpfung und Sicherung der bestehenden Pflanzungen begonnen. In Rize am Schwarzen Meer und in Tarsus wurden zwei Institute zur Pflege und Förderung der Zitruskultur gegründet. Der türkische Orangenexport, der in den verschiedenen Jahren starke Schwankungen aufweist, geht vor allem in die Sowjetunion, die fast den gesamten Export abnimmt.. Türkischerseits setzt man hinsichtlich der Entwick' lung der Orangenwirtschaft große Hoffnungen auf den deutschen Markt, der an und für sich sehr aufnahmefähig ist. Devisenschwierigkeiten sollen im Wege des Warenaustausch- und -Verrechnuugsverkehres überbrückt werden. * Der Zusammenbruch des Baumwollweltmarktes, von dem Aegypten stark betroffen wurde, hat die ägyptische Regierung veranlaßt, den Anbau und Export anderer Produkte zu fördern. Zunächst wandte sie sich der Reiskultur, in den letzten Jahren aber auch dem Oraugenbau zu. Das Department of Trade and Industry ging davon aus, daß Orangen in Aegypten ebenso gut wie in Palästina angebaut werden können und daß Aegypten mit dem Orangenexport ebensolche Erfolge wie Palästina erzielen könne. Im Jahre 1931 exportierte Aegypten PENlION KOCH H^fl^JÄ* JP^k Hermon Street HAUS ERSTEH RANGES MODERNE ZIMMER MIT FL! ESSENDEM WASSER GEPFLEGTE KOSCHERE KÜCHE MÄSSIGE PREISE TELEPHON 1947 12.0 00 Kisten, 1932 stieg der Export auf 2 5.000 Kisten, 1933 auf 4 6.0 00 Kisten. In diesem Jahre hofft man mit Leichtigkeit den Export auf 50 0.000 Kisten steigern zu können. Im Laufe der nächsten Jahre hofft man, in Annäherung an die palästinensischen Exportziffern, den Export weiter in sehr starkem Ausmaß erhöhen zu können. Die ägyptische Regierung zahlt den Exporteuren Ausfuhrprämien, die sich bis jetzt auf insgesamt Pf. St. 22.000 beliefen, und das Department of Trade and Industry hat vom Finanzministerium die Erhöhung dieses Betrages auf Pf. St. 56.000 gefordert. Voraussetzung für die Gewährung der Exportprämien ist die Beachtung der Verpackungsvorschriften. Außerdem wird den ägyptischen Orangenexporteuren die Vergünstigung der zollfreien Orangenkistenholzeinfuhr gewährt. Die Exportprämie beläuft sich auf 125 Müs (1 Mil 3 Groschen) per Kiste Orangen und 75 Müs per Kiste Mandarinen, so daß die Erhöhung der Exportprämien auf Pf. St. 56.000 für den Export von 50 0.0 00 Kisten ausreicht. „••■■.--. Zur Begründung der Exportprämienzahlung wird ägyptischerseits darauf hingewiesen, daß die Orangenkultur in Palästina schon sehr gut entwickelt ist und die Jaffa-Orange bereits Weltruf erlangt habe, während das alles hinsichtlich der ägyptischen Orangen nicht der Fall ist und die Regierung daher im Anfang helfend eingreifen müsse. An und für sich sei die ägyptische Orange der palästinensischen qualitativ mindestens gleichwertig, sie habe im Gegenteil einen besseren Geschmack und sei saftiger als die palästinensische. Vielleicht sei sie etwa kleiner und von unansehnlicherem Ausseben. Dieser Mangel könne aber im Laufe der Zeit durch entsprechende Züchtungsmethoden behoben werden. Es wird dabei darauf hingewiesen, daß Orangen als Winterfrüchte auf den europäischen Märkten günstige Absatzmöglichkeiten haben und daß man Palästina nicht das Orangenmonopol überlassen dürfe. * Palästina ist von drei Ländern umgeben, die durch seine bisherigen Erfolge im Orangenbau angereizt werden, es gleichzeitig mit der Orangenkultur zu versuchen: im Norden die Türkei, im Süden Aegypten und im Westen die vorgelagerte Insel Zypern. Wenn der Orangenbau in allen drei Ländern auch noch in den Anfängen steckt, so bringt es Aegypten in diesem Jahre — durch staatliche Exportprämien unterstützt — bereits zu einer beachtlichen Exportleistung. Auf handelspolitischem Gebiet jedoch befinden sich alle diese drei Länder Palästina gegenüber in einer Vorzugsstellung. Die Türkei und Aegypten können eine selbständige Handelspolitik treiben und ihrem Orangenexport durch Austauschabkommen den Weg freimachen. Zypern ist als englische Kolonie in die Imperial Preference einbezogen und genießt daher auf dem englischen Markt eine Vorzugsposition. Palästina als Mandatsland dagegen ist hiebt in der Lag«, durch Kompensationsverträge für seinen Export au sorgen. Dieser Umstand läßt befürchten, daß es den Konkurrenaländern gelingen wird, ihrem Export durch handelspolitische Mittel den Vortritt vor dem paJästinensi<- sehen zu verschaffen und die Absatzmöglichkeiten für palästinensische Orangen empfindlich einzuengen. Chajes-Realgymnaslum. Sonntag, den 17. Februar, findet In den Räumen des Militärkasinos, Wien, I., Schwarzenbergplatz 1, zugunsten des Chajaa.Realgymnaliumfl eto GesQiicciiaftaabendmit Tan? (Kapelle Max Geiger, erstklassige Kunstkräfte) statt. Beginn halb 9 Ubr abends. tßdiseke ^/ttüiPiPHfikirpi/iPit 9 WPV» W WPVTVIWFWlfVVVW lA^mdktMmlHiÜ?' Gegen die Ausbürgerung von Achi Meir und Yevin Aus Jerusalem f J. T. A.): Auch dem früheren Administrator der revisionistischen Zeitschrift „Chasith Haam", Dr. Joschua Lichter, der ebenfalls im Prozeß gegen die Brith Habirjonim verurteilt worden war, wurde vom Einwanderungs-Departement der Regierung mitgeteilt, daß ein Verfahren eingeleitet wurde, mit dem Ziele, ihm die Bürgerrechte abzusprechen, und daß ihm zur Einreichung einer begründeten Berufung eine einmonatige Frist gestellt wird. Achi Meir selbst hat ein zweites Schreiben vom Einwanderungs-Departement erhalten, in welchem einige Irrtümer im ersten Schreiben richtiggestellt werden und ihm neuerdings bedeutet wird, daß, wenn binnen einem Monat seine Berufung gegen die eingeleitete Ausbürgerung nicht erfolgt, die Ausbürgerung in Kraft tritt. Auf Initiative von Rabbi Usiel, Ben-Zion K a t z und S u p r a s k i fand eine Beratung von Persönlichkeiten des Jischuw statt, in der beschlossen wurde, den Waad Leumi aufzufordern, gemeinsam mit den Verwaltungen der jüdischen Städte und Kolonien eine Aktion gegen die Absicht der Palästina-Administration, Achi-Meir, Yevin und Lichter auszubürgern, durchzuführen, da die AusbUrgerungsmaßnahmen der Administration eine große politische Gefahr für den Jischuw bedeuten. Die Arabische Exekutive fordert wieder Verbot de» Bodenverkaufs Aus Jerusalem: Die Arabische Exekutive Palästinas hat die Zusammenstöße zwischen Ueduinen und Polizei auf Nationalfondsboden bei Harathija zum Anlaß genommen, um neuerlich ein Verbot des Bodenverkaufs an Juden von der Palästina- Regierung zu verlangen. Zum High Commissioner wurde eine Abordnung entsandt, die ihm diese Forderung vorgetragen hat. Außer dieser Abordnung empfing der High Commissioner auch den Großmufti von Jerusalem Haj Arnim al Husseini, der ebenfalls auf die Vorgänge bei Harathija hinwies und Einwendungen gegen die Transferierung von Boden in jüdische Hände erhob. * Der arabische Distriktsbeamte von Nazareth hat das Urteil gegen 15 Araber und 15 J u d e n, die an dem Zusammenstoß am 20. Dezember beteiligt waren, gesprochen. Damals hatte eine Gruppe Araber jüdische Arbeiter, die Boden des Keren Kajemeth bei Nahalel pflügten, überfallen und mit Steinwürfen attackiert. Von den 15 angeklagten Arabern wurden 11 zu je 600 Müs Geldstrafe, von den 15 angeklagten Juden wurden 5 zu je 600 Müs Geldstrafe verurteilt, die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Das Urteil hat um so mehr Verwunderung hervorgerufen, als derselbe Distriktsbeamte schon am 27. Dezember den Entscheid veröffentlichte, daß die jüdischen Arbeiter von Nahalal sich rechtens auf dem jüdischen Boden befanden und ihn pflügten, sie sich demnach gegenüber den angreifenden Arabern in einem Zustand der Selbstverteidigung befanden. Zwei neue Flugplätze in Palästina Aus Jerusalem: Der Flugverkehr mit Palästina tritt in eine neue Phase ein. Wie der J. T. A. mitgeteilt wird, beschloß die Regierung, zwei neue Flugplatze, einen in L u d d und den zweiten bei Haifa, anzulegen. Der Flugplatz in Ludd wird eine Zwischenstation im Flugverkehr E n g 1 a n d—I ndien sein. Mit der Zeit wird Palästina die einzige Landungszone der „Imperial Airways" und anderer Fluglinien zwischen London und Karachan bilden, die Landungen in Gaza, Rutbah und Bagdad werden entfallen. Gegen die Brotteuerung in Tei-AwiVv Aus Tel-Awiw: Der Stadtrat von Tel-Awiw hat den Distriktskommissär ersucht, eine Verordnung zu bestätigen, die die Festsetzung von Höchstpreisen für Brot vorsieht. Der Stadtrat stützt sich hiebei auf den Bericht der von ihm zur Untersuchung der Ursachen der Brotteuerung eingesetzten Kommission. Orangen urd Grape fruit Saftig — Ohne fczrfr Kerne-Ideales) Aroma — Bei Handel und Pu* bllkumglelcher* weise oelle"