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Die neue Welt · 1935-02-01 · Heft 435 (1.2.1935) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
9 (1935)
Issue
Heft 435 (1.2.1935)
Date
1935-02-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 435 DIE NEUE WEXT Seife) «f^j Ilm den jüdi'sdien Wellkongreß Seifsame jüdische //Patrioten' Dir Gattung: der Stadlonim, der Fürbitter und Protektoren und „angesehenen Persönlichkeiten", ist noch nicht ausgestorben, schreibt der Ncw-Yorkcr Publizist A. Almi im Zusammenhang mit den Umtrieben gegen den Jüdischen Weltkongreß. Die mo dernen jüdischen Stadlonim sitzen in dem gutbekannten und sich selbst Weihrauch streuenden American Jewish Committce. Diese Institution stammt noch aus jenen Zeiten da die reichen „deutschstämmigen" Juden in Amerika auf die aus dem Osten eingewanderten jüdischen Massen wie auf Wilde, auf Parias, auf finstere Pöbclmenschen herabsahen, dio man bevormunden und kulturfähig machen müsse, damit sie nicht das Mißbehagen der Amerikaner erregen . . < Gleich in den ersten Jahren der ostjüdischen Masseneinwanderung in Amerika taten sie alles Erdenkliche, um die Einwanderer an einer geschlossenen Siedlung zu hindern, um unmöglich zu machen, daß die unglücklichen Juden sich zu kompakten Massen zusammenschließen und sich gegenseitig einen Halt bieten. In New-York, wo ein riesiges Judenviertcl auf Easttäide zu entstehen begann, ließ der bekannte Philanthrop Jakob Schiff wissen, daß er jedem jüdischen Emigranten 40 Dollar biete, wenn er auf eine Niederlassung im Judenviertel verzichtete und sich irgendwo anders festsetze. Trotz dieser Machinationen entstanden in Amerika riesige jüdische Massenzentren mit eigenen Organisationen, Institutionen, Wirtschaftskörpern, mit eigener Presse und Literatur. Da die Stadlonim ihre Positionen öffentlich nicht aufgeben konnten, versuchten sie, hinter den Kulissen ihre Politik fortzusetzen, „die jüdische Ehre zu wahren", „die Achtung der Mitbürger zu gewinnen", Aufgaben, um die niemand sie gebeten hat. Das ist auch die Politik, die das American Jewish Committce führt. Man kennt ihre Stellungnahme zum Hitlerismus, zum Boykott, Von allem Anfang an war das Committee dagegen, daß man Lärm mache. Es stellte sich hinter Roosevelt, er möge in aller Stille ein gutes Wort in Deutschland für die Juden einlegen. Es veranlagte die amerikanische Regierung, die entschlossen war, gegen die hitleristische Veraichtuugspolitik öffentlich zu protestieren,, von einem Angriff auf Hitler-Deutschland abzustehen. Es hielt sich von allen großen jüdischen Tagungen in London und Genf fern. Aber all das, was diese Herren bisher getan haben, rpicht an ihre letzte „Leistung" nicht heran. Sie traten nämlich an den Präsidenten Roosevelt heran, er möge keine Juden mehr auf hohe Aemter berufen, da schon genug hohe Posten mit Juden besetzt seien. Roosevelt war höchst überrascht von dieser originellen Bitte. Aber er blamierte unsere Committee-Herren ganz gewaltig, indem er unmittelbar nach dieser Vorsprache den Juden Sigmund Solomon, den Sohn eines Plozkcr Immigranten, in ein wichtiges politisches Ressort berief. Das sind die Persönlichkeiten des American Jewish Committee, die eine Teilnahme am Jüdischen Weltkongreß ablehnen. Für den Jüdischen Weltkongreß — Gegen Neville Laski Aus Paris: Der Präsident des Board of Deputies of British Jews, Neville Laski, hat während seiner Anwesenheit in Amerika Anfang Jänner öffentlich erklärt, daß die jüdischen Organisationen und Gemeinden in England, Frankreich, Belgien und Holland, in deren Namen er spricht, Gegner des Jüdischen Weltkongresses seien. Als Antwort auf diese Erklärung ging der folgende telegraphische Protest nach New-York ab: „Im Namen der unterzeichneten Organisationen und Gemeinden, die einen sehr bedeutenden Teil der jüdischen Bevölkerung in Frankreich repräsentieren, protestieren wir energisch gegen Herrn Laskis Erklärung, daß die jüdischen Organisationen und Gemeinden in Frankreich Gegner des Jüdischen Weltkongresses seien.*4 Die Erklärung ist unterzeichnet vom Dichter Andree Spire namens des französischen Komitees für den Jüdischen Weltkongreß; von Israel Jeffroykin namens des Verbandes jüdischer Gesellschaften in Frankreich, von Wanikow und Kruker namens des Komitees der ehemaligen jüdiochen Frontkämpfer und Kriegsfreiwilligen in Frankreich, von Doktor Modrano namens der Spagnolen in Frankreich. Gleichzeitig hat das Komitee der ehemaligen jüdischen Frontkämpfer und Kriegsfreiwilligen in Frankreich rlEUTE DIE LANG ERWARTETE PREMIERE! h- ^Vl Vara* W ^B '•^Yv&^n * %%mm vHK?7T */45\^» C*l V4/OIW* '.<? 1/ dio folgende Depesche an den Verband der jüdischen Kriegsteilnehmer in Amerika gesandt: „Jüdische Veteranen in Amerika! Wir, ehemalige jüdische Kriegsfreiwillige in Frankreich, begrüßen unsere Kriegsbrüder in Amerika zu ihrer glücklichen Initiative, sich der Bewegung für den Jüdischen Weltkongreß anzuschließen. Wir hoffen auf Ihre energische Zusammenarbeit mit uns auf der Wcltkonferenz jüdischer Kriegsteilnehmer, die demnächst zwecks Verteidigung der Interessen des Judentums in der Welt zusammentreten wird." Eine Reihe jüdischer Gesellschaften in Belgien bereitet einen ähnlichen Protest gegen Laskis amerikanische Erklärung. Für den Jüdischen Weltkongreß Aus Warschau: In den nächsten Tagen trifft in Warschau der bekannte jüdische Historiker E. T s c h er i k o w e r als Bevollmächtigter des Comite des Delegations Juives in Paris ein, um hier ein Komitee zur Organisierung des Jüdischen Weltkongresses zu schaffen. Der jüdische Sejm-Deputierte Rosmarin sandte im Namen des Jüdischen Klubs die folgende Depesche an das American Jewish Committce: „Der Jüdische Weltkongreß ist angesichts der katastrophalen Lage des Weltjudentums eine unbedingte Notwendigkeit. Eine Massenbeteiligung der amerikanischen Juden an den Wahlen zum Weltkongreß wird diesem starken Halt geben. Wendet alle Kräfte an, damit der Kongreß ein Erfolg wird." Ilie sanfte Klimje die den sprödesten Bart wie im Drübergleiten wegwischtest nur Der Prozeß um die „Protokolle" Aus Zürich: Wie aus Bern der „Jüdischen Preßzentrale" gemeldet wird, ist zu Beginn dieser Woche das Gutachten des Experten der angeklagten Antisemiten im Prozeß um die „Protokolle der Weisen von Zdon", Oberstlt. a. D. Fleischhauer (Erfurt), bis auf einige Kapitel, die in diesen Tagen nachfolgen sollen, beim Polizeirichter in Bern, GerichtspräsidenÄ W. Meyer, eingereicht worden. Das Gutachten des nationalsozialistischen „Experten" soll sehr umfangreich sein und einige hundert Seiten umfassen. Angesichts dieser Tatsache wird angenommen, daß mit der Fortsetzung des Prozesses nicht vor Ende Februar zu rechnen ist, da die drei nunmehr vorliegenden Gutachten (des Experten der Kläger, Prof. Baumgartenj des gerichtlich bestellten Experten Loosli und des Experten der Angeklagten, Fleischhauer) vom Gericht den Experten gegenseitig zur Durchsicht zugestellt werden müssen, was eine geraume Zeit in Anspruch nehmen dürfte. rf\\) Qjsiüirlschaß l&uk*te((tr /■ Ratenturmstrasse, 12 SM^Gashlää« Wbnst Bis 3 Uhr früh geöffnet! Aus Polen Verdrängung der Juden — Eingriff der Regierung in das jüdische Gemeindeleben Aus Warschau: In der Budgetkommission des polnischen Sejms zeichnete der jüdische Deputierte Doktor Rosmarin ein Bild jüdischer Not und schilderte, wie die Juden rechtlich zurückgesetzt und als Bürger zweiter Klasse behandelt werden. Die Juden werden von Regierungsämtern sowie von staatlichen Unternehmungen und Monopolen vollkommen ferngehalten; der „Etatismus*4 vernichtet die jüdischen wirtschaftlichen Positionen. Allgemein herrscht die Tendenz vor, die Juden aus allen wirtschaftlichen Positionen zu eliminieren. Der Antisemitismus wird durch die Organe des Innenministeriums nicht gehemmt, oft sogar toleriert, mehr noch: von diesen Organen selbst angewendet. Während gewisse Kreise ungestraft Haß gegen die Juden säen und der polnischen Bevölkerung einreden, man müsse den Juden alle bürgerlichen Rechte nehmen und sie aus den letzten Arbeitspositionen verdrängen, unternehmen die Behörden oft Schritte, die so gedeutet werden können, daß eben diese antisemitischen Tendenzen in der Linie ihrer Tätigkeit liegen. Dieso Praxis steht in striktem,Widerspruch zu den Erklärungen des Innenministers, daß keine Unterschiede hinsichtlich des Glaubens und der Nationalität gemacht werden. Gewisse Maßnahmen der dem Innenminister direkt unterstehenden Organe rufen den Eindruck hervor, daß Juden Bürger, zweiter. Klasse sind, die nur geduldet werden, die Für die SONDERFAHRT DES RIEIENOZEANDAMPFERI » ROMA« (33.000 Tonnen) Trlest-Palästlna / 28. März 1935 wurden die Preise der EINHEITSKLASSE (ERSTEN KLASSE) auf 1220 Lire (das ist etwa 562 Schilling) herabgesetzt Nur drei Tage Uebcrfahrr! EINE EINMALIGE GELEGENHEIT! Sichern Sie sich rasch Ihren Platz bei der GENERALAGENTUR DES „LLOYD TRIESTJN0" Wien!, Kärntnerring 6 aber keinen Anspruch auf politische und wirtschaftliche Gleichberechtigung erheben dürfen. Durch unberufene Einmischung der Behörden in das Leben dei; jüdischen Gemeinden wurde ein Zustand vom Niedergang und Demoralisation in diesen Gc-< meinden hervorgerufen; die Gemeindeleitungen repräsen« tieren nicht mehr den Willen der Bevölkerung, sondern den Befehl des Starosta. Wie nun soll eine Bevölkerung, die zusehen muß, wie die Behörden sich sogar in die1 Wahl von Rabbinern und Leitern von Organisationen einmischen, wie sie nicht den öffentlichen Inter« essen, sondern den Geldinteressen einzelner dienen,, Achtung vor solchen Bhörden haben? Der Redner forderte den Innenminister auf, sich ivt seinem vor dem Plenum des Sejms zu haltenden politischen Expose auch dem „jüdischen Problem" zuzuwenden, dem Interesse von mehr als drei Millionen! Bürgern, Denn dieses Interesse ist eng mit wichtigsten Staatsfragen verbunden. Man darf nicht drei Millionen' Bürger außerhalb des Rahmens des politischen und wirt-< schaftlichen Lebens stellen, ohne damit auch den ganzea staatlichen Bau zu erschüttern. In seiner Antwortredc auf die Ausführungen der, Diskussionsredner ging der Innenminister auf die Ausführungen Rosmarins nicht eüz, Judenstaatspartei' Oesterreichs Versammlung«- und Veranstaltungskaleuder. Samstag, den 2. Februar, Bezirksgruppe Prater* II., KI. Zufahrtstraße 166, Heimabend mit Tanz. Beginn halb 9 Uhr abends. Sonntag, den 3. Februar, Sektion XIV/XV, XV., Schanzstraße 32, 5 Uhr nachm. Heimabend unter Mil^. Wirkung des Oberkantors J. Wahrmann. Montag, den 4. Februar, halb 9 Uhr abends, im Cafe Baidiahof, XVI., Ottakringerstraße 102, Versammlung. Referenten: Fritz Richter und Theodor Grubner« Thema: Der Weg der Judenstaatspartei. Montag, den 4. Februar, halb 8 Uhr abends, 15c« zirksgruppe 20, XX., Heinzelmanngasse 20. Beginn eines! Hebräischkurses. Anmeldungen dortselbst. Dienstag, den 5. Februar, Bezirksgruppe Leopoldstadt, II., Taborstraße 21a, halb 9 Uhr abends Vortrag Dr. Karl Kupfer, Volksbildungsreferent der Stadt Wien, Thema: Messianische Bewegungen im Judentums Seminar für Jüdische Geschichte unter Leitung eines bekannten Historikers und Hebräischkursa eines erstklassigen Pädagogen beginnen demnächst. Anmeldungen im Sekretariat der Bezirksgruppo Leopold-* Stadt, 11., Taborstraße 21a, täglich zwischen 7 bis 9 Uhr abends, mit Ausnahme von Freitag und Sonntag. Dienstag, den 5. Februar, Judenstaatsjugend, Zentralheim, I., Werdertorgasse 14, 8 Uhr abends Vortrag des Herrn Dr. SaL Wolf. Dienstag, den 5. Februar, Sektion XIV/XV, XV., Schanzstraße 32, 8 Uhr abends Vortrag des Herrn Fritz Richter. Mittwoch, den 6. Februar, halb 9 Ubx abends Vortrag im Zentralheim, I., Werdertorgasso 14« Mittwoch, den 6. Februar, Gruppe VI/VlH, Cal'ö Patria, VI., Mariahilferstraße 127, Vortrag des Herrn David Nebenzahl. Filme der Woche Nach den Herstellungsländern zusammengestellt Oesterreich! Ball im Savoy (Gitta Alpar) — Bretter, die die Welt bedeuten (Szöke Szakall und Mary; Losseff) — Ein Stern fällt vom Himmel (Josef Schmidt).' Oesterreich (Arierparagraph): Hohe Schule — Herr ohne Wohnimg ■— Asew, der Spion. Frankreich: Katz im Sack. Amerika: Little Women (Schweden-Kino) ~. Der lange Schatten (Kreuz-Kino) — Die süße Bestie —. Viva Villa — Hochzeitsnacht. England: Buldogg Drummoml - Don Juan. Deutschland (Arierparagraph): Bosniaken — Einmal möcht ich noch so jung sein _ Die beiden Seehunde — Liebe, Tod und Teufel (Ufa) — Peter, Paul und Nanette —- Jungfrau gegen Mönch _- Der Schimmelreiter — Ferien vom Ich — So endete ein© Liebe — Peer Gynt ■— Fahrt in die Jugend. II, Taborstraße 12 | Tel R-46-5-57 1 PIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW JU6tmM^H(UäStefa4^ W3 AuTbi9° 5erÄiSen,:Me,rü$ I S:I8 itfs Vorzügliche Zubereitung — Schwechater Biere — Naturweine ™f™'inf«imi^^ .....■■■■«.,.,»—m.lf

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